Music Liste | verfasst 14.08.2020
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Text Harry Schmidt , Übersetzung Sebastian Hinz
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Jonathan Bree – After The Curtains CloseFind it at hhv.de: Black Vinyl LP | Red Vinyl LP Der Neuseeländer Jonathan Bree belässt es nicht bei einem Mund-Nase-Schutz. Lieber zieht der Musiker aus Auckland sich gleich die komplette Spandexmaske übers Gesicht. Schon mit dem Cover seines aktuellen Albums »After The Curtains Close« knüpft Bree direkt an dessen Vorgänger »Sleepwalking« an, mit dem ihm der große Durchbruch gelang – allein die Hit-Single »You’re So Cool« hat bis jetzt 12 Millionen Klicks auf YouTube eingesammelt.

Auch musikalisch bleibt der Producer mit der markanten Baritonstimme dem Kurs treu, den er 2018 mit den dritten Alben seiner nach dem Ende des Duos The Brunettes gestarteten Solokarriere konsequent angesteuert hat: Jenseits von Indie-Rock einen dezidierten Late-Sixties-Vibe mit der Spielart von Synth-Pop zu verschmelzen, der mit den New Romantics der Achtziger aufkam, um bei einem melancholisch-barocken, dunkel glimmenden Kammerpop zu landen, so könnte man das Projekt von Bree beschreiben. Kurzum: Musik für Leute, die sich sowohl für Scott Walker als auch für John Maus begeistern können. Fügt man noch Spurenelemente von Serge Gainsbourg, Lee Hazelwood, Robert Wyatt und Leonard Cohen hinzu, kommt das dem Höreindruck bereits recht nahe. Auch der Shoegaze-Sound von Acts wie The xx, Mazzy Star oder Cigarettes After Sex ist nicht allzu weit entfernt. Nur, dass der Sänger, Gitarrist, Keyboarder, Schlagzeuger, Produzent und Songwriter an keiner Stelle wie ein Klon einer der Vorgenannten klingt, sondern einen immer ganz und gar stimmigen, integren und eigenständigen Eindruck hinterlässt.

Auch mit seinem eigenen Label Lil’ Chief Records, auf dem bislang alle seine Alben und Singles erschienen, setzt Jonathan Bree auf Unabhängigkeit. Die opulenten Streicher- und Bläser-Arrangements lassen stets genug Raum für seine Vocals, auf denen immer viel Hall liegt und mit denen er in der Tradition der großen Crooner steht, oder auch mal die von Gastsängerinnen wie Princess Chelsea auf der jüngsten Single »Kiss My Lips«, Crystal Choi auf »69« oder Britta Phillips (Luna) in »Meadows in Bloom«, das ein wenig an die Shangri-Las erinnert. Mit Songs wie »In the Sunshine« und »Cover Your Eyes« wirkt »After The Curtains Close« insgesamt wie das etwas lichtere Gegenstück zu »Sleepwalking«. Wenn der Vorhang fällt, ist die Show noch lange nicht vorbei. Shoegaze-Retro-Pop für die Welt von morgen.


Die Schallplatten von Jonathan Bree findest du im Webshop von HHV Records.


The Velvet Underground – The Velvet Underground LP 1 – The Velvet Underground – The Velvet Underground (MGM Records) (1969) Vinyl LP
Jonathan Bree: Mein Lieblingsalbum von Velvet Underground, da es sich mehr in Richtung ihrer melodisch süßeren Seite neigt. Nicht, dass ich das Avantgarde-Zeug nicht schätze, aber ich höre viel eher »Candy Says« als »Sister Ray«. Ich kaufte dieses Album, als ich 17 war, und hörte es ein Jahr lang fast jeden Tag.

Big Star – Sister Lover 2 – Big Star – Third/Sister Lovers (Rykodisc) (1978)
Jonathan Bree: Es ist ein vielfaltiges Hörerlebnis, aber sie waren Pioniere der Aufnahmen mit lockerer Haltung, es wird nicht ohne weiteres cooler als auf Titeln wie »Kanga Roo« oder »Holocaust«.

The Modern Lovers – The Modern Lovers 3 – The Modern Lovers – The Modern Lovers (Beserkley) (1976) Black Vinyl LP
Jonathan Bree: Ich höre es vielleicht nicht mehr oft, aber dieses Album und die gesamte Musik von Jonathan Richman haben eine große Rolle in meiner musikalischen Erziehung gespielt. »I’m Straight« war wahrscheinlich der Track, der mich in meinen späteren Teenagerjahren, als ich eigentlich nicht mehr der Hippie-Johnny-Charakter war und ähnliche Frustrationen durchmachte, miteinander verband.

Blondie – Parallel Lines 4 – Blondie – Parallel Lines (Universal) (1978) Vinyl LP
Jonathan Bree: Ich weiß nicht, ob dieses Album meinem Bruder oder meiner Schwester gehörte, aber es war in der Plattensammlung der Familie, als ich aufwuchs, und ich habe es oft abgespielt. Schlagzeug war das erste Instrument, das ich lernte, und Clem Burke war als Kind mein Lieblingsschlagzeuger. Die Art und Weise, wie er die Kick-Drum in seinen Stößen einsetzte, ist für mich immer noch ein absolutes Muss. Wahrscheinlich würde ich mir eher »Plastic Letters« oder »Eat to the Beat« anhören, aber nur, weil ich das als Erwachsener zerschlagen habe. Die erste Formation meiner Band machte ein Cover von »Hanging On The Telephone« (Blondies Cover einer Band namens The Nerves), weil wir nicht genug Originalmaterial hatten. Es war immer bittersüß, wenn die Leute nachher kamen und sagten, »dieser ›Hanging On The Telephone‹-Song war wirklich großartig«.

