Music Interview | verfasst 16.01.2020
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Text Christian Neubert , Fotos Max Zerrahn © Grönland
Kinderzimmer-productions-2

U-Stadt and you don’t stop: Das Ulmer Hip-Hop-Duo Kinderzimmer Productions war immer ein Exot in der Randgruppe, ein Underground-Hype für Kenner und eine sichere Bank für ausgefuchstes Sampling, eigenständige Soundkonzepte und um die Ecke gedachte Lyrics. Dennoch hieß es in der U-Stadt irgendwann aber doch »Stop«. 2007 war das, nach sechs bzw. sieben Studioalben, 15 Jahren Rap aus dem Kinderzimmer und ebenso vielen Jahren »Hip-Hop von uns beiden, dem Duo« – von MC Textor und DJ Quasimodo eben. Sie zogen einen ernstgemeinten Schlussstrich. Und auch, wenn sie nie so richtig weg waren, wenn man ihre Auftritte beim Ulmer Donaufest und der orchestralen Gastspiel mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien bedenkt: Nun sind Kinderzimmer Productions zurück. Frisch zu ihrem Comeback und dem Release ihrer neuen LP »Todesverachtung to go« baten wir Textor zum Interview.


Die Schallplatten von Kinderzimmer Productions findest du im Webshop von HHV Records.


2007 hattet ihr euch aufgelöst. Nun seid ihr zurück. In Eurem Abschied klang damals viel Überdruss mit. Was war da los?
Textor: Wir waren genervt. Das war für uns damals eine sehr angespannt Zeit. Ich hab diesen Abschied neulich auch noch mal ausgepackt und angesehen. Da wird das schon deutlich.

Was hat Euch nun zur Rückkehr bewogen?
Auf der einen Seite sicher: Entspannung. Wir hatten beide das Glück, inzwischen andere Sachen machen zu können, auch in musikalischer Hinsicht. Gefühlt waren das zehn Jahre Hip-Hop-Pause. Aber dann kam das Rap-Ding zurück, es hat sich einfach wieder eingeschlichen. Ich hab ein Mixtape mit einem Freund gemacht – und Rap fing wieder an, mich zu interessieren. Dann ist das wohl einfach so passiert. Ich hab Sascha – DJ Quasimodo – über Weihnachten in Ulm getroffen. Ich war bei ihm – und an seinem Rechner war ein Beat offen, an dem er gerade herumschraubte. Dann haben wir uns gemeinsam hingesetzt und einfach nicht mehr aufgehört, herumzutüfteln. Wir haben weitergemacht. Und die Außenwelt praktisch ausgeklammert.

Eure Vorab-Singles klingen auch, als ob Ihr direkt euer Kinderzimmer-Konzept weiterspinnt und eben nicht nach dem Versuch, ein Comeback anzugehen, das auf Biegen und Brechen an angesagten Sound-Konzepten andockt.*
Nee, es ist sicherlich nicht der Versuch, aktuelle Strömungen zu kopieren. Unser Konzept wollten wir nicht überwerfen. Weiterentwickeln wollten wir es aber definitiv – und zwar in jedem Belang. Einfach ein Album aufzunehmen, das wir auch 2002 hätten machen können, hätte keinen Sinn gehabt. Wir haben uns daher im Arbeitsprozess beobachtet. Und waren uns schnell einig, dass wir jetzt nicht gerade an der musikalischen Umsetzung eines freundlichen Kegelabends arbeiten wollen.

»Geht’s um unsere Musik, spielen wir seit jeher Ping-Pong.« (Textor)

**Hat sich dabei etwas an der Arbeitsweise geändert, die du einst so beschrieben hast: »Rappen tu nur ich. Und scratchen tut nur er. Produzieren tun wir beide.«
Das ist nach wie vor so. Geht’s um unsere Musik, spielen wir seit jeher Ping-Pong. Wenn einer eine Anfangsidee hat und z.B. mit einem Loop ankommt, dann wird die Mouse imaginär abgegeben. Der jeweils andere setzt sich dran, baut an dem Teil rum – bis nach drei, vier Runden ein Grundgerüst entstanden ist, von dem wir beide sagen, dass es am Ende einen fertigen Track ergeben kann. Wenn das steht, fange ich an zu schreiben.

