Music Liste | verfasst 14.08.2020
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Text Harry Schmidt , Übersetzung Sebastian Hinz
10alltimefavs_magazin_artikel_1024px_685pxjonathanbree

Jonathan Bree – After The Curtains CloseFind it at hhv.de: Black Vinyl LP | Red Vinyl LP Der Neuseeländer Jonathan Bree belässt es nicht bei einem Mund-Nase-Schutz. Lieber zieht der Musiker aus Auckland sich gleich die komplette Spandexmaske übers Gesicht. Schon mit dem Cover seines aktuellen Albums »After The Curtains Close« knüpft Bree direkt an dessen Vorgänger »Sleepwalking« an, mit dem ihm der große Durchbruch gelang – allein die Hit-Single »You’re So Cool« hat bis jetzt 12 Millionen Klicks auf YouTube eingesammelt.

Auch musikalisch bleibt der Producer mit der markanten Baritonstimme dem Kurs treu, den er 2018 mit den dritten Alben seiner nach dem Ende des Duos The Brunettes gestarteten Solokarriere konsequent angesteuert hat: Jenseits von Indie-Rock einen dezidierten Late-Sixties-Vibe mit der Spielart von Synth-Pop zu verschmelzen, der mit den New Romantics der Achtziger aufkam, um bei einem melancholisch-barocken, dunkel glimmenden Kammerpop zu landen, so könnte man das Projekt von Bree beschreiben. Kurzum: Musik für Leute, die sich sowohl für Scott Walker als auch für John Maus begeistern können. Fügt man noch Spurenelemente von Serge Gainsbourg, Lee Hazelwood, Robert Wyatt und Leonard Cohen hinzu, kommt das dem Höreindruck bereits recht nahe. Auch der Shoegaze-Sound von Acts wie The xx, Mazzy Star oder Cigarettes After Sex ist nicht allzu weit entfernt. Nur, dass der Sänger, Gitarrist, Keyboarder, Schlagzeuger, Produzent und Songwriter an keiner Stelle wie ein Klon einer der Vorgenannten klingt, sondern einen immer ganz und gar stimmigen, integren und eigenständigen Eindruck hinterlässt.

Auch mit seinem eigenen Label Lil’ Chief Records, auf dem bislang alle seine Alben und Singles erschienen, setzt Jonathan Bree auf Unabhängigkeit. Die opulenten Streicher- und Bläser-Arrangements lassen stets genug Raum für seine Vocals, auf denen immer viel Hall liegt und mit denen er in der Tradition der großen Crooner steht, oder auch mal die von Gastsängerinnen wie Princess Chelsea auf der jüngsten Single »Kiss My Lips«, Crystal Choi auf »69« oder Britta Phillips (Luna) in »Meadows in Bloom«, das ein wenig an die Shangri-Las erinnert. Mit Songs wie »In the Sunshine« und »Cover Your Eyes« wirkt »After The Curtains Close« insgesamt wie das etwas lichtere Gegenstück zu »Sleepwalking«. Wenn der Vorhang fällt, ist die Show noch lange nicht vorbei. Shoegaze-Retro-Pop für die Welt von morgen.


Die Schallplatten von Jonathan Bree findest du im Webshop von HHV Records.


The Velvet Underground – The Velvet Underground LP 1 – The Velvet Underground – The Velvet Underground (MGM Records) (1969) Vinyl LP
Jonathan Bree: Mein Lieblingsalbum von Velvet Underground, da es sich mehr in Richtung ihrer melodisch süßeren Seite neigt. Nicht, dass ich das Avantgarde-Zeug nicht schätze, aber ich höre viel eher »Candy Says« als »Sister Ray«. Ich kaufte dieses Album, als ich 17 war, und hörte es ein Jahr lang fast jeden Tag.

Big Star – Sister Lover 2 – Big Star – Third/Sister Lovers (Rykodisc) (1978)
Jonathan Bree: Es ist ein vielfaltiges Hörerlebnis, aber sie waren Pioniere der Aufnahmen mit lockerer Haltung, es wird nicht ohne weiteres cooler als auf Titeln wie »Kanga Roo« oder »Holocaust«.

The Modern Lovers – The Modern Lovers 3 – The Modern Lovers – The Modern Lovers (Beserkley) (1976) Black Vinyl LP
Jonathan Bree: Ich höre es vielleicht nicht mehr oft, aber dieses Album und die gesamte Musik von Jonathan Richman haben eine große Rolle in meiner musikalischen Erziehung gespielt. »I’m Straight« war wahrscheinlich der Track, der mich in meinen späteren Teenagerjahren, als ich eigentlich nicht mehr der Hippie-Johnny-Charakter war und ähnliche Frustrationen durchmachte, miteinander verband.

