Music Review | verfasst 23.02.2018
Hailu Mergia
Lala Belu
Awesome Tapes From Africa, 2018
Text Andreas Schnell
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
7.7
Redaktion
Cover Hailu Mergia - Lala Belu

Es müsste die erste Veröffentlichung auf Awesome Tapes From Africa sein, die wirklich neuer Musik präsentiert. Ansonsten bekannt für aufregende Neuentdeckungen von bislang eben nur auf Musikkassetten erschienenen Perlen aus allen Ecken des afrikanischen Kontinents, hat Hailu Mergia, von dem auf Awesome Tapes From Africa schon drei Alben erschienen sind, die Songs von »Lala Belu« eigens für diese Veröffentlichung aufgenommen.

Der Musiker, der Anfang der 1980er Jahre von Äthopien in die USA auswanderte und dort sein Geld seither vor allem als Taxifahrer verdient, erlebte dank Brian Shimkowitz, der Awesome Tapes From Africa ursprünglich als Blog ins Leben gerufen hatte, einen zweiten Karrierefrühlung und tourt seitdem weltweit. Oft dabei: Schlagzeuger Tony Buck und Bassist Mike Majkowski, mit denen Hailu Mergia auch die sechs Songs seines neuen Albums aufgenommen hat. Nicht nur ihnen dürfte es geschuldet sein, dass er dabei ganz neue Facetten seines natürlich immer noch auf äthiopischen Traditionen basierenden Sounds entfaltet. Er springt munter zwischen Akkordeon, Orgel, Synthesizer und Klavier hin und her, kombiniert manchmal mehrere dieser Instrumente in einem Song. Und die Spielfreude des Trios ist unverkennbar. Wer mehr vom Gleichen, Alten erwartet hat, Ehrfurcht vor dem eigenen Werk, dürfte enttäuscht sein. Wer etwas über den Stand der Dinge in Swinging Addis erfahren möchte, ebenfalls. Wer einen Musiker bei der Arbeit erleben möchte, der im Lauf der Jahrzehnte nicht stehengeblieben ist, kann hier allerdings viel Spaß haben, auch wenn manches vielleicht ein wenig Reduktion vertragen hätte. In »Yefikir Engurguro«, dem Finale, gibt Mergia dann ganz allein am Piano noch einen berührenden Beleg seiner Schaffenskraft.

Verlosung
ELBJAZZ 2019 - 2 x 2 1-Tagestickets Freitag inkl. Konzert in der Elbphilharmonie
Wir verlosen 2×2 1-Tagestickets Freitag inkl. Konzert in der Elbphilharmonie für das ELBJAZZ 2019 in Hamburg. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 23.05.2019.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
»Lala Belu« von Hailu Mergia! findest du bei hhv.de: Vinyl LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 17.06.2016
Hailu Mergia & Dahlak Band
Wede Harer Guzo
Für einen Jam hatte sich der äthiopische Keyboarder Hailu Mergia mit der Dahlak Band zusammengetan. Das Ergebnis: »Wede Harer Guzo«.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Review | verfasst 23.01.2017
Awa Poulo
Poulo Warali
Mit »Poulo Warali« von Awa Poulo macht uns Awesome Tapes From Africa mit der Musik der Fula bekannt.
Music Review | verfasst 05.05.2017
Umoja
707
In den Achtzigern füllten Umoja in ihrer Heimat Südafrika ganze Stadien. Awesome Tapes From Africa veröffentlicht nun ihr Album »707« erneut
Music Review | verfasst 14.08.2018
Jess Sah Bi & Peter One
Our Garden Needs Its Flowers
In einer noch zu schreibenden Geschichte der Country-Musik in Afrika müsste »A Garden Needs Its Flowers« ein ganzes Kapitel bekommen.
Music Review | verfasst 22.01.2019
Asnakech Worku
Asnakech
Aus der Vielzahl der inzwischen gehobenen Schätze äthiopischer Musik sticht dieses 1975 von Asnakech Worku aufgenommene Album heraus.
Music Review | verfasst 11.10.2012
The Pyramids
Otherworldly
35 Jahre nach ihrem letzten Album kann man The Pyramids jetzt neu entdecken: World Music im besten, umfassenden und experimentellen Sinne.
