Music Liste | verfasst 31.03.2020
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Text Björn Bischoff
10alltimefavs_magazin_artikel_1024px_685pxjeffparker

Jeff Parker – Suite For Max BrownFind it at hhv.de: Vinyl LP | CD Es gibt aktuell sicherlich angesagtere Instrumente als die Gitarre – und angesagtere Genres als Jazz. Trotzdem reden gerade viele Menschen über diesen Gitarristen Jeff Parker. Was an seinem aktuellen Album »Suite for Max Brown« liegt. Und an dem kürzlich begangenen Jubiläum von »TNT«, jenem Meilenstein des subtileren Postrocks von Tortoise. Bei der US-Band spielt Parker nicht nur Gitarre, sondern erschuf mit seinem charakteristischen Spiel auf eben jenem Album die ganze Atmosphäre. Und Tortoise ist nicht sein einziges Projekt, das ihn fest mit Chicago verwurzelt. Der 52-Jährige arbeitete etwa bereits mit dem Chicago Underground Orchestra, Isotope 217 und dem Exploding Star Orchestra zusammen. Und für sein eigenes Album, das vor wenigen Tagen erschien, erhielt Parker bereits reichlich positive Rückmeldungen aus Musikblogs wie Feuilletons. Seine Kunst: Jeff Parker spielt nie aufdringlich. Seine Melodien, seine Ansätze bleiben auch so hängen. Jazz vermischt sich auf dem Album mit Instrumental HipHop, R’n’B und anderen Einflüssen. Wenn Jeff Parker komponiert, dann sehr durchdacht. Allerdings rutscht Parker nie Verkopftes in seine Stücke. Wer sich auf »Suite for Max Brown« einlässt, den versetzt die Instrumentierung in wundersame Träume. Weder Futurismus noch Pflege von Konventionen betreibt Parker dort. Vielmehr geht er seiner eigenen Vision, seinem eigenen Soundbild nach. Parker macht dabei mehr als nur Jazz für Indie-Hörer. Seine Stücke bleiben zugänglich, verweigern sich nicht der Unterhaltung. Und sind trotzdem Jazz, durchdrungen mit der Liebe zum Detail. Bescheiden und entspannt. Parker selbst wünscht sich, dass seine Hörer die Ehrlichkeit seiner Musik fühlen. »Das ist wahrscheinlich die einzige Sache, auf die ich hoffen kann«, sagte er in einem Interview. »Was die Leute von dem Album mitnehmen, müssen sie selbst herausfinden.«

Für uns hat Jeff Parker 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben. Und seine Auswahl kommentiert.


Die Schallplatten von Jeff Parker findest du im Webshop von HHV Records.


James Mason - Rhythm Of Life LP 1 – James Mason – Rhythm Of Life (Chiaboscuro records) (1977) | Vinyl LP
Jeff Parker: Der Multi-Instrumentalist und Produzent James Mason kam aus der Roy-Ayers-Schule des kosmopolitischen Jazz-Funk: Musik für das Bewusstsein, die Seele und die Party. Der Titel »Sweet Power, Your Embrace« ist ein Underground-Dancefloor-Klassiker, ich liebe die Kantigkeit in den harmonischen Entscheidungen, die während des Schreibens getroffen wurden. Ich habe das seit über 15 Jahren in starker Rotation.

Miles Davis - On The Corner 2 – Miles Davis – On The Corner (Sony Music) (1972) | Vinyl LP
Jeff Parker: Die gesamte Musik von Miles aus den frühen 1970er Jahren hat mich und meine Herangehensweise an das Musizieren stark beeinflusst. »On The Corner« ist in Groove und Wiederholungen verwurzelt, aber reich an Nuancen. Sie ist tiefgründig in ihrer Geradlinigkeit und Einfachheit.

Miles Davis – Porgy And Bess (Orchestra Under The Direction Of Gil Evans) 3 – Miles Davis – Porgy And Bess (Orchestra Under The Direction Of Gil Evans) (Columbia) (1959) | Vinyl LP
Jeff Parker: Miles Davis brachte das Genie in Gil Evans zum Vorschein. Dieses Album gilt als eines meiner Favoriten unter den größten Kollaborationen in der Musikgeschichte. Reich an Farben. Inspirierte, brillante Orchestrierung.

Georgia Anne Muldrow – Olesi: Fragments Of An Earth 4 – Georgia Anne Muldrow – Olesi: Fragments Of An Earth (Stones Throw) (2006) | Vinyl LP
Jeff Parker: Ich habe nicht aufgehört, dieses Album zu hören, seit es 2006 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Harmonisch reiche, Post-Dilla-Soul-Musik. Georgia Anne Muldrow hat immer ein Niveau über uns anderen gestanden.

Steely Dan – Aja 5 – Steely Dan – Aja (ABC) (1977) | Vinyl LP
Jeff Parker: Ich bin ein Steely-Dan-Fan, seit ich 13 Jahre alt war, seit dem Zeitpunkt, als ich zum ersten Mal »Aja« hörte. Ich hatte es auf Kassette. Ich komme immer wieder auf dieses Album zurück. Ich denke, es ist perfekt.

A Tribe Called Quest – Midnight Marauders 6 – A Tribe Called Quest – Midnight Marauders (Jive) (1993) | Vinyl LP
Jeff Parker: Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, A Tribe Called Quest waren Teil einer Bewegung, die der Jazzmusik eine neue Richtung gab. Ihre Musik half mir – und vielen meiner Generation – zu erkennen, dass die Jazzmusik über so viele kanonische und avantgardistische Klischees hinausgehen und ihre Geschichte auf eine frische, postmoderne Art und Weise aufgreifen kann.

