Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Text Florian Aigner

OG Keemo Geist Webshop ► Box | 4LP 40 Jahre Inventur und die steilste These kommt im November 2019: OG Keemo wird in einigen Tagen mit »Geist« mindestens das beste Deutschrap-Album aller Zeiten droppen. Behaupte ich ungehört und selbst wenn Keemo außer »216« nur noch Schiefertafelnkratzen auf das Album packt, bleibt’s dabei.
 

Danny Brown – UKNOWHATIMSAYIN¿Webshop ► LP | CD Gegen Keemos Gravitas wirkt selbst ein sich neu erfindender Danny Brown noch wie ein aufgeregter Vorschüler, wobei »Uknowhatimsayin¿« alle Insignien des Spätwerks mit staatsmännischer Selbstverständlichkeit trägt. Q-Tip als Executive Producer, die Delivery der Silkroad-Ära entwachsen, die Hooks für jedes Vice-Feature zu grummelig und dazu mit .JPEGMAFIA Feature die eigene Legacy sinnvoll erweiternd.
 

Angel Bat Dawid – The OracleWebshop ► LP Wenn ein Jazzer 2019 durch die eigene Bubble getrommelt wird, liegt das entweder daran, dass irgendjemand beim Utrechter Le Guess Who? keinen Platz mehr in den beiden großen Konzertsälen gefunden hat oder aber weil ein Album so universal funktioniert, dass man die eigene Bräsigkeit gegenüber kontemporärem Jazz endlich mal vergisst. Angel Bat Dawid spielte am Wochenende zwar natürlich auch in Utrecht, aber die algorithmische Omnipräsenz, die »The Oracle« momentan in jeden gut trainierten Feed treibt, dürfte sich eher mit der einzigartigen Mischung aus atonalen Arrangements und tiefster spiritueller Hingabe erklären lassen. Wäre 1974 ein Klassiker gewesen, ist heute vielleicht die Rettung für alles.
 

Anadol - Uzun HavalarWebshop ► LP Die einzige Platte, die dieses Jahr eine ähnliche Stimmung erzeugen konnte, wenngleich die musikalischen Mittel nur in wenigen Ansätzen übereinstimmen, kommt aus Berlin-Kreuzberg. Gözen Atila verändert auf »Uzun Havalar« die DNA des Folksongs im mittleren Osten komplett, indem traditionelle Instrumentierung durch billige Vintage Synths und endlose Impro-Sessions teilersetzt werden. »Ay Çürüdü« ist eindeutig das Epos des Jahres, aber diese gesamte Anadol Schallplatte wird in jeder ernstzunehmenden Top 10 auftauchen müssen.
 

tunes of negationWebshop ► 2LP 2021 dann eine Anadol-trifft-Shackleton-Platte, bitte. Bis dahin macht letzterer einfach weiter seine jährliche Torpfostenverschieber mit wechselnden KollaborateurInnen. Als Tunes Of Negation bimmelt sich Shackleton nun als Ensemble-Chef den Hades hinunter, luzide Chöre und Sprachfetzen kommen und gehen, 6th World Percussion dröppelt manchmal kaum hörbar im Hintergrund, um dann doch zum dominierenden Element zu werden und Col. Kurtz lässt sich eine gotische Kirche neben den Steg bauen. Genieshit halt.
 

boreal massif lpWebshop ► LP Nicht, dass Pessimists vorherige Platte mit Karim Maas schlecht gewesen wäre, aber erst seine neue Zusammenarbeit mit Loop Faction ließ mich deren Defizite erkennen. Als Boreal Massif schaffen es die Beiden mit der monochromen Farbpalette Pessimists wesentlich ungezwungener umzugehen. Im Grunde ist »We All Have An Impact« die beste Trip-Hop-Platte seit mindestens 1997, auch weil Boreal Massif abgeklärt genug sind um anstatt melodiöser vor allem rhythmische Schlüsse aus Bristol zu ziehen. Eingerahmt ist das in einen lobenswerten, wenngleich auch nicht unbedingt ausformulierten FFF-Rahmen.
 

