Music Review | verfasst 22.12.2017
Pye Corner Audio
Where Things Are Hollow
Lapsus, 2017
Text Lars Fleischmann
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Nutzer
8.2
Redaktion
Cover Pye Corner Audio  - Where Things Are Hollow

Immer diese Nummer mit den abgespackten Pop-Journo-Floskeln. Aber ich komme hier gerade nicht drumrum zu fragen: Warum ist Pye Corner Audio eigentlich kein Star? Seit fast einem Jahrzehnt werkelt Martin Jenkins nun schon auf einem eigentlich nicht zu unterschätzenden Niveau auf verschiedenen Falllinien zwischen Techno, Electronica, House und EBM. Das sollte eigentlich schon reichen, damit man hier mal ordentlich Impact erzeugt. Doch Pye Corner Audio bleibt der Geheimtipp deines Geheimtipps. Daran wird wahrscheinlich auch die neue EP auf Lapsus wenig ändern. Aber man soll sich ja nie blenden lassen vom ausbleibenden Startum – hier bleibt es eine (Achtung Wortspiel) ganz coole Ecke in der man mit paar anderen Heads abhängen kann. »Where Things Are Hollow« hätte dabei das Potenzial mal ein wenig anzuheizen. Vier Stücke voll Arpeggiator-Blissness und innerer Zerrissenheit. Die extrem-langsam dahinzwitschernden Acidlines erinnern auch mal an einen Tin Man. Für die Club-Tanzfläche sind Stücke wie »Mainframe« oder »Continental Drift« aber höchstens peripher gedacht. Der etwas peinlich-betitelte Opener »Resist« vermittelt spannungsgeladene Dance-ability; doch kaum für den 08/15 House-Club als mehr für den Exotentreff der auch Factory Floor oder Not Waving feiert. Allein »Northern Safety Route« stampft ganz sexy und housy über sechseinhalb Minuten und wird im richtigen Moment im Sonnenaufgang für verwirrt-glückliche Gesichter sorgen können. Doch im Winter denkt man selten an den nächsten Sommer und den nächsten Open-Air-Rave – das ist den klugen Köpfen vorbehalten, die sich auch Schwimmhosen im Januar besorgen und wärmenden Tech im August. Wer antizyklisch lebt, der liebt Pye Corner Audio; das kann man schonmal festhalten. Und das mit dem Mega-Erfolg überlässt man anderen.

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