Music Liste | verfasst 01.12.2021
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Text Sebastian Hinz, Kristoffer Cornils, Florian Aigner, Benjamin Mächler, Pippo Kuhzart, Björn Bischoff, Christian Neubert, Tim Caspar Boehme, Lars Fleischmann, Christoph Benkeser, Jana-Maria Mayer, Martin Georgi
Jrb_2021_magazin_reissues_3000px_2000px

Wussten manche schon immer, fiel anderen erst vor Kurzem auf: Früher war wirklich alles besser. Okay, kleiner Spaß am Rande, allerdings liest sich der jährliche Reissue-Round-up dann doch wie eine Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Ob nun Arovane, Autechre oder Porter Ricks, Alice Coltrane, Sun Ra und Hiroshi Suzuki, Akiko Yano oder doch Arthur Russell: Noch immer werden jede Menge Schätze der Vergangenheit gehoben, neu verpackt und in eine Welt entlassen, die aus diesen Sounds ihre Lehren ziehen und sie sich gründlich hinter die Ohren schreiben sollte.

Während in aller Welt Jazz neu gedacht wird, liefert der Blick in die Vergangenheit schließlich jede Menge Inspiration. Genauso verhält es sich mit elektronischer Musik und den transkulturellen Versuchen früherer Generationen, die auf einige der in diesem Jahr neu aufgelegten Schallplatten festgehalten wurden. Nicht selten aber erzählen Reissues mehr als nur musikalische Geschichten, sondern sie legen Zeugnis ab von bestimmten Menschen, von den sie umgebenden Kontexten oder gar den Widrigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sahen. Und das letztlich macht es so wertvoll, sich auf sie einzulassen, als Handlungsdirektiven und Hoffnungsspender.

Obwohl es manchmal wirken mag, als sei früher wirklich alles besser war – selbst inmitten der beschissensten Gegenwart bleibt die Zukunft ein unbeschriebenes Blatt und liefert die Vergangenheit die Tinte, mit der sich das ändern lässt. Es folgen die 50 besten Beispiele für diese Behauptung. Kristoffer Cornils


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Akiko Yano - Ai Ga Nakucha NeVinyl LP Aiko Yano – Ai Ga Nakucha Ne (WeWantSounds)
Um das ein für alle Mal klarzustellen: Ohne Akiko Yano würde Hosono vermutlich weiterhin Folk Rock auf irgendwelchen Retromania-Events spielen und Sakamoto gäbe Klavierunterricht. Und sowieso gehören Alben wie »Ai Ga Nakucha Ne« zu den Sternstunden japanischer Popgeschichte der frühen 1980er, weil Yano schon damals einen Scheiß auf Techno- und City-Pop-Empfindlichkeiten gegeben und stattdessen lieber ihr Ding gemacht hat. Die beste absonderliche Popmusik, die bei den ersten drei Durchläufen überhaupt nicht absonderlich klingt und gerade deshalb nachhaltig verstört. Kristoffer Cornils
 

Al-Dos Band - Doing Our Thing With PrideVinyl LP Al-Dos Band – Doing Our Thing With Pride (Kalita)
Eine Disco-Platte ohne Ballast und Brimborium altert wie Keith Richards. Langsam. Und zwischen den Falten des Lebens. Die Al-Dos Band, eine Band aus South Carolina in den USA, hat 1976 eine Platte aufgenommen, die dahingehend ewig lebt. Keine Bläser, kein Pomp, kein Glitzer im Toupé. Nur Musik, die den Funk aus dem Beckenboden presst und den Soul druch der Zerstäuber pumpt. »Doing Our Thing With Pride« ist das Motto, Kalita Records sei Dank! Christoph Benkeser
 

Alice Coltrane - Kirtan: Turiya SingsVinyl LP Alice Coltrane – Kirtan: Turiya Sings (Impulse!)
Spiritual Jazz, mal anders: »Kirtan: Turiya Sings« ist ein Meditationsalbum für Stimme und Wurlitzer, welches das New-Age-Jahrzehnt einläutete und seiner Zeit dann doch voraus war wie Alice Coltrane sowieso schon immer eine Transzendenzebene über den Dingen schwebte. Als ihr erstes Gesangsalbum überhaupt stellt es eine Besonderheit in ihrer sowieso schon außergewöhnlichen Diskografie dar, bringt vor allem aber selbst die säkularsten Typen dazu, zu spirituellen Einsichten zu gelangen. Alles anders, alles wie gehabt: Coltrane war eine der größten aller Zeiten, periodt. Kristoffer Cornils
 

Amancio D'Silva - Konkan DanceVinyl LP Amancio D’Silva – Konkan Dance (Roundtable)
Das 1972 in London aufgenommene Werk »Konkan Dance« fand damals aus unbekannten Gründen nicht ans Tageslicht. Es blieb lange Zeit unveröffentlicht. Aus dem Dornröschenschlaf wurde es erstmalig in den 2000er geküsst, zuletzt von dem Label The Roundtable. Modaler Jazz und Indische Klassik vereinen sich zu einem Indo-Jazz-Hybriden getragen von Amancio D´Silvas Gitarre, die es versteht, psychedelische Reize zu versprühen. Martin Georgi
 

