Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Text Florian Aigner

OG Keemo Geist Webshop ► Box | 4LP 40 Jahre Inventur und die steilste These kommt im November 2019: OG Keemo wird in einigen Tagen mit »Geist« mindestens das beste Deutschrap-Album aller Zeiten droppen. Behaupte ich ungehört und selbst wenn Keemo außer »216« nur noch Schiefertafelnkratzen auf das Album packt, bleibt’s dabei.
 

Danny Brown – UKNOWHATIMSAYIN¿Webshop ► LP | CD Gegen Keemos Gravitas wirkt selbst ein sich neu erfindender Danny Brown noch wie ein aufgeregter Vorschüler, wobei »Uknowhatimsayin¿« alle Insignien des Spätwerks mit staatsmännischer Selbstverständlichkeit trägt. Q-Tip als Executive Producer, die Delivery der Silkroad-Ära entwachsen, die Hooks für jedes Vice-Feature zu grummelig und dazu mit .JPEGMAFIA Feature die eigene Legacy sinnvoll erweiternd.
 

Angel Bat Dawid – The OracleWebshop ► LP Wenn ein Jazzer 2019 durch die eigene Bubble getrommelt wird, liegt das entweder daran, dass irgendjemand beim Utrechter Le Guess Who? keinen Platz mehr in den beiden großen Konzertsälen gefunden hat oder aber weil ein Album so universal funktioniert, dass man die eigene Bräsigkeit gegenüber kontemporärem Jazz endlich mal vergisst. Angel Bat Dawid spielte am Wochenende zwar natürlich auch in Utrecht, aber die algorithmische Omnipräsenz, die »The Oracle« momentan in jeden gut trainierten Feed treibt, dürfte sich eher mit der einzigartigen Mischung aus atonalen Arrangements und tiefster spiritueller Hingabe erklären lassen. Wäre 1974 ein Klassiker gewesen, ist heute vielleicht die Rettung für alles.
 

Anadol - Uzun HavalarWebshop ► LP Die einzige Platte, die dieses Jahr eine ähnliche Stimmung erzeugen konnte, wenngleich die musikalischen Mittel nur in wenigen Ansätzen übereinstimmen, kommt aus Berlin-Kreuzberg. Gözen Atila verändert auf »Uzun Havalar« die DNA des Folksongs im mittleren Osten komplett, indem traditionelle Instrumentierung durch billige Vintage Synths und endlose Impro-Sessions teilersetzt werden. »Ay Çürüdü« ist eindeutig das Epos des Jahres, aber diese gesamte Anadol Schallplatte wird in jeder ernstzunehmenden Top 10 auftauchen müssen.
 

tunes of negationWebshop ► 2LP 2021 dann eine Anadol-trifft-Shackleton-Platte, bitte. Bis dahin macht letzterer einfach weiter seine jährliche Torpfostenverschieber mit wechselnden KollaborateurInnen. Als Tunes Of Negation bimmelt sich Shackleton nun als Ensemble-Chef den Hades hinunter, luzide Chöre und Sprachfetzen kommen und gehen, 6th World Percussion dröppelt manchmal kaum hörbar im Hintergrund, um dann doch zum dominierenden Element zu werden und Col. Kurtz lässt sich eine gotische Kirche neben den Steg bauen. Genieshit halt.
 

boreal massif lpWebshop ► LP Nicht, dass Pessimists vorherige Platte mit Karim Maas schlecht gewesen wäre, aber erst seine neue Zusammenarbeit mit Loop Faction ließ mich deren Defizite erkennen. Als Boreal Massif schaffen es die Beiden mit der monochromen Farbpalette Pessimists wesentlich ungezwungener umzugehen. Im Grunde ist »We All Have An Impact« die beste Trip-Hop-Platte seit mindestens 1997, auch weil Boreal Massif abgeklärt genug sind um anstatt melodiöser vor allem rhythmische Schlüsse aus Bristol zu ziehen. Eingerahmt ist das in einen lobenswerten, wenngleich auch nicht unbedingt ausformulierten FFF-Rahmen.
 