Die neue LP erscheint ja auf Grönland Records, dem Label von Herbert Grönemeyer. Wie kam das zustande?
Das hat zwei Gründe. Zum einen den Sitz des Labels in Berlin – und insofern eben dort, wo ich lebe, was schlicht praktisch ist. Zum anderen Mareike Hettler. Die arbeitet bei Grönland Records, war aber bereits A&R für uns, als wir 2002 bei Virgin gesignt waren. Die Zusammenarbeit mit ihr war schön, der Kontakt blieb bestehen. Und als es irgendwann darum ging, dass es ein neues Album von uns geben soll, meinte sie sofort, dass sie da Bock drauf hat.

»Es kommt in Wellen«, Eurer erster Vorab-Track, hat mich aufgrund seiner Feature-Gäste überrascht. Und das nicht nur aufgrund der Auswahl – Fettes Brot, Flo Mega und Fantasma Goria – sondern auch, weil Features auf euren Alben früher immer rar waren…
Das mit den Broten kam über Jan Klausen zustande. Der ist in Hamburg, wir haben mit ihm an unserer letzten LP »Asphalt« gearbeitet. Fantasma habe ich mal für eine Radiosendung interviewt. Mir hat einfach ihre Energie gut gefallen. Und Flo Mega war Back Up MC bei unserem letzten Dortmund-Gig, das war bevor er selbst richtig durchgestartet ist. Bei deren Parts gab’s übrigens ein Konzept: Jeder Feature-Gast bekam nur zwei Takte, die BPM-Zahl und ein Stichwort, sonst nichts. Nicht mal den Titel des Tracks. Wir haben gesagt, dass sie nicht viel Zeit mit Texten verbringen sollten. Sie mussten auch nicht zwangsläufig rappen, nur das Stichwort sollte in irgendeiner Form vorkommen. Wir haben uns einfach überraschen lassen.

Jetzt möchte ich mal ganz in Eurer Karriere zurückgreifen: Auf eurem Debütalbum sprichst du das Release vom Kinderzimmer-Vorgänger Die Rüben an, im Grunde eure eigentliche Erstveröffentlichung. Du rappst da »ich höre es mit gemischten Gefühlen, alles andere wäre lügen«. Trifft das mittlerweile auch auf Sachen zu, die Du zwischenzeitlich mit Kinderzimmer gemacht hast?
Nein, eigentlich nicht. Manche Sachen erscheinen zwar heute, aus der Distanz betrachtet, einfach nur abgefahren. Man sieht einfach, was einen mit 16 oder mit Anfang 20 beschäftigt hat – und erkennt, das manche Themen oder Anspielungen, von denen man dachte, sie hätten ein längeres Verfallsdatum, kaum noch Relevanz besitzen, weil sie in entsprechenden Diskursen nicht mehr vorkommen. Die sind nicht mehr präsent. Wer kennt zum Beispiel noch Jenny Elvers?

Dann möchte ich dir direkt frühere Zeilen um die Ohren hauen, um zu sehen, wie’s heute um die steht: »Hip-Hop übernachtet bei mir, wenn er mal in Deutschland ist«. Wie ist das heute, hat Hip-Hop inzwischen einen Wohnsitz in Deutschland?
Weiß ich nicht, darüber haben wir noch nicht gesprochen. Aber er übernachtet immer noch bei mir. Seine Reisepläne kenne ich allerdings nicht.

Und wie sieht’s damit aus: »Die Drogen werden härter, die Menschen werden sonderbar«. Hat sich das bewahrheitet?
Teilweise. Manche Sachen haben sich bestimmt anders entwickelt als ich es erwartet habe. Ich würde aber sagen, dass der an Drogen hängende Disktinktionsdruck heute einen höheren Tribut fordert als zur Zeit meiner frühen Rap-Jahre. Zumal die jetzige Generation eh unter einem höherem Leistungsdruck steht als ihre vorherige. So gesehen stimmt das sicher zumindest teilweise. Auch, wenn sich manche Sachen anders entwickelt haben, als ich es erwartet habe.

