Music Interview | verfasst 24.07.2018
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Text Lars Fleischmann , Fotos Phil Struck
Willikens1

Ein DJ für DJs zu sein ist wenig schmeichelhaft, steht hinter dieser Konstellation meist Marktuntauglichkeit – für andere Kulturbereiche nennt man dies auch »Radiogesicht«. Die Ehrerbietung, die dieser Bezeichnung inhärent ist, läuft häufig genug in’s Leere. Vor etwa sieben Jahren durfte man als »DJ’s DJ« noch in Kneipen für 50 Euro und drei Bier auflegen (ohne Taxigeld wohlgemerkt), heute ist das Lifestyle. Damals bekam man Lob für seine Sets, die »echte Listening-Qualität« hatten, 2018 wird man (wenn man Dekmantel Glauben schenken darf) Selector.

Lena Willikens hat diese ganze Entwicklung durchlaufen. Heute übertreibt man nicht, wenn man sagt: die Ex-Kölnerin ist mittlerweile ikonisch. Sie war und ist stilprägend, sie ist Antrieb einer neuen Bewegung innerhalb der deutschen und internationalen Techno-Szene geworden.

Ein Ort ist an dieser Entwicklung, die selbstverständlich sogleich nur wenige erreicht, mehr beteiligt gewesen als viele andere: Der Düsseldorfer Salon des Amateurs. »Es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.« (Lena Willikens) Nicht ohne Grund liest man mittlerweile in jeder dritten Review und ebenso jedem vierten Interview von diesem Ort, der so knallig unspektakulär ist, dass man sich im falschen Laden wähnt, wenn man zu Besuch ist. Am DJ-Pult, am Ende der simplen Theke, entstand derweil eine Blase. Keine die droht zu platzen, sondern eine, die fidel und in charmanten Farben durch die Luft gleitet. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Szene entlang des Rheins (ungefähr ab Kilometer 686). Von Köln, wo man das Echo des Salons spürt und hört, über die Landeshauptstadt und dann in der gesamten Benelux-Region, hier überall weiß man um diese Vorreiterrolle in Geschmacksfragen. Der Laden in der Düsseldorfer Kunsthalle stellte das Diggertum in den Vordergrund des Schaffens. Und neben der stilsicheren Willikens stehen Branchegrößen wie Tolouse Low Trax, Vladimir Ivkovic, Jan Schulte und DJ Normal 4.

Man ist dennoch geneigt Willikens als prima inter pares zu rezipieren. Nicht nur offen-›sichtliche‹ Gründe hat diese Rolle. Sicherlich gehören die Brille und die Zigarette im Mund dazu; es wäre zugleich dümmlich die besondere akustische Qualität ihrer Sets und Veröffentlichungen, derer es ungleich weniger gibt, außer Acht zu lassen. Begriffe wie »sonorische Textur« oder die viel beschworene »Noise-Industrial-Welle« sind unmittelbar mit Willikens zu verknüpfen. Die Dekmantel-Selectors-Reihe macht also alles richtig die fünfte Ausgabe in die Hände der Neu-Amsterdamerin zu legen.


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.


