Music Review | verfasst 07.12.2017
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik 3
Soul Jazz, 2017
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Various Artists - Deutsche Elektronische Musik 3

Mit der ersten »Deutsche Elektronische Musik«-Compilation trafen die Macher von Soul Jazz Records im Jahr 2010 den Nerv der Zeit: frickelige Krautrock-Sounds und verspulte Ambient-Basteleien waren en vogue. Plötzlich standen zuvor schwer erhältliche, opulente Reissues von Cluster, Neu! und Hans-Joachim Roedelius in den Läden. Die genannten sind nun auch auf »Deutsche Elektronische Musik 3« vertreten, einer sorgfältig kuratierten 3LP mit Liner Notes des britischen Kraut-Experten David Stubbs. Soul Jazz hat sich wieder einmal selbst übertroffen bei der Auswahl obskurer Perlen: Bands wie Dzyan, Between oder Missus Beastly dürften selbst Freunden des Genres nicht unbedingt geläufig sein. Ob es die Echo-Experimente des späteren Shanty-Sängers Achim Reichel sind, die beiden völlig abgedrehte Moog-Epen von Michael Bundt, oder einer der gleich drei Songs, an denen der 2008 verstorbene Jazz-Schlagzeuger Klaus Weiss mitwirkte (darunter ein reiner Percussion-Track seiner Band Niagara): dieser zweistündige Sampler gehört dem Entrückten. Dzyans »Khali« und Bröselmaschines »Schmetterling« sind pseudo-indische Drogen-Trips, haschverräuchert, und doch nüchtern hörbar. Erstaunlichste Entdeckungen: Streetmark und Agitation Free. Eine irre Fundgrube.

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