Quasimoto - The Unseen 7 – Quasimoto – The Unseen (Stones Throw) (2000) | Vinyl LP
Jeff Parker: Quasimoto ist das schelmische Alter Ego des Produzenten Madlib, das durch Bandmanipulation entstanden ist. »The Unseen« ist ein episches Werk eines verrückten Musikwissenschaftlers. Die Stücke sind Szenen, und dieses Album ist ein Film.

J Dilla - Welcome 2 Detroit 8 – J Dilla – Welcome 2 Detroit (BBE) (2001) | Vinyl LP
Jeff Parker: J Dilla war ein Visionär und ein Produzent von immenser Tiefe. Seine kurze Zeit in unserem Leben brachte die zeitgenössische Musik an einen neuen Ort. Ich habe aus dem Studium dieses Albums viele Dinge gelernt, und es werden noch so viele weitere folgen.

Charlie Parker – The Savoy Sessions 9 – Charlie Parker – The Savoy Sessions (Savoy Records) (1978) | Vinyl 10×10inch
Jeff Parker: Charlie Parker hat mich gelehrt, dass Musik eine Wissenschaft ist, ein intellektuelles Streben, dass die Dinge eine Ordnung haben. Bird’s Improvisationen und Kompositionen sind strukturell vollständig. Es steckt eine unvergleichliche Lehre und Logik in ihnen.

Bobby Hutcherson (ft. Harold Land) – Now! 10 – Bobby Hutcherson (ft. Harold Land) – Now! (Blue Note) (1970) | Vinyl LP
Jeff Parker: Die Musik von Bobby Hutcherson und Harold Land setzt sich mit einem modernen, architektonischen Klang auseinander, aber mit zahlreichen beweglichen Teilen, die zusammenpassen. Es ist fast so, als ob man beim Zuhören sehen kann, wie sich Strukturen bilden. Dieses Album ist mein Lieblingsalbum der beiden, auf dem auch der Sänger und Texter Eugene McDaniels zusammen mit einem Vokalensemble und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra zu hören sind.


Die Schallplatten von Jeff Parker findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.01.2020
Jeff Parker
Suite For Max Brown
»Suite For Max Brown« ist das erst vierte Soloalbum des tollen Jazzgitarristen Jeff Parker. Makaya McCraven war hier nicht unbeiteiligt.
Music Review | verfasst 10.06.2019
Damon Locks & Black Monument Ensemble
Where Future Unfolds
Mit »Where Future Unfolds« hat Damon Locks und sein Black Monument Ensemble ein deutliches politisches Statement gesetzt.
Music Review | verfasst 18.03.2020
Alabaster DePlume
To Cy & Lee Instrumentals Vol.1
Eine weitere Entdeckung auf International Anthem: Der britische Saxophonist hat sein Album »To Cy & Lee Instrumentals Vol.1« veröffentlicht.
Music Review | verfasst 26.05.2020
Irreversible Entanglements
Who Sent You?
Historisch relevanter wird Jazz dieses Jahr nicht mehr: zur zweiten Album »Who Sent You?« von Irreversible Entanglements.
Music Review | verfasst 29.09.2020
Carlos Nino & Miguel Atwood-Ferguson
Chicago Waves
»Chicago Waves« ist die Dokumentation eines improvisierten Auftritts der kalifornischen Musiker Carlos Nino und Miguel Atwood-Ferguson.
Music Porträt | verfasst 07.07.2020
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Interview | verfasst 14.10.2020
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Review | verfasst 18.04.2016
Snarky Puppy
Family Dinner Volume 2
In »Family Dinner Volume 2« kommt die geballte Fusion-Power von Snarky Puppy mit ihren vier Drummern und vier Keyboardern zum Tragen.
Music Review | verfasst 02.08.2017
Various Artists
Soul Of A Nation
Zeitgleich zur Eröffnung der Ausstellung »Soul Of A Nation« in der Tate Modern in London erscheint bei Soul Jazz die passende Compilation.
Music Review | verfasst 18.08.2020
Various Artists
Black Fire - Soul Love Now The Black Fire Records Story 1975-1993
Manchmal ist das schon unheimlich, wie gegenwärtig die Vergangenheit sein kann: Über die auf Strut erschienene Compilation »Black Fire«.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Porträt | verfasst 12.10.2020
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Liste | verfasst 25.02.2020
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Liste | verfasst 27.01.2020
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Liste | verfasst 06.10.2016
patten
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nehmen sich die Londoner patten der Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Review | verfasst 22.01.2016
Tortoise
The Catastrophist
Nach sieben Jahren melden sich Tortoise mit einem neuen Album, »The Catastrophist«, zurück.
Music Review | verfasst 11.10.2012
The Pyramids
Otherworldly
35 Jahre nach ihrem letzten Album kann man The Pyramids jetzt neu entdecken: World Music im besten, umfassenden und experimentellen Sinne.
Music Review | verfasst 21.01.2013
Various Artists
Feten - Rare Jazz Recordings from Spain 1961-1974
Unter der bis 1975 währenden Diktatur als denaturierte »Negermusik« deklariert, hatte es Jazz schwer in Spanien. Doch es gab ihn…
Music Review | verfasst 25.02.2013
BRZZVLL
Polemicals
Jazz, Funk, Weltmusik, Soul, Afrobeat – BRZZVLL bespielen zuverlässig das Feld der Organic Grooves und setzen dort spannende Akzente.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.