Music Review | verfasst 08.01.2018
Panthera Krause
All My Circuits Pt.1
Uncanny Valley, 2017
Text Lars Fleischmann
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
7.9
Redaktion
Cover Panthera Krause - All My Circuits Pt.1

Panthera Krause ist von der Sorte Produzenten, bei der manch ein Journalist dann die Floskel »umtriebig« nutzt. Als Illustrator und Grafiker unterwegs, dazu noch als Musiker solo und in zwei Bandkonstellationen »angestellt«. Schon länger mit Marbert Rocel unterwegs, kam 2013 dann noch Karocel dazu – und eben die Solokarriere. »Yorrike«, die erste Solo-EP kam auch sogleich auf dem Leipziger Riotvan-Label raus. Alsbald kamen dann auch Lobster Theremin und Uncanny Valley aus Dresden als Heimstätten hinzu. Auf letzterem Label erscheint nun auch die »All My Circuits Pt.1«. Panthera Krause zeigt sich hier von seiner besten, weil bescheuerteren Seite. Wem beim ersten Durchhören dieser »Krankheit«s-Faktor noch entgehen sollte, der muss nochmal reinhören. Immer weiter wird man von den vier Stücken in einen eigenen Sog aus techigen Deep-House-Stücken gezogen. Doch hinter simplen Piano- oder Synth-Hooklines versteckt sich ein verrückter Teufel. Immer wieder zwitschert es, die Spuren überlagern sich zu Puzzlen aus Sounds und Geräuschen. »Heppy« spult die Nu-Disco-Hymne »Happy House« von Juan Maclean nochmal komplett zurück und verfängt sich im weiteren Verlauf in einer sanften Gitarre. Dazu stompt es mächtig durch und climaxt sachte, aber langanhaltend. So wie eine gute Liebesnacht. Doch dies ist nur der Auftakt. Und wie eine leicht klebrige, dennoch sexy Nacht an einem Wochenende im Frühsommer, wenn es warm und noch nicht heiß ist, verliert man über die Länge von vier Stücken immer mehr Wasser in Form von Schweiß. Das ist nicht eklig, sondern kühlt die überhitzten Körper. Der Dampf steigt auf und kondensiert in Form von »Le Phoque« an den Wänden zu kleinen, verrückten Tropfen voller Freude und Lust. Wer da seinen Verstand beisammen halten kann, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 24.02.2016
Panthera Krause
Umami EP
Die Vielfalt der »Umami EP« von Panthera Krause macht Spaß, beim Zuhören und beim Mitwippen.
Music Review | verfasst 02.09.2014
Panthera Krause
Rules
Mit Panthera Krause debütiert nun ein weiterer vielversprechender Frischling auf dem zurecht gehypten Imprint Lobster Theremin.
Music Review | verfasst 30.10.2012
Jacob Korn
You & Me
Jacob Korn ist das Aushängeschild der sächsischen House-Musik. »You & Me« bekräftigt das.
Music Review | verfasst 17.12.2013
Cuthead
Everlasting Sunday
House und Hip Hop laufen bei Cuthead seit Jahren nebeneinander. Keine große Sache. Auch nicht auf »Everlasting Sunday«.
Music Review | verfasst 01.05.2014
Various Artists
Uncanny Valley 20
In nur vier Jahren hat sich das Dresdener Plattenlabel Uncanny Valley als guter Lieferant für housige Töne etabliert.
Music Review | verfasst 16.05.2014
Leibniz
Shtum 004
Der Leipziger Producer Leibniz zeichnet sich für den vierten Release vom Uncanny Valley Sublabel Shtum verantwortlich.
Music Review | verfasst 12.08.2014
Scherbe
Late Nite Safari
Stimmungsvoll, kunterbunt und extrem deep ist die bei Uncanny Valley erschienene EP "»Late Nite Safari« von Scherbe.
Music Review
Denzel Curry
TA1300
»TA1300«, das neue Album von Denzel Washington, ist Zeugnis der heutigen Entwicklung in den USA und konnte so nur im Jahr 2018 erscheinen.
Music Review
Richenel
Perfect Stranger
Sieht ein aus wie Prince, klingt auch ein bisschen so. Music From Memory veröffentlicht Material des Musikers Richenel.
