Music Review | verfasst 30.01.2018
Roberto Musci & Giovanni Venosta
Urban And Tribal Portraits
Soave, 2018
Text Philipp Kunze
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Redaktion
Cover Roberto Musci & Giovanni Venosta - Urban And Tribal Portraits

Den ersten Stich hatten mal wieder die Kollegen von Music From Memory gesetzt, die mit ihrer Werkschau vor zwei Jahren die ersten Bits von Roberto Muscis traumwandlerischer Musik der Welt offengelegt haben. Das italienische Label Soave schaufelte daraufhin weiter: letztes Jahr die Reissue von Robert Muscis Debüt, jetzt dessen Zusammenarbeit mit Giovanni Venosta aus dem Jahre 1988. Yogamatte raus, Weihrauch an, whatever, es wird meditativ. Aber niemals so klischeehaft wie der vorausgegangene Satz. Das hier ist die Musik zweier Klangtüftler, die afrikanische und indische Musik studiert haben. Die zwei samplen sich durch Ethno-Sounds (und Ethno-Stimmen), dazu einige Synths, der geduldige Kontrabass, akustische Gitarren, hach Freunde, es ist der reinste Frieden, die pure Idylle. Vergleichbares hat aktuell höchstens Mo Kolours mit seinen Releases geschaffen, ansonsten braucht man für das halt genau das. »Urban And Tribal Portraits« ist zeitvergessene, gänzlich präsente Musik. Musik wie ein Ökosystem. Aus allen Ecken sprießt es, von hier tröpfelt es sanft vom Holz herunter, da hinten pfeift es, Singen aus der Ferne, das Klavier hinter dem offenen Fenster am Plaza. Man setzt sich am besten mitten hinein und versucht jeden Klangflicken zu lokalisieren. Beschäftigt man sich damit konzentriert und bewusst, zerfließen die einzelnen Klänge erst Recht zu einer Einheit. Und mit ihnen wird auch der Ort, von dem die Musik kommt, und der Ort, an dem sie gehört wird, zu einem. Im Auflösen zweier Orte entsteht ein neuer. Genau das will diese Musik. Genau das kann sie.

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