Music Liste | verfasst 01.12.2020
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Text Kristoffer Cornils, Harry Schmidt, Christian Neubert, Tim Caspar Boehme, Christoph Benkeser, Nils Schlechtriemen, Jens Pacholsky, Sebastian Hinz, Florian Aigner, Pippo Kuhzart

Jahresrückblick – 2020 (01) T Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Weirder Pop und sanfter Ambient aus Japan, übersehen geglaubte Jazz-Meisterwerke, komisch-kosmische Musik aus allen Ecken und Jahrzehnten: Das next big thing zu entdecken scheint weiterhin Aufgabe der Schallplattenarchäologie zu sein. Aber keine Sorge, wir knicken nicht vor der grassierenden Retromanie ein, die in diesem Jahr noch naheliegender schien als sowieso schon: Wir kennen auch 50 Alben, 20 (und ein bisschen mehr) Singles und 20 Compilations aus dem Hier und Jetzt, die in diesem Jahr erschienen waren und nach vorn geblickt haben. Weshalb wir euch guten Gewissens 50 Schallplatten als Nachgang servieren, die alte Musik für unsere Zeit reaktivieren und rekontextualisieren. Früher war eben doch nicht alles besser, aber diese Musik zumindest uneingeschränkt geil. Kristoffer Cornils


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Acanthus - »Le Frisson Des Vampires«Vinyl LP Acanthus – Le Frisson de Vampire (Finders Keepers)
Jean Rollin war eine Schlüsselfigur des europäischen Genre-Kinos. 1970 erschien **"»Le Frisson de Vampire«":https://www.hhv-mag.com/de/new/4539/acanthus-le-frisson-des-vampires-die-rollinade-bei-finders-keepers, sein dritter Spielfilm. Er ist ein somnambuler Traumtänzer mit hohem Barbusigkeitsfaktor zwischen selbstauferlegt und aufgezwungen – psychedelisch geschwängert, orgiastisch, fantastisch, mitunter drastisch, und oft passt´s nicht, was er da eigentlich erzählt. Alleine schon die Veröffentlichungsgeschichte des Films, der hierzulande als „Sexual-Terror der entfesselten Vampire“ in die Kinos kam, ist bemerkenswert. Ebenso sein Soundtrack. Er stammt von Acanthus – einer Schülerband, die über Rollins Rohschnitt jammte. Die psychedelica-genährten Prog-Rock-Improvisationen umgarnen ihr inhärentes Hippie-Flair mit Gothik-Paraphernalien und flirren und kreischen auch ohne surreale Moving Pictures Richtung rollinesker Entrückung. Christian Neubert
 

Admas - Sons Of EthiopiaVinyl LP Admas – Sons Of Ethiopia (Frederiksberg)
Der Däne Andreas Vingaard hat ein Gespür für seltene und der Wiederentdeckung würdige Schallplatten. Auf seinem Label Frederiksberg veröffentlicht er sie dann. In diesem Jahr ist er in Washington, D.C. fündig geworden. Dort, wo einst Hailu Mergia Taxi gefahren ist, gibt’s scheinbar einen Tiegel äthiopischer Exilanten mit musikalischer Kunstfertigkeit. Die Gruppe Admas hatte so in den 1980er Jahren das Jazz, Synths, Reggae und äthiopische Folklore vermengende »Sons Of Ethiopia« eingespielt. Die vier Musiker haben diese Aufnahmen über die Zeit vergessen, die Sammler horrende Preise für ein Exemplar der Schallplatte bezahlt. Nun ist sie wieder erhältlich! Und sie ist klasse! Sebastian Hinz
 

Akiko Yano – Gohan Ga DekitayoVinyl LP Akiko Yano – Gohan Ga Dekitayo (Wewantsounds)
»Gohan Ga Dekitayo« ging »Tadaima« voraus und stellt somit den definitiven missing link zwischen dem Frühwerk von Akiko Yano und ihrer Synthie-Phase her. Hier blitzen noch die Jazz- und Rock-Einflüsse hervor, dort beweist sich mit aller Stärke, dass Yano dem Yellow Magic Orchestra einst das Laufen beibrachte. Dass sie zwischendrin noch YMOs »Tong Poo« covert, lässt sich da als kleines Schulterklopfen deuten. Ist das Resultat durchmischt? Ja. Aber eben auch wandlungsfähig wie niemand sonst im Techno-Pop-Universum. Kristoffer Cornils
 

Biosphere - DropsondeVinyl LP Biosphere – Dropsonde (Biophone)
Wie niemand vor ihm formte Geir Jenssen 2006 als Biosphere auf »Dropsonde« sorgsam prozessierte Field Recordings, geisterhafte Pads und Hypnose-Loops zu einem Jazz-Instrumentarium mit unerhörter Klangdichte. Er tat also das, was er schon seit Beginn der 1990er Jahre als seinen Stil im Bereich elektronischer Musik etablierte: Visionär, zeitgemäß und zeitlos zugleich klingen. Deshalb ist das hier auch mehr als nur Ambient mit Nu Jazz, mehr als bloße Tapeloop-Experimente mit instrumentellem Schlafdrone – vielleicht eher sowas wie verrauchter Vintage-Futurismus für Weintrinker. Nils Schlechtriemen
 

