Music Interview | verfasst 22.10.2018
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Text Lars Fleischmann
Mndsgn-%28002%29

Die Geschmäcker beim Frühstück unterscheiden sich bekanntlich im besonderen Maße: ob süß oder herzhaft, Saft oder Kaffee oder Tee, Weiß- oder Schwarzbrot, da wählt jeder anders. Eines der besten Frühstücksangebote, das sich weit weg von Kulinarik abspielte, dafür tief im Herzen der Beat-Scene-Hip-Hopper, gab es von Ringgo Ancheta. Den meisten als Mndsgn bekannt, empfing für sein Boiler Room-Programm namhafte Künstler und Freunde. Mit Knxwledge wurde gejammt und gefuttert, mit Ahnnu gequatscht und mit Anderson.Paak auch mal das Frühstück in die Abendstunden verlagert. Doch Mndsgn nicht bloß ein Gastgeber, der sich auch um die Kräuter zum gemeinsamen Day-Chill kümmert, sondern spätestens mit seinem Stones Throw-Debüt »Yawn Zen« feierte Ancheta seinen Durchbruch. Neben Instrumentals konnte man hier auch das erste Mal seine Stimme in größerem Umfang bewundern – vom Soundtüftler zum Songwriter. Ob nun als Produzent (zuletzt u.a. für Fatima), Remixer oder als Solo-Künstler: Das Jahr 2018 gehörte Ringgo. Das bewies nicht erst sein aktueller Release »Snax«. Das Mixtape ist vollgepackt mit Old-Skool-Stylez und wusste allseits zu begeistern. Erschienen ist es auf dem eigenen Label: Ringgo Records. Hier sollen bald auch Freund*innen ihren Output veröffentlichen können. Also viel los im Hause Mndsgn. Ein Glück, dass da noch genügend Zeit blieb um unsere Fragen zu beantworten.


Die Schallplatten von Mndsgn findest du im Webshop von HHV.


Was war die erste musikalische Erfahrung, die du gemacht hast?
Mndsgn: Mein Onkel hatte eine Band zusammengestellt, bestehend aus seinen Freunden aus der Marine, die New Wave spielten. Mein Vater, der ein paar Melodien auf der Gitarre kannte und manchmal mitmachte, brachte mich zu den Proben in ihre Garage. Ich war damals ein Kleinkind und erinnere mich, dass ich gewartet habe, bis sie fertig waren, nur damit ich an den Trommeln sitzen und herumspielen konnte. Dies waren einige meiner ersten Erinnerungen, zusammen mit anderen liebevollen Momenten, an die ich mich erinnern kann, als ich mit meinen Geschwistern nach Kassetten mit Rap und R&B diggen musste.

Was waren die ersten selbstgekauften Tapes?
Das erste Tape, das ich kaufte, war Wu-Tangs Doppelkassettenalbum »Wu Tang Forever«. Ich bin hauptsächlich mit Tapes aufgewachsen.

Und wann hast du die erste Schallplatte gekauft?
Ich habe angefangen Platten zu kaufen als ich in das Sampling und Beatmaking einstieg. Ich denke, eines der ersten Dinge, die ich mitgenommen habe, war »Plays No Sun in Venice« vom Modern Jazz Quartet.

Vinyl scheint so wichtig zu sein wie nie zuvor. Das letzte Mal hast du 10 Lieblingschallplatten für unser Magazin ausgewählt. Was ist der Grund für den neuen Hype um die Schallplatte?
Vinyl hat sich als langlebig erwiesen. Auch wenn du dich nicht sehr gut um deine Platten gekümmert hast, entsteht nicht etwa ein Makel, sondern Charakter. Das machen moderne Medien einfach nicht. Ich meine, heutzutage besitzen die Leute nicht einmal mehr als MP3. Stattdessen streamt man nur noch von einem unsichtbaren Ort ins Wohnzimmer. Vielleicht ist das der Grund, warum Vinyl mehr denn je geschätzt wird: Es erinnert uns daran, was real ist, es erinnert uns an die Sterblichkeit. Ich liebe Platten, aber ich tendiere dazu, eine Art moderate Beziehung zum Sammeln aufrechtzuerhalten. Gelegentlich gebe ich irgendwo zwischen 100 und 300 USD für eine einzige Platte aus. Dass geschieht vor allem, wenn ich auf Reisen bin.

