Music Kolumne | verfasst 03.10.2020
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Text Lars Fleischmann
Records_revisited_mouse+on+mars+iahora+tahiti_1024x685px

Karl Marx stellte ehedem fest, Georg Wilhelm Friedrich Hegel habe schon bemerkt, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereigneten: »Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« 2020 ist dementsprechend eine lange währende Posse – und Wiederholung geschichtshistorisch bedeutender Jahre und ihrer Ereignisse. Corona wird so zum beseelten Geist der Spanischen Grippe 1919, der Verschwörungsmob erinnert an das Ende der Weimarer Republik oder an die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen, die Spannung zwischen Ost- und Westeuropa ist eine Reminiszenz an längst vergessene Jahrzehnte des Kalten Kriegs.

Statt sich dieser Baisse zu ergeben, zeigt sich dieses Jahr doch von einer glänzenden musikalischen Seite – mit massig Premium-Releases. Doch auch hier steht die Wiederholung im Vordergrund: das Jazz-Revival zehrt aus der Zeit zwischen 1955 und 1975, die Singer-Songwriter*innen bedienen sich aus denselben Jahrzehnten und die elektronische Musik schlafwandelt durch die Neunziger. Des einen Leid, des anderen Freud, denn es gibt diese findigen Gesellen, die sich gut und gerne stundenlang mit Wiederholungen aller Art beschäftigen. Musiker, die Strukturen entdecken, diese dekonstruieren oder auf unbekannte Wahrheiten abklopfen; die von sich selbst behaupten, sie hätten »Wiederholungs-Tourette« (was das bedeuten soll klären wir gleich nochmal). Wir sprechen an dieser Stelle von Mouse On Mars, von Andi Thoma und Jan St. Werner, von dem lebendem Beweis, dass es IDM (also Intelligent Dance Music) auch aus Deutschland geben kann. Der Düsseldorfer und der langjährige Wahlkölner, die es mittlerweile nach Berlin verschlagen hat, zeigten ihren Hang zum Loop schon 1994 mit der EP »Frosch« und dem Album »Vulvaland«. Diesen Doppeldurchbruch beim englischen 4AD-Ableger Too Pure, der vor allen Dingen in Köln und außerhalb Deutschlands rezipiert wurde, feierten Thoma und Werner mit der Arbeit an »Iaora Tahiti«.

War »Vulvaland« noch von einem kruden und störrischen Downbeat getragen, zog der Nachfolger die Schrauben ein Stück fester: dreister, witziger, stilvoller, eleganter, komplexer, schwungvoller – einfach insgesamt besser. Gleichsam laufen all diese solche Kategorien, wie so oft bei Mouse On Mars, ins Leere. Denn was ist schon komplexer in einem Sounduniversum, das sich darauf spezialisiert hat mit den kompliziertesten Mitteln die einfachste Musik zu erzeugen, wie der Spex-Autor Felix Klopotek mal schrieb? Ein Beispiel gefällig? »Die Innere Orange«, ein Stück, das sich nicht auf dem Original, sondern ausschließlich auf der Kassetten-Version des Albums wiederfand, ist ein ganz wunderbares Exempel für Musik, die es stets schafft auf hohem Niveau zu versanden, in der Albernheit zu glänzen. Die Kölner No-Fi-Legende Harald »Sack« Ziegler berichtet nach einem vierminütigen Intro aus elektrostatischen Sound von der titelgebenden, mysteriösen Frucht. Was sich genau dahinter verbirgt, bleibt dennoch unklar. Es könnte sich um die Seele, vielleicht auch um ein deleuzianisches Rhizom handeln; womöglich ist es letzten Endes bloß eine Zitrusfrucht, die Erinnerungen speichert. Was auch sonst?

Wo sich heute Deconstructed Club Musik und Complicated Dance gerne durch überbordenden Post-Genuss profilieren, Konzept und formale Mittel im Vordergrund stehen, zeigt »Iaora Tahiti« vor allen Dingen Herz.