Slikback - Lasakaneku / TomoWebshop ► 2LP Slikbacks erste beiden EPs waren ein Erdbeben im modernen Club, vergleichbar vielleicht mit den ersten Tracks von Jlin. Mit gut einjähriger Verspätung erscheinen »Lasakaneku/Tomo« jetzt als Quasi-Album, angereichert mit drei neuen Stücken. Ähnlich wie Jlin ist Slikback deswegen allen Deconstructed-Krampfern um Lichtjahre voraus, weil der Club hier gar nicht dekonstruiert, sondern bedingungslos luxussaniert wird. Slikbacks Tracks verarbeiten in vier Minuten teilweise dutzende Subgenres, ohne sich jedoch mit diesem sehr europäischen IDM-Gestus der Fußnote zu entkörperlichen. Stattdessen überall Cyborgs mit blauen Flecken und geschürften Ellenbogen. Und LOL, wer braucht bitte Melodien?
 

Dengue Dengue Dengue – Zenit & NadirWebshop ► 2LP Luxussanierung, Part 2. Dengue Dengue Dengue bedienen sich auf »Zenit & Nadir« zwar geographisch expliziter aber aus der immer gleichen eurozentrischen Perspektive sind die Bezüge zu traditionellen peruanischen Spielarten genau die Unsicherheitsfaktoren, die Dengue Dengue Dengue zu einer solchen Blackbox machen. Kaum hat man sich an den ungewohnten 6/8-Groove angepasst, unterbrechen Gqom-Synkopen die Harmonie, kaum hat man sich mit der eigenen Körperklausigkeit arrangiert, bietet uns das Duo ein Midtempo-House-Friedensangebot an. Nicht alles auf »Zenit & Nadir« funktioniert, aber kaum jemand hat sich mehr getraut dieses Jahr.
 

dj nigga fox 2lpWebshop ► 2LP Natürlich sind Principe-Platten immer auch Tools, aber »Cartas Na Manga« so lange zu ignorieren bis einem DJ Nigga Fox in einem DJ-Set neue perkussive Tore aufgestoßen hat, wäre doch arg phlegmatisch. Also los, du Jürgen, sei einmal mutig.
 

Pelada - Moviemento ParaWebshop ► LP Nochmal Clubmusik jenseits von Bass-Biedermeyer. »Movimiento Para Cambio« ist vermutlich die euphorischste PAN-Platte aller Zeiten und Chris Vargas’ energetischen spanischen Vocals machen aus kitschigen Eurohouse-Bigroomern, Shut Up And Dance Breaks und Mixpak-Reggaeton gefährliche Hymnen. Wer des Spanischen mächtig ist, rafft freilich, dass Peladas musikalische Sorgenfreiheit vor allem auch konterkarrierendes Stilmittel ist, aber gute Alben funktionieren bekanntermaßen auch mit Sprachbarrieren.
 

Klein – LifetimeWebshop ► LP Ich müsste lügen, wenn ich behaupte »Lifetime« als Gesamtwerk bisher ausreichend Zeit gewidmet zu haben, zu subtil, leise und vor allem drum-frei gestaltet Klein hier ihre Collagen, dafür aber ist »Claim It« der Song des Jahres, ach des Lebens.
 

Kim Gordon – No Home RecordWebshop ► LP Genau das Gleiche gilt für Kim Gordons bestimmt insgesamt auch wirklich gutes »No Home Record«, aber alles was ich mit Sicherheit sagen kann: »Paprika Pony«, Juuuuunge.
 

omma antinoteWebshop ► LP Auch super: die nächste LP auf Antinote. Olga kommt aus Russland, nennt sich Omma und macht geil dösigen Dream-Pop, geil daddeligen 2012er-Dubstep und geil dödeligen Duke Dumont (ist jetzt ein Genre, basta).
 