Music Review
Lee Moses
How Much Longer Must I Wait? Singles & Rarities 1965-1972
»How Much Longer Must I Wait?« versammelt Singles und Raritäten des noch immer nicht ausreichend gewürdigten Soulsängers Lee Moses.
Music Review
Zaliva-D
Forsaken
Auf Knekelhuis ist kürzlich die Werkschau »Forsaken« des chinesischen Technoproduzenten Zaliva-D erschienen.
Music Review
Ohbliv
Give Thanks
Kantig, roh, reduziert, dabei nie formelhaft homogen: der fleißige Beatmaker Ohbliv hat mit »Give Thanks« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Backstreet Brit Funk Vol.1
Die von Joey Negro zusammengestellte Compilation »Backstreet Brit Funk Vol.1« aus dem Jahr 2011 ist nun erstmals auf Vinyl erschienen.
Music Review
Amato (The Hacker)
Mécanismes Vol. 1
Als Amato dreht The Hacker mittlerweile richtig auf. »Mécanismes Vol. 1« ist in EBM in Nicht-Ganz-Reinform – zum Glück!
Music Review
Tim Hecker
Anoyo
Mit »Anoyo« legt Tim Hecker weitere 34 Minuten aus seinen mit einem Gagaku-Orchester eingespielten Sessions nach.
Books Review
FLEE
Benga, A Kenyan Kaleidoscope
Mit dem Sammelband »Benga, A Kenyan Kaleidoscope« wirft das Kollektiv FLEE wichtige Fragen zur globalen Auseinandersetzung mit Benga auf.
Music Review
Darling & Lexi
Darling & Lexi EP
»Mama is een poes«: Der niederländische Produzent Darling nimmt mit seiner 4-jährigen Tochter Lexi eine Schallplatte auf.
Music Review
Gigi
Illuminated Audio
2003 ließ die Sängerin Gigi ein ganzes Album von ihrem Mann Bill Laswell als Dub-Version neu einspielen. Ob das gut ging? Tatsächlich!
Music Review
Ambien Baby
En Transito
NAP und D. Tiffany tun sich wieder als Ambien Baby zusammen. »En Transito« ist eine multifunktionale Allzweckwaffe für die Open-Air-Saison.
Music Review
Reginald Omas Mamode IV
Where We Going?
Auf »Wehre We Going?« begibt sich Reginald Omas Mamode IV musikalisch auf die Suche nach seinen familiären Wurzeln.
Music Review
Mappa Mundi
Musaics
Mit »Musaics« haben Mappa Mundi schon 1990 so manche zeitgeistige Musik von heute vorwegnehmen können.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Prisma Sonoro
»Prisma Sonoro«, Library Music-Aufnahmen des Komponisten Alessandro Alessandroni aus dem Jahr 1974, werden erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review
Identified Patient & Sophie du Palais
Don't Exclude Anything
Identified Patient und seine »vrouwe fataal« Sophie du Palais debütieren mit »Don’t Exclude Anything« auf Pinkman.
Music Review
Azymuth
Aguia Nao Come Mosca
Azymuth spielen in einer eigenen Liga. Eine These, die mit »Aguia Nao Come Mosca«, ihrem Album aus dem Jahr 1977, locker belegt werden kann.
Music Review
Ezra Collective
You Can't Steal My Joy
Die britischen Jazzer vom Ezra Collective legen mit »You Can’t Steal My Joy« ein energetisches Debüt vor.
Music Review
Jimi Bazzouka
Edits Vol.6
Joakim liefert als Jimi Bazzouka neue »Edits Vol.6« und mischt exotische Field Recordings, schamanistische Gesänge & treibende Percussions.
Music Review
Altin Gün
Gece
Das zweite Album »Gece« der anatolischen Band Altin Gün ist großartig und hält auch locker dem Vorwurf kultureller Appropriationen stand.
Music Review
Kyoto/Zoe Sinatra
Venetian Blinds / Mais Qu’Est-Ce Que Tu Fumes
Zwei in Vergessenheit geratene, hitverdächtige Songs aus Belgien bilden das neueste Release des immer überraschenden Labels Stroom.