Lena, du bist nicht gerade für deinen enormen Output an eigenen Veröffentlichungen bekannt. Über die Jahre gab es gerade mal zwei Hände voll eigener Tracks. 2018 sind aber zeitgleich zwei Veröffentlichungen von dir auf Dekmantel erschienen, beide sehr eigenständig: Zunächst der Track »Neue Obakel« auf der Dekmantel 10 Jahre-Compilation, und dann hast du die 5. Auflage in der »Selectors«-Reihe zusammengestellt. Wie kam es zu den beiden Releases?
Lena Willikens: Der Track »Neue Obakel« ist mit sehr limitierten Equipment entstanden – ich habe mir eine Vermona Drummachine und einen MS-20 Synthesizer von Freunden aus Osaka geliehen. Das war eine Herausforderung, hat aber auch gerade deswegen viel Spaß gemacht. In Kyoto habe ich im vergangenen Herbst drei Monate mit Sarah Szczesny im Rahmen einer Künstlerresidenz unseres ›Phantom Kino Balletts‹ verbracht. Wir haben während dieser Zeit hauptsächlich an dem Projekt gearbeitet und neue Videos, Kostüme und Musik produziert. Daneben ist dann auch der Track entstanden.
Die ›Selectors‹-Compilation ist hingegen schon vor Kyoto entstanden. Das war eine tolle Gelegenheit für mich Tracks zu veröffentlichen, die ich schon seit langer Zeit spiele; von denen viele unreleased – oder nur auf Kassette oder CD erschienen waren. Mir war schnell klar, dass ich eine Compilation machen möchte, die die Musik widerspiegelt, die ich auf den Dekmantel-Festivals auch auflege. Es sollte sich wie ein Set von mir anfühlen und nicht wie eine homogene stylische Tracklist.

Vertiefen wir mal die Selectors-Compilation: Du bist in den letzten Jahren durchgestartet als DJ. Das – manchmal nervige – Label »DJ’s DJ« hast du auch erfolgreich abgelegt. Ist es dann nicht seltsam angefragt zu werden für einen ›Nicht-Mix‹? Hattest du Berührungsängste?
Ja, auf jeden Fall. Es ist definitiv eine andere Perspektive. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich die konkreten Stücke angefangen habe auszuwählen. Zunächst kam es mir nicht so vor, als ob die Herangehensweise eine groß andere sei. Das stellte sich aber als falsch heraus! Plötzlich wurden Dinge wichtig, auf die ich beim Mixen sonst weniger achte. Es ging dann doch mehr um Exklusivität als bei einem normalen Mix von mir.

Du bist dafür bekannt, dass deine Übergänge, egal ob kurz oder lang, so griffig sind, dass sie Genregrenzen vergessen machen. Industrial kann da neben ultra-deepen House-Cuts stehen, Wave neben Noise. Wenn diese Qualität verloren geht, besteht dann die Gefahr, dass die verschiedenen Tracks disparat neben einander stehen? Oder nicht mal nebeneinander, sondern bloß nacheinander aufgereiht wirken? Was hast du dagegen gemacht in der Zusammenstellung?
Die Gefahr besteht durchaus. Während eines Sets geht ja auch manchmal etwas schief, was ich allerdings nicht schlimm finde. Es passieren ja im Leben ständig Dinge, die unvorhersehbar sind und einen auch mal aus der Bahn werfen können. Ich mag es, wenn man das auch in den Sets hört. Es kann ruhig mal Stimmungswechsel geben, die eigentlich nicht so sinnvoll sind. Allerdings bilde ich mir ein, dass die meisten Tracks, die ich spiele schon etwas Verbindendes aufweisen – sie sind ja auch alle durch meinen persönlichen Filter gelaufen. Insofern sehe ich keine Gefahr, dass das Ergebnis disparat klingt. Allerdings können die Tracks der Compilation natürlich auf Menschen, die es bevorzugen, sich innerhalb eines Genres zu bewegen, absolut willkürlich nacheinander aufgereiht wirken. Das macht mir aber nichts aus.

Deine Auswahl bildet ein Who’s Who des Neuen Undergrounds ab. Ging es dir darum eine Alternative zu den Dancefloors anzubieten, die sich über die letzten fünf Jahre immer mehr anzunähern scheinen? Wo der EDM-Drain gleichzeitig auch zu krawalligeren (meint karnevalesken) Dancefloors geführt hat, die nur noch von Effekt zu Effekt wandern? Oder siehst du diese Entwicklung gar nicht?
Ich hatte nie wirklich den Plan eine Alternative zu bieten; ich wollte einfach nur keine Interessen »pleasen« müssen. Es war mitunter auch Glück, dass ich zur richtigen Zeit ein paar Mixe veröffentlicht habe, die sich anscheinend irgendwie unterschieden haben von dem, was es sonst so gab. Und dadurch ein paar Leute neugierig wurden. Es scheint so, als ob sich seit ein paar Jahren immer mehr Leute musikalisch öffnen und generell nicht mehr so viel in Schubladen gedacht wird. Mit der Folge, dass es einfach nicht mehr so viele Genres gibt, die wirklich identitätsstiftend sind. Auch weil alle Trends und Genres sehr schnell vereinnahmt und kommerzialisiert werden.