Coil – Musick To Play In The DarkBlack Vinyl 2LP |● Purple Vinyl 2LP |● YellowVinyl 2LP Coil – Musick To Play In The Dark Vol.1 (Dais)
Ist die Welt wirklich ein Tor zu tausend Wüsten, leer und kalt? Ein Raum von exzentrischen Fernen, alt und weit? Antworten gibt vielleicht nur der Blick in den Nachthimmel, dem »Musick To Play In The Dark« von der ersten bis zur letzten Note huldigt. Aufgenommen an den felsigen Küsten des Bristol Channels, haben Coil schon mit Teil eins ihres stiltranszendierenden Doppelalbums eine Blaupause für vieles geliefert, was wir weltweit seit der Jahrtausendwende in sämtlichen Bereichen elektronischer Soundgenese für bahnbrechend erklären. Das ist Mondmusik, die dich erbarmungslos aus deiner bürgerlichen Existenz saugt. Nils Schlechtriemen
 

Conrad Schnitzler - Auf dem Schwarzen KanalWhite Vinyl 12inch | ● Black Vinyl 12inch Conrad Schnitzler – Auf dem Schwarzen Kanal (Bureau B)
Schon geil, wie Bureau B sich komplett anlasslos weiterhin rührend um die Aufarbeitung des nicht gerade kleinen Werks von Conrad Schnitzler kümmert. Da wird zuerst das legendäre Album »Con« nach viel zu langer Durststrecke wieder aufgelegt und mit »Auf dem Schwarzen Kanal« fast kommentarlos die wohl begehrteste Schnitzler-EP überhaupt hinterhergeschoben. Der Typ konnte also auch Industrial-Synth-Pop mit Disco-Grooves, ließen sie uns aus von Hamburg aus wissen. Als wäre das alles eine Selbstverständlichkeit. Kristoffer Cornils
 

Da Crime-Click – Million Wayz To MurdaVinyl LP Da Crime-Click – Million Wayz To Murda (Burga)
Bezos’ Klitsche beschreibt »Million Wayz Ta Murda« als Teenage Satanic Memphis Thug Rap from 1996 und triggert damit mehr Spießbürgerängste als Robert Altmans gesamte Filmografie. Natürlich ist Da Crime-Click schon stellenweise die Wish-Version von Three 6 Mafia, gleichzeitig erübrigt sich mit solchen Reissues der zeitfressende Crawl durch tonnenweise trendy Faux-Memphis-Soundcloud-Profile. Florian Aigner
 

DJ Screw – All Screwed UpVinyl LP DJ Screw – All Screwed Up (Bigtyme)
»Bigtyme Vol.2« ist eines der zehn besten DJ Screw Tapes und allein deswegen an dieser Stelle unumgänglich. 2020 steht Screw zudem nicht nur unfreiwillig Pate für das mittelmäßig interessante Slowed & Reverb Youtube-Phänomen, auch im Zuge des grausamen Mordes an George Floyd begann eine erneute aber sehr willkommene Aufarbeitungswelle des ungebrochenen Einflusses der Screw’schen H-Town-Ästhetik in den Feuille…auf Twitter. Losgelöst von tragischer Zeitgeschichte ist das aber auch einfach ein verrauschtes Zenith-Zeugnis des Königs König. Florian Aigner
 

Far Out – 日本人 (Nihonjin)Vinyl LP Far Out – 日本人 (Nihonjin) (Everland Psych)
Der Rauch von zehntausend Selbstgedrehten dringt aus jeder Rille dieser Platte. Es sind zwei Songs drauf, sie fühlen sich an wie zehn. Far Out haben Proto-Doom-Riffs, David-Gilmour-Soli, leiernde Hippie-Vocals und obendrein noch Prog mit dem Koka-Löffel gefressen. »日本人 (Nihonjin)« war neben einer Single ihre einzige Veröffentlichung bevor sie sich in Far East Family Band umbenannten und mit Klaus Schulze ins Studio gingen. Es ist ihr eigentliches Meisterwerk. Kristoffer Cornils
 

Flaming Tunes – Flaming Tunes Vinyl LP Flaming Tunes – Flaming Tunes (Superior Viaduct)
Ja gut, es ist nur die Reissue der Reissue, aber nachdem die Blackest Ever Black Auflage von 2012 fast so teuer wie das Original wurde, machte man bei Superior Viaduct Nägel mit Köpfen. Wichtig, denn was Gareth Williams (Ex-This Heat) hier mit Marie Curie in kreativen Schüben im Keller 1985 zusammengeklatscht hat, ist eines der weird-schönsten Outsider-Pop-Alben aller Zeiten und insbesondere in diesem beknackten Jahr eine naive Insel der Wholesomeness. Florian Aigner
 


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Gabrielle Roth - Endless Wave: Vol.1Vinyl LP Gabrielle Roth – Endless Wave: Vol.1 (Time Capsule)
We begin by warming up your body parts… Mit der Reissue von »Endless Wave: Vol.1« aus dem Jahr 1995 hat uns Time Capsule den Soundtrack für unsere Lockdown-Yoga-Sessions geliefert. Dieser Sonnengruß geht also raus an Gabrielle Roth, denn diese Schallplatte war der Grund, wieso mir der Virus hin und wieder (wortwörtlich) den Buckel runterrutschen konnte. Sebastian Hinz
 

Gangsta Pat – Deadly VersesVinyl LP Gangsta Pat – Deadly Verses (Sic)
Gangsta Pat ballert sich im Triplet-Flow durch einen Großteil von »Deadly Verses«, die simplen, in Halftime gehaltenen Jeep-Rattler mit klassischen frühen Memphis-Themen beackernd: das cartoonhafte Michael Myers Gehabe will mit ordentlich Beruhigungsmitteln selbsttherapiert werden, ganz normaler Style. Eine halbe Stunde in Pats Memphis abzuhängen ist dann auch so befriedigend wie ungeniert anderthalb Liter Mezzo Mix zu den Freibadpommes zu saufen und sich die fettigen Finger am Handtuch abzuwischen. Florian Aigner
 

