Music Kolumne | verfasst 13.07.2020
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Text Florian Aigner, Pippo Kuhzart, Kristoffer Cornils
Vinyl_sprechstunde_1024x685px

Kuhzart: Fühle mich direkt als hätte ich eine Virtual Reality Experience mit dem X-Rated Update von Sailor Moon.
Aigner: Wie findet ihr dieses PSA als Intro? Gabs Arca davor schonmal so frontal unambivalent fierce?
Kuhzart: Ne, gabs nicht. »Nonbinary« ist ja schon einfach die Hymne für die komplette woke, queere, super-extrovertierte, tief verunsicherte Instagram-Gemeinde.
Cornils: Ich fange einfach mit einem Bekenntnis an: Arcas Musik als Solo-Produzentin war mir immer strunzegal. Und »KiCk i« fließt mir so um die Ohren, ich habe sie nun circa acht bis zehn Mal gehört, aber es bleibt nix und null hängen – außer, dass Björk zwischendurch »corazón« singt.
Kuhzart: Sagt sie halt echt!

Cornils: Klingt harsch, aber Arcas Main-Gig in finanzieller Hinsicht ist halt der Job als Produzentin – FKA twigs, Kanye, Björk. Und die eigene Musik ist doch eher Versuchsfeld, oder? Und die wird aber bei weitem noch so weit und breit gehört wie die Brotjobmucke. So zumindest mein Eindruck. Es gibt da sicherlich die kleine krasse Fangemeinde, vor allem aber kann sich meiner Auffassung nach die Musikjournaille immer auf eins einigen: Geiles Konzept, brauche ich ja gar nicht mehr anhören!
Aigner: Finde das bis zu diesem Album total richtig, aber hier sind doch endlich auch solo SONGS drauf. Würde ernsthaft behaupten, dass »Machote« und die Tracks mit Sophie und Rosalia voll die Hits sind.
Kuhzart: »Time« klingt wie Grimes zu besten Zeiten und »No Queda Nada« hittet doch auch different.
Aigner: Und »Rip The Slit« klingt wie diese wahnwitzige Shanghai-Club-Avantgarde.

Cornils: Ich weiß auch nicht. Auch das klingt nun brutal, aber ich habe insbesondere bei den sehr Reggaetón-lastigen Tracks das Gefühl, irgendwo im Jahr 2013 auf Soundcloud gelandet zu sein. Heute Abend Janus-Party im Chesters, Lotic legt auf. Arca trug ja schon immer das Versprechen von sehr viel future in sich, aber ich fühle das gar nicht so sehr. Vielleicht ist’s mir einfach zu poppig? Wobei ich es auch nicht unbedingt poppig finde.
Kuhzart: Aber es ist ja eben nicht Soundcloud! Dafür ist das ja schon einfach zu stark, was das SONGWRITING anbelangt. Ich finde eher, dass Arca mit »KiCk i« endgültig geschafft hat, Pop mit so vertracktem Digital-Error-Shit zu vereinen.
Cornils: Ich höre das Songwriting aber nicht wirklich raus und obendrauf gibt’s immer noch das Ableton-Gekreische und -Geknackse, das sich für mich über die letzten fünf Jahre hinweg als ultimativer Cop-Out für alle etabliert hat, die halt fett »Avantgarde« auf ihre Koffeinkickkompositionen draufgepatscht haben wollen.
Aigner: Joaaaaa, Janus ist fair, aber ich finde das schon bisschen sehr 2020 auch, klingt schon auch nach der Weiterentwicklung. Nach SVBKVLT und so. Aber ich hör halt viel von den rhythmischen und genremäßigen Ausgangspunkten, die hier zitiert werden auch echt freiwillig zuhause und find’s dann geil, wenn das halt nicht wie bei Janus oder Arca früher in so Skizzen erschöpft, sondern mal ausformuliert ist. Ich finde es übrigens prima, dass Reggaetón schon so lange als subversive Pose im großen Pop-Biz UND in diesem Deconstructed-Ding überlebt hat. Holt mich immer übel ab.

»Der Rosalia-Track ballert so, ich werde den halt auf jeden Fall 30 Mal pumpen, sorry.« – »Du hast so einen Schaden. Ein Shakti-Kissen haben und diesen Song 30 Mal pumpen wollen.«

Cornils: Ich bin also der Hater in dieser Runde, ja? Obwohl ich Arca nicht hasse, eh klar. Nur: Das Björk-Feature ist halt einfach ein Björk-Song, oder? Also allgemein: Vielleicht hat Alejandra mit »KiCK i« den Brotjob zur Hauptberufung erklärt. So viel Feature war ja noch nie. Ist’s eigentlich doch eher ein Mixtape als ein Album?
Aigner: Der Rosalia-Track ballert so, ich werde den halt auf jeden Fall 30 Mal pumpen, sorry.
Kuhzart: Du hast so einen Schaden. Ein Shakti-Kissen haben und diesen Song 30 Mal pumpen wollen.
Aigner: Glaube, ich kann mich nicht von Club Music in all ihren Albernheiten trennen, weil man dann nie aus der Pubertät rauskommt