Diese Entwicklung haben auch einige mit der Wirkungsmacht von Boiler Room in Zusammenhang gebracht? Glaubst du, dass es eine ›Boiler-room-isierung‹ in den letzten Jahren gab? Oder eine Soundcloudisierung? Also, dass es andere DJs gibt, die von Mix zu Live-Stream zu Mix wandern? Stimmt es denn, dass du da nicht ›mitmachst‹, oder ist dann eine falsche Vermutung?
LW: Ich habe generell ein persönliches Problem mit künstlichen Settings.Sei es eine Ausstellungseröffnung oder eben eine inszenierte Party mit Kameras – und wenn ich dann auch noch im Mittelpunkt stehe umso mehr. Ich fühle mich grundsätzlich nicht so wohl dabei, beim Auflegen beobachtet zu werden. Das lenkt mich ab und verursacht Stress. Also versuche ich es so gut es geht auszublenden, was sonst passiert. Das inflationäre Aufnehmen von DJ-Sets finde ich auch etwas nervig. Deshalb versuche ich wirklich nur wenige Liveaufnahmen von mir online zu stellen oder stellen zu lassen. Es ist doch so, dass bei einer Liveaufnahme einer Clubnacht so viele Elemente auf der Strecke bleiben, die aber enorm wichtig für den Abend sind oder waren. Beim Hören ergibt dadurch vieles einfach keinen Sinn mehr.

Wenn man von deinem Umzug nach Amsterdam weiß, könnte man deine Compilation als rite de passage betrachten. Wäre es richtig eine solche Qualität da reinzulesen? Ist es ein Abschied vom Salon des Amateurs, der ehedem deine Heimstätte war, oder gar dein Einstand in der niederländischen Weltstadt, die in den letzten Jahren (gefühlt) zum Zentrum des elektronischen Undergrounds wurde? Warum hast du dich denn für Amsterdam entschieden?
Mir gefällt deine Interpretation ganz gut, aber tatsächlich kam die Anfrage die Compilation zu machen, noch bevor ich mich für Amsterdam entschieden habe. Das hatte also keinen Einfluss auf die Platte. Amsterdam ist einfach eine tolle Stadt – und hat zudem einen extrem gut angebundenen Flughafen, was nun mal ein wichtiges Kriterium für DJs ist. Die Leute sind unaufgeregt und sehr freundlich, sprechen alle sehr gutes Englisch. Es fühlt sich alles etwas humaner und sozialer an als in Deutschland. Und etwas anderes ist mit aufgefallen: es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.

Lena Willikens – Selectors 005 Webshop ► Vinyl LP Du hast Bildende Kunst an der Akademie in Düsseldorf studiert. Die oben beschriebene Griffigkeit, das Verhältnis zur Textur, zur inneren Ästhetik und Formensprache, sind das Zustände, die du aus dem Studium mit in die Kunst »gerettet« hast? Oder gibt es da anderes, was du in direktem Bezug mit dem Studium bringen würdest?
Ich habe während meinem Studium viel gelesen und viel intellektualisiert. Das mache ich heute so gut wie gar nicht mehr. Das Intellektualisieren geht mir sogar regelrecht auf die Nerven. Außerdem habe ich viel mit den Händen gearbeitet – es war immer eine Balance. Ich merke sehr oft, dass ich von diesem Kapitel in meinem Leben profitiere – aber wie genau und warum das überlasse ich dir (oder den Leser*innen) zu analysieren. Hehe.
Das Studium war sehr frei und im Grunde hätte ich auch die ganzen Jahre über nichts machen können und keinen hätte es interessiert. Man war sehr auf sich allein gestellt und das war gut!