Giuseppe Ielasi - Aix (Keplar) :Vinyl LP Giuseppe Ielasi – Aix (Keplar)
Bei Giuseppe Ielasi entsteht die Musik zwischen dem Sound. Er baut dynamische Skulpturen, die von rhythmischen Mustern durchzogen sind. Nirgends meisterhafter als auf »Aix«, dessen Reissue in diesem Jahr zur rechten Zeit kam. Elf Jahre nach dessen Erstveröffentlichung prasseln umso mehr Eindrücke auf uns eins, während sich doch nichts bewegter – rasender Stillstand regiert die Welt. Ielasi bietet ein bescheidenes und doch mächtiges Gegengewicht dazu an. Kristoffer Cornils
 

Global Communication – 76:14Vinyl LP Global Communication – 76:14 (Music On Vinyl)
2020 war hart genug. Mit sich selbst eingeschlossen und unter ständiger Anspannung blieb letztlich nur Musik. Dass Global Communication ihre beiden einzigen Alben gerade jetzt – ohne Jubiläums-Eintaktung – wiederveröffentlichen, ist deshalb ganz großes Glück. Das vor 26 Jahren erschienene Ambient-Techno-Album »76:14« ist der perfekte Cocoon, um sich in seiner unfreiwilligen Einsamkeit warm einzuwickeln und in ein großes Klanguniversum zu verreisen. Wer braucht schon Realität, wenn purer utopischer Eskapismus alles bereithält? Jens Pacholsky
 

Heerlens Percussie Ensemble – Biologic MusicVinyl LPHeerlens Percussie Ensemble – Biologic Music (Hot Mule)
Dass Musikschulen mit reinem Online-Unterricht nicht an ihre pädagogischen Erfolge von einst werden anschließen können, demonstriert dieses Reissue des Heerlens Percussie Ensemble auf schlagende Weise. Denn was die jungen holländischen Perkussionisten sich auf ihrem Album »Biologic Music« im Jahr 1986 ertrommelten, war allein durch ausgiebiges gemeinsames Spielen und Üben möglich. Und durch die zahlreichen Instrumente, die sie an den Musikschulen von Heerlen benutzen konnten. Groovt bis heute. Tim Caspar Boehme
 

Hiroshi Yoshimura – GREENClear Vinyl LP | ● BlackVinyl LP | ● GreenVinyl LP Hiroshi Yoshimura – GREEN (Light In the Attic)
»Eine eigene Welt« mache diese Platte auf, schrieb Kollege Cornils. Wie recht er doch hat. Nachdem »GREEN«https://www.hhv-mag.com/de/feature/11076/records-revisited-hiroshi-yoshimura-green-1986 von Hiroshi Yoshimura in meine YouTube-Empfehlungen slidete, war ich für eine knappe Dreiviertelstunde in der Zone und musste mir danach erstmal einen Zen-Garten im Mini-Format für den Schreibtisch ordern, drei Bonsai-Bäume pflanzen und – hach – Kirschblüten-Bilder auf Google reinziehen. Ein Album wie eine japanische Teezeremonie – kein bisschen zu lang und und so rein wie der Alko-Test von Moritz Bleibtreu. Christoph Benkeser
 

Ike Yard – Night After NightVinyl LP Ike Yard – Night After Night (Superior Viaduct)
Auf KEINER Platte in dieser Liste wird man ein auch nur ansatzweise so GEILES Bassspiel finden wie auf Ike Yards »Night After Night«. Für alle, denen Ike Yard erstmal nichts sagt: Die Belgier klingen ein bisschen als hätten Joy Divison ein Abo im Fitnessstudio. Oder halt einfach wie PIL. Gestählt jedenfalls, mitreißend, so dass man Clubs vermisst oder sogar die 80er. Pippo Kuhzart
 

Jason Molina – Eight GatesBlack Vinyl LP Jason Molina – Eight Gates (Secretly Canadian)
Falls noch jemand den Beweis benötigt hat: Jason Molinas Schubladenmaterial kann noch locker alle anderen in die Tasche stecken. »Eight Gates« entstand 2008 in Großbritannien und damit vor den größten Irrungen und Wirrungen des Songs:-Ohia-Masterminds, der 2013 an den Folgen seines Alkoholismus verstarb. Es sind reduzierte und unterkühlte Stücke, die doch reichhaltig und trostspendend sind. Ein fantastisches Album, auch wenn sein Urheber das offenkundig anders sah. Kristoffer Cornils
 

Jon Hassell – Vernal EquinoxVinyl LP Jon Hassell – Vernal Equinox (Ndeya)
Wie die titelgebende Tagundnachtgleiche läutete »Vernal Equinox« 1977 den Beginn einer neuen Ära ein. Dass der Trompeter Jon Hassell mit seinem epochalen Debütalbum auf ein Phänomen verweist, das an jedem Ort der Erde auf dasselbe Datum fällt, kommt nicht von ungefähr: Erstmals formuliert er hier sein microtonales Projekt einer »Fourth World«-Musik als Quersumme aus Minimal Music, Ethno-Sounds und elektrifiziertem Jazz. Die Aufnahmen mit Brazil-Percussion-Legende Naná Vasconcelos und Synthesizer-Pionier David Rosenboom markieren den Übergang von New Age zu Ambient. Nicht nur Brian Eno wurde da hellhörig. Eine der Wiederveröffentlichungen des Jahres. Harry Schmidt
 

