Music Kolumne | verfasst 02.05.2019
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Text Kristoffer Cornils
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Robert Smith lügt wie gedruckt und weil seine Lügen in der Regel gedruckt werden, ist eine Geschichtsschreibung seiner Band in der Regel schwierig. Abgesehen von den aus purer Langeweile abgefeuerten Interview-Unwahrheiten macht es die Verlaufskurve von The Cure allerdings noch schwieriger, Licht und Dunkel in ihrer Diskografie klar zu trennen. Die ungefähren Fakten: 1979 legt eine Gruppe von Schulfreunden ihr erstes Album mit einem veritablen Welthit (»Boys Don’t Cry«) ab und wechselt über »Seventeen Seconds« (1980), »Faith« (1981) und »Pornography« (1982) schon wenig später den Kurs in Richtung zu von dem, was Gothic Rock genannt werden sollte. Das dritte dieser Alben begrüßt sein Publikum mit den Worten »It doesn’t matter if we all die« und endet mit »I must fight this sickness / Find a cure // I must fight this sickness«, womit immerhin eine Flucht nach vorn ins Leben angedeutet wäre.

Dass die wie der debile Synth-Pop der im November 1982 erschienenen Single »Let’s Go To Bed« klänge, hätte da noch niemand ahnen können. Es geht weird weiter. Nach dem psychedelischen Pop von »The Top« (1984) spaltet sich das Stimmungsbarometer über die LPs »The Head on the Door« (1985) und »Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me« (1987) immer weiter auf. Hier Liebe, dort Schwermut, dazwischen meist nur wenige Sekunden Leerlauf – so klingt das durchschnittliche The Cure-Album Mitte der 1980er Jahre, immer am Zeitgeist vorbei navigierend. Nicht wenige der abrupten Kurskorrekturen seiner Band sind dem Eigenwillen Smiths geschuldet. Als die Welt von ihm unterkühlten Langform-Wave erwartete, fütterte er sie mit zuckrigen Preziosen und umgekehrt. Zum Abschluss eines turbulenten Jahrzehnts legt er allerdings nochmal nach.

Ende 1988 scheint der Second Summer of Love in England nicht zu enden und die Welt horcht auf das Ecstasy-getriebene Treiben von Madchester. Der Winter kommt, der Frühling löst ihn ab und die Lage spitzt sich zu. Sechs Monate vor dem Fall der Berliner Mauer, zehn Jahre nach der Wahl der »Iron Lady« Margaret Thatcher und dem Beginn ihrer rigiden Austeritätspolitik liegt wieder etwas in der Luft. Es riecht nach Schweiß, Chemikalien und einem Neuanfang. Während die Stone Roses das Aroma eines neuen Zeitalters einatmen und das am exakt selben Tag wie The Cure, dem 2. Mai 1989, in ein bahnbrechendes Album packen, gehen Smith und seine Band erst tief in sich und dann noch einen weiteren Schritt die rückwärtsgewandte Spirale der Selbstzentriertheit herunter. Doch aus dem welt- und zukunftsabgewandten Klangmatsch von imposanten Synthie-Bergen, Flanger-beladenen Endlos-Licks und Smiths mal gehauchten, mal fast geschrieenen und überwiegend leiernd-leidenden Vocals scheint zumindest ein bisschen Licht durchs Dunkel.

Die Genialität von »Disintegration« liegt anders als bei den bisweilen recht wahllos sequenzierten Vorgängern und der dahinfließenden Immergleichheit in ihrer Sequenzierung.

Dunkelheit freilich dominiert »Disintegration«, denn nach der Veröffentlichung von »Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me« schliddert Smith in eine private Krise hinein. Er merkt mit Blick auf den Kalender, dass bald sein 30. Geburtstag ansteht und obwohl er der Vermählung mit seiner Jugendliebe Mary Poole entgegenschauen kann, ist das ernüchternd: Alle seiner Vorbilder schließlich waren in dem Alter schon tot, hatten ihre größten Werke in die Welt gesetzt oder bestenfalls beides. Depressionen setzen ein und Smith versucht, seine Krankheit zu bekämpfen, indem er sich LSD verschreibt. Das zumindest ist die Geschichte, welche er selbst dazu verbreitet hat. Das monolithische Produkt dieser Erzählung trägt den dazu passenden Titel und ist das vielleicht ambivalenteste Album der The-Cure-Diskografie.