Mit JASSS, Borusiade und towLie hast du drei Frauen auf der Platte. Dazu kommt noch Deborah Forbes von Varoshi Fame. Glaubst du, dass ein Viertel eine gute Quote ist? Glaubst du, dass es eine szene-typische bzw. szene-realistische Quote ist? Sind deines Erachtens Frauen im elektronischen Underground eher zu Hause (bzw. willkommen) als in anderen elektronischen Spielarten wie Deep House z.B.?
Mit Quoten hat das nichts zu tun – und ich würde auch nicht sagen, dass es in der Hinsicht repräsentativ ist. Es hat mehr mit persönlichen Freundschaften zu tun. Wenn ich mir allerdings die Quote an Frauen anschaue, die mir Musik schicken, dann ist die wesentlich kleiner. Es hat sich trotzdem in den letzten zwei Jahren viel getan – und ich hoffe sehr, dass es nicht nur ein Trend ist. Diese Gefahr besteht allemal. Mir kommt es so vor, als ob es zur Zeit schon sehr schick ist, sich Feminist zu nennen!


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.

Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Lena Willikens
Phantom Delia
Die Kölnerin Lena Willikens mag zwar zur Cómeme-Labelfamilie gehören, aber »Phantom Delia« ist die beste L.I.E.S.-Platte seit langem.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Liste | verfasst 27.02.2015
Lena Willikens
10 All Time Favs + 6 more
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich die Produzentin, DJ und Radiomoderatorin Lena Willikens dieser Aufgabe an.
Music Review | verfasst 22.10.2012
Alejandro Paz
Free
Alejandro Paz nimmt als »New Guy in Town« mit seiner »Free« EP den Dancefloor in Beschlag.
Music Review | verfasst 19.11.2012
Daniel Maloso
In And Out
Von Hi-NRG über Italodisco zu EBM ist »In And Out« wie eine kleine eklektische Geschichtsstunde in Sachen unangepasster Tanzmusik.
Music Review | verfasst 03.07.2013
Matias Aguayo
The Visitor
Aguayo experimentiert mit Strukturen, Tonleitern, Klängen und Rhythmen: ein fokussiertes und spaßiges Album.
Music Review | verfasst 02.06.2015
Dany F
Wouhau
Dany F ist das neuste Mitglied der Cómeme-Familie. Die erste vier Tracks beinhalten alles, was das Label ausmacht: Abgedrehte Niceness.
Music Review | verfasst 15.06.2015
Matias Aguayo
El Rudo Del House (Round Four)
Der Cómeme-Chef hat die vierte und letzte Runde seiner 12" Konzeptserie veröffentlicht. Mehr als ein Zucken verursacht diese nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2015
Carisma
Vertigo
Auch in Südamerika schwirrende Moskitos können Grundlage von Techno sein. Nachzuhören auf der 12" »Vertigo« von Carisma.
Music Review | verfasst 14.09.2016
Sano
Los Muchachos
Der in Barcelona residierende, kolumbianische Producer und DJ Sano meldet sich auf »Los Muchachos« mit exotischem Industrial House zurück.
Music Porträt | verfasst 24.05.2012
Cómeme Records
Labels We Like
Bei Cómeme geht es um Freundschaft und den transatlantischen Austausch von Musik. Das Label des in Chile geborenen und in Köln aufgewachsenen Musikers Matias Aguayo verkehrt musikalisch genau zwischen zwei Welten.
Music Review | verfasst 17.11.2015
Joey Anderson
Invisible Switch
Diese Musik ist zum Tanzen da: Joey Anderson legt mit »Invisible Switch sein zweites Album innerhalb anderthalb Jahre für Dekmantel vor.
Music Review | verfasst 01.02.2016
Palms Trax
High Point On Low Ground
Spirit Animal: Pizza. Im Falle von Palms Trax nach Chicagoer Rezeptur, wie seine zweite »High Point On Low Ground«-EP für Dekmantel beweist.
