Music Review | verfasst 09.03.2018
Eva Geist
Desfan
Macadam Mambo, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Eva Geist - Desfan

Italienische Musiker gibt es in Berlin derzeit eine ganze Menge, Tendenz steigend. Eine von ihnen ist Eva Geist, die eigentlich Andrea Noce heißt. Und bevorzugt mit einer Vielzahl älterer elektronischer Gerätschaften hantiert. Für ihr Album »Desfan« benutzte sie etwa einen Korg Poly-800, einen Casio CZ 1 und einen Roland SH-101, beliebte Sachen aus den Achtzigern, aber auch Apparate jüngeren Datums kommen zum Einsatz. Was sie damit anstellt, hat eine sorgsam aufgetragene Patina, die häufig an psychedelische Ausschweifungen erinnert, wie sie in den frühen Siebzigern beliebt waren, Orgel-Sounds werden immer mal wieder aufgerufen. Oder die kosmischeren unter den Krautrockern wiederbelebt (wie viele Musiker gibt es eigentlich, die nicht irgendwie von Cluster beeinflusst sind?). Unter all das mischt sie andererseits Klänge, die besser zu den heroischen Tagen von Minimal Wave passen, oder Beats, die an EBM denken lassen. Bis hin zu balearischen Abzweigungen, die der Gesamtstimmung eine verwirrend offene Gefühlslage verpassen. Bloß düster-trübe ist bei ihr jedenfalls nicht. Überraschungen sind dafür gern gesehen. Hier probiert jemand die eigene Stimme. Die ist aber schon deutlich ausgeprägt.

»Desfan« von Eva Geist findest du bei hhv.de: Vinyl LP
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