Die einzelnen Mitglieder der Band schreiben im Winter 1988/1989 die 32 Songs, welche später mithilfe einer Bewertungsskala von 1 bis 10 auf zwölf Stücke herunter gekürzt werden. Die Genialität von »Disintegration« liegt anders als bei den bisweilen recht wahllos zusammengestellten Vorgängern und der dahinfließenden Immergleichheit der Goth-Rock-Trias in ihrer Sequenzierung. Nachdem die ersten drei Songs mit gravitätischem Schwermut ihren Auftakt nehmen, setzt das zweite Drittel einen atmosphärischen und ästhetischen Kontrapunkt, der krasser nicht hätte ausfallen können, bevor alles in pastoralem Impressionismus versickert. Vielleicht war das dem Plattenlabel Fiction geschuldet, die das ausufernde 80-minütige Album mit Entsetzen quittierten und die Vinyl-Version um gleich zwei Songs kürzten – vermutlich, um nicht für eine Doppel-LP draufzahlen zu müssen. Niemand wollte ein zweites Talk-Talk-Debakel erleben

Tatsächlich aber sollte »Disintegration« das bis dahin kommerziell erfolgreichste der Band werden und das nicht nur dank Singles wie dem ebenfalls noch recht simpel gehaltenen »Lullaby«, dem Verzweiflungs-Funk von »Fascination Street« und natürlich dem brav kreuzgereimten »Lovesong«. Sondern vermutlich deshalb, weil es in einer zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt den richtigen Ton traf. Die offensichtlichen Qualitäten der Musik liegen in ihren scharfen Kontrasten begraben. Tighter klang die Rhythmussektion selten bei The Cure, obwohl oder gerade weil Drummer und Gründungsmitglied Lol Tolhurst wegen seines Alkoholismus kaum etwas zur Platte beitrug. Zugleich aber schmierten Smith, Gitarrist Porl Thompson und Keyboarder Roger O’Donnell den Mix dermaßen mit Effekten zu, dass Songs wie »Plainsong« oder »Prayers For Rain« fast zu ambientem Rauschen gerieten. Irgendwas zwischen Depression und LSD eben.

»Ich habe diese, äh, sehr gespaltene Persönlichkeit«, gab Smith in einem Interview nach der Veröffentlichung von »Disintegration« zu Protokoll und immerhin das scheint die Wahrheit zu sein.

Ohne das wohl nachhaltig erfolgreichste Stück des Albums, »Lovesong«, klänge »Disintegration« jedoch gänzlich anders. Smith singt darauf von einer Erfahrung der Ganzheitlichkeit (»You make me feel like I am whole again«), die in krassem Kontrast zu den restlichen Lyrics steht. »It’s easier for me to get closer to Heaven / Than ever feel whole again«, heißt es auf dem Titeltrack dieses Albums, das mit den Worten »I think it’s dark and it looks like it’s rain, you said / And the wind is blowing like it’s the end of the world, you said« beginnt und auf »I’ll never lose this pain, never dream of you again« endet. Zwischen fiktivem Ich-Du-Beziehungsquatsch, Albtraumverarbeitung und haltloser Nostalgie, Selbstzweifeln, Auflösungserscheinungen und der Angst vor dem Altern, weist der als Hochzeitsgeschenk für Pooley geschriebene »Lovesong« in ähnlicher Stringenz auf die Doppeldeutigkeiten dieses Albums hin wie das ikonische Video zur Single »Pictures of You«. »Ich habe diese, äh, sehr gespaltene Persönlichkeit«, gab Smith in einem Interview nach der Veröffentlichung von »Disintegration« zu Protokoll und immerhin das schien die Wahrheit zu sein.

The Cure - DisintegrationWebshop ► Vinyl 2LP) Allein die nachträgliche Einordnung von »Disintegration« als Bindeglied zwischen »Pornography« und »Bloodflowers«, dessen sumpfige Soundästhetik bereits mit »Homesick« vorformuliert wird, beweist, wie vorausdenkend das eigentlich so rückwärtsgewandte »Disintegration« war. Denn so viel Smith die Erzählung darum mit vermutlich erflunkerten Anekdoten aus dem privaten Leidensmythos auflädt, erzählen die zwölf Songs zusammengenommen auch von der Erschöpfung eines Jahrzehnts, das einem großen kulturellen und weltpolitischen Umbruch entgegensieht. Die Schönheit von »Disintegration« entfaltet sich in genau diesem Zwiespalt, der in alles andere als kohärente und doch unvergleich stringent sequenzierte Musik übertragen wurde.


Die Schallplatten von The Cure findest du im Webshop von HHV Records

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