Kara-Lis Coverdale – Grafts Vinyl LP Kara-Lis Coverdale – Grafts (Boomkat)
Auf die Idee, dass sich die Kanadierin Kara-Lis Coverdale als Organistin in Kirchenschiffen rumtrieb, um die Pfaffen – äh …Pfeifen ertönen zu lassen, wäre man auch ohne diesem Hinweis gekommen. Ihre Kompositionen müffeln zwar kein bisschen nach Myrrhe, sondern schwingen sich eher mit drei, vier gut dosierten Ausfallschritten über den Altar. Allerdings muss man nicht fünf Jahre seines Lebens im katholischem Privat-Vollzug verbracht haben, um zu checken, dass die klerikale Masche keine Orgel braucht, um mit Geklimper und Geharfe an den Pforten der Wahrnehmung zu klopfen. Christoph Benkeser
 


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Larry Heard – Sceneries Not Songs Vol.1Vinyl 2LP Larry Heard – Sceneries Not Songs Vol.1 (Alleviated)
Mit Larry Heards Reissue »Sceneries Not Songs Vol.1« legt man die richtige Platte für Zimmerreisen während der Corona-Kacke auf. Dabei muss man nicht die abgelaufenen Pillen vom Frühjahr wegrotzen, um in den Welten aufzugehen, die der Maestro zwischen Downtempo-Urlaub auf den Balearen und Late-Night-Badebomben in die Synapsen zeichnet. Nennt es Easy Listening oder Lounge-Mukke, Larry Heard hatte in seinem linken Finger mehr Groove als die ganze Muzak-Kompanie in ihren Pipelines. Christoph Benkeser
 

Lil Gin - Da Serpent's StepsonVinyl LP Lil Gin – Da Serpents Stepson (Southwest Enterprise)
Wir sind in Memphis jetzt. Mitte der 90er. Man denke an DJ Paul, Three 6 Mafia, all diese schönen Dinge halt. In diesem Kosmos fand auch ein gewisser Lil Gin statt. Der Dude war * checkt nochmal seine Notizen * 14 als er 1995 »The Serpent’s Stepson« aufnahm. Und der rappt halt aaaallle kaputt. Saxophon, Pimps, Player Haters, Strip Clubs, Paranoia, das ganze Memphis Programm gibt es hier in Perfektion – und das alles noch vor dem Stimmbruch. Pippo Kuhzart
 

Lil' Rascal ‎– Like A Grown As Man Lil’ Rascal ‎– Like A Grown As Man (NorthCyde Vinyl)
Wieder 95. Diesmal Houston. Auf »Like A Grown As Man« fehlt nichts außer vermutlich ein »s« im Titel. Ansonsten klingt hier alles, wie H-Ta’ damals halt klang, zwischen tief in den Sitz gedrückt und zeitweißem Aufmucken auf dem Parkplatz. Alles sehr rotzig und schwererziehbar. Pippo Kuhzart
 

Loredana Berte - Loredanaberte - 70berte Picture Disc Vinyl LP | ● Deluxe Picture Disc Vinyl LP Loredana Bertè – Loredanaberte 70berte (Nar)
Sommer 2019: Die Wellen kräuseln sich an der Küste Apuliens, der Magen ist mit Focaccia Barese gefüllt und der DJ greift ausnahmsweise nicht vorbei, sondern zu »In alto mare«. Anderthalb Jahre später: Berliner Dunkelheit und Distanzmaßnahmen, dank dem Reissue von Loredana Bertès selbstbetiteltem Album von 1980 als »Loredanaberte 70berte« aber zumindest ein Restgefühl vom guten Leben. Und weil dazu auch »Normale O Super« neu aufgelegt wurde, sinken selbst im klammsten Winter die Heizkosten etwas ab. Kristoffer Cornils
 

Loscil – Coast/Range/Arc//Vinyl 2LP Loscil – coast/range/arc/// (Kranky)
Niemand muss an Erlösung glauben. Aber wenn man sie wo findet, dann in den Drones von loscil. Mit »cost/range/arc«, das 2011 erschien und 2020 auf Kranky landete, schließt der Kanadier 1000 Plateaus in Super-Slow-Mo. Eis kracht, der Boden bebt, Armageddon in der finnischen Tundra, am Nordpol oder zu Hause in der durchgestylten Altbauwohnung. Sollte dieser Ambient-Entwurf irgendwann langweilig werden, ist man dazu angehalten, sich flüssigen Stickstoff in die Speiseröhre zu kippen. Christoph Benkeser
 

Maggi Payne – Ahh-AhhVinyl LP Maggi Payne – Ahh-Ahh (Music For Ed Tannenbaum’s Technological Feets 1984-1987) (Aguirre)

Albumtitel des Jahres, klar. Hat sich Maggi Payne – Nachname des Jahres, klar – aber schon viel früher ausgedacht. »Ahh-Ahh« erschien erstmals 2012 auf Root Strata und war damals schon passé, klang aber so frisch und unkonventionell wie nur irgend möglich. Die US-Amerikanerin komponierte die zwischen Synth-Pop und Post-Minimal-Stücken vermittelnden Stücke mit einem Apple und frühen Sampling-Geräten für ein Performance-Stück und tatsächlich gelang ihr wie aus Versehen das Glanzstück, dass dieser Sound fast vier Jahrzehnte später immer noch zeitgemäß und, ja, irgendwie tanzbar klingt. Ahh! Kristoffer Cornils
 