Music Review
Aphex Twin
Collapse EP
Folge der Kinderstimme, und du wirst ankommen: Für einen »Collapse« macht Aphex Twin einem auf seiner neuen EP erstaunlich gute Laune.
Music Review
Various Artists
Testimony
Knekelhuis legt Zeugnis ab: Die Werkschau »Testimony« stellt die Künstler Sabla, Patrica Kokett, Maoupa Mazzocchetti und Job Sifre vor.
Music Review
Ital Tek
Bodied
Früher noch war Ital Tek seiner Zeit voraus, mit »Bodied« aber schafft er sich seine eigene. Sein sechstes Album ist sein bisher bestes.
Music Review
RAMZi
Phobiza »Amor Fati« Vol.3
Mit »Amor Fati« beschließt RAMZi nach zwei Jahren ihre »Phobiza«-Reihe. Es ist zugleich die konsequenteste Arbeit der Kanadierin.
Music Review
Nat Birchall meets Al Breadwinner
Sounds Almighty
Der britische Saxophnoist Nat Birchall hat sich für sein neues Album »Sounds Almighty« mit dem Dub-Produzenten Al Breadwinner zusammengetan.
Music Review
Umo Vogue
Just My Love EP
Umo Vogue entsprachen bei ihrer Gründung ganz dem Zeitgeist. Mit dem Erfolg wurde es leider dennoch nichts!
Music Review
Black Merlin
Oba Enka EP
Präzise produziert, tanzbar, clubtauglich, aber keine Zaubereri diesmal: Zur neuen »Oba Enka EP« von Black Merlin.
Music Review
SHXCXCHCXSH
SHULULULU
Mit »SHULULULU« bleiben SHXCXCHCXSH Meister ihrer Disziplin, des entrückten Erzählens im Techno.
Music Review
Polaroid
Senza Respiro
Dark Entries hat »Senza Respiro« der italienischen Postpunk-Band Polaroid, 1984 nur auf Kassette erschienen, auf Vinyl wiederveröffentlicht.
Music Review
Umeko Ando
Ihunke
Spartanisch, stoisch, gut: Pingipung legt das 2000 in Japan veröffentlichte Album »Ihunke« der japanischen Künstlerin Umeko Ando wieder auf.
Music Review
Oren Ambarchi, Konrad Sprenger, Phillip Sollmann
Panama / Suez
Zwei Kanäle, ein Brückenschlag: Oren Ambarchi, Konrad Sprenger und Efdemin bringen mit »Panama / Suez« Minimal Music und Techno zusammen.
Music Review
Mitra Mitra
Marionettes
Mit eiskalten Synthlines und roboterhaftem Gesang führen uns Mitra Mitra auf »Marionettes« direkt zurück in die 1980er Jahre,
Music Review
Various Artists
La Llama De Prometeo
Die Compilation »La Llama De Prometeo« versammelt zwischen 1989 und 1999 entstandene, spanische elektronische Musik.
Music Review
Scan 7
Test Of Time EP
Das legendäre Detroiter Techno-Kollektiv Scan 7 klingt auch auf ihrer »Test Of Time EP« nicht altbacken.
Music Review
Interpol
Marauder
»Marauder« ist der sechste Anlauf der New Yorker Indierocker Interpol an ihr tolles Debüt auch nur annäherungsweise heranzukommen.
Music Review
Justice
Woman Worldwide
Feuerwerk, Luftblasen, Stampfbeat: »Woman Worldwide« von Justice ist Blockbuster-Audio par excellence.
Music Review
Various Artists
Antipodean Anomalies
Absurdes Material aus Neuseeland und Australien. Vor allem in der Mischung, hier kommt zusammen was voll zusammengehört und gar nicht.
Music Review
Autechre
NTS Sessions
Aber Autechre evozieren auch mit den »NTS Sessions« den Schmetterlingseffekt und kitzeln die Wellen bis Jupiter twerkt.
Music Review
Animal Collective
Tangerine Reef
Anlässlich des Internationalen Jahres des Riffs haben Animal Collective das audiovisuelle Werk »Tangerine Reef« erschaffen.
Music Review
Djrum
Portrait With Firewood
Ein persönliches Album wollte Djrum mit »Portrait With Firewood« vorlgen. Es ist Latte-Macchiato-Post-Dupstep geworden.
