Music Interview | verfasst 24.07.2018
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Text Lars Fleischmann , Fotos Phil Struck
Willikens1

Ein DJ für DJs zu sein ist wenig schmeichelhaft, steht hinter dieser Konstellation meist Marktuntauglichkeit – für andere Kulturbereiche nennt man dies auch »Radiogesicht«. Die Ehrerbietung, die dieser Bezeichnung inhärent ist, läuft häufig genug in’s Leere. Vor etwa sieben Jahren durfte man als »DJ’s DJ« noch in Kneipen für 50 Euro und drei Bier auflegen (ohne Taxigeld wohlgemerkt), heute ist das Lifestyle. Damals bekam man Lob für seine Sets, die »echte Listening-Qualität« hatten, 2018 wird man (wenn man Dekmantel Glauben schenken darf) Selector.

Lena Willikens hat diese ganze Entwicklung durchlaufen. Heute übertreibt man nicht, wenn man sagt: die Ex-Kölnerin ist mittlerweile ikonisch. Sie war und ist stilprägend, sie ist Antrieb einer neuen Bewegung innerhalb der deutschen und internationalen Techno-Szene geworden.

Ein Ort ist an dieser Entwicklung, die selbstverständlich sogleich nur wenige erreicht, mehr beteiligt gewesen als viele andere: Der Düsseldorfer Salon des Amateurs. »Es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.« (Lena Willikens) Nicht ohne Grund liest man mittlerweile in jeder dritten Review und ebenso jedem vierten Interview von diesem Ort, der so knallig unspektakulär ist, dass man sich im falschen Laden wähnt, wenn man zu Besuch ist. Am DJ-Pult, am Ende der simplen Theke, entstand derweil eine Blase. Keine die droht zu platzen, sondern eine, die fidel und in charmanten Farben durch die Luft gleitet. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Szene entlang des Rheins (ungefähr ab Kilometer 686). Von Köln, wo man das Echo des Salons spürt und hört, über die Landeshauptstadt und dann in der gesamten Benelux-Region, hier überall weiß man um diese Vorreiterrolle in Geschmacksfragen. Der Laden in der Düsseldorfer Kunsthalle stellte das Diggertum in den Vordergrund des Schaffens. Und neben der stilsicheren Willikens stehen Branchegrößen wie Tolouse Low Trax, Vladimir Ivkovic, Jan Schulte und DJ Normal 4.

Man ist dennoch geneigt Willikens als prima inter pares zu rezipieren. Nicht nur offen-›sichtliche‹ Gründe hat diese Rolle. Sicherlich gehören die Brille und die Zigarette im Mund dazu; es wäre zugleich dümmlich die besondere akustische Qualität ihrer Sets und Veröffentlichungen, derer es ungleich weniger gibt, außer Acht zu lassen. Begriffe wie »sonorische Textur« oder die viel beschworene »Noise-Industrial-Welle« sind unmittelbar mit Willikens zu verknüpfen. Die Dekmantel-Selectors-Reihe macht also alles richtig die fünfte Ausgabe in die Hände der Neu-Amsterdamerin zu legen.


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.