Manfredo Fest – Brazilian Dorian DreamVinyl LP Manfredo Fest – Brazilian Dorian Dream (Far Out)
Für Reissues war 2020 ein erfreuliches Jahr. Unter den vielen großartigen Platten hat Manfredo Fests »Brazilian Dorian Dream« einen festen Ehrenplatz. Auch nach zigmaligem Hören keine Abnutzungserscheinungen beim Fusion-Ansatz des brasilianischen Pianisten, der verschiedene Synthesizer in tropenbunten Farben zu einem Cocktail verrührt, der einem diesen brasilianischen Hüftschwung über das Gehör sofort ins System schießen lässt. Dazu Unisono-Läufe von Gesang und Keyboards – Gegenwehr zwecklos. Tim Caspar Boehme
 

Maria W Horn & Mats Erlandsson – Fältinspelningar Fran Terres De L'ebreVinyl LP Maria W Horn & Mats Erlandsson – Fältinspelningar Fran Terres De L’ebre (XKatedral)
Neues von der Swedish Drone Mafia. Gut, Maria W Horn ist Dänin und dieses Release ursprünglich vor drei Jahren erschienen, aber weil XKatedral-Tapes weggehen wie Klopapier vor Lockdown-Beginn wurde das Ganze unter neuem Namen wieder aufgelegt. Horn und Mats Erlandsson bringen frostigen Knister-Noise, Field Recordings und hin und wieder verirrte Bassfrequenzen zusammen und arrangieren das alles als mahlendes Gletscherkalben in vier Akten. »Fältinspelningar Fran Terres De L’ebre« ist das beste Thomas-Köner-Album, mit dem Köner nichts zu tun hatte. Kristoffer Cornils
 

Masumi Hara - 4 X A DreamVinyl LP Masumi Hara – 4 X A Dream (The Numero Group)
Von allen Mitt-80er-Alben aus Japan ist »4 X A Dream« einer der bizarrsten, soll heißen besten. Masumi Haras farbenfroher Synthie-Pop mit kankyō-ongaku-Anschluss, New-Wave-Spirit, Steel-Drum-Spielereien und groovenden Offbeat-Riddims bringt zusammen, was überhaupt nicht zusammengedacht werden sollte und hier in vollster Perfektion durcheinanderkullert. Alles reibt und entzündet sich aneinander. Ein luzider Traum von einem Album. Kristoffer Cornils
 

Naná Vasconcelos With Agustín Pereyra Lucena – The Incredible NanaVinyl LP Naná Vasconcelos & Agustín Pereyra Lucena, – The Incredible Nana (Altercat)
Anfang der 1970er Jahre in einem zum Darkroom umfunktionierten Studio in Buenos Aires: Berimbau-Jungspund Naná Vasconcelos und Gitarrero Agustín Pereyra Lucena bezirzen sich nach Strich und Bogen, naschen an magischen Pilzen aus dem Regenwald und halten für die verlorenen Geister eine Séance ab. Aber: What happens in the darkroom, stays in the darkroom. Daran hat man sich lang genug gehalten. In Zeiten von TikTok-Kochkursen und Telegramm-Wendlern ist die wahre Wahrheit gerade gut genug. Christoph Benkeser
 


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Nurse With Wound – Rock 'N Roll StationVinyl LP Nurse With Wound – Rock N Roll Station (Abstrakce)
Machen wir uns nichts vor, Alben von Nurse With Wound sind normalerweise Wurzelbehandlungen. Rock N Roll Station ist jedoch der große Ausreißer in Steven Stapletons Werk, eine rotzige Dada Rock Session mit konstantem Drumcomputer-Herzschlag auf stabilen 88BPM und den bluesigsten Vocals diesseits von Alan Vega. Natürlich legt Stapleton den Bohrer nicht komplett zur Seite, aber insgesamt ist das das Album, das Suicide in den 90er hätten machen müssen. Florian Aigner
 

Nuts & Co - KangourouVinyl LP Nuts & Co – Kangourou (Camisole)
Wäre »Kangourou« ein Lockdown-Produkt, würde man Nuts & Co wohl raten nicht ganz so dick aufzutragen: strenge deutsche Spoken Words und französischer Existential-Dread kombiniert mit neoklassischen Pianos, Tribal-Drums und 8-Spur-No-Wave – ein Album, das also geradezu um Nosedrip Plays bettelt. Was nach Bandcamp-Bot riecht, ist aber einfach einer dieser verdammten Geniestreiche, die irgendwie 1982 noch machbarer schienen. Florian Aigner
 

O Yuki Conjugate – Into Dark WateVinyl LP O Yuki Conjugate – Into Dark Water (Emotional Rescue)
Vielleicht gar nicht so übel, dass »Into Dark Water« über drei Jahrzehnte auf ein würdiges Reissue warten musste und erst 2020 vom brillanten Reissue-Label Emotional Rescue die entsprechende Behandlung erhält. Schließlich sind die entgrenzten Weiten dieses Albums verdammter Seelenbalsam für eine Zeit, in der nichts mehr gewiss scheint. Bezirzt von aufsteigenden Harmonien rollt sich dein Trommelfell von Beginn an zum fliegenden Teppich aus und driftet über den schwarzen Pazifik hinweg bis zum Morgenstern am Horizont. Nicht mal Träume sind so schön. Nils Schlechtriemen
 