»Vielleicht ist das der Grund, warum Vinyl mehr denn je geschätzt wird: Es erinnert uns daran, was real ist, es erinnert uns an die Sterblichkeit« (Mndsgn) Du bist jetzt selbst Plattenlabel-Besitzer. Was war der Auslöser für diesen Schritt?
Ganz einfach, dass ich von einer Fülle unglaublicher Talente umgeben bin. Das reicht aus, um eine Plattform schaffen zu wollen, auf der die Menschen, die man cool findet, glänzen können. Ich fühle mich gesegnet, dass ich überhaupt mit all diesen Künstlern in Kontakt kommen durfte. Es gibt viele Genies da draußen, aber einfach nicht ausreichend Möglichkeiten. Deshalb ist es nur richtig, dass wir als Musikliebhaber selbst dazu beitragen, mehr Balance und mehr Orte zu schaffen an denen was stattfinden kann. Nachdem ich selbst meine Reise mit allen Hochs und Tiefs miterlebt habe, möchte ich etwas zurückgeben.

Ist es für dich wichtig Musik von der »realen Quelle«, also von Vinyl zu erhalten?
Nicht unbedingt. Ich brauche keine selbst auferlegten Einschränkungen. Wenn etwas auf YouTube dope klingt, wird es gezogen. Doch interessiere ich mich immer mehr dafür wie man Musik transkribiert, weniger für das klassische Sampling. Ich hole mehr aus der Erfahrung des Musikmachens heraus, wenn ich lerne, wie man Stücke spielt. Für das Verstehen ist das viel besser.

Auf deinem Mixtape »Snax« gibt es viele Rap-Samples aus den letzten Jahrzehnten. Hattest du einen Masterplan oder bist du eher drüber gestolpert und dann hat sich eine Idee entwickelt?
Ich habe früher tief nach Acapellas im Internet gegraben. Mittlerweile weniger, doch mich interessiert immer noch wie man alte Schätze konservieren kann.

Glaubst du eigentlich, dass Blogs und Tumblrs die Arbeit der Beat-Szene- und Hip-Hop-Instrumental-Produzenten für immer verändert haben?
Auf jeden Fall. Der extrem einfache Zugang zu der Arbeit von anderen Musikern, egal von welchem Ort dieser Welt sie auch kommen, beschleunigt den ganzen Austausch. Ich sehe Musik immer als Vehikel zur Kommunikation. Ich mag den Gedanken, dass Musik so funktioniert. Ohne das ganze Drumherum.

Was hat sich in den letzten Jahren in deiner Arbeit verändert?
Das Musizieren rückt immer weiter in den Vordergrund, das Produzieren ein wenig in den Hintergrund. Ich verbringe in den letzten Monaten mehr Zeit damit, Klavier zu spielen, als auf irgendein Programm auf meinem Computer zu starren. Dazu arbeite ich jetzt viel weniger mit MIDI als früher. Live einspielen, mehrspurig aufnehmen – das ist auf jeden Fall mehr geworden. Es macht halt Spaß mit Hardware aller Art – von Synths bis Gitarren und Drums – zu spielen.

Mndsgn – SnaxWebshop ► Vinyl LP Die Beatmaker-Szene ist heute viel populärer als noch vor zehn Jahren. Produzenten wie du werden auch immer häufiger von Musikern aus anderen Genres wie House oder auch Pop als Inspiration genannt. Was meinst du ist das Geheimnis?
Ich empfinde eine viel größere Ehrlichkeit und Integrität in der Szene. Das sind alles Leute, die unerbittliche Stunden investiert haben, um Ihr Handwerk zu entwickeln. Es dauert Jahre, bis du deinen Sound findest. Du musst weiter und weiter machen. Dich immer wieder mit Musik aus allen Ecken auseinandersetzen. Das erfordert ein großes Maß an Entschlossenheit und Motivation. Ich glaube, dass ist zumindest ein ganz wichtiger Teil. Jahre und Jahre von Trial & Error. Da muss man vielleicht durch, um zu verstehen, dass Musik und Sound ein Vehikel für interdimensionale Reisen sein können.


