Music Review | verfasst 23.01.2018
Nightmares On Wax
Shape The Future
Warp, 2018
Text Tim Caspar Boehme
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (2)
6.5
Redaktion
Cover Nightmares On Wax - Shape The Future

Die Zukunft gestalten – das scheint dieser Tage zu fehlen, wenn es um politische Visionen geht. Zugleich gestalten wir unablässig die kommende Zeit, leider vorwiegend mit zerstörerischen Folgen. Auf dem achten Nightmares On Wax-Album »Shape the Future« will George Evelyn jetzt tatsächlich das ganz große Fass anzapfen: Gleich zu Beginn lässt er in »Back To Nature« den Schamanen Kuauhtli Vasquez die Verbindung von Mensch und Mutter Erde beschwören. Sofern der Albumtitel auch eine musikalische Selbstreflexion sein soll, muss man allerdings sagen, dass Evelyn sich strenggenommen mehr auf die eigene Vergangenheit beziehen dürfte, in der seine Produktionen entscheidende Anstöße für die weiter Entwicklung von House und Hip-Hop lieferten. Heute können seine zurückgelehnten, Dub-inspirierten Grooves immer noch nobelpreiswürdig sein, wenn er sich voll und ganz auf sie verlässt. Etwa in seiner vorbildlich lockeren Soul-Nummer »Typical« mit dem jungen neuseeländischen Sänger Jordan Rakei, die einen durchaus mit der Gegenwart versöhnt. Manchmal will er jedoch irgendwie mehr, wie im Titeltrack, dessen Synthieflächen und perlende Klaviertöne ein wenig zu sehr Kurs auf Breitwand-Kitsch nehmen. Zwischen diesen Polen mäandriert dieser Welt-Entwurf dann vor sich hin, findet immer wieder seine entspannten Momente, ohne aber dauerhaft an den eigenen Körper anzudocken. Was ein bisschen wehmütig stimmt, da Evelyn definitiv anders kann. So bleibt – auch wenn derzeit nur wenig darauf hindeutet – der hartnäckige Wunsch, dass Nightmares On Wax noch einmal an die Größe von »Smoker’s Delight« oder »A Word Of Science« anknüpft. Das muss dann wirklich die Zukunft zeigen.

Verlosung
Nightmares On Wax - 2 x 2 Tickets für ein Konzert deiner Wahl zu gewinnen
Wir verlosen 2×2 Freikarten für ein Nightmares On Wax Konzert deiner Wahl. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 07.11.2018.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
14.
November
Köln
Music Tour | verfasst 04.04.2018
Nightmares On Wax
Für 3 Konzerte in Deutschland
Eine der größten Ikonen, die das Label Warp Records in den letzten 25 Jahren hervorgebracht hat, meldet sich zurück: Electronica-Pionier Nightmares On Wax hat sein neues Album »Shape The Future« im Januar 2018 veröffentlicht. Noch immer steht der Name Nightmares On Wax für eine einzigartige Mischung aus Hip-Hop und Soul, aus Dub und Club-Sounds – und auf »Shape The Future« klingt diese nun schon über Jahrzehnte hinweg perfektionierte Gratwanderung so flüssig und schlüssig wie nie zuvor. Inspiriert von zahllosen DJ-Sets und Studio-Sessions in ganz unterschiedlichen Ecken der Welt, untermauert der Engländer mit diesem neuesten Sound-Update abermals seine Ausnahmestellung in der elektronischen Musiklandschaft. Und nun kommt die gute Nachricht: Nachdem George Evelyn am Anfang des Jahres nur in Berlin spielte, fügt er für seine Tour im November, nebst der Hauptstadt, noch Köln und Hamburg als Ziele für seine gefühlvolle Live Show hinzu. [Quelle: Melt! Booking]
###SIDETEXT:☛:symbol### ● Tickets sind ab sofort erhältlich.
Mehr Infos findet ihr auf der Webseite von Nightmares On Wax.
Das neue Album und mehr Vinyl von NOW findet ihr bei uns im Shop.
HHV präsentiert
Verlosung
― mehr
Music Review | verfasst 24.09.2013
Nightmares On Wax
Feelin' Good
George Evelyn lebt inzwischen auf Ibiza und dort am Zeitgeist vorbei. Der Sound auf »Feelin’ Good« kommt jedenfalls 15 Jahre zu spät.
Music Review | verfasst 16.06.2014
Nightmares On Wax
»N.O.W. Is The Time«
Das Präsent aus dem Hause Warp zum 25jährigen Nightmares On Wax-Jubiläum »N.O.W. Is The Time« ist kein Must-Have im Plattenschrank.