Blondie – Parallel Lines 4 – Blondie – Parallel Lines (Universal) (1978) Vinyl LP
Jonathan Bree: Ich weiß nicht, ob dieses Album meinem Bruder oder meiner Schwester gehörte, aber es war in der Plattensammlung der Familie, als ich aufwuchs, und ich habe es oft abgespielt. Schlagzeug war das erste Instrument, das ich lernte, und Clem Burke war als Kind mein Lieblingsschlagzeuger. Die Art und Weise, wie er die Kick-Drum in seinen Stößen einsetzte, ist für mich immer noch ein absolutes Muss. Wahrscheinlich würde ich mir eher »Plastic Letters« oder »Eat to the Beat« anhören, aber nur, weil ich das als Erwachsener zerschlagen habe. Die erste Formation meiner Band machte ein Cover von »Hanging On The Telephone« (Blondies Cover einer Band namens The Nerves), weil wir nicht genug Originalmaterial hatten. Es war immer bittersüß, wenn die Leute nachher kamen und sagten, »dieser ›Hanging On The Telephone‹-Song war wirklich großartig«.

Lana Del Rey – Ultraviolence 5 – Lana del Rey – Ultraviolence (Vertigo) (2014) Vinyl 2LP
Jonathan Bree: Ich stelle fest, dass meine Picks bisher zwischen ’68 und ’78 angesiedelt sind, also… als dieses Album herauskam, war ich sehr froh, am Leben zu sein. Alles passte meiner Meinung nach perfekt zu diesem Album. Ich liebe die Produktion, die Gitarrenarbeit, ich wünschte, sie hätte mit Dan Auerbach an den folgenden Alben weiter gearbeitet, obwohl sie ebenfalls großartig waren.

The Cure - Disintegration 6 – The Cure – Disintegration (Fiction) (1989) Vinyl 2LP
Jonathan Bree: Als es herauskam, war ich noch ein Kind, das in einer Gothic-Band trommelte. Ich erinnere mich, wie sich die Sängerin meiner Band zu mir drehte, als sie ihrem frisch gekauften Exemplar zuhörte, und sagte: »Das ist historisch, du wirst dich an diesen Tag erinnern«. So lustig diese Aussage auch ist, ich erinnere mich tatsächlich daran, und obwohl es andere Alben von The Cure gibt, die ich mir wahrscheinlich öfter anhöre, ist es immer noch ihr Höhepunkt. In den letzten zwei Jahren haben wir dieses Album auf die Soundanlage gestellt, bevor wir auf die Bühne gingen, um aufzutreten. Ich habe auch einmal »Lovesong« mit meiner alten Band gecovert.

Nancy & Lee – Nancy & Lee 7 – Nancy & Lee – Nancy & Lee (Reprise) (1968)
Jonathan Bree: Eine weitere Entdeckung während meiner Teenagerzeit, als ich anfing, Musik zu schreiben, war dieses Album. Stücke wie »Some Velvet Morning« und »Sundown« haben mich wirklich inspiriert, mich im Duettschreiben zu versuchen. Die Arrangements von Billy Strange sind beeindruckend und zweifellos auch einflussreich.

Roxy Music – Flesh And Blood 8 – Roxy Music – Flesh And Blood (Polydor) (1980) | Vinyl LP
Jonathan Bree: Eine weitere Platte aus der Familiensammlung, die ich als Kind staunend anhörte. Sie klang einfach so elegant und futuristisch, als käme sie von einem anderen Planeten. Jetzt kenne ich alle Studioalben von Roxy Music, und ich weiß, dass es andere Alben gibt, die bei den Musikkritikern vielleicht höher bewertet werden. Aber »Same Old Scene« ist immer noch eine beeindruckende Aufnahme und für mich genauso einflussreich wie das coole Art-Rock-Material, das es vorher gab.

Various Artists – Pretty In Pink O.S.T. 9 – Various Artists – Pretty In Pink O.S.T. (A&M Records) (1986)
Jonathan Bree: Okay, vielleicht ist es ein bisschen übertrieben, hier den Soundtrack zu einem Film von verschiedenen Künstlern einzufügen, aber dies ist wahrscheinlich eines der meistgespielten Platten meines Lebens. Es bekommt immer noch reichlich Rotation im Autoradio, Es muss der beste Soundtrack aller Zeiten sein. Es enthält weitere 80er-Jahre-Helden von mir: The Smiths, The Psychedelic Furs, Echo and the Bunnymen. Auch als Randnotiz: Ich liebe diesen Film. Ich habe einen Song namens »Duckie’s Lament« über Jon Cryers Figur Duckie geschrieben.

The Beatles – The White Album 10 – The Beatles – The White Album (Apple Records) (1968) | Vinyl LP
Jonathan Bree: Es ist ein bisschen offensichtlich, aber hey, es gibt keine Möglichkeit, dass ich kein Album der besten Band aller Zeiten einbeziehen kann. »The White Album« ist mein Lieblingsalbum von den Beatles, wahrscheinlich weil es so vielfältig ist. Es nutzt das Studio, aber es ist auch der Zeitpunkt, an dem sie sich von dem psychedelischen Zeug zurückgezogen haben, was diesen Aufnahmen definitiv einen Zeitstempel aufgedrückt hat. Für mich sind Titel wie »Happiness Is A Warm Gun« zeitlos. Ein schönes Tourbus-Spiel, das man spielen kann, ist, seine eigene Single-LP-Version von »The White Album« zu machen. Das führt immer zu einer guten Debatte über die Vorzüge bestimmter Titel gegenüber anderen, und kein Bandmitglied macht die gleiche Liste. Oh, und der Bass auf »Dear Prudence« ist unschlagbar.