Die Schallplatten von Mndsgn findest du im Webshop von HHV.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 05.10.2016
Mndsgn
Body Wash
Ein Obdachloser fällt in bewusstseinserweiternden Badeschaum. Dann beginnt die Reise.
Music Liste | verfasst 20.09.2016
Mndsgn
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Mndsgn der Aufgabe an.
Music Review | verfasst 21.08.2014
Mndsgn
Yawn Zen
Die üblichen Namen dienen für dieses Album als Vergleichsmaße. Nur, dass sie für »Yawn Zen« tatsächlich mal wieder Sinn machen.
Music Review | verfasst 25.02.2014
Mndsgn
Breatharin
Mndsgn’s Mixtape von 2012 in einer Neuauflage, mit Samples, so dreckig wie die Kisten, aus denen die Originale zu Tage gefördert wurden.
Music Review | verfasst 18.02.2016
Ivan Ave
Helping Hands
Ivan Ave und Mndsgn machen wieder gemeinsame Sache. Sie reichen sich auf »Helping Hands« gegenseitig die Hand. Es ist ein großes »Hallo«.
Music Review | verfasst 26.06.2018
Mndsgn
Snax
Mndsgn sendet mit »Snax« ein 15 Tracks starkes Lebenszeichen. Im Gegensatz zu »Body Wash« arbeitet der Producer hier mehr mit Raps.
Music Review | verfasst 14.08.2007
Oh No
Dr. No's Oxperiment
Madlib mag der Wahnsinnigere sein, nahe an der Genialität bewegt sich aber auch Oh No auf diesem Album permanent.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 09.01.2012
Madlib
Medicine Show Volume 12 & 13 - Filthy Ass Remixes
Madlib setzt mit Medicine Show 12+13 Filthy Ass Remixes vorerst einen Schlusstrich unter die kontrovers diskutierte Reihe.
Music Review | verfasst 06.06.2010
Guilty Simpson & Madlib
OJ Simpson
Madlib-Fans haben ihren Spaß an kollagenhafter Beatbastelei, dem Rest bleibt Simpsons »straight-from-the-gutter« Rapstil vorbehalten.
Music Review | verfasst 21.03.2012
Quakers
Quakers
35 Leute sind involviert in dieses Projekt um Geoff Barrow und 7STU7 aus dem Portishead-Umfeld und Producer Katalyst.
Music Review | verfasst 31.05.2012
Homeboy Sandman
Chimera EP
Homeboy Sandman bringt seine zweite Veröffentlichung über Stones Throw – wieder überzeugend und wieder leider nur eine EP – aber immerhin.
Music Review | verfasst 13.06.2012
Oh No
Ohnomite
Oh No durfte in den Archiven von Rudy Ray Moore kramen und veröffentlicht auf dieser Basis ein mit hochkarätigen Gästen bespicktes Album.
Music Review | verfasst 14.06.2012
Bruce Haack
Bruce Haack Remixes
Eine überfällige Würdigung eines Pioniers der elektronischen Musik kommt in Form dieser Remix-Zusammenstellung aus dem Hause Stones Throw.
Music Review | verfasst 19.07.2012
Dave Dub
The Treatment
Mit Dave Dub besinnt sich Stones Throw wieder mehr der guten alten Tante Hip Hop und lässt Erinnerungen an die Neunziger aufleben.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Strong Arm Steady & Statik Selektah
Stereotype
Strong Arm Steady zum zweiten Mal über Stones Throw – doch dieses Mal komplett anders. Immerhin ist auch Statik Selektah mit dabei.
Music Review | verfasst 25.09.2012
Homeboy Sandman
First Of A Living Breed
Stoppelhopser dieser Welt, ihr könnt weiter um Amber Rose buhlen. Homeboy Sandman lässt sich davon nicht beirren.
Music Review | verfasst 31.10.2012
Karriem Riggins
Alone Together
Instrumentaler HipHop, Stones Throw – das weckt Assoziationen, die sich auf Karriem Riggins’ Platte bestätigen.
Music Review | verfasst 26.06.2013
Quasimoto
Yessir, Whatever
Zwölf rare oder sogar unveröffentlichte Tracks aus den letzten 12 Jahren lassen Quasimoto, den »bad character« von Madlib wieder aufleben.
Music Review | verfasst 30.08.2013
Homeboy Sandman
All That I Hold Dear EP
Die »All That I Hold Dear EP« ist nicht das schlechteste, leider aber das unauffälligste Release aus einer Reihe exzellenter EPs.
Music Review | verfasst 02.10.2013
Jonwayne
Rap Album One
Jonwayne scheint nun nach einigen Beattapes bereit, sich auch am Mikrofon einen Namen zu machen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?