Carla dal Forno – Look Up SharpWebshop ► LP Irgendwie trifft man immer wieder Menschen, die mit Carla Dal Fornos eigener Musik nicht vollständig glücklich sind. Alles am richtigen Platz, die richtigen Einflüsse, die Lyrics unpeinlich postmodern, aber trotzdem feelzy – kurz gesagt wohl die Bürde schulternd, offensichtlich eine der Coolsten zu sein, Low Company Ehrenurkunde und NTS Creds inklusive. Ich mag die Dal-Forno-Sachen ja trotzdem, auch wenn sie vielleicht niemals selbst so wunderschön seltsame Sachen produzieren wird, wie sie auflegt, aber an diesem Anspruch scheitern ohnehin 99,5 Prozent.
 

chromatics new Webshop ► 2LP Äh, vermutlich ist Chromatics pumpen 2019 ungefähr so edgy wie Fila und CBD, aber hey, ich freu mich insgeheim trotzdem über die neue Platte. Natürlich beginnen wir mit einem Normie-Cover, natürlich wird man auch bei den nächsten zehn Chromatics-Platten wechselnd die Tollen von Lynch, MacLachlan und Gosling vor dem inneren Auge vorbeirauschen sehen und natürlich ist das schon auch alles Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party 2009, aber irgendwie auch mal okay synchrone Nostalgie zuzulassen, es ist immerhin November.
 

kris baha palaisWebshop ► 2LP Kris Bahas »Palais« hat glaube ich (k)ein Haltungsproblem. Tadellos produzierter EBM Synth Pop und eine klare künstlerische Identität sollten jedenfalls kein Stolperstein sein, jedoch fällt schon auf, dass dieses Album 2016 sicher nicht so untergegangen wäre wie im jetzigen 140+-Klima, zumal auffällt, dass Bahas minimalistische Definition akzeptabler Trance-Bögen dem zur Zeit wieder exaltiert wiehernden Flur nicht gerade entgegen kommt.
 

solitary dancer 2lpWebshop ► 2LP Noch eine Spur eleganter und ja, modernener kommt das Debütalbum von Solitary Dancer um die Ecke gevoguet, inklusive slickem Pansonic-Techno, unterkühlten Ambient-Interludes und angelischem Designer-Trap. »Rites Of Passage« ist dabei insgesamt so minutiös konzeptionell ausgearbeitet, dass man sich die ein oder andere Irritation in diesem Audio-Lookbook wünschen mag, aber das ist eigentlich kleingeistige Nörgelei.
 

tom of england monkWebshop ► LP Tom Of England hat in seiner langen Karriere genug klugen Scheiß gemacht, dass die Ankündigung eines Suicide-beeinflussten Albums für L.I.E.S. mich durchaus angehibbelt hatte. Leider fehlt mir dann auf »Sex Monk Blues« aber Vega’sches Charisma am Mikrofon und wirklich radikale Ideen.
 

Tribe – Age Of AquariusWebshop ► 2LP Dann doch lieber Tribe Of Colin*, der auch auf seinem ersten konventionell vertriebenen Album nichts von seiner misanthropischen Schroffheit abgelehnt hat. Während Jamal Moss Chicago House und Sun Ra als Ausgangspunkt für seine Strukturverweigerungen benutzt, ist britischer Murder Boys Techno und Soundsystem Culture die Basis für »Age Of Aquarius«, ästhetisch haben sich hier aber zwei gefunden. Die ungehobeltste Sensation des Quartals.
 

rRoxymore – Face To PhaseWebshop ► LP Unterdessen macht rRoxymore das Album, das ich von Floating Points erwartet hätte. Quirky, jazzy, vertrackt, aber melodieverliebt, Radiotracks, die in den richtigen Händen aber auf Grund ihres überragenden Sounddesigns auch im Club funktionieren könnten, aber halt nicht müssen. »Face To Phase« löst die immer noch undankbare Aufgabe des Techno-Albums, indem es Techno weitgehend ignoriert und stattdessen an die Magie der B-Seite glaubt.
 

Floating Points – CrushWebshop ► Bundle | LP Floating Points tourt für »Crush« hingegen durch seinen ausgiebigen Back-Katalog als Inspiration und freut sich sympathischerweise diebisch darüber auch im Albumformat endlich mal bolzen zu dürfen. Das ist kathartisch, das ist besser als die x-te Prog-Platte und mit Ausnahme der doch arg prolligen ersten Single der beste Floatie seit zehn Jahren.
 