Pale Cocoon - MayuVinyl LP Pale Cocoon – Mayu (Incidental Music / Conatala)
Pale Cocoons »Mayu« käme heute dabei raus, wenn Meitei sich die Backkataloge von Tsuyoshi Kawabatas vormaligen Tour-Buddys Durutti Column (siehe unten) und der Kassettentäter-Szene in die MPC laden würde: Filigraner Post-Post-Punk und schrabbelige Industrial-Wave-Sounds werden zu pittoresken Vignetten collagiert, die als ganzes ein reichlich schräges, unbedingt aber einladendes Bild ergeben. Neben Masumi Hara (siehe oben) eine der schönsten Neuentdeckungen aus der lange noch nicht vollständig aufgearbeiteten japanischen New-Wave- und Art-Pop-Szene. Kristoffer Cornils
 

Pauline Oliveros, Stuart Dempster, Panaiotis – Deep Listening (Important)Vinyl LP Pauline Oliveros, Stuart Dempster, Panaiotis – Deep Listening (Important)
Ein Akkordeon raunt durch kilometerhohe Hallen tief im Erdinneren, das Dröhnen mächtiger Hörner wallt über die Gezeiten, die mit jedem Anfluten neue Melodien seelischer Zerstäubung preisgeben. »Deep Listening« ist die finale Funk-Übertragung einer vor Äonen verschwundenen Kultur, deren kollektive Erinnerungen nun in Wellen durch den Kosmos schwappen. Meditativ und mystisch, ominös und beängstigend zugleich, öffnet die Klangpoetin Pauline Oliveros hier zusammen mit Posaunist und Didgeridoo-Pionier Stuart Dempster sowie Komponist Panaiotis einen musikalischen Mahlstrom ohne Vergleich. Improvisiert! Nils Schlechtriemen
 

Pharoah Sanders – Live In Paris 1975 (Transversales Disques)Vinyl LP Pharoah Sanders – Live In Paris 1975 (Transversales Disques)
Es braucht hier keine 5 Sekunden und die Maschine läuft. Danny Mixon, Calvin Hill und Greg Bandy surren los, eingespielt und gut geölt, bei diesem im Studio 104 des Office de Radiodiffusion Télévision Française (ORTF) aufgenommenen Konzerts »Live In Paris 1975«, so dass Saxofonist Pharoah Sanders blind einsteigen kann. Niemand schwelgt schöner in den Melodien als er, der große Liebende des Jazz. Diese Aufnahmen sind überhaupt erstmals veröffentlicht und so gesehen, ist es keine Reissue. Aber sei’s drum, die Schallplatte ist einfach zu gut, um unerwähnt zu bleiben. Sebastian Hinz
 

PJ Harvey – Dry - DemosVinyl LP PJ Harvey – Dry – Demos (Island)
Für Leute, die das Vergnügen hatten, in den Neunzigern aufzuwachsen, standen die Chancen gut, die eigene Unschuld mit, an oder durch PJ Harvey zu verlieren. Erotischer rotzte seither niemand über angesoffene Basslines, die sich durch die Verstärker bohrten wie eine Packung Schrot durch Kurt Cobains Schädeldecke. Zu Harveys 1992er-Debüt »Dry« kamen in diesem Jahr die akustischen Demos raus – und das in einer Zeit, in der ohnehin alle in ihren Wohnzimmern an ihren Klampfen rumzupften. Dreckig wie drei Nasenabstriche. Christoph Benkeser
 

Pole – 1 2 3 1 | ● 2 | ● 3 Pole – 1 2 3 (Mute)
»Kirschenessen«, »Huckepack«, »Fohlenfurz« – allein für die Namen seiner Stücke hätte Pole vor über 20 Jahren den Publikumspreis beim Wettjodeln in Klagenfurt verdient. Dass er zwischen den Alben »1«, »2« und »3« keine Kamerakinder verbraten hat, ist dem Düsseldorfer Dub-Dandy genauso hoch anzurechnen, wie die Tatsache, dass man zu seiner Mukke herrlich kiffen konnte. Aber was heißt hier konnte. Wer noch nie zur Pole’schen Entschleunigungskur nach Jointstummeln in Sofaritzen gefummelt hat, werfe die erste Knospe. Christoph Benkeser
 

Pub – Do You Ever Regret Pantomime?Vinyl LP Pub – Do You Ever Regret Pantomime? (Ampoule)
Warum sich der schottische Labelgründer von Ampoule nach der Lieblingseinrichtung der Briten benannte, dürfte sein Geheimnis bleiben. Dass Pub mit »Do You Ever Regret Pantomime« bereits 2001 die Ambient-Dub-Platte des Jahrzehnts rausbügelte, eher weniger. Mit seiner Debüt-Platte geht eine ganze Stunde und elf Tracks lang, immer und immer wieder die Sonne am Polarkreis auf. Wer genug von Hochnebel-Massaker in deutschen Bundesstädten hat, zieht sich diese musikgewordene Lichtlampe auf den Teller und tankt drei Gläser Frühlingsrausch. Christoph Benkeser
 

Rapoon – Vernal CrossingVinyl LP Rapoon – Vernal Crossing (Abstrakce)
Bis zum Beginn der 1990er Jahrer prägte Robin Storey maßgeblich den Sound der britischen Industrial-Pioniere Zoviet France, bevor er als Rapoon eine eigene Soundmythologie zu schreiben begann. »Vernal Crossing« ist vielleicht nicht der einzige, aber der erste Höhepunkt in seinem bis heute hochproduktiven Output zwischen tribalem, rituellem und düsterem Ambient. Zutiefst archaische Musik, die mehrtägige Trips, ganze Filme.. ach was: komplette Anthologien von Filmen über die Trips unserer berauschten Ahnen scoren könnte. Also auf keinen Fall nüchtern hören! Nils Schlechtriemen
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Rie Murakami – SaharaVinyl LP Rie Murakami – Sahara (Ship To Shore)
Wer sich, statt illegale Carport-Partys während der Lockdown-Zeit zu veranstalten, lieber mit der Vergangenheit beschäftigt, bekommt mit Rie Murakamis »Sahara« eine Go-to-Begleiterin an die Seite gestellt. Die Platte mit dem Michelin-Fettsack auf dem Cover erschien 1984 und klingt, als kauten Lionel Ritchie, Cyndie Lauper und Nena auf einer Packung Bazooka Bubble Gum, um 99 Blasen über dem Nachthimmel von Tokio aufsteigen zu lassen. Definitiv geiles Zeug, das! Christoph Benkeser
 