Arovane – Atol ScrapVinyl 2LP Arovane – Atol Scrap (Keplar)
Da rutscht einem vor lauter Freude schon mal der linke Daumen beim Tinder-Swipen aus, wenn das erste Vinyl-Reissue von Arovanes »Atol Scrap« auf den Plattenteller springt. 1999 veröffentlicht, hat Uwe Zahn mit dem Album einen eigenen Meilenstein in die Irgendwas-mit-IDM-Landkarte gehämmert. Dass das Teil nach über 20 Jahren noch immer funktioniert, hat wahrscheinlich weniger mit der heutigen Musik als mit dem genialen Dilettantentum zu tun, das damals in und um Berlin herrschte. Muss man nur die Kollegen Hinz & Kunz(e) fragen, schon sprudelts los. Berlin Ende der Nineties. Das ist der Sound dafür. Christoph Benkeser
 

Arpeggio Jazz Ensemble – Le-LeVinyl LP Arpeggio Jazz Ensemble – Le Le (JazzRoom)*
Wem der Baker zu seicht und der Brötzmann zu heavy ist, der fühle sich an dieser Stelle erstens total gut verstanden und zweitens primast von *
Arpeggio Jazz Ensembles** »Le Le« abgeholt. Dieses 1987er Meisterwerk ist Spiritual Jazz mit einer ordentlichen Menge afrokubanischer Einflüsse, perfekt zwischen Anspruch auf Anspruch und Anspruch auf Genuss konsumierbar. Pippo Kuhzart
 

Arthur Russell - Another ThoughtVinyl LP Arthur Russell – Another Thought (Be With)
Schon klar, es sagt viel über den Zustand dieser Welt aus, dass das Werk von Menschen wie Julius Eastman oder seinem Buddy Arthur Russell erst mit Jahr. Zehn. Ten. wirklich erschlossen wird, andererseits jedoch auch über ihre Musik: War halt ihrer Zeit voraus, was willste machen. Die Neuauflage von »Another Thought« durch Be With mag die gefühlte zwanzigste der letzten zehn Jahre sein, das große Fragezeichen wird damit aber noch nicht weggewischt: Wenn die Leute es schon damals gecheckt hätten, wie sähe dann heutzutage die Welt aus? Die Antwort immerhin fällt leicht: besser. Trauriger, aber besser. Kristoffer Cornils
 

Autechre – Chiastic SlideVinyl LP Autechre – Chiastic Slide (Warp)
Sollte glitchiger IDM während der 1990er Jahre je die Schwelle zur entrückenden Zukunftsvision überschritten haben, geschah das zum vierten Male im Februar 1997, als Sean Booth und Rob Brown als Autechre abermals demonstrierten, was elektronische Avantgarde heißt – und was nicht. Warum man ihr viertes Album »Chiastic Slide« dennoch über zwei Dekaden auf ein amtliches Reissue warten ließ, bleibt ungeklärt. Vielleicht Impact-Maximierung? Die auditive Wiedergeburt ist dank amtlicher Warp-Pressung jedenfalls komplett geglückt und beschert uns in diesem abermaligen Scheißjahr das abgefahrenste Weihnachtsgeschenk südlich des Krebswendekreises. Wie Jesu Rückkehr, nur besser. Nils Schlechtriemen
 

Barcelona Traction - Barcelona TractionVinyl LP Barcelona Traction – Barcelona Traction (Sommor)
Wetten, dass immer noch mehr Fusion aus den 70ern geht? Barcelona Traction, ein katalanisches Jazz-Trio, veröffentlichte 1975 ihr selbstbetiteltes Debüt. Und Sommor, das spanische Reissue-Label für undergroundigen Shit, reißt alte Wunden auf, um neue Rillen ins Vinyl zu pressen. Es klimpern die weißen Tasten am Minimoog, und der Wurlitzer heizt durch, während man unterm Palmenbaum den dritten Sangria wegrüsselt. Eine Platte als Cocktail-Party. No more. More less! Christoph Benkeser
 

Boris – FloodVinyl LP Boris – Flood (Third Man)
Es gibt Alben, die auf Schallplatte einfach Nullkommanull Sinn ergeben und »Flood« steht ganz oben in dieser Liste. Aber es ist Jack White egal, es scheint auch Boris selbst schnurz und ehrlich gesagt kommt das Reissue dieses psychedelischen Meisterwerks in vier zerstückelten Teilen dann vor allem für Fans als willkommene Erinnerung daran, wie die japanische Band in ihrer besten Zeit mal klang: völlig grenzenlos, minimalistisch überdreht, dauerbekifft und doch hyperfokussiert. Ein sacht wabernder Gigant von einem Album, selbst mit zwischendurch Umdrehenmüssen. Kristoffer Cornils
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Brian Brown Quintet - Carlton StreetsVinyl LP Brian Brown Quintet – Carlton Streets (Roundtable)
Australischer Jazz aus den 1970ern? Count me in! Selbst für den Fall, dass Brian Brown, der Mann, der dem Quintett seinen Namen lieh, ein kolossaler Krachkopf gewesen sein sollte, will man hören, was Down Under vor 50 Jahren aus der Querflöte gehustet wurde. »Carlton Streets«, das das Melbourner Label The Roundtable neu aufgelegt hat, pfeift auf die Standards – und stoßlüftet zwischen Bobbi Humphrey und einem durchgedrehten Hancock durch. Ganz großes Damentennis! Kristoffer Cornils
 