Cornils: Albernheiten ist ein spannendes Stichwort, weil ich die hier überhaupt nicht sehe. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass sich Simon Reynolds ein bisschen zu sehr die Hände reiben wird bei der Platte. Mir fehlt da die emotionale Durchschlagskraft, selbst bei »Calor«: Das ist schon schön, und es wird mich ewig umtreiben, wo ich dieses Piano schon mal gehört habe, aber an sich… Uff, wie diese cripsen Knackserklänge das Ding umspielen. Ärgerlich, finde ich. Aber ja Shit, vielleicht bin ich einfach reaktionär und wünsch’ mir nur den FKA twigs-Hop von damals wieder zurück. Ich meine, jetzt läuft hier »No Queda Nada« an und hach, ja, es packt mich schon ein bisschen. Das ist halt aber auch Oldschool-Arca und klingt, als wäre das eine übrig gebliebene Skizze aus FKA twigs- oder Kelela-Zeiten.
Aigner:: Hmmmm, ich finds unfair, tbh. Klar projiziere ich da auch immer ein bisschen die Hoffnung rein, dass mich Pop nochmal so wegzimmert wie in der Timbaland-Phase und so gut ist das hier nicht. Aber hä, ich finde der Vorwurf ist doch wirklich eher fair für die ersten Alben, ne?
Kuhzart: Ey, »Calor« ist doch zum Beispiel das, was Anthony & The Johnsons mit ihrem kack HudMo-Album hätte machen sollen. Mich hat zwar Vorgänger-Album mehr »berührt«. Vielleicht weil da das Sich-Winden noch so spürbar war, das Sich-Häuten auch. Das hier ist schon echt final form. Freezer ist eh eine gute Assoziation in dem Zusammenhang.

Arca – KiCk iWebshop ► Black Vinyl LP | Clear Vinyl LP Aigner: Ich bin halt mal gespannt, wie wendig dieses Genre so ist, weil eigentlich hat Arca es ja selbst, mit dem Loosie vorab, schon wirklich final beerdigt. Raffe auch warum KC dann auch nicht einsieht, sich noch mit der Asche beschäftigen zu sollen.
Kuhzart: Für mich wie gesagt nicht Asche, sondern Formvollendung. Gefühlt aber tatsächlich ganz stark auch das Ende dieser Fahnenstange. Der Glitch muss danach endgültig weg. Fände ein Album mit MetroBoomin gut. Oder direkt ein Kollabo-Album mit 21 Savage. Ich finde im harten 808-Minimalismus liegt ihr unausgeschöpftes Potenzial
Aigner: Ey das ist genau das Ding, glaube die wäre insaner Raphit-Lieferant.
Kuhzart: Ich finde es tatsächlich logisch, dass »KiCk i« jetzt die maximal, effektgeile Pose ist. Es ist ja auch einfach ein Album der Selbstvergewisserung. Wenn das mal klar ist, wird da auch wieder Raum in der Musik sein. Und den braucht’s, wenns noch besser werden soll.

Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.04.2017
Arca
Arca
Arca war lange ein faszinierendes Konzept. Das ist es jetzt nicht mehr. Es ist jetzt eine tatsächlich fühlbare Realität.
Music Review | verfasst 13.02.2015
Ibeyi
Ibeyi
Die Eltern mögen es, die Freundinnen mögen es. Also warum solltest Du »Ibeyi« auch mögen können?
Music Review | verfasst 12.03.2018
Smerz
Have Fun EP
Dream Pop, der immer ein bisschen in Richtung Albtraum schielt: das norwegische Duo veröffentlicht ihre »Have Fun EP«.
Music Porträt | verfasst 15.07.2014
Jungle
Zwischen Nostalgie und Naivität
Mit ikonischen Tanzvideos mauserten sich Jungle im vergangenen Jahr zum gesichtslosen Hype-Act. Dieser Tage erscheint das Debüt der Londoner. Alles eher glücklicher Zufall, glaubt man dem mittlerweile nicht mehr ganz so anonymen Duo.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 31.01.2018
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Kolumne | verfasst 30.08.2018
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Review | verfasst 31.10.2014
Arca
Xen
Grell, grimmig und bissig ist dieses Album ein ekliger Finger, der dich lockt. Aber du musst folgen und du wirst.
Music Review | verfasst 17.12.2015
Arca
Mutant
Arca hat den Sound von FKA Twigs als auch den von Björks jüngster Platte geprägt. Seine eigenen Arbeiten sind nun auf »Mutant« nachzuhören.
Music Review | verfasst 24.09.2020
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Porträt | verfasst 06.11.2014
Arca
Raus aus der Komfortzone
Es gibt viele Gründe, warum Kanye West nicht die Pappnase ist, für die ihn alle halten. Denn auf »Yeezus« hat er den Produzenten Arca für einige Tracks geholt. Nun erscheint »Xen«, die erste komplette eigene Platte des 24-Jährigen.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 08.07.2020
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Review | verfasst 20.03.2007
RJD2
The Third Hand
Man glaubt seinen Ohren kaum: RJD2 kehrt Plattenfirma und HipHop den Rücken und macht was ganz anderes.
Music Review | verfasst 01.05.2011
Radiohead
The King Of Limbs
Thom Yorkes Gesang kommentiert lakonisch eine kompositorisch arme Platte, die sich mit einem interessanten Konzept zu entschuldigen weiß.
Music Review | verfasst 11.05.2011
Tyler, The Creator
Goblin
Der wütende Jüngling im Glück zerreißt auf seinem Album jegliche vom Hype entstandene Fesseln. Ein furioses Rap-Album!
Music Review | verfasst 04.04.2012
Willis Earl Beal
Acousmatic Sorcery
Diese ganze Romantik vom naiven Songwriter, der nur ein wenig Gitarre spielen und sich entwickeln will, passt nicht wirklich zu seinem Debüt
Music Review | verfasst 04.05.2012
Jack White
Blunderbuss
Nach Alben mit den Raconteurs und Dead Weather musste Jack White auf seinem Solodebüt weniger Kompromisse eingehen. Ob es geholfen hat?
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.