Lena, du bist nicht gerade für deinen enormen Output an eigenen Veröffentlichungen bekannt. Über die Jahre gab es gerade mal zwei Hände voll eigener Tracks. 2018 sind aber zeitgleich zwei Veröffentlichungen von dir auf Dekmantel erschienen, beide sehr eigenständig: Zunächst der Track »Neue Obakel« auf der Dekmantel 10 Jahre-Compilation, und dann hast du die 5. Auflage in der »Selectors«-Reihe zusammengestellt. Wie kam es zu den beiden Releases?
Lena Willikens: Der Track »Neue Obakel« ist mit sehr limitierten Equipment entstanden – ich habe mir eine Vermona Drummachine und einen MS-20 Synthesizer von Freunden aus Osaka geliehen. Das war eine Herausforderung, hat aber auch gerade deswegen viel Spaß gemacht. In Kyoto habe ich im vergangenen Herbst drei Monate mit Sarah Szczesny im Rahmen einer Künstlerresidenz unseres ›Phantom Kino Balletts‹ verbracht. Wir haben während dieser Zeit hauptsächlich an dem Projekt gearbeitet und neue Videos, Kostüme und Musik produziert. Daneben ist dann auch der Track entstanden.
Die ›Selectors‹-Compilation ist hingegen schon vor Kyoto entstanden. Das war eine tolle Gelegenheit für mich Tracks zu veröffentlichen, die ich schon seit langer Zeit spiele; von denen viele unreleased – oder nur auf Kassette oder CD erschienen waren. Mir war schnell klar, dass ich eine Compilation machen möchte, die die Musik widerspiegelt, die ich auf den Dekmantel-Festivals auch auflege. Es sollte sich wie ein Set von mir anfühlen und nicht wie eine homogene stylische Tracklist.

Vertiefen wir mal die Selectors-Compilation: Du bist in den letzten Jahren durchgestartet als DJ. Das – manchmal nervige – Label »DJ’s DJ« hast du auch erfolgreich abgelegt. Ist es dann nicht seltsam angefragt zu werden für einen ›Nicht-Mix‹? Hattest du Berührungsängste?
Ja, auf jeden Fall. Es ist definitiv eine andere Perspektive. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich die konkreten Stücke angefangen habe auszuwählen. Zunächst kam es mir nicht so vor, als ob die Herangehensweise eine groß andere sei. Das stellte sich aber als falsch heraus! Plötzlich wurden Dinge wichtig, auf die ich beim Mixen sonst weniger achte. Es ging dann doch mehr um Exklusivität als bei einem normalen Mix von mir.

Du bist dafür bekannt, dass deine Übergänge, egal ob kurz oder lang, so griffig sind, dass sie Genregrenzen vergessen machen. Industrial kann da neben ultra-deepen House-Cuts stehen, Wave neben Noise. Wenn diese Qualität verloren geht, besteht dann die Gefahr, dass die verschiedenen Tracks disparat neben einander stehen? Oder nicht mal nebeneinander, sondern bloß nacheinander aufgereiht wirken? Was hast du dagegen gemacht in der Zusammenstellung?
Die Gefahr besteht durchaus. Während eines Sets geht ja auch manchmal etwas schief, was ich allerdings nicht schlimm finde. Es passieren ja im Leben ständig Dinge, die unvorhersehbar sind und einen auch mal aus der Bahn werfen können. Ich mag es, wenn man das auch in den Sets hört. Es kann ruhig mal Stimmungswechsel geben, die eigentlich nicht so sinnvoll sind. Allerdings bilde ich mir ein, dass die meisten Tracks, die ich spiele schon etwas Verbindendes aufweisen – sie sind ja auch alle durch meinen persönlichen Filter gelaufen. Insofern sehe ich keine Gefahr, dass das Ergebnis disparat klingt. Allerdings können die Tracks der Compilation natürlich auf Menschen, die es bevorzugen, sich innerhalb eines Genres zu bewegen, absolut willkürlich nacheinander aufgereiht wirken. Das macht mir aber nichts aus.

Deine Auswahl bildet ein Who’s Who des Neuen Undergrounds ab. Ging es dir darum eine Alternative zu den Dancefloors anzubieten, die sich über die letzten fünf Jahre immer mehr anzunähern scheinen? Wo der EDM-Drain gleichzeitig auch zu krawalligeren (meint karnevalesken) Dancefloors geführt hat, die nur noch von Effekt zu Effekt wandern? Oder siehst du diese Entwicklung gar nicht?
Ich hatte nie wirklich den Plan eine Alternative zu bieten; ich wollte einfach nur keine Interessen »pleasen« müssen. Es war mitunter auch Glück, dass ich zur richtigen Zeit ein paar Mixe veröffentlicht habe, die sich anscheinend irgendwie unterschieden haben von dem, was es sonst so gab. Und dadurch ein paar Leute neugierig wurden. Es scheint so, als ob sich seit ein paar Jahren immer mehr Leute musikalisch öffnen und generell nicht mehr so viel in Schubladen gedacht wird. Mit der Folge, dass es einfach nicht mehr so viele Genres gibt, die wirklich identitätsstiftend sind. Auch weil alle Trends und Genres sehr schnell vereinnahmt und kommerzialisiert werden.

