Music Kolumne | verfasst 30.05.2018
Records Revisited
Boards Of Canada – Music Has the Right to Children (1998)
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Text Tim Caspar Boehme
Records_revisited_boards-of-canada-music-has-the-right-to-children_1024x685px

Eigentlich hatte alles bis dahin nach Zukunft klingen sollen. Techno war ja so ein Versprechen gewesen, die Zukunft uneingeschränkt hier und jetzt und ohne alte Zöpfe zu haben. Auch die Synthesizer sollten nicht nach Früher, sondern nach Morgen klingen. Und in den späten neunziger Jahren waren die Störgeräusche von Laptops und überhaupt alles Digitale das vorherrschende Vokabular der Musik aus Strom. Wo aber kamen diese Sounds her, die das schottische Geschwisterduo Boards of Canada auf seinem ersten Album »Music Has the Right to Children« von 1998 in den elektronischen Kanon hineinbeamte?

Wie durch verstaubte Röhrenverstärker gequälte Echos aus vergangenen Tagen wehten diese Melodien herüber. Zugleich waren es fremdartige, fast kontaminierte Klänge, mit denen Michael Sandison und Marcus Eoin Sandison auf dieser Platte hantierten. Für Menschen, die mit »Switched-On Bach«, Kraftwerk und Sesamstraße großgeworden sind, war »Music Has the Right to Children« wie eine einzige subliminale Botschaft. Erinnerungen an Dinge, die es so wohl nie gegeben hatte, wurden geweckt. Und überall schien es gewaltig zu spuken. Unstete Gespenster, die nicht zur Ruhe kommen wollten, plärrten mit verzerrter Computerstimme Sätze wie »I love you«, die weniger nach Liebeserklärung als wie eine versteckte Drohung klangen. Dazu passend ein Cover mit Menschen, erwachsenen und kleinen (eine Familie?), in blässlichen Grüntönen, deren Gesichter wie ausradiert sind. Platzhalter für echte Menschen.

»Music Has the Right to Children« folgt dabei einer strengen Formel. Analoge, schwermütige Synthesizermelodien schleifen träge über verschleppte Breakbeats, die alle Stolperschritte, in die der HipHop später einmal verfallen sollte, praktisch schon vorwegnahmen. Zum Tanzen war das eher nicht gedacht. Und für IDM, wo man sie als Künsterl von Warp damals hätte einsortieren können, waren Boards of Canada viel zu wenig futuristisch aufgestellt. Wollten sie auch nicht. Stattdessen nahmen sie eine Perspektive der Rückschau ein, die kein »Retro«-Ergebnis hervorbrachte, sondern Musik, die als Monolith aus den übrigen Produktionen der Zeit herausragte.

Klar, es gab 1998 etwa auch Autechres »LP5«, mit denen das Duo seinen idiosynkratischen hochartifiziellen Stil in Sachen Eigenbrötlertum noch einmal hochschraubte, oder »Zauberberg« von Gas mit seinem dräuenden Dunkle-Streicher-über-geradem-Beat-Ambient, beide ebenfalls längst Klassiker. Doch »Music Has the Right to Children« gelang in besonderem Maße das Schaffen von etwas Neuem aus vertrauten Elementen, die in einem unerwarteten Zusammenhang auftauchten.

Schicht um Schicht steckt das Album voller Anspielungen an Dinge, die besonders in den siebziger Jahren eine wichtige Rolle gespielt haben. Für Menschen, die mit »Switched-On Bach«, Kraftwerk und Sesamstraße großgeworden sind, war »Music Has the Right to Children« wie eine einzige subliminale Botschaft.

Und voller Rätsel. Angefangen beim Titel. Was soll der überhaupt bedeuten? Wie bekommt Musik Kinder, vom banalen Umstand abgesehen, dass neue Musik sich in der Regel immer auf Vorläufer beruft, deren Besonderheiten anders aufnimmt und so im günstigen Fall Noch-nie-Dagewesenes schafft, das gleichwohl in irgendeiner Weise in einer Tradition steht?

Boards Of Canada - Music Has The Right To Children Webshop ► Vinyl 2LP Auch ansonsten wecken Board of Canada gern Erwartungen, die sie entweder nicht voll oder erst sehr spät einlösen. Gutes Beispiel ist der zweite Track »An Eagle in Your Mind«, dessen Melodien zunächst nur rudimentäre Schlieren ziehen. Andeutungen von Tönen, dazu ein Beat, der immer wieder ansetzt, aber nicht recht vom Fleck kommen will. Wenn dann nach vier Minuten zum ersten Mal die »echte« Melodie und die Bassdrum einsetzen, ist das wie ein Schock.

Ein weiterer Beweis ihrer Meisterschaft ist »Aquarius« in der zweiten Hälfte der Platte. In dieser Nummer kommen der Bass aus dem gleichnamigen Eröffnungsstück des Musicals »Hair« mit seinem charakteristischen Slap-Part und die Stimmen aus einer didaktischen Sesamstraßen-Sequenz zum Einsatz – Erwachsene und Kinder sprechen darin immer wieder Worte wie »orange« oder »Yeah, that’s right!« aus, vermutlich um die richtigen Anwendungsfälle zu erlernen –, ohne dass diese Collage auch nur im Entferntesten dämlich klingen würde. Vielmehr ist es einer der Höhepunkte des Geschehens.