Lana Del Rey – Ultraviolence 5 – Lana del Rey – Ultraviolence (Vertigo) (2014) Vinyl 2LP
Jonathan Bree: Ich stelle fest, dass meine Picks bisher zwischen ’68 und ’78 angesiedelt sind, also… als dieses Album herauskam, war ich sehr froh, am Leben zu sein. Alles passte meiner Meinung nach perfekt zu diesem Album. Ich liebe die Produktion, die Gitarrenarbeit, ich wünschte, sie hätte mit Dan Auerbach an den folgenden Alben weiter gearbeitet, obwohl sie ebenfalls großartig waren.

The Cure - Disintegration 6 – The Cure – Disintegration (Fiction) (1989) Vinyl 2LP
Jonathan Bree: Als es herauskam, war ich noch ein Kind, das in einer Gothic-Band trommelte. Ich erinnere mich, wie sich die Sängerin meiner Band zu mir drehte, als sie ihrem frisch gekauften Exemplar zuhörte, und sagte: »Das ist historisch, du wirst dich an diesen Tag erinnern«. So lustig diese Aussage auch ist, ich erinnere mich tatsächlich daran, und obwohl es andere Alben von The Cure gibt, die ich mir wahrscheinlich öfter anhöre, ist es immer noch ihr Höhepunkt. In den letzten zwei Jahren haben wir dieses Album auf die Soundanlage gestellt, bevor wir auf die Bühne gingen, um aufzutreten. Ich habe auch einmal »Lovesong« mit meiner alten Band gecovert.

Nancy & Lee – Nancy & Lee 7 – Nancy & Lee – Nancy & Lee (Reprise) (1968)
Jonathan Bree: Eine weitere Entdeckung während meiner Teenagerzeit, als ich anfing, Musik zu schreiben, war dieses Album. Stücke wie »Some Velvet Morning« und »Sundown« haben mich wirklich inspiriert, mich im Duettschreiben zu versuchen. Die Arrangements von Billy Strange sind beeindruckend und zweifellos auch einflussreich.

Roxy Music – Flesh And Blood 8 – Roxy Music – Flesh And Blood (Polydor) (1980) | Vinyl LP
Jonathan Bree: Eine weitere Platte aus der Familiensammlung, die ich als Kind staunend anhörte. Sie klang einfach so elegant und futuristisch, als käme sie von einem anderen Planeten. Jetzt kenne ich alle Studioalben von Roxy Music, und ich weiß, dass es andere Alben gibt, die bei den Musikkritikern vielleicht höher bewertet werden. Aber »Same Old Scene« ist immer noch eine beeindruckende Aufnahme und für mich genauso einflussreich wie das coole Art-Rock-Material, das es vorher gab.

Various Artists – Pretty In Pink O.S.T. 9 – Various Artists – Pretty In Pink O.S.T. (A&M Records) (1986)
Jonathan Bree: Okay, vielleicht ist es ein bisschen übertrieben, hier den Soundtrack zu einem Film von verschiedenen Künstlern einzufügen, aber dies ist wahrscheinlich eines der meistgespielten Platten meines Lebens. Es bekommt immer noch reichlich Rotation im Autoradio, Es muss der beste Soundtrack aller Zeiten sein. Es enthält weitere 80er-Jahre-Helden von mir: The Smiths, The Psychedelic Furs, Echo and the Bunnymen. Auch als Randnotiz: Ich liebe diesen Film. Ich habe einen Song namens »Duckie’s Lament« über Jon Cryers Figur Duckie geschrieben.

The Beatles – The White Album 10 – The Beatles – The White Album (Apple Records) (1968) | Vinyl LP
Jonathan Bree: Es ist ein bisschen offensichtlich, aber hey, es gibt keine Möglichkeit, dass ich kein Album der besten Band aller Zeiten einbeziehen kann. »The White Album« ist mein Lieblingsalbum von den Beatles, wahrscheinlich weil es so vielfältig ist. Es nutzt das Studio, aber es ist auch der Zeitpunkt, an dem sie sich von dem psychedelischen Zeug zurückgezogen haben, was diesen Aufnahmen definitiv einen Zeitstempel aufgedrückt hat. Für mich sind Titel wie »Happiness Is A Warm Gun« zeitlos. Ein schönes Tourbus-Spiel, das man spielen kann, ist, seine eigene Single-LP-Version von »The White Album« zu machen. Das führt immer zu einer guten Debatte über die Vorzüge bestimmter Titel gegenüber anderen, und kein Bandmitglied macht die gleiche Liste. Oh, und der Bass auf »Dear Prudence« ist unschlagbar.


Die Schallplatten von Jonathan Bree findest du im Webshop von HHV Records.

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