Slikback - Lasakaneku / TomoWebshop ► 2LP Slikbacks erste beiden EPs waren ein Erdbeben im modernen Club, vergleichbar vielleicht mit den ersten Tracks von Jlin. Mit gut einjähriger Verspätung erscheinen »Lasakaneku/Tomo« jetzt als Quasi-Album, angereichert mit drei neuen Stücken. Ähnlich wie Jlin ist Slikback deswegen allen Deconstructed-Krampfern um Lichtjahre voraus, weil der Club hier gar nicht dekonstruiert, sondern bedingungslos luxussaniert wird. Slikbacks Tracks verarbeiten in vier Minuten teilweise dutzende Subgenres, ohne sich jedoch mit diesem sehr europäischen IDM-Gestus der Fußnote zu entkörperlichen. Stattdessen überall Cyborgs mit blauen Flecken und geschürften Ellenbogen. Und LOL, wer braucht bitte Melodien?
 

Dengue Dengue Dengue – Zenit & NadirWebshop ► 2LP Luxussanierung, Part 2. Dengue Dengue Dengue bedienen sich auf »Zenit & Nadir« zwar geographisch expliziter aber aus der immer gleichen eurozentrischen Perspektive sind die Bezüge zu traditionellen peruanischen Spielarten genau die Unsicherheitsfaktoren, die Dengue Dengue Dengue zu einer solchen Blackbox machen. Kaum hat man sich an den ungewohnten 6/8-Groove angepasst, unterbrechen Gqom-Synkopen die Harmonie, kaum hat man sich mit der eigenen Körperklausigkeit arrangiert, bietet uns das Duo ein Midtempo-House-Friedensangebot an. Nicht alles auf »Zenit & Nadir« funktioniert, aber kaum jemand hat sich mehr getraut dieses Jahr.
 

dj nigga fox 2lpWebshop ► 2LP Natürlich sind Principe-Platten immer auch Tools, aber »Cartas Na Manga« so lange zu ignorieren bis einem DJ Nigga Fox in einem DJ-Set neue perkussive Tore aufgestoßen hat, wäre doch arg phlegmatisch. Also los, du Jürgen, sei einmal mutig.
 

Pelada - Moviemento ParaWebshop ► LP Nochmal Clubmusik jenseits von Bass-Biedermeyer. »Movimiento Para Cambio« ist vermutlich die euphorischste PAN-Platte aller Zeiten und Chris Vargas’ energetischen spanischen Vocals machen aus kitschigen Eurohouse-Bigroomern, Shut Up And Dance Breaks und Mixpak-Reggaeton gefährliche Hymnen. Wer des Spanischen mächtig ist, rafft freilich, dass Peladas musikalische Sorgenfreiheit vor allem auch konterkarrierendes Stilmittel ist, aber gute Alben funktionieren bekanntermaßen auch mit Sprachbarrieren.
 

Klein – LifetimeWebshop ► LP Ich müsste lügen, wenn ich behaupte »Lifetime« als Gesamtwerk bisher ausreichend Zeit gewidmet zu haben, zu subtil, leise und vor allem drum-frei gestaltet Klein hier ihre Collagen, dafür aber ist »Claim It« der Song des Jahres, ach des Lebens.
 

Kim Gordon – No Home RecordWebshop ► LP Genau das Gleiche gilt für Kim Gordons bestimmt insgesamt auch wirklich gutes »No Home Record«, aber alles was ich mit Sicherheit sagen kann: »Paprika Pony«, Juuuuunge.
 

omma antinoteWebshop ► LP Auch super: die nächste LP auf Antinote. Olga kommt aus Russland, nennt sich Omma und macht geil dösigen Dream-Pop, geil daddeligen 2012er-Dubstep und geil dödeligen Duke Dumont (ist jetzt ein Genre, basta).
 