Die Verweise, die hier gesteckt und gestrickt werden, haben verdammt noch mal vieldeutig zu bleiben – so funktioniert die Welt des Duos. Wer möchte, darf das gerne auch am Begriff »Wiederholungs-Tourette« eruieren: Es soll bedeuten, dass Thoma und Werner als Wiederholungstäter Loops stets weiterentwickeln müssen. Wo Sounds in ihrer Urform anderen Musiker*innen reichen würden, schrauben Mouse On Mars fast schon krampfhaft immer weiter, starten Attacken auf die Loops. Ihre Waffen drohen den Fragmenten: Der Angriff wird mit vielerlei Instrumenten wie Phasern, Delays, Equalizern vollzogen. Dazu gesellen sich dann weitere Sounds aus Synthesizern, Programmen, Apps oder Soundquellen; so wird immer weiter geschraubt bis das Ausgangsprodukt sich soweit verändert hat, dass es nicht einmal mehr als bloße Spur im Endstück erscheint. Und doch gibt es eine geisterhafte Fernwirkung.
Schon beim ersten Nachhör-Erlebnis, ein Vierteljahrhundert nach Erscheinen, fällt die Lustfreundlichkeit des Albums auf. Wo sich heute Deconstructed Club Musik und Complicated Dance gerne durch überbordenden Post-Genuss profilieren, Konzept und formale Mittel im Vordergrund stehen, zeigt »Iaora Tahiti« vor allen Dingen Herz. Dieses schlägt sich dann wiederum in den Tracks wahlweise als Groove, als Grinsen, als Swing oder als verdrehter Jux nieder. Der beste Beweis dafür ist der Albumtitel selbst: »Iaora Tahiti« verweist auf das gleichnamige Album des Tahitianisch Orchesters Arthur Iriti aus dem Jahre 1968. Dieses wiederum beinhaltete das Lied »Nau Haka Taranga«, welches – hier kommt dann der intertextuelle Referenzjoke ins Spiel – dem Kölner Produzenten Horst Nussbaum aka Jack White als Vorlage diente für Tony Marshalls Durchbruch-Hit »Schöne Maid«. Eine andere (pop-)musikhistorische Spielerei stellt das Stück »Schunkel« dar, das auf der Album-Cover-Rückseite als »inspiriert vom Peter-Thomas-Sound-Orchester« beschrieben wird; Peter Thomas war der Komponist der Musik zur TV-Serie »Raumschiff Orion«.

Ob solche Zitate ernst gemeint sind, das wissen wir nicht – Jahre später bewiesen sie als Produzenten auf Stereolabs Meisterwerk »Dots And Loops« ihre Vorliebe zur Soundtrack-Musik der Sechziger und Siebziger. »Iaora Tahiti« ist ein Album, dass schon vor 25 Jahren altbacken und krypto-futuristisch zugleich war. Ein Beweis, dass Geschichte sich vielleicht wiederhole – genügend Platz für Veränderung (auch zum Besseren) gibt es dennoch. Vielleicht lässt man die beiden nochmal am Jahr 2020 schrauben. Ein Versuch wäre es wert.