Coil – Love's Secret DomainVinyl LP Coil – Love’s Secret Domain (Infinite Frog)
Dreißig Jahre später: Coil sind tot, ihre Musik überdauerte sie und wird auch uns überdauern, ihr Schaffen einer neuen Generation zugänglich gemacht. Immer und immer wieder. Mit **"»Love’s Secret Domain«":https://www.hhv-mag.com/de/feature/11543/records-revisited-coil-love-s-secret-domain-1991 erschien dieses Jahr eines ihrer Wendepunktalben, nach denen nichts mehr so war wie zuvor, sowohl für das Projekt als auch für den Rest der postmodernen Musikwelt. Ein genau sechzigminütiger Malstrom aus Spätindustrial, Poesie, Sexmagie und ersten manischen Vorahnungen europäischer Clubsounds. Immer wieder unterschätzt: Danny Hydes maßgebliche Rolle hinsichtlich Produktion und Ausgestaltung dieses in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Gesamtkunstwerks. Nils Schlechtriemen
 

Costa Blanca - Viaje A PrantiaVinyl LP Costa Blanca – Viaje A Prantia (Altercat)
Das Berliner Label Altercat gräbt Perlen der Vergangenheit aus, die nicht durch Zufall in die YouTube-Recommendations gespült werden. Costa Blanca, ein spanisches Jazz-Rock-Ding aus den späten 70ern, gehört definitiv dazu. Mit »Viaje A Prantia« produzierte das Quartett 1977 ein Album. Danach war Sense. Entweder haben sich die Typen zu viel Kraut in die Birne gepfiffen oder einfach auf die Musiksache geschissen. Vielleicht hat man auch einfach den Weather Report gehört. Und sich auf eine never-ending Siesta geeinigt. Fair! Christoph Benkeser
 

Fennesz & Ryuichi Sakamoto – CendreVinyl LP Fennesz & Ryuichi Sakamoto – Cendre (Line)*
Der österreichische E-Mail-Checker Fennesz und der japanische Ambientionist Sakamoto haben aus ihrer Zusammenarbeit eine Heiratssache zur Liebesgeschichte gemacht. Um mit »Cendre« eine Platte zu produzieren, auf die sich die E-Musik-Abteilung im Musikverein genauso einigen konnte wie 15-jährige Call-of-Duty-Pros, die auf der Suche nach Erlösung dem YouTube-Heiland vertrauten. Und heute mit Atonal-Shirts im Philosophie-Seminar sitzen. Ambient für die E-wig-keit! Christoph Benkeser
 

François De Roubaix – Les Secrets De La Mer RougeVinyl LP Francois De Roubaix – Les Secrets De La Mer Rouge (Transversales Disques)
Manchmal scheint ein Hauch Italowestern durch die Sierra Nevada zu wehen. Dann wieder meint man, das Herz des Dschungels pochen zu hören – mitunter gar den des Asphaltdschungels. Stattdessen vertont François de Roubaix´s Score die See, genauer: Das Rote Meer. Dass das ohne Widersprüche funktioniert und auch zwischen klimatisierten Betonwänden Spannung, Fernweh und Outlaw-Romantik erzeugt, liegt eventuell daran, dass der Soundtrack der TV-Serie **"»Les Secrets de la Mer Rouge«":https://www.hhv-mag.com/de/review/11458/francois-de-roubaix-les-secrets-de-la-mer-rouge-o-s-t ein Hybrid ist: Er setzt auf eine organisch-hippieeske Orchestrierung, zu der sich in der zweiten Staffel – sie erschien 1975, acht Jahre nach der ersten – neumodische Synthie-Klänge gesellen. Schön!Christian Neubert
 

Hiroshi Suzuki - CatVinyl LP Hiroshi Suzuki – Cat (We Release Jazz)
Japanischer Jazz und seine Raritäten: Mit dem Album »Cat« des Posaunisten Hiroshi Suzuki gab es in diesem Jahr eine Neuauflage einer fast kultisch gefeierten Platte. Obwohl sie bis dahin wohl die wenigsten Menschen gehört haben. Was sich jetzt ändert. Denn die 1976 erschienen Stücke verknüpfen Fusion und Einflüsse vom Funk zu einem geschmeidigen Sound, der den US-Alben dieser Zeit kaum nachsteht. Die perfekte Platte für die Stunden mit künstlichem Licht und hochprozentigen Alkoholika. Björn Bischoff
 

Hozan Yamamoto & Yu Imai - Akuma Ga Kitarite Fue Wo FukuVinyl LP Hozan Yamamoto & Yu Imai – Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku (Label)
Bei Bambusflöten ist man geneigt, an folkloristische Darbietungen in Fußgängerzonen zu denken. Bei Hozan Yamamoto ist das anders. Seinem Instrument, der Shakuhachi, erschloss der japanische Komponist und Virtuose ganz eigene Regionen. In seinem Soundtrack zum Film „Die Flöte des Teufels“ von 1979 sind das vor allem Fusionwelten, gern diabolisch reduziert mit knarztrockenem Bass und Schlagzeug und eisigen Synthesizern. Ohne das gehört zu haben, kann man kaum behaupten, die Bambusflöte zu kennen. Tim Caspar Boehme
 