Music Bericht | verfasst 13.05.2014
Nightmares On Wax
Live am 10.5. im Bi Nuu in Berlin
Das XJAZZ Festival schloss am Samstag seine erste Ausgabe mit einem Auftritt von Nightmares On Wax. Diese nutzten den Anlass um auch gleich ihr 25-jähriges Jubiläum zu begehen, ganz stilvoll, mit Geigen und Trompeten.
Music Review | verfasst 01.07.2010
Autechre
Move Of Ten
Autechre kennen sich nicht nur in der akustischen Verstörung bestens aus, in diesem Jahr haben sie auch zu alter Form zurückgefunden.
Music Review | verfasst 16.10.2010
Squarepusher
Shobaleader One: d'Demonstrator
Daft Punk und Air in ein Raumschiff gestopft, im All ausgesetzt – die musikalische Essenz könnte Shobaleader One sein.
Music Review
Djrum
Portrait With Firewood
Ein persönliches Album wollte Djrum mit »Portrait With Firewood« vorlgen. Es ist Latte-Macchiato-Post-Dupstep geworden.
Music Review
Various Artists
Mogul 4
Langsam muss man sich fragen, was denn im Rheinwasser steckt: Zur Compilation »Mogul 4« auf Themes For Great Cities.
Music Review
Jess Sah Bi & Peter One
Our Garden Needs Its Flowers
In einer noch zu schreibenden Geschichte der Country-Musik in Afrika müsste »A Garden Needs Its Flowers« ein ganzes Kapitel bekommen.
Music Review
Gyedu-Blay Ambolley
Gyedu-Blay Ambolley
Lange schwer erhältliche Musik von Gyedu-Blay Ambolley, dem »Godfather des Hiplife«, wurde jetzt von Analog Africa wieder verfügbar gemacht.
Music Review
Orquesta De Las Nubes
The Order Of Change
Music From Memory veröffentlicht mit »The Order Of Change« minimalistische Musik der 1980er Jahre von Suso Saiz’ Orquesta De Las Nubes.
Music Review
Curren$y & Harry Fraud
The Marina EP
Viel denken darf man auf »The Marina EP« nicht. Die Beats von Harry Fraud trösten jedenfalls über manche Plattitüde von Curren$y hinweg.
Music Review
Emilio Santiago
Emilio Santiago
Die Música Popular Brasileira passt eigentlich immer. Und mit einem Sänger wie Emilio Santiago kann man sich fast den Urlaub sparen.
Music Review
Andy Compton / Shamrock
Bunny Cow
Andy Compton, nimmermüder Musikproduzent aus Bristol trifft auf »Bunny Cow« auf die südafrikanischen Msiker Shamrock und Bongani.
Music Review
Danny Russell & Dirty Channels / Frazelle
Watchin Out/Today Is the Day (Linkwood Chop)
Athens Of The North wagen sich mit dieser Vinyl 12" erstmals an House. Zumindest auf der A-Seite.
Music Review
Ingus Baušķenieks
Spoki
Stroom holt den nächsten Letten aus der Schublade: Die Soundästhetik von Ingus Baušķenieks auf »Spoki« wirkt fremd und ist deshalb so gut.
Music Review
Various Artists
Serge Gamesbourg presents Boston Goes Disco!
Was haben Disco und das für seine hochkarätigen Jazzabsolventen bekannte Berklee College miteinander zu tun? »Boston Goes Disco!« verrät es.
Music Review
Tunde Mabadu
Viva Disco
Mr Bongo veröffentlichen mit »Viva Disco« von Tunde Mabadu etwas weniger bekannten Afrobeat aus Nigeria.
Music Review
Cecil Mc Bee
Mutima
Everland Jazz legt »Mutima«, das Debüt des Jazzpianisten Cecil McBee aus dem Jahre 1974 wieder auf.
Music Review
Ground
Sunizm
Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen: Auf ESP Institute erscheint »Sunizm«, das kurzweilige Debüt des Japaners Ground.
Music Review
Giant Swan
High Waisted
Giant Swan flexen mit »High Waisted« die Muskeln und beweisen viel Muckertum, gut geht das aber nur auf zwei der vier Tracks.
Music Review
Sichtexot Gäng
SXT Rawtakes III
»SXT Rawtakes III«, das sind garantiert unberechenbare lyrische Bonmots zwischen Booms Baps jener Sorte, bei denen es schön staubt.
Music Review
Various Artists
Studio One Black Man's Pride Vol.2
Ein weiterer Beitrag für ein besseres Verständnis des Zusammenhangs von Rastafarianismus und Clement »Sir Coxson« Dodds Studio One.
Music Review
Nigeria Fuji Machine
Nigeria Fuji Machine
Mit diesem Album schließen Soul Jazz Records an die vor kurzem erschienene Compilation »Yoruba!« mit geistlicher Musik aus Nigeria an.