Diese Entwicklung haben auch einige mit der Wirkungsmacht von Boiler Room in Zusammenhang gebracht? Glaubst du, dass es eine ›Boiler-room-isierung‹ in den letzten Jahren gab? Oder eine Soundcloudisierung? Also, dass es andere DJs gibt, die von Mix zu Live-Stream zu Mix wandern? Stimmt es denn, dass du da nicht ›mitmachst‹, oder ist dann eine falsche Vermutung?
LW: Ich habe generell ein persönliches Problem mit künstlichen Settings.Sei es eine Ausstellungseröffnung oder eben eine inszenierte Party mit Kameras – und wenn ich dann auch noch im Mittelpunkt stehe umso mehr. Ich fühle mich grundsätzlich nicht so wohl dabei, beim Auflegen beobachtet zu werden. Das lenkt mich ab und verursacht Stress. Also versuche ich es so gut es geht auszublenden, was sonst passiert. Das inflationäre Aufnehmen von DJ-Sets finde ich auch etwas nervig. Deshalb versuche ich wirklich nur wenige Liveaufnahmen von mir online zu stellen oder stellen zu lassen. Es ist doch so, dass bei einer Liveaufnahme einer Clubnacht so viele Elemente auf der Strecke bleiben, die aber enorm wichtig für den Abend sind oder waren. Beim Hören ergibt dadurch vieles einfach keinen Sinn mehr.

Wenn man von deinem Umzug nach Amsterdam weiß, könnte man deine Compilation als rite de passage betrachten. Wäre es richtig eine solche Qualität da reinzulesen? Ist es ein Abschied vom Salon des Amateurs, der ehedem deine Heimstätte war, oder gar dein Einstand in der niederländischen Weltstadt, die in den letzten Jahren (gefühlt) zum Zentrum des elektronischen Undergrounds wurde? Warum hast du dich denn für Amsterdam entschieden?
Mir gefällt deine Interpretation ganz gut, aber tatsächlich kam die Anfrage die Compilation zu machen, noch bevor ich mich für Amsterdam entschieden habe. Das hatte also keinen Einfluss auf die Platte. Amsterdam ist einfach eine tolle Stadt – und hat zudem einen extrem gut angebundenen Flughafen, was nun mal ein wichtiges Kriterium für DJs ist. Die Leute sind unaufgeregt und sehr freundlich, sprechen alle sehr gutes Englisch. Es fühlt sich alles etwas humaner und sozialer an als in Deutschland. Und etwas anderes ist mit aufgefallen: es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.

Lena Willikens – Selectors 005 Webshop ► Vinyl LP Du hast Bildende Kunst an der Akademie in Düsseldorf studiert. Die oben beschriebene Griffigkeit, das Verhältnis zur Textur, zur inneren Ästhetik und Formensprache, sind das Zustände, die du aus dem Studium mit in die Kunst »gerettet« hast? Oder gibt es da anderes, was du in direktem Bezug mit dem Studium bringen würdest?
Ich habe während meinem Studium viel gelesen und viel intellektualisiert. Das mache ich heute so gut wie gar nicht mehr. Das Intellektualisieren geht mir sogar regelrecht auf die Nerven. Außerdem habe ich viel mit den Händen gearbeitet – es war immer eine Balance. Ich merke sehr oft, dass ich von diesem Kapitel in meinem Leben profitiere – aber wie genau und warum das überlasse ich dir (oder den Leser*innen) zu analysieren. Hehe.
Das Studium war sehr frei und im Grunde hätte ich auch die ganzen Jahre über nichts machen können und keinen hätte es interessiert. Man war sehr auf sich allein gestellt und das war gut!