Barker – UtilityWebshop ► 2LP Niemand muss eigentlich für Barkers Idee, Techno die Kickdrum-Abhängigkeit zu nehmen, mit Gehirnexplosionsemojis hantieren; die Idee ist nicht neu. Neu ist aber vielleicht wie wenig sich Barkers Arpeggios, zum Beispiel im Vergleich zu Lorenzo Sennis reißerischen Trance-Loops, aufdrängen. »Utitilty« schließt auch deswegen diese Kolumne, weil selbst ein Melodieskeptiker (s.o.) wie ich hier neidlos anerkennen muss, wieviel Rhythmus das Gehirn von alleine ausfüllt, wenn man es auf nur genug auf Entzug setzt.
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 01.02.2017
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Review | verfasst 11.07.2012
Chromatics
Kill For Love
»Kill For Love« ist der perfekte Ausklang einer großartigen Party im großstädtischen Morgengrauen. Mit Sonnenbrille, versteht sich.
Music Review | verfasst 08.07.2014
Floating Points
King Bromeliad
Eine neue Veröffentlichung von Sam Shepherd alias Floating Points ist immer eine gute Nachricht. »King Bromeliad« bildet da keine Ausnahme.
Music Review | verfasst 05.11.2015
Floating Points
Elaenia
Freundlich, zugänglich, doch zugleich auf fast ätherische Weise abgewandt, rätselhaft: Das alles ist »Elaenia« von Floating Points.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Bericht | verfasst 21.10.2013
Gilles Peterson, Four Tet & Floating Points
»Free Spirits Sunday« am 13.10. in Berlin
Die jazzaffinen DJs und Musiker leisteten beim »Free Spirits Sunday« eine dringend notwendige Unterstützung für die Steve Reid Foundation und verneigten sich zeitgleich auch auf vielfältige musikalische Weise vor ihren Vorbildern.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 27.10.2017
Ausklang | 2017KW43
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Interview | verfasst 14.10.2019
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Review | verfasst 07.11.2016
Carla dal Forno
You Know What It's Like
Was Carla dal Forno auf ihren Debüt »You Know What It’s Like« macht, das wäre in den 1980er Jahren als Sound von Berlin durchgegangen.
Music Review | verfasst 17.10.2019
Carla dal Forno
Look Up Sharp
Carla Dal Forno ist mit »Look Up Sharp« angekommen. Es ist ein komischer Ort. Nah bei sich, weit weg von jemand anderem.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 20.10.2017
Ausklang | 2017KW42
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt | verfasst 17.01.2020
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Review | verfasst 09.11.2015
rRoxymore
Tautologies
rRoxymore wiederholt sich auf »Tautologies« nicht nur, sie wiederholt sich außerdem noch. Schlimm ist das aber nicht.
Music Review | verfasst 04.11.2016
rRoxymore
Organ Smith - 12"
Mit »Organ Smith« präsentiert rRoxymore ihre Vorstellungen von House Music erstmals auf dem Londoner Label Don’t Be Afraid.
Music Review | verfasst 30.09.2019
rRoxymore
Face To Phase
Auf ihrer Debüt-LP »Face To Phase« bietet rRoxymore eine stilistische Gemengelage, wie sie selten zu finden ist und noch seltener glückt.
Music Liste | verfasst 03.11.2017
Ausklang | 2017KW44
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 02.05.2012
Barker
Like An Animal
Der Mitbegründer von Leisure System lädt auf »Like An Animal« zu einem Streifzug durch die zeitgenössische elektronische Musik ein.
Music Review | verfasst 07.09.2012
Barker & Baumecker
Transsektoral
Andreas Baumecker und Sam Barker raufen sich zusammen und produzieren eines der Technoreleases des Jahres.
Music Review | verfasst 18.09.2019
Barker
Utility
Schon viele Jahre in Berlin als DJ und Produzent unterwegs, legt Sam Barker mit »Utility« nun auf Ostgut Ton sein Debütalbum »Utility× vor.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.