Ian Carr - BelladonnaVinyl LP Ian Carr – Belladonna (Mr Bongo)
»Belladonna« klingt so, als hätte John McLaughlin häufiger zum Whiskey und seltener zum Joint gegriffen, als hätte überhaupt das Mahavishnu Orchestra mehr Bock auf Groove statt auf Entgrenzung gehabt. Fusion-Jazz ohne die benebelte Laune, ohne den Stallgeruch des Profi-Muckertums. Ian Carr und seine Mitspieler haben über sechs Stücke offensichtlich etwas, das bei der ganzen Sache einst im Vordergrund stehen sollte und dann doch dem ständigen Selbstbeweis weichen musste: Spaß zusammen. Gab’s damals also, könnte es heut gern wieder geben. Kristoffer Cornils
 

Idee Du Femelle - SequencesVinyl LP Idee fu Femelle – Sequences (Musica Maquina)
Im Windschatten des Hypes um die Mega-Clubs wie Berghain und Fabric hatte sich in den letzetn zehn Jahren diese wunderbar undergroundige Nische an Programm- und Wohnzimmerclubs geöffnet, die immer wieder in den Annalen kramen, um neuen-alten heißen Scheiß zu finden. Solch’ ein Fundstück (von Hivern Discs-Chef John Talabot) ist jene Kassetten-Reissue des Barceloniken Toni Parera. Elektronisch, trocken bisweilen düster, geschult an Industrial-, Tribal- und Fourth World-Sounds! Lars Fleischmann
 

Joe Mcphee & Lasse Marhaug - Harmonia MacrocosmiaVinyl LP Joe Mcphee & Lasse Marhaug – Harmonia Macrocosmia (Actions For Free Jazz)*
Man hat sein Musikerhörer:innen Seepferdchen besser erfolgreich abgeschlossen, bevor man sich »Harmonia Macorcosmia« annimmt, selbstverständlich spielen Joe McPhee und Lasse Marhaug nicht zur Höregwohnheit hin, sondern von ihr weg. Die Tröte trötet, die Uhr tickt, die Electronics haben Beton im Getriebe: Nicht leicht nervöses Zähneknirschen ist hier das Ziel, sondern der direkte Biss auf die Betonkante. Im Higher Place dann nichts als nacktes Fleisch. Pippo Kuhzart
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Kevin McCormick & David Horridge – Light PatternsVinyl LP Kevin McCormick & David Horridge – Light Patterns (Smiling C)
»Put the album on, lie back and enter the land of no floors« – mehr muss man zu dieser Platte eigentlich nicht sagen. Was die Mancunians Kevin McCormick und David Horridge Anfang der 80er aus zwei Gitarrenhälsen quetschten, geht 40 Jahre später locker als Instrumentalalbum in Meditationszentren zwischen Wien und Wilhelmshaven durch. Man muss nicht mal am Zirbenpolster schnuppern, um sich mit der Neuauflage auf Smiling C zu berauschen. »Just put it on!«, würden Marisa Anderson-Fans sagen. Christopher Benkeser
 

Koopsta Knice – Da Devil's PlaygroundVinyl LP Koopsta Knicca – Da Devil’s Playground (D-Evil)
Niemand erhofft sich von einer Reissue aus dem erweiterten Three 6 Mafia Umfeld im Jahr 2021 einen signifikanten Erkenntnisgewinn, Koopsta Knica flüstert sich im Proto-Bone-Thugs-Triplet-Flow durch Horrorcore-Klischees, Grünzeug-Propaganda und Corner-Maintenance und das sind noch die unproblematischeren Themen. Aber: dieses Album ist auch 25 Jahre später noch DIE Blaupause für die verrauschte Memphis Nostalgie, in der der stete Niedergang von Soundcloud galant wegignoriert wird und eine gechoppte Hook für einen veritablen Underground Hit ausreicht. Dazu noch das obligatorische, von Spotify und Co. gefressene Art Of Noise Sample und es gibt keine ernstzunehmenden Argumente mehr, warum Da Devil’s Playground an dieser Stelle nicht erwähnt werden muss. Florian Aigner
 

Kurt Stenzel - OST Jadorowsky's DuneVinyl LP Kurt Stenzel – OST Jodorowsky’s Dune (Cinewax)
In diesem Jahr lief »Dune« im Kino an, die Neuverfilmung von Frank Herberts gleichnamigen Kultroman. Zuvor adaptierte David Lynch das Buch für die Leinwand. 1984 war das, ein paar Jahre, nachdem die Rechte für eine erste Verfilmung ausliefen: In den Händen des Midnight-Movie-Megalomanen Alejandro Jodorowsky sollte »Dune« das ultimative Filmereignis werden – zustande kam es nie. Der Dokumentarfilm »Jodorowskys Dune« spürt der Geschichte des »besten Science Fiction Films, der nie gedreht wurde«, nach. Mit einem reduzierten Synthie-Score, der sich erhaben, erbaulich, elegisch, flirrend, flackernd und fluoreszierend über die Bewegtbilder legt – und von ihnen losgelöst zum Reinlegen einlädt.Christian Neubert
 

Lewis Taylor - Lewis TaylorVinyl LP Lewis Taylor – Lewis Taylor (Be With)
Be With haben mit dem 1996er Debüt von Lewis Taylor ein echtes Juwel aus den Archiven gegraben. Die Scheibe hat zwar 25 Jahre auf dem Buckel, doch zeitloser hat der Neo-Soul aus den Neunzigern nie geklungen. Nicht ohne Grund zählten D’Angelo, Aaliyah und David Bowie zu Lewis Taylors heimlichen Fans. Warum ihm trotz überschwänglichem Kritikerlob der große Durchbruch einst verwehrt blieb, ist nicht vollständig verbrieft, aber zumindest wird dem Werk mit dieser Reissue nun die verdiente Ehre erwiesen. Benjamin Mächler
 

