Music Liste | verfasst 13.10.2020
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Text Björn Bischoff, Andreas Schnell, Nils Schlechtriemen, Christoph Benkeser, Harry Schmidt , Übersetzung Sebastian Hinz


Eine Übersicht sämtlicher exklusiver Record Store Releases findest du bei uns im Webshop.


100 Flowers – Drawing FireVinyl LP 100 Flowers – Drawing Fire + (In The Red)
Ursprünglich als 5-Track-EP auf Happy Squid veröffentlicht, erscheint »Drawing Fire« zum RSD 2020 in einer um sieben Singletracks und Compilationbeiträge erweiterten Version. 1984, zum Zeitpunkt ihres Erscheinens, war das kurzfristig in 100 Flowers umbenannte Trio schon wieder Geschichte. Eine Dekade später traten John Talley-Jones und Kjehl Johansen, die 1989 beim SST-Act Trotsky Icepick wieder zusammentrafen, sowie Kevin Barrett erneut als The Urinals auf. Warum die 1978 in Los Angeles gegründete Formation als wichtiger Einfluss für Bands wie Minutemen, Hüsker Dü oder Saccharine Trust gilt, lässt sich auf »Drawing Fire« nachhören: Dreiminüter mit selten mehr als zwei Akkorden, zu Haikus verknappte, geshoutete Lyrics – stilbildender Punk-Rock-Minimalismus. Harry Schmidt
 

Bardo Pond – On The EllipseVinyl 2LP Bardo Pond – On The Ellipse (Fire)
Ausgedehnte Trips mit drohnigen Zeitreisejams scoren, ohne als Floydzitat zu enden? Bardo Pond kultivierten diesen Selbstanspruch schon vor einem Vierteljahrhundert, als sie Mitte der 1990er Jahre eine Serie zeitgenössischer Space-Rock-Gems lostraten, die 2003 bei »On The Ellipse« ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte – im Songwriting, im Einsatz von Effekten, im Zusammenspiel der Gibbons-Brüder mit Isobel Sollenbergers tranceartigen Vocals. Der mellow Comedown für verliebte Herbstabende, zum RSD 2020 erstmalig nach 17 Jahren als lila Vinylversion neu aufgelegt. Nils Schlechtriemen
 

Dexter Gordon – The SquirrelVinyl 2LP Dexter Gordon – The Squirrel (Plg Denmark)
Hard Bop-Spezi Dexter Gordon sorgte Ende der 1960er Jahre in der Kopenhagener Szene für ähnlich viel Furore wie die Coronaschleuder im Weißen Haus bei der dänischen Regierung. Letzterer wollte Grönland kaufen, Dexter Gordon massierte einfach nur das Tenorsaxophon. Der 1,96 Meter-Hüne fiel unter den Einflussbereich von Lester Young, war zwar nie so weitsichtig wie John Coltrane, spielte 1967 aber mit »The Squirrel« ein Konzert im legendären Jahhzus Montmartre, dass einem immer noch den Schmalz aus den Ohren puhlt. Christoph Benkeser
 

The Ex – All Corses Smell The SameVinyl 7inch The Ex – All Corses Smell The Same (Superior Viaduct)
Dass The Ex, jenes Grenzen sprengende, in alle Richtungen offene improvisierende Avantgarde-Kollektiv wurde, einst von vier Autodidakten in einem besetzten Haus in Amsterdam gegründet wurden, dürfte einigermaßen bekannt sein. Weniger schon, dass sich schon ihre längst vergriffene erste Single, »All Corpses Smell The Same«, von 1980 anschickte, das damals schon etwas abgetragene Punkrock-Korsett zu sprengen. Dank Superior Viaduct lässt sich die gleichnamige Single aus dem Album jetzt wieder auf Vinyl nachhören. Andreas Schnell
 

Freddie Gibbs & Madlib Pinata – The 1974 VersionVinyl LP Freddie Gibbs & Madlib – Pinata: The 1974 Version (Madlib Invazion)
Grifty Blaxploitation auf Hart-PVC, in Zeitlupe geritzt bei den Londonern von Metropolis Mastering, mit delikatestem Feintuning und obendrein auch noch »The Harder They Come«-Gedächtniscover versehen. Freddie Gibbs und Madlib lassen sich nicht lumpen und präsentieren die Rap-Platte des Jahres 2014 in dekadent designter »1974«-Version, für die der qualmig hochgejazzte Gangsta-Impetus nochmal extra lange in frischem Frittierfett gülden veredelt wurde. Flext an allen Ecken und Enden mit Flowfitness, also: Auflegen. Einfach auflegen. Nils Schlechtriemen
 

Frumpies – Frumpie One Piece / Frumpies ForeverVinyl LP Frumpies – Frumpie One Piece / Frumpies Forever (Kill Rock Stars)
Frumpies klingt nach Fruchtzwerge-Selbstmacheis aus dem Kühlfach, war aber eine Lofi-Punk-Band aus Olympia, Washington, die es mit Songs wie »I Just Wanna Puke On The Stereo« zu Kultstatus brachten. Bandmitglieder fauchten in den Neunzigern während der Riot Grrrl-Bewegung ins Mikro, Drummerin Molly Neuman klöppelte für die legendären Bratmobile, zusammen veröffentlichte man einige 7inches auf Kill Rock Stars und setzte sich Anfang des neuen Jahrtausends in die Punk-Rente ab. Gitarren aus der dreckigsten Garage der USA. Christoph Benkeser
 