Music Review
Grandmilly & Shozae
Adventureland
Nun endlich ist das Debüt von Grandmilly & Shozae, »Adventureland« erschienen – und zwar auf Peanut Butter Wolf’s Stones Throw Records.
Music Review
Carl Stone
Electronic Music From The Eighties And Nineties
»Electronic Music From The Eighties And Nineties« von Carl Stone, vier lange Stücke erstmals auf Vinyl zu erstehen.
Music Review
John Coltrane
Both Directions At Once: The Lost Album
Durch das wiederentdeckte »Both Directions At Once: The Lost Album« ist das Schaffen von John Coltrane um ein großes Album reicher geworden.
Music Review
Princess Nokia
A Girl Cried Red – EP
Auf »A Girl Cried Red« der neuen EP der New Yorker Musikerin Princess Nokia gibt es tiefe Einblicke in eine verletzte Außenseiterseele.
Music Review
Donald Byrd
Love Has Come Around – 12"
Groovin hat die beiden Nummern »Love Has Come Around« und »I Feel Like Loving You Today« von Donald Byrd wiederveröffentlicht.
Music Review
Florence & The Machine
High As Hope
Mit »High As Hope« begreift die Welt nun endlich, warum sie Florence & The Machine schon seit gut zehn Jahren an den Lippen hängt.
Music Review
Equip
I Dreamed Of A Palace In The Sky
Auf »I Dreamed Of A Palace In The Sky« erweckt Equip mit Sounds aus Videospielen, New Age, Filmmusik der Achtziger nostalgische Gefühle.
Music Review
Daniel Bacalov
1984/5: Il Ladro Di Anime / Diario Segreto Contraffatto
Zwischen akademischer Strenge und instrumentalem Pop: Die ersten beiden Alben von Daniel Bacalo wurden wiedderveröffentlicht.
Music Review
A-Team
Trouble
Für ihre wohl einzige Nummer vertraute sich das A-Team Mad Professor an. Das Ergebnis, »Trouble«, wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Project Pablo
Come To Canada You Will Like It
Mit »Come to Canada You Will Like It« hat Project Pablo eine Schallplatte mit frühen Aufnahmen veröffentlicht.
Music Review
Artis
Caecilia
»Caecilia« ist die phantasievolle und spielfreudige Debüt-EP eines geheimnisvollen Producers namens Artis.
Music Review
Jenny Hval
The Long Sleep EP
Mit »The Long Sleep EP« entfernt sich Jenny Hval vom hauntologisch aufgeladenen Sound von »Blood Bitch«.
Music Review
Various Artists
Check Your Reality
Das Düsseldorfer Label candomblé legt eine Nachpressung der tollen Compilation »Check Your Reality« vor.
Music Review
Mndsgn
Snax
Mndsgn sendet mit »Snax« ein 15 Tracks starkes Lebenszeichen. Im Gegensatz zu »Body Wash« arbeitet der Producer hier mehr mit Raps.
Music Review
Liza Ngwa
Sunshine
Nubiphone veröffentlicht das zuerst 1980 erschienene, zweite Album der kamerunischen Sängerin Liza Ngwa erneut.
Music Review
Black Savage
Black Savage
Black Savage aus Kenia haben in den 1970er Jahren nur eine Hand voll Songs veröffentlicht. Jetzt werden sie wiederveröffentlicht.
Music Review
MC Paul Barman
(((Echo Chamber)))
MC Paul barman hat den »Anarchist Book Store« verlassen und bringt nach neun Jahren Alben-Abstinenz die LP »(((Echo Chamber)))« heraus.
Music Review
Kate NV
для FOR
Ihr zweites Soloalbum hat die Russin Kate NV bei Rvng Intl veröffentlicht. »для FOR« setzt auf verspielten Minimalismus.
Music Review
Malör
Bali
Das Lied zur Lage kommt aus dem Jahr 1985. Er stammt von Malör, deren Song »Bali« neu aufgelegt wurde.
Music Review
Driftmachine
Shunter
Driftmachine saugen auf ihrem vierten Album dem Dub das Blut aus und legen mit »Shunter« ein Album hin, das dramaturgisch ausgefeilt ist.
Music Review
Palta & Ti
Palta Og Ti Pa Den Tolvte Ø
»Palta Og Ti Pa Den Tolvte Ø«. Der Titel verrät es bereits: Palta & Ti veröffentlichen eine Schallplatte auf 12th Isle.
Music Review
Transllusion
A Moment Of Insanity
Gewohnt unberechenbar in der Wirkung, kommen jetzt »Moments Of Insanity« von James Stinson als Transllusion zum Vorschein.
Music Review
Father John Misty
God's Favorite Customer
Kompakter, fokussierter und nicht ganz so zynisch lotet Father John Misty auf »God’s Favorite Customer« die Untiefen der Zweisamkeit aus.