Music Review
Various Artists
Mogul 4
Langsam muss man sich fragen, was denn im Rheinwasser steckt: Zur Compilation »Mogul 4« auf Themes For Great Cities.
Music Review
Jess Sah Bi & Peter One
Our Garden Needs Its Flowers
In einer noch zu schreibenden Geschichte der Country-Musik in Afrika müsste »A Garden Needs Its Flowers« ein ganzes Kapitel bekommen.
Music Review
Gyedu-Blay Ambolley
Gyedu-Blay Ambolley
Lange schwer erhältliche Musik von Gyedu-Blay Ambolley, dem »Godfather des Hiplife«, wurde jetzt von Analog Africa wieder verfügbar gemacht.
Music Review
Orquesta De Las Nubes
The Order Of Change
Music From Memory veröffentlicht mit »The Order Of Change« minimalistische Musik der 1980er Jahre von Suso Saiz’ Orquesta De Las Nubes.
Music Review
Curren$y & Harry Fraud
The Marina EP
Viel denken darf man auf »The Marina EP« nicht. Die Beats von Harry Fraud trösten jedenfalls über manche Plattitüde von Curren$y hinweg.
Music Review
Emilio Santiago
Emilio Santiago
Die Música Popular Brasileira passt eigentlich immer. Und mit einem Sänger wie Emilio Santiago kann man sich fast den Urlaub sparen.
Music Review
Andy Compton / Shamrock
Bunny Cow
Andy Compton, nimmermüder Musikproduzent aus Bristol trifft auf »Bunny Cow« auf die südafrikanischen Msiker Shamrock und Bongani.
Music Review
Danny Russell & Dirty Channels / Frazelle
Watchin Out/Today Is the Day (Linkwood Chop)
Athens Of The North wagen sich mit dieser Vinyl 12" erstmals an House. Zumindest auf der A-Seite.
Music Review
Ingus Baušķenieks
Spoki
Stroom holt den nächsten Letten aus der Schublade: Die Soundästhetik von Ingus Baušķenieks auf »Spoki« wirkt fremd und ist deshalb so gut.
Music Review
Various Artists
Serge Gamesbourg presents Boston Goes Disco!
Was haben Disco und das für seine hochkarätigen Jazzabsolventen bekannte Berklee College miteinander zu tun? »Boston Goes Disco!« verrät es.
Music Review
Tunde Mabadu
Viva Disco
Mr Bongo veröffentlichen mit »Viva Disco« von Tunde Mabadu etwas weniger bekannten Afrobeat aus Nigeria.
Music Review
Cecil Mc Bee
Mutima
Everland Jazz legt »Mutima«, das Debüt des Jazzpianisten Cecil McBee aus dem Jahre 1974 wieder auf.
Music Review
Ground
Sunizm
Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen: Auf ESP Institute erscheint »Sunizm«, das kurzweilige Debüt des Japaners Ground.
Music Review
Giant Swan
High Waisted
Giant Swan flexen mit »High Waisted« die Muskeln und beweisen viel Muckertum, gut geht das aber nur auf zwei der vier Tracks.
Music Review
Sichtexot Gäng
SXT Rawtakes III
»SXT Rawtakes III«, das sind garantiert unberechenbare lyrische Bonmots zwischen Booms Baps jener Sorte, bei denen es schön staubt.
Music Review
Various Artists
Studio One Black Man's Pride Vol.2
Ein weiterer Beitrag für ein besseres Verständnis des Zusammenhangs von Rastafarianismus und Clement »Sir Coxson« Dodds Studio One.
Music Review
Nigeria Fuji Machine
Nigeria Fuji Machine
Mit diesem Album schließen Soul Jazz Records an die vor kurzem erschienene Compilation »Yoruba!« mit geistlicher Musik aus Nigeria an.
Music Review
Grandmilly & Shozae
Adventureland
Nun endlich ist das Debüt von Grandmilly & Shozae, »Adventureland« erschienen – und zwar auf Peanut Butter Wolf’s Stones Throw Records.
Music Review
Carl Stone
Electronic Music From The Eighties And Nineties
»Electronic Music From The Eighties And Nineties« von Carl Stone, vier lange Stücke erstmals auf Vinyl zu erstehen.