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Guided By Voices – Vampire On TitusVinyl LP Guided By Voices – Vampire On Titus (Scat)
Dass »Vampire on Titus« für viele Guided By Voices-Fans im Schatten seines Vorgängers »Propeller« und Nachfolgers »Bee Thousand« steht, erscheint nachvollziehbar: Nie klang die Combo um Robert Pollard unterproduzierter als auf ihrem 1993 veröffentlichten Album. Man kann es aber auch anders sehen, schließlich gelten Guided By Voices als Pioniere des Lo-Fi-Genres: Insofern können die 18 Songs darauf auch als gültigste Formulierung der von ihnen maßgeblich mitgeprägten Soundästhetik verstanden werden. Mit dem ersten Repress seit 1996 macht das bereits für die Erstveröffentlichung verantwortliche Label Scat diesen Semi-Klassiker zum RSD 2020 in einem neuen Master-Cut wieder verfügbar. Harry Schmidt
 

Miles Davis – Double Image: Rare Miles From The Complete Bitches Brew SessionsVinyl 2LP Miles Davis – Double Image: Rare Miles From The Complete Bitches Brew Sessions (Columbia)
Dieses Album ist das Verbindungsstück zwischen Jazz, Funk und Rock, zwischen der ersten und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zumindest so ungefähr. »Bitches Brew« von Miles Davis bleibt bis heute Mysterium und Meisterwerk. Als er einst davon sprach, dass er die Musik mehrfach grundlegend verändert habe, dürfte er (auch) diesen Meilenstein gemeint haben. Passend zum Record Store Day gibt es nun zehn seltene Tracks aus den Sessions vom August 1969 bis zum Februar 1970, bei denen so begnadete Musiker wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter zugegen waren. Hier zum ersten Mal auf Vinyl. Björn Bischoff´
 

Pascal Comelade – SentimientosVinyl LP Pascal Comelade – Sentimientos (Etat-Units)
Eine Sensation für Liebhaber der minimalistischen E-Musik ist diese Wiederveröffentlichung des französisch-katalanischen Komponisten Pascal Comelade. Die 20 oft nur ein bis zwei Minuten kurzen Tracks verströmen eine spielerische, organische Leichtigkeit. Die meisten seiner auf einer Revox-Zweispur-Maschine aufgenommenen Eigenkompositionen mit sprechenden Titeln wie »Wyatt Ah Um«, »Lettre De Mozart À Sa Petite Cousine« oder »Still Life With Goldfish« hat Comelade selbst eingespielt – vielfach auf Spielzeuginstrumenten. Zudem covert er Brian Eno, Eric Satie, Georges Bizet und Kevin Ayers. Originalausgaben werden für dreistellige Beträge gehandelt. Zum RSD 2020 erscheint, auf 750 Kopien limitiert, das erste Reissue seit der Erstveröffentlichung von 1982. Harry Schmidt
 

Ryuichi Sakamoto – OST Black Mirror SmithereensVinyl LP Ryuichi Sakamoto – OST Black Mirror Smithereens (Music On Vinyl)
Na siggi! Wer wenn nicht Ryuichi Sakamoto sollte den Soundtrack zu einer der besten »Black Mirror«-Folgen überhaupt eindrehen? »Smithereens« zeigt zwischen den Zeilen von Geiseldrama-Szenen, wie wir uns abseits der asozialen Medienmüllhalden vielleicht wirklich unbemerkt an ein muted Miteinander gewöhnen und stattdessen Klicks, Likes und Feeds unser Denken lenken. Jaja, bisschen verbrauchte Kritik, aber selten so pointiert realisiert und dank Sakamotos Ambientminiaturen erwartbar filmreif untermalt. Jetzt als schwarz-weiß marmoriertes 180g-Vinyl inklusive brillantem Sleeve-Design von Carsten Nicolai (Alva Noto). Nils Schlechtriemen
 

Various Artists – Cleveland ConfidientalVinyl LP Various Artists – Cleveland Confidienta (Superior Viaduct)
Punk war London, Punk war New York, Punk war Los Angeles. Cleveland, Ohio hatten damals nicht mal Punks am Schirm, die sich zu den Dead Boys oder Pere Ubu ihre Iros frisierten. Allein: Die Gegend war abgefuckt, die Zeiten beschissen, der Drang sich die Kehle aus dem aufgeschwemmten Leib zu rotzen einfach zu groß, um sich in die Schlange der Rock and Roll Hall of Fame zu stellen. Songs von Bands wie Jazz Destroyers (»Love Meant To Die«) oder Easter Monkeys (»Cheap Heroin«) geben die Schlagrichtung vor. »Cleveland Confindetal«, eben. Genau richtig für zweite Dates oder Beerdigungen. Christoph Benkeser
 

Various Artists – OST The Virgin SuicidesVinyl LP Various Artist – OST The Virgin Suicides (Ryko Rhino)
Wer an Sofia Coppola denkt, schlürft sich mit Bill Murray durch Nicht-Orte. Dabei hat die Regisseurin 1999 mit »The Virgin Suicides« einen Drama-Schmonzette gedreht, bei dem sogar der Katholikenverein von »Eine himmlische Familie« wie eine Drogenparty auf den Toiletten der Panorama Bar wirkt. Der Soundtrack knallt mit aufgespültem Pop von Bands wie 10cc und The Hollies wie ein feuchter Fiebertraum von Leuten, die neben Papas Plattensammlung auch alle Filme von Greta Gerwig mindestens zwölf Mal gesehen haben. Christoph Benkeser
 


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Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
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Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
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Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
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Eklektisch in den Weltraum
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In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
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Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
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