Lon Moshe & Southern Freedom Arkestra – Love Is Where The Spirit LiesVinyl 2LP Lon Moshe & Southern Freedom Arkestra Love Is Wehre The Spirit Lies (Strut)
Es ist ja nun relativ offensichtlich, wessen eingerahmtes Porträt Lon Moshe über dem Nachttisch hängen hatte, und nicht nur die Schreibweise seines Southern Freedom Arkestra bringt das zum Ausdruck. Doch bietet dieses erstmals in diesem Jahr veröffentlichte Werk aus den späten 1970er-Jahren dann eben doch mehr als Fußnoten in einer Hausarbeit über Sun Ras musikalisches Nachbeben. Sondern einen im allerbesten Sinne komplett bescheuerten Mix aus Free Jazz, spirituellen Anklängen, übertrieben ambitionierten Soli und jeder Menge nicht-westlichen Einflüssen, der weiterhin wunderbar enigmatisch und elektrifizierend bleibt. Kristoffer Cornils
 

Marcos Resende & Index - Marcos Resende & IndexVinyl LP Marcos Resende & Index – Marcos Resende & Index (Far Out)
Lebensfreude kann man nicht kaufen. Mit »Marcos Resende & Index« kommt man der Sache aber so nah, dass man am liebsten noch zwei Zehner drauflegen würde. Schließlich bringt Marcos Resende, der studierte Mediziner und Session-Pianist für Gilberto Gil und Gal Costa, im Brasilien der 1970er alles mit, was man gegen eine antauchende Winterdepression im Coronawinter tun kann: Schlaghose, Schnurrbart und den Schmäh, aus Fusionküche nicht nur überteuerten Scheiß für Geschäftsessen zu fabrizieren, sondern eine Platte zusammenzubasteln, bei dem den ärgsten Headhuntern einer auskommt. Christoph Benkeser
 

Marcus Fischer – MonocoastalVinyl LP Marcus Fischer – Monocoastal (12k)
»Monocoastal« ist das 12k-Album to end all 12k albums. Marcus Fischer hat hier die freundliche, mit allerhand spielerischen Nebenbeigeräuschen gesäumte Ambient-Philosophie von Taylor Deuprees Label auf nachhaltige Art kondensiert. Diese Platte ist warm und kalt zugleich, ein langsamer Trauermarsch und doch das sacht den Thorax emporkletternde Gefühl von Euphorie. Acht Stücke wie eine seichte Brise inmitten der Hitzewelle: essentiell notwendig, aber genauso ephemer und schnell vergessen. Das Reissue zum zehnten Geburtstag kam erst im Folgejahr raus – genau so eine Platte ist das hier. Kristoffer Cornils
 

Maulawi – Maulawi LPVinyl 2LP Maulawi – Maulawi (180 Proof)
Der Opener von »Maulawi« gehört ohne Weiteres zu den grandiosesten Blaxploitation-Szenen, die nie gedreht wurden. »Street Rap« stellt sich direkt an den Street Corner während das Maulawi-Ensemble das bunte Geschwatze im überhitzten Chicago mit einem super-slicken Jazz Funk überzieht. In sechs mäandernden Titeln kreierte Maulawis 11-köpfige Band 1974 ein buntes, Funken und Leben sprühendes Debütalbum, das nach Lust und Laune zwischen Free Jazz, Criminal Jazz, Jazz Funk und Bossa springt. Der Bass treibt alles, schnarrt und groovt wie ein pinkes Pimpmobile. Und alles klingt dabei lose und spontan und superpräzise zugleich. Jens Pacholsky
 

Michel Portal, John Surman, Barre Phillips – Alors!!!Vinyl LP Michel Portal, John Surman, Barre Phillips – Alors!!! (Souffle Continu)
»Ça Boom ?« »Ça Boom !« »Oo Bam Ba Deep« Einige Titel dieser Reissue hintereinander gelesen, dann klingt das, als würde der große französische Komiker Louis de Funès den hier zu hörenden Free Jazz verbalisieren. »Nein!? – Doch!! – Ohh!!« Hören, Staunen, Weitermachen. »Alors!!!« wurde 1970 von Michel Portal, John Surman, Barre Phillips, Stu Martin und Jean-Pierre Drouet eingespielt. Nun neu von den Originalbändern gemastert und von Souffle Continuu auf 180 Gramm schwerem Vinyl wiederveröffentlicht. 45 Minuten Wahnsinn. Sebastian Hinz
 

