Music Review | verfasst 10.11.2017
Angel Olsen
Phases
Jagjaguwar, 2017
Text Steffen Kolberg
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Redaktion
Cover Angel Olsen - Phases

Raritätensammlungen zu besprechen ist immer so eine Sache. Schließlich beinhalten sie ja in der Regel Material, das im Laufe einer Karriere ausgesondert wurde, weil es entweder nicht gut genug war oder nicht ins Albumkonzept passte. Eine Zusammenstellung dieses Ausgesonderten ist an sich kein rundes Ding, und doch findet sich unter B-Seiten immer wieder die eine oder andere Perle, die den Kauf des ganzen Pakets lohnt. Oder halt den Download des einen Stücks. So ist es auch mit »Phases«. Nach dem rundherum gefeierten Lo-Fi-Folk-Album »Burn Your Fire For No Witness« 2014 und dem deutlich ausproduzierteren »My Woman« 2016 zeigt sie mit den hier vertretenen Stücken, warum man die neue Angel Olsen mochte, die alte aber liebte. Der raue Lo-Fi-Sound kracht einem hier und da angenehm um die Ohren, doch die allermeiste Zeit bleibt es arg balladig. Kein rundes Ding irgendwie, aber da sind einige wirkliche Perlen: Beispielsweise das schön ausgedehnte Stück »Special« aus den »My Woman«-Sessions, das verdrehte »California«, in dem Angel Olsens Stimme immer wieder ausbricht oder »May As Well«, wo sie im Gegensatz dazu bis zum Vibrato alles aus ihr herausholt. Und dann ist da noch der kurze Heuler in »Sweet Dreams«: Eine unverkennbare Hommage an Chris Isaak, zu offensichtlich, um auf ein Album gepackt zu werden und zu gut, um nicht veröffentlicht zu werden. Die perfekte B-Seite also.

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