»Früher gab es im Hip-Hop neben dem zu Tode posaunten Keep-it-real-Anspruch vor allem eines: Don’t bite. Dass das unter die Räder geraten würde, hat mich schon gewundert.« (Textor)

Was zum Beispiel?
Ich dachte zum Beispiel, dass die Leute aufgrund der Informationsfülle des Internets und seiner sich auftuenden Inspirationsquellen viel hungriger werden. Stattdessen kommt es mir aber vor, dass die meisten im Gegenteil übersättigt sind. Eigentlich dachte ich, dass es allgemein zu einer Ausweitung des individuellen Spektrums führt, die viele neue Ausdrucksmöglichkeiten gebiert – überall, egal, ob’s um Klamotten oder Sprache geht. Stattdessen erkenne ich, dass die Leute immer gleicher und stromlinienförmiger werden. Dass alles einen Look hat und sich alles gleich anhört.

Das lässt mich an Chuck D denken, der während der 50 Cent-Ära mal anmerkte, dass er das Gefühl hat, alle wollten heute gleich aussehen, während es in seinen Pioniertagen mal darum ging, möglichst nicht wie jemand anders zu sein.*
Ja, das war bei uns schon genauso. Weil früher neben dem zu Tode posaunten Keep-it-real-Anspruch vor allem eines wichtig war: Don’t bite. Wenn jemand etwas gemacht hat, war das für andere verbrannte Erde, man musste sich was anderes suchen. Dass das unter die Räder geraten würde, hat mich schon gewundert – bei Hip-Hop im speziellen, aber allgemein in kulturellen Kontexten. Wenn ich etwas gehört oder gesehen habe, brauche ich davon keinen zweiten und dritten Aufguss mehr. Das interessiert mich weder als Konsument noch als Künstler.

Im Kino sieht man das vielleicht ganz gut, wo seit einer Weile ein Superheldenblockbuster den nächsten ablöst.
Wobei ich da das Gefühl habe, dass sich die Leute einfach Klassiker wünschen. In etwas so, wie es mir DJ Mad mal erzählt hat. Er meinte, dass auch heute noch die 18-jährigen »Hip Hop Hooray« hören wollen. Ich denke, dass es heute einfach schwieriger geworden ist, Klassiker zu produzieren. Und die jungen Leute kennen den alten Kram dann eben doch noch. Da knüpfen auch die Superheldenfilme dran an. Die leben vom Kultfaktor, der ihnen vorauseilt, weil die Leute ihre Geschichten schon kennen.

Kinderzimmer Productions – Todesverachtung To GoWebshop ► Black Vinyl Vinyl LP | Coloured Vinyl LP Was man jetzt noch nicht kennt, ist Euer kommendes Album »Todesverachtung to go«. Was hat es mit dem Titel auf sich?
Albentitel finde ich immer irgendwie. »Wir sind da wo oben ist« war zum Beispiel der Slogan einer Dachdeckerfirma, die auf dem Weg zu meiner Uni lag. Auf das Wort Todesverachtung bin ich gestoßen als ich eine Übersetzung des englischen Worts »Bravado« gesucht habe. In den Neunzigern hat Ice-T ein Buch geschrieben. Da heißt es, Hip-Hop wäre zu 90 Prozent »Black Bravado«. Das hat mich beschäftigt. Wobei da eine Übersetzung mit »Todesverachtung« am Thema vorbeiführen würde. Der Begriff ist mehrdeutig. Aber er war da – und ich fing an, mit ihm zu spielen. Wenn es dabei mehrere Bedeutungsebenen gibt, macht mir das umso mehr Spaß.


Die Schallplatten von Kinderzimmer Productions findest du im Webshop von HHV Records.

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