Mit JASSS, Borusiade und towLie hast du drei Frauen auf der Platte. Dazu kommt noch Deborah Forbes von Varoshi Fame. Glaubst du, dass ein Viertel eine gute Quote ist? Glaubst du, dass es eine szene-typische bzw. szene-realistische Quote ist? Sind deines Erachtens Frauen im elektronischen Underground eher zu Hause (bzw. willkommen) als in anderen elektronischen Spielarten wie Deep House z.B.?
Mit Quoten hat das nichts zu tun – und ich würde auch nicht sagen, dass es in der Hinsicht repräsentativ ist. Es hat mehr mit persönlichen Freundschaften zu tun. Wenn ich mir allerdings die Quote an Frauen anschaue, die mir Musik schicken, dann ist die wesentlich kleiner. Es hat sich trotzdem in den letzten zwei Jahren viel getan – und ich hoffe sehr, dass es nicht nur ein Trend ist. Diese Gefahr besteht allemal. Mir kommt es so vor, als ob es zur Zeit schon sehr schick ist, sich Feminist zu nennen!


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Lena Willikens
Phantom Delia
Die Kölnerin Lena Willikens mag zwar zur Cómeme-Labelfamilie gehören, aber »Phantom Delia« ist die beste L.I.E.S.-Platte seit langem.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Liste | verfasst 27.02.2015
Lena Willikens
10 All Time Favs + 6 more
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich die Produzentin, DJ und Radiomoderatorin Lena Willikens dieser Aufgabe an.
Music Review | verfasst 22.10.2012
Alejandro Paz
Free
Alejandro Paz nimmt als »New Guy in Town« mit seiner »Free« EP den Dancefloor in Beschlag.
Music Review | verfasst 19.11.2012
Daniel Maloso
In And Out
Von Hi-NRG über Italodisco zu EBM ist »In And Out« wie eine kleine eklektische Geschichtsstunde in Sachen unangepasster Tanzmusik.
Music Review | verfasst 03.07.2013
Matias Aguayo
The Visitor
Aguayo experimentiert mit Strukturen, Tonleitern, Klängen und Rhythmen: ein fokussiertes und spaßiges Album.
Music Review | verfasst 02.06.2015
Dany F
Wouhau
Dany F ist das neuste Mitglied der Cómeme-Familie. Die erste vier Tracks beinhalten alles, was das Label ausmacht: Abgedrehte Niceness.
Music Review | verfasst 15.06.2015
Matias Aguayo
El Rudo Del House (Round Four)
Der Cómeme-Chef hat die vierte und letzte Runde seiner 12" Konzeptserie veröffentlicht. Mehr als ein Zucken verursacht diese nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2015
Carisma
Vertigo
Auch in Südamerika schwirrende Moskitos können Grundlage von Techno sein. Nachzuhören auf der 12" »Vertigo« von Carisma.
Music Review | verfasst 14.09.2016
Sano
Los Muchachos
Der in Barcelona residierende, kolumbianische Producer und DJ Sano meldet sich auf »Los Muchachos« mit exotischem Industrial House zurück.
Music Porträt | verfasst 24.05.2012
Cómeme Records
Labels We Like
Bei Cómeme geht es um Freundschaft und den transatlantischen Austausch von Musik. Das Label des in Chile geborenen und in Köln aufgewachsenen Musikers Matias Aguayo verkehrt musikalisch genau zwischen zwei Welten.
Music Review | verfasst 17.11.2015
Joey Anderson
Invisible Switch
Diese Musik ist zum Tanzen da: Joey Anderson legt mit »Invisible Switch sein zweites Album innerhalb anderthalb Jahre für Dekmantel vor.
Music Review | verfasst 01.02.2016
Palms Trax
High Point On Low Ground