Die Musik von Artis findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.01.2017
SOHN
Rennen
Tiefer, wummernder und verschwurbelter als als auf seinem Debüt präsentiert sich SOHN auf »Rennen«. Auch eine neue Zurückhaltung ist da.
Music Review | verfasst 03.04.2012
Mouse On Mars
Parastrophics
»Parastrophics« ist ein Acid-getränkter Höllenritt durch die Welt der elektronischen Musik.
Music Review | verfasst 20.12.2012
Mouse On Mars
WOW
Laut Eigenaussage von Jan St. Werner und Andi Toma mögen die beiden Club-Musik eigentlich gar nicht. »WOW« beweist da etwas anderes.
Music Kolumne | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Kolumne | verfasst 16.11.2016
Records Revisited
Autechre – Tri Repetae, 1995
Das dritte Album von Autechre ist ein Werk in mehreren Dimensionen. Es ist Befreiungsschlag, Meilenstein und Neudefinition eines ganzen Genres. Nicht zuletzt hat es eine ganze Generation nachfolgender elektronischer Musiker geprägt.
Music Kolumne | verfasst 17.04.2017
Records Revisited #23
Squarepusher – Hard Normal Daddy (1997)
Squarepushers zweites Album war ein Schlag ins Musikverständnis seiner Fans. Zugleich ist es eine Antithese zur damals vorherrschenden Loungigkeit der elektronischen Musik. Denn hier ist Jazz mehr als nur schmückender Hochkulturverweis.
Music Kolumne | verfasst 30.05.2018
Records Revisited
Boards Of Canada – Music Has the Right to Children (1998)
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Review | verfasst 20.11.2012
Rone
Tohu Bohu
Willkommen im Fiddler’s Green. Jenem Land des Morpheus, in welchem Harmonie, Ruhe und Schönheit über jedem Albdrücken erhaben sind.
Music Review | verfasst 28.05.2014
Plaid
Reachy Prints
Auf »Reachy Prints« beweisen die Herren von Plaid, sich vor den Stilen ihres Metiers verbeugend, dass sie zu Recht Warp-Dauerbrenner sind.
Music Review | verfasst 23.10.2015
Apparat
Multifunktionsebene • Tttrial And Eror • Duplex
Shitkatapult veröffentlicht die 3 frühen Werke von Apparat, »Multifunktionsebene«, »Tttrial And Eror« und »Duplex« erneut auf Vinyl.
Music Review | verfasst 31.08.2016
Mike & Rich
Expert Knob Twiddlers
Ein kindisches Vergnügen:1994 kamen die Knöpfchendreher Mike Paradinas und Richard D. James zusammen und nahmen »Expert Knob Twiddlers« auf.
Music Review | verfasst 12.02.2011
Iron & Wine
Kiss Each Other Clean
Samuel Beam widersteht der Versuchung der Wiederholung von Altbewährtem und versucht sich als Band-Leader.
Music Review | verfasst 17.06.2011
Bon Iver
Bon Iver
Justin Vernon stellte sich der unlösbaren Aufgabe einen Nachfolger für For Emma, Forever Ago aufzunehmen.
Music Review | verfasst 04.07.2011
Zomby
Dedication
Melancholie, Trauer, Aggression: Das alles kann man zwischen die tiefen Bässe und verspielten Synthies dieses klasse Albums interpretieren.
Music Review | verfasst 15.11.2011
Atlas Sound
Parallax
Unermüdlich feilt Bradford Cox, Sänger von Deerhunter, an Songs. Nun legt er er weiteres Album als Atlas Sound vor.
Music Review | verfasst 09.12.2011
Joker
The Vision
Zwei Jahre nach dem Hype um den noch immer blutjungen Dubstep-Producer Joker veröffentlicht dieser nun sein Debüt.
Music Review | verfasst 16.03.2012
Grimes
Visions
Eine zerfahrene und ziellose Naivität durchzieht das aktuelle Album der kanadischen Feensängerin Grimes.
Music Review | verfasst 20.09.2012
Efterklang
Piramida
Efterklang suchen die Leichtigkeit und finden sie in ihren Songs auf ihrem vierten Album mit Melodien ohne Bart – versprochen.
Music Review | verfasst 30.05.2013
The National
Trouble will Find Me
Es ist das wohl persönlichste Album von The National, weil die Band sich auf ihrem sechsten Studioalbum endlich selbst gefunden hat.
Music Review | verfasst 20.06.2013
Zomby
With Love
Dieses Album muss mit Liebe für‘s Einen-Scheiss-Geben entstanden sein: Ein Widerspruch, der aber Zomby ausmacht.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?