Music Review | verfasst 05.12.2017
Talib Kweli
Radio Silence
Javotti Media, 2017
Text Anna Gyapjas
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7.4
Redaktion
Cover Talib Kweli - Radio Silence

Conscious Rapper bleib bei deinen Leisten. Erst recht, wenn der Mainstream Rap deiner Tage sich politischer gebärdet, als noch vor nicht allzu langer Zeit. »We entertainers, they wanna call us leaders now«, rappt Talib Kweli auf seinem achten Album und beschäftigt sich mit den Themen, den er sich schon immer gewidmet hat: dem Zusammenhalt in der eigenen community und der fehlenden Gerechtigkeit im Verhältnis zu den anderen. Frauen sind immer noch seine Heldinnen und die Stadt, tja: »Its like every night the city die/We the blood, we give the city life/Living the city life«. Die Klarinetten schmachten, wie es sonst nur Violinen können, an hymnischem Chorgesang wird nicht gespart und teils jault irgendein undefinierbarer Effekt, wie es sonst Cartoonmäuse tun. Ansonsten aber gewandet Talib Kweli seine Texte weiterhin in den selben dichten, souligen Sound wie seit jeher, wodurch den melodramatischen Elementen zumindest ein wenig Pathos genommen wird. Taktsicheren Flow tauscht der Veteran auf »Radio Silence« mit Vorliebe gegen spoken word, sodass ihm seine Featuregäste, allen voran Anderson .Paak, durchaus mal die Show stehlen. Warum Waka Flocka Flame für Talib Kweli »Nigga I could still put dick in ya hoe«-Weisheiten spitten musste, bleibt ein Rätsel. Hätte Conscious Kweli mit der Zeit gehen wollen, hätte es auch gereicht, seine durchaus relevanten Inhalte ein wenig konkreter auf das aktuelle Tagesgeschehen zu münzen.

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