Spirit Animal: Pizza. Im Falle von Palms Trax nach Chicagoer Rezeptur, wie seine zweite »High Point On Low Ground«-EP für Dekmantel beweist.
Music Review | verfasst 06.04.2016
Various Artists
Motor City Drum Ensemble - Selektors 1
Motor City Drum Ensemble macht den Anfang für die von Dekmantel neu ins Leben gerufene »Selectors«-Reihe.
Music Review | verfasst 22.07.2016
Vakula
Cyclicality Between Procyon And Gomeisa
Vakula ist der Dad Rocker der Techno-Szene. Sein Album »Cyclicality Between Procyon And Gomeisa« kommt als Triple-LP mit Schleifen drin.
Music Review | verfasst 22.05.2017
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review | verfasst 13.10.2017
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Juju & Jordash neues Album folgt dem klassischen Jam-Prinzip. Klingt aber von langer Hand geplant.
Music Review | verfasst 03.04.2018
Space Dimension Controller
Gaining Time – 12"
Sicher ist bei der »Gaining Time EP« von Space Dimension Controller nur, das man sich vor nichts sicher sein kann.
Music Review | verfasst 24.01.2019
Betonkust & Palmbomen II
Parallel B
So verspielt und gleichermaßen fokussiert wie auf »Parallel B« von Betonkust & Palmbomen II tönte es zuletzt im New-Beat der 1980er Jahre.
Music Review | verfasst 04.03.2019
Various Artists
Djax-Re-Up Vol.1
Die erste Ausgabe von Dekmantels Djax-Records-Compilation-Serie anlässlich des 30. Labeljubiläums lässt keine Wünsche offen.
Music Review | verfasst 04.04.2019
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.
Music Review | verfasst 02.04.2019
Lamellen
Monty Roberts EP
Auf der »Monty Roberts EP« gießt das niederländische Duo Lamellen ein sehr balearisches und verträumtes Lebensgefühl in dynamische Tracks.
Music Review | verfasst 17.04.2019
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review | verfasst 27.06.2019
DJ Python
Derretirse
»Deep Reggaeton« nennt der New Yorker DJ Python seinen karibisch angehauchten Downtempo. Seine neue EP »Derretirse« ist jetzt erschienen.
Music Review | verfasst 03.07.2019
Identified Patient
Signals In Snakes
Mit »Signals In Snakes« ist Identified Patient bei Dekmantel gelandet und präsentiert auf der Vinyl 12" alles, was den Niederländer ausmacht
Music Review | verfasst 11.07.2019
Various Artists
Scores
Jordan GCZ, Upsammy, Suzanne Kraft und Parrish Smith liefern die »Scores« für vier kurze Stummfilme aus dem Jahr 1921 nach.
Music Review | verfasst 11.10.2019
Various Artists
DJAX-Re-Up Vol.2
Dekmantel legt nach und veröffentlicht mit »DJAX-Re-Up Vol.2« acht weitere Tracks aus dem Katalog des legendären Labels Djax-Up-Beats.
Music Review | verfasst 09.01.2020
Bufiman
Albumsi
Jan Schulte, auch bekannt als Wolf Müller, hier unterwegs als Bufiman, hat bei Dekmantel ein ganzes »Albumsi« veröffentlicht. Sommer pur!
Music Review | verfasst 25.03.2020
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review | verfasst 17.04.2020
The Mauskovic Dance Band
Shadance Hall
Vier neue Stücke, vier Lo-Fi-Dub-Versionen: Mit »Shadance Hall« feiert The Mauskovic Dance Band einen furiosen Einstand bei Dekmantel.
Music Liste | verfasst 22.05.2015
Palms Trax
10 »Cooking With...« Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Palms Trax der Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.