Carla dal Forno – Look Up SharpWebshop ► LP Irgendwie trifft man immer wieder Menschen, die mit Carla Dal Fornos eigener Musik nicht vollständig glücklich sind. Alles am richtigen Platz, die richtigen Einflüsse, die Lyrics unpeinlich postmodern, aber trotzdem feelzy – kurz gesagt wohl die Bürde schulternd, offensichtlich eine der Coolsten zu sein, Low Company Ehrenurkunde und NTS Creds inklusive. Ich mag die Dal-Forno-Sachen ja trotzdem, auch wenn sie vielleicht niemals selbst so wunderschön seltsame Sachen produzieren wird, wie sie auflegt, aber an diesem Anspruch scheitern ohnehin 99,5 Prozent.
 

chromatics new Webshop ► 2LP Äh, vermutlich ist Chromatics pumpen 2019 ungefähr so edgy wie Fila und CBD, aber hey, ich freu mich insgeheim trotzdem über die neue Platte. Natürlich beginnen wir mit einem Normie-Cover, natürlich wird man auch bei den nächsten zehn Chromatics-Platten wechselnd die Tollen von Lynch, MacLachlan und Gosling vor dem inneren Auge vorbeirauschen sehen und natürlich ist das schon auch alles Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party 2009, aber irgendwie auch mal okay synchrone Nostalgie zuzulassen, es ist immerhin November.
 

kris baha palaisWebshop ► 2LP Kris Bahas »Palais« hat glaube ich (k)ein Haltungsproblem. Tadellos produzierter EBM Synth Pop und eine klare künstlerische Identität sollten jedenfalls kein Stolperstein sein, jedoch fällt schon auf, dass dieses Album 2016 sicher nicht so untergegangen wäre wie im jetzigen 140+-Klima, zumal auffällt, dass Bahas minimalistische Definition akzeptabler Trance-Bögen dem zur Zeit wieder exaltiert wiehernden Flur nicht gerade entgegen kommt.
 

solitary dancer 2lpWebshop ► 2LP Noch eine Spur eleganter und ja, modernener kommt das Debütalbum von Solitary Dancer um die Ecke gevoguet, inklusive slickem Pansonic-Techno, unterkühlten Ambient-Interludes und angelischem Designer-Trap. »Rites Of Passage« ist dabei insgesamt so minutiös konzeptionell ausgearbeitet, dass man sich die ein oder andere Irritation in diesem Audio-Lookbook wünschen mag, aber das ist eigentlich kleingeistige Nörgelei.
 

tom of england monkWebshop ► LP Tom Of England hat in seiner langen Karriere genug klugen Scheiß gemacht, dass die Ankündigung eines Suicide-beeinflussten Albums für L.I.E.S. mich durchaus angehibbelt hatte. Leider fehlt mir dann auf »Sex Monk Blues« aber Vega’sches Charisma am Mikrofon und wirklich radikale Ideen.
 

Tribe – Age Of AquariusWebshop ► 2LP Dann doch lieber Tribe Of Colin*, der auch auf seinem ersten konventionell vertriebenen Album nichts von seiner misanthropischen Schroffheit abgelehnt hat. Während Jamal Moss Chicago House und Sun Ra als Ausgangspunkt für seine Strukturverweigerungen benutzt, ist britischer Murder Boys Techno und Soundsystem Culture die Basis für »Age Of Aquarius«, ästhetisch haben sich hier aber zwei gefunden. Die ungehobeltste Sensation des Quartals.
 

rRoxymore – Face To PhaseWebshop ► LP Unterdessen macht rRoxymore das Album, das ich von Floating Points erwartet hätte. Quirky, jazzy, vertrackt, aber melodieverliebt, Radiotracks, die in den richtigen Händen aber auf Grund ihres überragenden Sounddesigns auch im Club funktionieren könnten, aber halt nicht müssen. »Face To Phase« löst die immer noch undankbare Aufgabe des Techno-Albums, indem es Techno weitgehend ignoriert und stattdessen an die Magie der B-Seite glaubt.
 