Oft wurden an »Music Has the Right to Children« die vielen kleinen Zwischenspiele gelobt, in denen die Synthesizer ihren Freilauf bekommen. Das Tolle an der Sache ist jedoch, dass im Grunde alles hier herausragend ist. Und bis heute nicht angestaubt klingt, trotz oder gerade wegen der liebevoll patinierten Sounds. Die Nostalgie von Boards of Canada, die in der Folge gern und regelmäßig kopiert wurden, hatte Zukunft.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 07.06.2013
Boards Of Canada
Tomorrow's Harvest
Was mit einer ausgeklügelten Promoaktion begann, liegt nun tatsächlich als Tonträger vor: Boards Of Canada verzaubern wieder.
Music Kolumne | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Kolumne | verfasst 16.11.2016
Records Revisited
Autechre – Tri Repetae, 1995
Das dritte Album von Autechre ist ein Werk in mehreren Dimensionen. Es ist Befreiungsschlag, Meilenstein und Neudefinition eines ganzen Genres. Nicht zuletzt hat es eine ganze Generation nachfolgender elektronischer Musiker geprägt.
Music Kolumne | verfasst 14.02.2017
Records Revisited
The Other People Place – Lifestyles Of The Laptop Café (2001)
Diese Tage erschien die Reissue des vielleicht zugänglichsten Albums aus dem Drexciya-Umfeld. Aber es beschrieb damals auch soziale Prozesse, die unserem Verlangen nach Identität im Wege standen. Und stehen.
Music Kolumne | verfasst 24.08.2017
Records Revisited
B12 – Electro-Soma, 1993
Ihr wenig einprägsamer Name war vermutlich einer der Gründe, warum B12 nie im gleichen Maße zum Synonym für das Label Warp wurden wie ihre Kollegen LFO, Autechre oder Aphex Twin. Dabei ist ihr Debüt bis heute stilprägend.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2019
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2020
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Review | verfasst 27.04.2012
Clark
Iradelphic
Für Clark war dieser Schritt weg vom Elektronischen, hin zum Akustischen sicherlich genauso unsicher wie herausfordernd.
Music Review | verfasst 21.05.2013
Mount Kimbie
Cold Spring Fault Less Youth
Mount Kimbie haben auf ihr Debütalbum noch mal ordentlich einen draufgesetzt. Post-Dubstep ist das nicht mehr, aber was ist es dann?
Music Review | verfasst 28.05.2014
Plaid
Reachy Prints
Auf »Reachy Prints« beweisen die Herren von Plaid, sich vor den Stilen ihres Metiers verbeugend, dass sie zu Recht Warp-Dauerbrenner sind.
Music Review | verfasst 25.06.2014
Eno • Hyde
Someday World
»Someday World«, das Projekt von Brian Eno und Karl Hyde, bricht zwar mit der Erwartungshaltung, zahlt jedoch den entsprechenden Preis.
Music Review | verfasst 13.08.2014
Eno • Hyde
High Life
Auf »High Life« wird die gebündelte kreative Energie der beiden musikalischen Schwergewichte Brian Eno und Karl Hyde erstmals spürbar.
Music Review | verfasst 30.10.2014
Clark
Clark
Die Tracks auf Chris Clarks sechstem Album zeichnen sich durch eine sakrale Unterwasser- oder Retro-Industrie-Stimmung aus.
Music Review | verfasst 13.11.2015
Oneohtrix Point Never
Garden Of Delete
Bei Oneohtrix Point Never kommen Erhabenes und Beknacktes bestens miteinander klar. Auch auf »Garden Of Delete«, seinem tollem, neuem Album.
Music Review | verfasst 10.04.2017
Gonjasufi
Mandela Effect
Der bei Warp gesignete Yogalehrer Gonasufi veröffentlicht mit »Mandela Effect« ein Remixalbum.
Music Review | verfasst 23.03.2018
Mark Pritchard
The Four Worlds
Alles sehr diskret, viel Understatement: »The Four Worlds«, die Mini-LP von Mark Pritchard, könnte ein Vorbote auf ein neues Album sein.
Music Bericht | verfasst 13.05.2014
Nightmares On Wax
Live am 10.5. im Bi Nuu in Berlin
Das XJAZZ Festival schloss am Samstag seine erste Ausgabe mit einem Auftritt von Nightmares On Wax. Diese nutzten den Anlass um auch gleich ihr 25-jähriges Jubiläum zu begehen, ganz stilvoll, mit Geigen und Trompeten.
Music Porträt | verfasst 07.09.2017
Mount Kimbie
»Wir gehen nicht im Kreis, wir gehen aufwärts«
Mount Kimbie greifen mit ihrer neuen LP zurück in die Vergangenheit. Und doch verwehrt sich das Schaffen von Dominic Maker und Kai Campos jeglicher pessimistischer Retro-Kritik.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.