Robin Jones Seven – El MajaVinyl LP Robin Jones Seven – El Maja (Jazz Room)
»El Maja« von Robin Jones Seven ist wie ein Thermostat. Die Platte regelt die Temperatur, allerdings nicht in der Wohnung, sondern im Herzen. Ja, mei – ein bisserl Pathos darf bei diesem Katastrophenjahr eben auch durchblitzen, sonst könnte man angesichts der Gesamtscheiße täglich in Versuchung kommen, den Kinderpunsch mit ein paar Schlucken aus der Rum-Pulle zu pimpen. Dann doch lieber Augen zu und durch – und am besten an Sommer, Strand und Capri Sonne denken. Christoph Benkeser
 

Saâda Bonaire – Saâda BonaireWhite Vinyl LP | ● Black Vinyl LP | ● Clear Vinyl LP Sâada Bonaire – Sâada Bonaire (Captured Tracks)
Wenn irgendwann selbst einigermaßen frische Reissues für dreistellige Beträge über die Discogs-Ladentheke gehen, hat entweder irgendjemand etwas ganz furchtbar falsch oder jemand anderes es ganz fantastisch richtig gemacht. In welche Kategorie Sâada Bonaire nun fallen, sollte allen klar sein. Neben Elektro-Dschungel das beste transkulturelle Projekt, das die 80er in der BRD hervorgebracht haben und somit mehr als essentiell für alle, die wissen, dass auch diesseits des Tellerrands viel zu entdecken ist. Kristoffer Cornils
 

The Durutti Column – Vini Reilly & Womad LiveVinyl LP The Durutti Column – Vini Reilly & Womad Live (Factory Benelux)
Crazy: Vini Reilly lebt noch und hat letztens sogar neue Musik veröffentlicht. Zum diesjährig partiell flachgefallenen Record Store Day wurde auch die nach ihm benannte, in der Neuauflage durch Live-Aufnahmen aus dem Umbruchsjahr 1988 ergänzte ergänzte LP von The Durutti Column wieder auf den Markt geworfen. Noch immer bleibt gültig, was Gott einst Tony Wilson diktierte: »It’s good music to chill out to«. Und ja, der eine Song aus Jamie XX’ Boiler-Room-Set ist gleich zwei Mal mit drauf. Essentielle Angelegenheit. Kristoffer Cornils
 

The Master Musicians Of Jajouka – Apocalypse Across The SkyVinyl LP The Master Musicians Of Jajouka – Apocalypse Across the Sky Feat. Bachir Atta (Zehra)
Das Reissue-Label Zehra geht die Dinge langsam an: Nachdem 2019 das ikonische Zusammentreffen von Maleem Mahmoud Ghania und Pharoah Sanders von ihnen neu aufgelegt wurde, zogen die Betreiber in diesem Jahr Bill Laswell wieder nur eine von ihm in den 90ern produzierte Platte aus der Nase. Macht aber nichts, weil die vertrackte Trance-Musik von den Master Musicians Of Jajouka unter Bandleader Bachir Atta noch bis nächsten Sommer die Gehirnwindungen zum Schlackern bringt. »Apocalypse Across the Sky« ist ein Mammutalbum. Lange Verdauungs-, noch längerer Halbwertszeit. Kristoffer Cornils
 

The Primitive Painter – The Primitive Painter:Vinyl LP The Primitive Painter – The Primitive Painter (Apollo)
Die Liste der gemeinsamen Projekte von Jörn Elling Wuttke und Roman Flügel ist lang, länger noch aber hallt ihre Arbeit unter dem Namen The Primitive Painter nach. Nach einer 1993 erschienenen Single fasste ihr selbstbetiteltes, durch sieben weitere Stücke angereichertes Debütalbum im Folgejahr ihre ganz eigene Interpretation von britischem IDM und Ambient Techno zusammen. Ethno-Gesang, Flamenco-Gitarren: Selbst die peinlichsten Klischees dieser Ära entwickeln in dieser Musik einen anziehenden Drive. Besser konnten das höchstens B12. Kristoffer Cornils
 

Three 6 Mafia - End Vinyl LP Three 6 Mafia – End
Heute hauptsächlich für seine etwas tumbe Greenery-Hymne »Where Is Da Bud« bekannt, ist »End« in mancherlei Hinsicht das definierende Three 6 Mafia Album. Ein Bein im Grab, ein Bein im Club, trifft hier der rumpelige Horrorcore von »Mystic Stylez« bereits auf »Stay Fly« Prototypen, die die zweite Three 6 Ära so sehr prägten. Florian Aigner
 

Tibor Szemzo - Snapshot From The IslandVinyl LP Tibor Szemző – Snapshots From The Island (Fodderbasis)
»Snapshots From The Island« ist einer dieser Glücksfunde, die selbst im stark aufgestellten Reissue-Game des letzten Jahrzehnts heraussticht. Auf drei Tracks probierte sich Tibor Szemző gemeinsam mit László Hortobágyi Ende der achtziger Jahre an New-Age-Ambient, Stotter-Industrial, Flöten-Minimal-Music und Balearen-Downbeat, brachte in einem Streich also den heißesten Scheiß der damaligen Jetztzeit mit der Avantgarde von (vor-)gestern in Einklang und all das funktioniert heutzutage nicht minder gut. Eine Platte, die gehört werden will, nein, muss. Kristoffer Cornils
 

