Music Review | verfasst 29.01.2018
The James Hunter Six
Whatever It Takes
Daptone, 2018
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover The James Hunter Six - Whatever It Takes

James Hunter, der alte Soul-Haudegen und erster britischer Act auf Daptone, beweist mit seinem neuen Album, dass die wahre Liebe auch jenseits der 50 noch zu finden ist. Denn James Hunter ist frisch verliebt und gießt seine Gefühle in zehn lupenreine Vintage-Perlen aus feinstem Rhythm’n’Soul, wie man sie lieben gelernt hat. Sein souveränes Songwriting und die markanten Vocals (angeblich die beste Soul-Stimme Großbritanniens) trifft in der knappen halben Stunde auf eine ausgezeichnet eingespielte Band. Die Bläsersätze sind mal butterweich, mal spitz und pointiert, die Instrumentierung ist mal spärlich und zurückhaltend, dann wieder imposant und druckvoll – Produzent Bosco Mann hat auf »Whatever It Takes« einmal mehr ganze Arbeit geleistet. In den detailverliebten wie authentischen Soul-Sound werden lateinamerikanische oder auch Gospel-Einflüsse eingeflochten. The James Hunter Six schafft es sogar, dem ollen Blues-Schema noch etwas Frisches abzugewinnen, wobei das Tempo variabel und die Stimmung durchweg gut ist. Liebeslieder sind zwar nunmal eine der ältesten und damit auch ausgelutschtesten Song-Gattungen, doch neben ewiger Treue und ähnlicher Plattitüden der monogamen Zweierbeziehung kann man hier tatsächlich noch was lernen: Dass Liebesschwüre nichts gegen Taten aus Liebe sind zum Beispiel (»Show Her«) oder das proklamatische »Don’t Let Your Pride Take You For A Ride«. Dass aus all diesen mehr als bewährten Zutaten ein quicklebendiges Album mit viel Energie und Elan entstanden ist, muss man The James Hunter Six hoch anrechnen – aber die Liebe versetzt ja bekanntlich auch Berge …

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