Music Review | verfasst 06.04.2016
Various Artists
Motor City Drum Ensemble - Selektors 1
Motor City Drum Ensemble macht den Anfang für die von Dekmantel neu ins Leben gerufene »Selectors«-Reihe.
Music Review | verfasst 22.07.2016
Vakula
Cyclicality Between Procyon And Gomeisa
Vakula ist der Dad Rocker der Techno-Szene. Sein Album »Cyclicality Between Procyon And Gomeisa« kommt als Triple-LP mit Schleifen drin.
Music Review | verfasst 22.05.2017
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review | verfasst 13.10.2017
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Juju & Jordash neues Album folgt dem klassischen Jam-Prinzip. Klingt aber von langer Hand geplant.
Music Review | verfasst 03.04.2018
Space Dimension Controller
Gaining Time – 12"
Sicher ist bei der »Gaining Time EP« von Space Dimension Controller nur, das man sich vor nichts sicher sein kann.
Music Review | verfasst 24.01.2019
Betonkust & Palmbomen II
Parallel B
So verspielt und gleichermaßen fokussiert wie auf »Parallel B« von Betonkust & Palmbomen II tönte es zuletzt im New-Beat der 1980er Jahre.
Music Review | verfasst 04.03.2019
Various Artists
Djax-Re-Up Vol.1
Die erste Ausgabe von Dekmantels Djax-Records-Compilation-Serie anlässlich des 30. Labeljubiläums lässt keine Wünsche offen.
Music Review | verfasst 04.04.2019
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.
Music Review | verfasst 02.04.2019
Lamellen
Monty Roberts EP
Auf der »Monty Roberts EP« gießt das niederländische Duo Lamellen ein sehr balearisches und verträumtes Lebensgefühl in dynamische Tracks.
Music Review | verfasst 17.04.2019
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review | verfasst 27.06.2019
DJ Python
Derretirse
»Deep Reggaeton« nennt der New Yorker DJ Python seinen karibisch angehauchten Downtempo. Seine neue EP »Derretirse« ist jetzt erschienen.
Music Review | verfasst 03.07.2019
Identified Patient
Signals In Snakes
Mit »Signals In Snakes« ist Identified Patient bei Dekmantel gelandet und präsentiert auf der Vinyl 12" alles, was den Niederländer ausmacht
Music Review | verfasst 11.07.2019
Various Artists
Scores
Jordan GCZ, Upsammy, Suzanne Kraft und Parrish Smith liefern die »Scores« für vier kurze Stummfilme aus dem Jahr 1921 nach.
Music Review | verfasst 11.10.2019
Various Artists
DJAX-Re-Up Vol.2
Dekmantel legt nach und veröffentlicht mit »DJAX-Re-Up Vol.2« acht weitere Tracks aus dem Katalog des legendären Labels Djax-Up-Beats.
Music Review | verfasst 09.01.2020
Bufiman
Albumsi
Jan Schulte, auch bekannt als Wolf Müller, hier unterwegs als Bufiman, hat bei Dekmantel ein ganzes »Albumsi« veröffentlicht. Sommer pur!
Music Review | verfasst 25.03.2020
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review | verfasst 17.04.2020
The Mauskovic Dance Band
Shadance Hall
Vier neue Stücke, vier Lo-Fi-Dub-Versionen: Mit »Shadance Hall« feiert The Mauskovic Dance Band einen furiosen Einstand bei Dekmantel.
Music Review | verfasst 02.02.2021
Various Artists
Profondo Nero
Mit der Dekmantel-Compilation »Profondo Nero« beleuchtet der DJ Cinema Royale die dunkle Unterseite des Italo-Disco-Hypes.
Music Review | verfasst 28.05.2021
Bruxas
Muscle Memory
Jacco Gardner und Nic Mauskovic sind Bruxas, »Muscle Memory« ist das Debüt des Psych-Disco-Projekts und sowieso die Platte des Sommers.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.