Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Dagored, 2017
Text Philipp Kunze
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8.3
Redaktion
Cover Piero Umiliani (M. Zalla) - Africa / Continente Nero Bundle

Piero Umiliani, der Wahnsinnige, hat einfach alles gemacht. Das schnöde Wort Tausendsassa, selten kam man unmöglicher drum herum, als wenn man über den 2001 verstorbenen Musiker schreibt. Man braucht erst gar nicht anzufangen, alle Genres aufzulisten, mit denen er experimentiert hat. Die meisten seiner Werke wurden fleißig neuaufgelegt, zuletzt erschien sein Ausflug in die Disco. Seine beiden musikalischen Exkursionen gen Afrika, »Africa« und »Continente Nero«, waren bis dato nur im Original erhältlich, wer beide sein eigen nennen wollte, wurde gut 300 Euro los. Dank Dagored sind die beiden Alben in Zukunft auch für Menschen zugänglich, die ein Teil von ihrem Geld auch noch für andere Dinge ausgeben, Essen, Kita-Kosten, Spülmaschinenreparatur zum Beispiel. Solange der Vorrat reicht (limited Edition, 500 Stück). »Africa« ist im Groben schnell erklärt. Genau so würde man sich ein Album vorstellen, dass Jazz-Library-Music-Umiliani eben macht, von afrikanischen Klängen inspiriert. Das Quirlige der typischen Umiliani-Produktionen trifft auf die erdige Schwere afrikanischer Percussions. Nach einem furiosen Beginn tröpfelt die Musik zwischenzeitlich über in Ambient mit Fourth World-Anklängen, das Lammelophon gibt den Ton an, bevor es ganz am Ende über bedrohlichen Trommeln beinahe schon kosmisch wird. Der Nachfolger erschien zwei Jahre später. »Continente Nero« von 1975 ist das hellere der beiden Alben. Viel Flöte, mehr Exotica, unangenehm duseliger Bebop. Für Umiliani-Fans sicherlich ein Muss. Wer vor allem wegen der Chance auf (gefakten) Tribal hier ist, der wird in der Masse an gerade 2017 erschienen Fourth World-Reissues an anderer Stelle glücklicher. Das als Fazit für solche, für die es um Kaufen oder Nicht-Kaufen geht. Rein zur Musik sollte abschließend festgehalten werden: diese Alben erschienen gut ein halbes Jahrzehnt vor Jon Hassells erstem Release, das war zu seiner Zeit brutal progressiver Stuff!

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