Nichts - Tango 2000 Vinyl LP Nichts – Tango 2000 (Cargo)
Mit weiteren Vertretern des einstigen NDW-Labels Schallmauer wird ein Revival probiert: Cargo Records hat in diesem Jahr die ersten beiden Alben von Nichts neuveröffentlicht. »Tango 2000«, das weniger punkige von beiden, schaffte es 1982 auf Platz 22 der Albumcharts. Heute lässt sich die Platte am besten fernab von Vergangenheitsverklärung hören. Mit ihrer separatistisch-individualistischen Attitüde, die im unschuldigen Groove, zu Tango-Rhythmus, quietschenden Gitarren und kessen Parolen dahertanzt, behauptet sie sich geistesgegenwärtiger als gegenwärtige (Deutsch-)Rockmusik.Jana-Maria Mayer
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Nyssa Musique - Comme Au MoulinVinyl LP Nyssa Musique – Comme Au Mouline (Ici Vientot)
Kämen Nyssa Musique aus Japan, hätte uns der YouTube-Algorithmus dieses Album schon vor fünf Jahren in den Sidebar gelegt. So aber mussten Ici Bientôt ran und es einfach auf Gutdünken neu auflegen. Das im Jahr 1985 im Selbstverlag veröffentlichte »Comme Au Moulin« erinnert deutlich an die Musik von vor allem Midori Takada und dem Mkwaju Ensemble oder auch Yas-Kaz in seinen jazzigeren Momenten: Wild drauflos gespielte und doch ewig verfeinerte, Patschuli-verwaschene Musik, die sich aus aller Welt bedienen will, um die Träume einer neuen Transkulturalität wahr werden zu lassen und dann aber doch noch ganz andere Richtungen einschlägt. Die Tropical Drums of Frankreich schlugen selten mit so viel Nachhall. Kristoffer Cornils
 

Pamela Z – EcholocationVinyl LP Pamela Z – Echolocation (Freedom To Spend)
Gen Z’ler winken gelangweilt ab, Plattenladen-Boomer nicken erhaben. »Stop pretending, do it in reality« fordert Pamela Z im Intro ihres Debütalbums »Echolocation« und könnte damit kaum besser in den zeitgenössischeren Diskurs passen. Freedom To Spend hat das ursprünglich 1988 erschienene Album neu aufgelegt. Stimme, Delay, Wave: die ›Musik‹ einer Performancekünsterlin im Amiland der spätern 80er eben. Pippo Kuhzart
 

Phew - PhewVinyl LP Phew – Phew (P-Vine)
Phew hätte ein Star werden können, machte dann aber doch lieber ihr Ding. Die Fakten: Mit Aunt Sally mitbegründete sie eine der führenden frühen japanischen Indie-Bands und schloß sich dann in einem deutschen Studio ein, um mit Conny Plank als Produzenten sowie Holger Czukay und Jaki Liebezeit als Gastmusikern ihr Solo-Debütalbum einzuspielen. Spröder, weirder, elektronisch angereicherter Post-Punk, wie ihn zuvor und danach nie jemand so hinbekommen hat. Alles zusammengehalten von einer der eigenartigsten, einzigartigsten Stimmen im Game. Und dann? Machte Phew Pause, weil sie kein Bock auf den Fame hatte. Die Beste. Kristoffer Cornils
 

Piero Umiliani – AtmospheresVinyl LP Piero Umiliani – Atmospheres (Musica Per Immagini)
Wer bei all den Piero Umiliani gewidmeten Reissues noch den Überblick bewahren kann, dürfte schätzungsweise sowieso eine abgeschlossene Bibliothekarsausbildung hinter sich haben. Für alle anderen gesprochen: »Atmospheres« ist das Album, das wirklich die Zukunft vorausgesehen hat. Unmöglich, dass Vangelis nicht von diesen skurrilen elektronischen Vignetten abgespickt hat, unwahrscheinlich, dass irgendwer widersprechen würde, wenn wir sagen: So hat Umiliani selten geklungen, so nah war Ende der 1970er der Zukunft niemand sonst. Der eine große Pflichtkauf aus der Reissue-Flut, versprochen. Kristoffer Cornils
 

Porter Ricks - BiokineticsVinyl LP Porter Ricks – Biokinetics (Mille Plateaux)
»Biokinetics« ist das beste Dub-Techno-Album aller Zeiten gerade weil Porter Ricks darauf Dub Techno abstrahierten, transzendierten und letztlich hinter sich ließen. Kaum mehr als eine Zusammenstellung einiger Singles mit Bonus-Tracks und doch ein großes Narrativ darüber, den heimischen Hafen zu verlassen, in unbekannte Gewässer aufzubrechen und geläutert wieder heimzukehren. Musik, die den Körper mit Umweg durch den Geist in Bewegung setzt. Ein fluider Meilenstein in elektronischer Musik überhaupt. Kristoffer Cornils
 

Robbie Basho – The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12Vinyl LP Robbie Basho – The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12 (Gnome Life)
Die schlechte Nachricht zuerst: Robbie Basho singt auf dieser Platte. Die gute lautet: Er tut es nur ganz, ganz wenig. Was er ansonsten auf den wahlweise sechs oder zwölf Stahlsaiten seiner akustischen Gitarren an Raga-Anverwandlungen und folkloristischen Variationen aus seinen Fingern fließen lässt, hat magische Kraft. Gar nicht im bedrohlichen oder unheimlichen Sinn, man wird einfach verzaubert. Der wohl wunderlichste von den Künstlern des American Primitivism, wird heute nicht mehr gebaut. Tim Caspar Boehme
 

Roland Bocquet - ParadiaVinyl LP Roland Bocquet – Paradia (WRWTFWW)
Roland Bocquet war Keyboardist bei den französischen Drogen-Heinis von Catharsis. In den 70ern düdelte er auch solo am Moog herum und machte Musik für Kräuter und Hortensien. Wer mit Mort Garsons Pflanzendünger was anfangen kann, muss sich »Paradia« reinziehen. Die Platte ist bei den Allesausgräbern von We Release Whatever The Fuck We Want Records erschienen. Und kommt mit der wunderbarsten Power-Ballade, die jemals zwischen Baguette und Käseplatte zu hören war. Christoph Benkeser
 