Die Schallplatten von Jonathan Bree findest du im Webshop von HHV Records.

Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 04.05.2021
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Liste | verfasst 15.04.2021
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Interpol
Interpol
»Interpol« ist die gelungenste Selbstfindung des Jetzt mit zehn unglaublich authentischen und brillanten Songs.
Music Review | verfasst 14.09.2010
Josiah Wolf
Jet Lag
Josiah Wolf, seines Zeichens Schlagzeuger von Why?, und älterer Bruder des Frontmanns selbiger Band, veröffentlicht sein Debüt.
Music Review | verfasst 20.11.2010
Let's Wrestle
In The Court Of The Wrestling Let's
Mit einjähriger Verspätung erscheint das Debütalbum des jungen Londoner Trios nun auch hierzulande.
Music Review | verfasst 09.10.2010
Troy von Balthazar
How To Live On Nothing
Diese melancholischen Popmelodien zeugen von einer Songwriter-Meisterschaft.
Music Review | verfasst 11.03.2011
The New Wine
Waves
The New Wine aus Bergen sind mitnichten nur ein Abziehbild von The Whitest Boy Alive.
Music Review | verfasst 25.02.2011
Those Dancing Days
Daydreams & Nightmares
Auf ihrem zweiten Album geben sich Those Dancing Days noch immer souverän, dafür deutlich erwachsener.
Music Review | verfasst 21.01.2011
The Sand Band
All Through The Night
Die Songs eine angenehme, warme und melancholische Stimmung, der man sich nur schwer entziehen kann.
Music Review | verfasst 24.01.2011
Cold War Kids
Mine Is Yours
Die Cold War Kids machen mit ihrem dritten Album einen weiteren Entwicklungssprung.
Music Review | verfasst 29.01.2011
Anna Calvi
Anna Calvi
Anna Calvi zeigt sich auf ihrem Debüt als eigenständiger »sound painter« und dunkle Seele mit Popqualitäten.
Music Review | verfasst 28.02.2011
Stateless
Matilda
Das neue Album von Stateless hat sich die Prädikate »episch« oder »cineastisch« hingegen durchaus verdient.
Music Review | verfasst 11.02.2011
Cut Copy
Zonoscope
Zonoscope ist Cut Copy to the fullest: Synths, Pop, Disco, Postpunk, bunt, glitzernd und euphorisch!
Music Review | verfasst 05.02.2011
Esben And The Witch
Violet Cries
The »next big thing« aus Brighton übt sich in filmischem Bombast, der sich hinter milchigen Klangschleiern zu verstecken weiß.
Music Review | verfasst 10.02.2011
Bart Davenport
Searching For Bart Davenport
Mit einem imposanten Album voller Coversongs möchte Bart Davenport endlich auch hierzulande gehört werden.
Music Review | verfasst 18.02.2011
Tahiti 80
The Past, The Present & The Possible
Ohne ihre Vergangenheit zu vergessen, haben Tahiti 80 ein ganz und gar gegenwärtiges Album geschaffen.
Music Review | verfasst 13.03.2011
Malachai
Return To The Ugly Side
Malachai gelingt mit Return to the Ugly Side ein dichtes, konzeptionelles, originelles Werk.
Music Review | verfasst 17.03.2011
Spokes
Everyone I Ever Met
Das Debüt der Band aus Manchester strotzt vor Energie, doch hat leider auch nicht mehr zu bieten.
Music Review | verfasst 21.03.2011
Mogwai
Hardcore Will Never Die
Auch Mogwai’s siebenter regulärer Longplayer besticht durch weitere Verfeinerungen ihres Postrock-Ansatzes.
Music Review | verfasst 25.03.2011
The Go! Team
Rolling Blackouts
The Go! Team aus Brighton basteln weiter an einer Art Bombast-Bricolage-Pop für rauschende Parties.
Music Review | verfasst 29.03.2011
Seefeel
Seefeel
Seefeel verschließt dem Hörer den Zugang erst, um dann dahinter seine ganze Genialität zu offenbaren.
Music Review | verfasst 25.03.2011
Peter, Bjorn and John
Gimme Some
Mit Gimme Some erscheint dieser Tage das mittlerweile sechste Album des Stockholmer Trios. Solides Indie-Futter ist das alle mal.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Telekinesis
Dirty Thing
Telekinesis zeigt mit Dirty Thing , dass der neue Seattle-Sound nicht mehr ganz so düster daherkommen muss, wie in vergangenen Tagen.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Teengirl Fantasy
7AM
Noch nie zuvor hat jemand kaukasisches Nerdtum so konsequent mit dieser Art von Elementen von Chicago House vermählt wie das Duo aus Ohio.
Music Review | verfasst 27.04.2011
Junip
In Every Direction EP
Das Debüt der Schweden um José González hat im letzten Jahr hohe Wellen geschlagen. Nun legen sie eine EP nach.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.