Music Review
Jensen Interceptor
Delayed Response
»Delayed Response«, bereits im letzten Jahr bei Power Station erschienen, zeigt Jensen Interceptor in seinen bislang souveränsten Momenten.
Music Review
Various Artists
Elsewhere LVI
MIt »Elsewhere LVI« hat DJ soFa zum vierten Mal etwas krude, obskure groovende, retrofuturistische Tracks zum Entdecken zusammengestellt.
Music Review
Pharoah Sanders
Africa
Auf »Africa« von 1987 finden Pharoah Sanders, Idris Muhammad, John Hicks und Curtis Lundy zusammen und spielen grandiose Musik.
Music Review
Quelle Chris
Guns
Spätestens mit seinem neuen Album »Guns« hat sich Quelle Chris zur softesten und doch irgendwie lautesten Stimme im Rap entwickelt.
Music Review
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review
Furniture
When The Boom Was On
Emotional Rescue veröffentlicht das 1983er Debüt »When The Boom Was On« von Furniture neu. Das ist was für Teenie-Zimmer von 16-56.
Music Review
Tiger & Woods
AOD
Album Oriented Dance, »AOD« war die Ansage von Tiger & Woods, die sie uns gleich im Titel ihres neuen Longplayers lieferten. Ging es auf?
Music Review
Guerilla Welfare
The Nature Of Human Nature
Guerilla Welfare haben zwischen 1986 und 1991 Ethno, Dub und Funk verührt. »The Nature Of Human Nature« fasst ihre Musik zusammen.
Music Review
Neuzeitliche Bodenbeläge
Leben
Premiummusik für liebevoll heruntergewirtschaftete Hinterhoflokale und ihre Gäste. Zur EP »Leben« von Neuzeitliche Bodenbeläge.
Music Review
Ill Bill & Stu Bangas
Cannibal Hulk
Diese Collab wurde im Horrorcore-Genre sehnsüchtig erwartet: Ill Bill und Stu Bangas machen auf »Cannibal Hulk« gemeinsame Sache.
Music Review
The Comet Is Coming
Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
Shabaka Hutchings und kein Ende: sein Projekt The Comet Is Coming zockt auf »Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery« vital wie selten.
Music Review
Bibio
Ribbons
»Ribbons« von Bibio funktioniert als 50-minütiges Gesamtwerk, das vor vorne bis hinten die warme Stimmung der Zweisamkeit einfängt.
Music Review
New World Science
Osmos (Movements)
Das Trio New World Science wandelt auf »Osmos (Movements)« auf den Spuren von Jon Hassel. Unterstützung erhalten sie von RAMZi und R Weng.
Music Review
The Budos Band
V
Natürlich ist diese testosterongeschwängerte »Macho-Mucke« der Budos Band etwas anachronistisch, aber was soll’s: »V« macht einfach Spaß.
Music Review
Keys
Voltage
Key ist das neue Duoprojekt von Benedikt Frey, gemeinsam mit Chris Cox.Am besten auf »Voltage« sind die Tracks, die aus der Reihe tanzen.
Music Review
Fennesz
Agora
»Agora« ist sehr viel sparsamer als die vorangegangen Releases des österreichischen Musikers. Doch damit erreicht Fennesz einfach sehr viel.
Music Review
Asuna & Jan Jelinek
Signals Bulletin
Sechs Jahre haben der japanische Organist Asuna und der in Berlin lebende Musiker Jan Jelinek an »Signals Bulletin« gearbeitet.
Music Review
Marvin Gaye
You're The Man
»You’re The Man« versammelt Musik von Marvin Gaye, die der Öffentlichkeit bisher weitestgehend vorenthalten wurde. Widerspruch inklusive.
Music Review
VC-118A
Inside
Als VC-118A liefert Samuel van Dijk mit »Inside« für Delsin die bestmögliche Synthese seiner verschiedenen musikalischen Projekte ab.
Music Review
Wilma Vritra
Burd
Scheinbarer Widerspruch, genial gelöst: Odd Future’s Pyramid Vritra und Wilma Archer machen auf »Burd« als Wilma Vritra gemeinsame Sache.
Music Review
Lee Fields & The Expressions
It Rains Love
Lee Fields feiert 2019 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit »It Rains Love« wurde nun sein fünftes Album mit The Expressions veröffentlicht.
Music Review
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.