Seefeel - Succour (Redux)Vinyl LP Seefeel – Succour (Redux) (Warp)
Seefeel waren in den 1990er Jahren eine Anomalie im Zirkus der elektronischen Musik. Ihr zweites, neu veröffentlichtes Album »Succour« 1995 klang wie ein riesiger verdubbter Hohlraum, der sich in die IDM und Ambient-Technowelle auf ihrem Label Warp Records bohrte. Sind das Gitarren? Drums? Eine Stimme? Oder einfach das Bewusstsein pulsierender Schaltkreise? Wie Seefeel dieses Album ohne Synthesizer und mit einem Minimum an Samples realisierten, bleibt weiterhin ein Rätsel. Aber das wusstest du ja bereits, oder? Jens Pacholsky
 

Singing Dust - Singing DustVinyl LP Singing Dust – Singing Dust (Fresh Hold/Efficient Space)
Jazz, klar. Aber auch: traditionelle indische Musik, Folk, moderne klassische Musik, Miami-Vice-typa Synthesizer und Preset-Rhythmen aus der Drummachine. Fusion und New Age, Muckertum und Ethno-Kitsch. Robert Welsh ist im Jahr 1986 das Unmögliche gelungen, er hat unter dem Namen Singing Dust (lol?) das Ganze konsequent unpeinlich erst zusammen- und dann ausgeführt. Ein Album wie ein ironischer Weihnachtsstrickpulli: Es gibt in der ganzen Familie dann doch eine Person, der das Teil tatsächlich passt – in diesem Fall heißt sie Robert Welsh und ist der angeschwipste Onkel. Kristoffer Cornils
 

Stella Chiweshe - Ambuya!Vinyl LP Stella Chiweshe – Ambuya (Piranha)
Wetten, irgend so ein Michi labert gleich von »World Music«? Ne, ne! Das lassen wir mal lieber bleiben, mein Lieber, sonst schepperts links und rechts! »Ambuya!« von der aus Zimbabwe stammenden Stella Chiweshe ist a) keine Allerweltsmusik. Und b) Lebensfreude im Dreiliterfass, verschäumt und verspritzt in den späten Achtzigern, von Jon Peel gefeaturt und jetzt – 33 1/3 Jahre später – endlich wieder auf Vinyl. Wer das Teil aufdreht und nicht den unmittelbaren Drang verspürt, auf einem Bein mit ausfallenden Bewegungen durchs Wohnzimmer zu springen, hat keine Seele! Christoph Benkeser
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Sun Ra - LanquidityVinyl LP Sun Ra – Lanquidity (Strut)
Man soll ja nicht so apodiktisch sein, aber dies ist einfach das Reissue des Jahres. Ein Klassiker des afrofuturistischen Weltraumresonanzenvermessers Sun Ra, und ein untypischer, da mehr Fusion als Free in dieser Jazzsession das Gravitationszentrum beherrscht. Als Paralleluniversum bietet die leider limitierte Neuauflage von Strut eine komplette Alternativversion des Albums gleich mit dazu. Eine Einladung, tiefer in die Welten einzutauchen, von denen „sie“ uns nichts erzählt haben. Tim Caspar Boehme
 

The Humble Bee – A Miscellany For The Quiet HoursVinyl LP The Humble Bee – A Miscellany For The Quiet Hours (Astral Industries)
Wo Astral Industries drauf steht, da kommt auch Astral Industries raus. Auch The Humble Bees »A Miscellany For The Quiet Hours ist im Herzen Dub, de facto aber einige Male durch den Kassettenspieler gelaufen, ein Loop haunted den nächsten. Das ist Caretaker auf Kohlenhydrate, das ist echt mellow und sau dramatisch at the same damn time. So nimmt wohl ein Fisch im Aquarium sein Life wahr. Pippo Kuhzart
 

The  New Age Steppers – The New Age SteppersVinyl LP The New Age Steppers – The New Age Steppers (On-U Sound)
Die Thatcher-Jahre waren keine Alternative. Deshalb schnallte man den Nietengürtel auf der Insel enger. Anfang der 80er zog der Producer Adrian Sherwood am Dübel, verfilzte sich die Mähne und gründete eine Gruppe: New Age Steppers. Post-Punk und Reggae sollten es werden – nicht wie bei The Clash als Aneignung, weil’s gerade geil war. Sondern weil man sich in der Deepness des Dubs etwas erhoffte und mit Leuten aus Jamaika zusammenarbeitete. Das Ergebnis: Eine Platte so tripped-out, Rhythm & Sound haben sich mindestens drei Akkorde abgeschaut. Christoph Benkeser
 