Vladislav Delay – MutilaVinyl LP Vladislav Delay – Mutila (Keplar)
Bevor lo-fi ein Ding war, Soundartefakte auch in der Clubmusik populär wurden und alle irgendwie mechanisch bis dreckig klingen wollten, channelte Sasu Ripatti schon als Vladislav Delay völlig singulären Dub Techno durch meterdicke Milchglaswände hinter denen diffuse Erinnerungen pochen. »Multila« konstruiert aus verwaschenen, verzerrten Pads, bizarr synkopierten Drumpatterns und hyperprozessierten Samples nahezu lebende Texturen, die wachsen wie Pilze im Regen – und nicht nur seiner, sondern auch unserer Zeit weit voraus sind. Nils Schlechtriemen
 

Yas-Kaz - Jomon-Sho Yas-Kaz – Jomon-Sho (Glossy Mistakes)
Die Resteverwertung der kankyō-ongaku-Ära in den 80er Jahren durch einschlägige Reissue-Labels nimmt mittlerweile verzweifelte Züge an, treibt manchmal aber noch echte Perlen an die Oberfläche. Während Studio Mule mit »Virgo Indigo« den Jazz-Interessen von Yas-Kaz neues Leben einhauchte, schnappte sich das spanische Label Glossy Mistakes mit »Jomon-Sho« das eigentlich essentielle Album des Weirdo-Percussionistin und New-Age-Komponisten. Danke dafür, als nächstes dann bitte Geinoh Yamashirogumi. Kristoffer Cornils
 


DER GROßE VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.

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Music Review | verfasst 19.08.2014
Harald Großkopf
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Probierlustige Neugier. Auf seinem zweiten Album von 1986 »Oceanheart« präsentiert Harald Großkopf ein deutlich erweitertes Vokabular.
Music Review | verfasst 30.07.2014
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Kollektion 01 – Sky Records compiled by Tim Gane
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Music Review | verfasst 24.10.2014
Deutsche Wertarbeit
Deutsche Wertarbeit
Dorothea Raukes hat als Deutsche Wertarbeit die elektronische Musik bereichert. Ihr Album ist jetzt bei Bureau B wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 28.10.2014
Hans-Joachim Roedelius
Tape Archive 1973-1978
Bureau B fördert zu dessen 80. Geburtstag unveröffentlichte Skizzen von Hans-Joachim Roedelius zu Tage. Für Kenner ein wahrer Goldschatz.
Music Review | verfasst 27.10.2014
Various Artists
Kollektion 2. Roedelius (Electronic Music) – compiled by Lloyd Cole
Zum 80. Geburtstag von Hans-Joachim Roedelius hat Llyod Cole für Bureau B eine scharf umrissene Auswahl zusammengestellt.
Music Review | verfasst 21.10.2014
Alexander Hacke
The Cut O.S.T.
Der Soundtrack von Fatih Akins »The Cut«, komponiert von Alexander Hacke, ist jetzt bei Bureau B erschienen.
Music Review | verfasst 13.11.2014
Faust
Just Us
Mit den Klangskizzen auf »Just Us« fordert Faust andere Musiker auf diese um ihren Teil zu ergänzen.
Music Review | verfasst 18.11.2014
Tarwater
Adrift
»Adrift«, der dreizehnte Longplayer von Tarwater, ist ein geschmackvoll instrumentiertes, ruhiges Album mit durchaus positiver Stimmung.
Music Review | verfasst 16.01.2015
Schneider Kacirek
Shadow Documents
Was wie das Schlagzeug des einen klingt, ist die Elektronik des anderen: Stefan Schneider und Sven Kacirek machen gemeinsame Sache.
Music Review | verfasst 28.01.2015
Cluster
Japan live
Auf »Japan live« versammeln Cluster Konzertaufnahmen aus dem Jahr 1996, die so konzentriert klingen, als seien sie im Studio entstanden.
Music Review | verfasst 28.01.2015
Cluster
USA live
Auf Clusters »USA live«-Album kann man erleben wie sie das Zarte und Verspielte mit dem Schroffen oder gar leicht Bedrohlichen kombinieren.
Music Review | verfasst 20.02.2015
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Kollektion 03: Populäre Mechanik
Hier prallen die Welten gleichzeitig aufeinander und verschmelzen ineinander. Man muss dem Zusammensteller dieser Auswahl dankbar sein.
Music Review | verfasst 23.04.2015
Automat & Max Loderbauer
Selekt 01
Auf »Selekt 01« spielt das Trio Automat gemeinsam mit Max Loderbauer die Spannung zwischen Wiederholung und Differenz aus.
Music Review | verfasst 12.05.2015
Rüdiger Lorenz
Southland
Auf der Platte »Southland« des Hobbymusikers Rüdiger Lorenz gibt es einige schöne Entdeckungen zu machen.
Music Review | verfasst 29.05.2015
Automat
Plusminus
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Rolf Trostel
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Rolf Trostel machte Anfang der 1980er Jahre Musik am Synthesizer. Sein Album »Two Faces«ist soeben bei Bureau B wieder erschienen.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
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Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
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Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
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DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
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Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
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Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
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Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
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Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
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Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
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Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
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50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
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Hōzan Yamamoto
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Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
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Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.