Floating Points – CrushWebshop ► Bundle | LP Floating Points tourt für »Crush« hingegen durch seinen ausgiebigen Back-Katalog als Inspiration und freut sich sympathischerweise diebisch darüber auch im Albumformat endlich mal bolzen zu dürfen. Das ist kathartisch, das ist besser als die x-te Prog-Platte und mit Ausnahme der doch arg prolligen ersten Single der beste Floatie seit zehn Jahren.
 

Barker – UtilityWebshop ► 2LP Niemand muss eigentlich für Barkers Idee, Techno die Kickdrum-Abhängigkeit zu nehmen, mit Gehirnexplosionsemojis hantieren; die Idee ist nicht neu. Neu ist aber vielleicht wie wenig sich Barkers Arpeggios, zum Beispiel im Vergleich zu Lorenzo Sennis reißerischen Trance-Loops, aufdrängen. »Utitilty« schließt auch deswegen diese Kolumne, weil selbst ein Melodieskeptiker (s.o.) wie ich hier neidlos anerkennen muss, wieviel Rhythmus das Gehirn von alleine ausfüllt, wenn man es auf nur genug auf Entzug setzt.
 

Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 01.02.2017
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Kolumne | verfasst 06.05.2021
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Review | verfasst 11.07.2012
Chromatics
Kill For Love
»Kill For Love« ist der perfekte Ausklang einer großartigen Party im großstädtischen Morgengrauen. Mit Sonnenbrille, versteht sich.
Music Review | verfasst 08.07.2014
Floating Points
King Bromeliad
Eine neue Veröffentlichung von Sam Shepherd alias Floating Points ist immer eine gute Nachricht. »King Bromeliad« bildet da keine Ausnahme.
Music Review | verfasst 05.11.2015
Floating Points
Elaenia
Freundlich, zugänglich, doch zugleich auf fast ätherische Weise abgewandt, rätselhaft: Das alles ist »Elaenia« von Floating Points.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Bericht | verfasst 21.10.2013
Gilles Peterson, Four Tet & Floating Points
»Free Spirits Sunday« am 13.10. in Berlin
Die jazzaffinen DJs und Musiker leisteten beim »Free Spirits Sunday« eine dringend notwendige Unterstützung für die Steve Reid Foundation und verneigten sich zeitgleich auch auf vielfältige musikalische Weise vor ihren Vorbildern.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 27.10.2017
Ausklang | 2017KW43
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Interview | verfasst 14.10.2019
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Review | verfasst 07.11.2016
Carla dal Forno
You Know What It's Like
Was Carla dal Forno auf ihren Debüt »You Know What It’s Like« macht, das wäre in den 1980er Jahren als Sound von Berlin durchgegangen.
Music Review | verfasst 17.10.2019
Carla dal Forno
Look Up Sharp
Carla Dal Forno ist mit »Look Up Sharp« angekommen. Es ist ein komischer Ort. Nah bei sich, weit weg von jemand anderem.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 20.10.2017
Ausklang | 2017KW42
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt | verfasst 17.01.2020
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Review | verfasst 09.11.2015
rRoxymore
Tautologies
rRoxymore wiederholt sich auf »Tautologies« nicht nur, sie wiederholt sich außerdem noch. Schlimm ist das aber nicht.
Music Review | verfasst 04.11.2016
rRoxymore
Organ Smith - 12"
Mit »Organ Smith« präsentiert rRoxymore ihre Vorstellungen von House Music erstmals auf dem Londoner Label Don’t Be Afraid.
Music Review | verfasst 30.09.2019
rRoxymore
Face To Phase
Auf ihrer Debüt-LP »Face To Phase« bietet rRoxymore eine stilistische Gemengelage, wie sie selten zu finden ist und noch seltener glückt.
Music Liste | verfasst 03.11.2017
Ausklang | 2017KW44
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 02.05.2012
Barker
Like An Animal
Der Mitbegründer von Leisure System lädt auf »Like An Animal« zu einem Streifzug durch die zeitgenössische elektronische Musik ein.
Music Review | verfasst 07.09.2012
Barker & Baumecker
Transsektoral
Andreas Baumecker und Sam Barker raufen sich zusammen und produzieren eines der Technoreleases des Jahres.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.