The Same - Sync Or SwimVinyl LP The Same – Sync Or Swim (Freedom To Spend)
Collagen mit Tonbändern, aus diversen Instrumenten zusammengeschnitten. Repetitive Patterns, vereinzelt perkussiv, meist getragen von Synthesizern und Gitarren, die mitunter an den Art-Rocker Robert Fripp denken lassen, dazu gelegentliches Alltagsrumoren machen dieses Projekt des Briten Robert Cox, später als Rimarimba aktiv, zu einem zuvorkommend kauzigen Bindeglied zwischen Siebziger-Prog und Achtziger-DIY. Erschienen 1981 auf Cox’ eigenem Kleinstlabel, ist die Musik jetzt reif zum Entdecken. Tim Caspar Boehme
 

trip shrubbVinyl LP Trip Shrubb – Trewwer, Leud Un Danz (Faitiche)
Trip Shrubb gelingt derweil mit »Trewwer, Leud Un Danz« ebenfalls eine Sensation. Als Ausgangspunkt dieser Remixe diente der Folkways-Katalog, aber mit Folk haben diese 13 ausgewählten Stücke nur noch eine krude Sehnsucht gemein. Eigentlich ist das hier Dub Techno ohne Techno und Dub ohne Jamaika. Heraus kommt dabei dann eine Werkbund Platte für Chain Reaction. Dass man das noch erleben darf. Florian Aigner
 

Tülay German & Francois Rabbath - Tülay German & Francois RabbathVinyl LP Tülay German & Francois Rabbath – Tülay German & Francois Rabbath (Zehra)
Ist mittlerweile von Tülay German die Rede, wird im selben Atemzug für gewöhnlich »Burçak Tarlası« genannt. Die im Jahr 1964 veröffentlichte Single, für die German einen Türkü als Pop-Song neu arrangierte, zählt als einer der Meilensteine in der frühen Entwicklung des Anadolu Pop. Das Reissue ihres gemeinsam mit dem Kontrabassisten François Rabbath im Jahr 1980 veröffentlichten Album allerdings zeigt sie von einer anderen Seite: Folkloristische Formen werden behutsam neu arrangiert, ausdrucksstarker Gesang und sparsame Instrumentierung heben aus der Vergangenheit etwas Neues, ja Zeitloses hervor. Kristoffer Cornils
 

Ultramagnetic MC's - Critical BeatdownVinyl LP Ultramagnetic MC’s – Critical Beatdown (Music On Vinyl)
1988 gilt für viele Hip Hop-Historiker als Beginn des goldenen Zeitalters und als das Jahr, das die meisten Genre-Klassiker hervorbrachte. Zu den bahnbrechendsten Alben aus diesem Jahr zählt ohne Zweifel »Critical Beatdown« von Ultramagnetic MC’s. Für diese Zeit völlig neuartige Beats – erstmals wurde die legendäre SP-1200 für eine Hip Hop-Produktion benutzt – trafen auf irrwitzig, abstrakte Raps über Astrophysik oder längst vergessene Baseball-Stars. Mehr als 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung gibt es diesen Rap-Klassiker nun erstmals auf Doppelvinyl, neu gemastert und mit Booklet, Linernotes und rarem Bandfoto von Janette Beckman versehen. Essenziell. Benjamin Mächler
 

Uman - Chaleur HumaineVinyl LP Uman – Chaleur Humaine (RVNG INtl)
»Chaleur Humaine« von Uman zieht die Watermark von Enyas Gesamtwerk ab. Danielle und Didier Jean, ein Geschwisterduo, hat in den 90ern Musik produziert, die keine 30 Jahre später wie ein Vorbote für die Hyperpopisierung der Gesellschaft durchgeht, gleichzeitig aber genau jene Traumfänger-Vibes mitbringt, um in Yogastudios, Urban Outfitter-Filialen und im sortierten Räucherwerk in die Rotation zu ballern. RVNG Intl. hat das erkannt und das Material für den herabschauenden Hund neu aufgelegt. Christoph Benkeser
 

Vinicio Adames – Al Comienzo Del CaminoVinyl LP Vinicio Adames – Al Comienzo Del Camino (Trueclass)
Am Anfang des Weges, wie der Titel dieses Albums übersetzt heißt, wartet mit Tuerzo El Movimiento ein Versprechen: Robert Görl trifft Robert Wyatt auf einen Drink, Momus fährt mit dem Mofa vorbei… Großer Pop mit wenig Mitteln und Technik, halt! Drum-Machines pochen, Delays sind schief, die Gesangsaufnahmen rauschen. Die Unmöglichkeit an die Produktionsweisen von Disco und den Majors anzuschließen, macht das lange, lange Jahre vergriffene Debüt des Venezolaners so berauschend entzückend – und die ReIssue zum Glücksfall. Lars Fleischmann
 

White Light / Jo Bogaert – WhaleVinyl LP White Light / Jo Bogaert – Whale (~STROOM)
Einige Jahre bevor Jo Bogaert 1987 das Projekt Technotronic aus der Taufe hob und damit kurze Zeit später den Moment des Weltruhms genießen durfte, spielte er in seiner belgischen Heimatgemeinde Aalst in der Band White Light. Zwei Songs und zwei weitere Solosongs wurden in diesem Jahr auf ~STROOM als EP wiederveröffentlicht. Ursprünglich wurden die Stücke 1982 und 1983 auf dem belgischen Kleinstlabel Whale Records veröffentlicht und »Whale« heißt auch der Release. Vor allem »I Want You To Know Me« ist dabei ein Hit, eines dieser Lieder, nach deren hören du dich fragst, wie ein Leben vorher ohne diesen Song überhaupt möglich gewesen sein konnte. Sebastian Hinz
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.

Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 01.07.2021
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Review | verfasst 12.09.2021
Tülay German & François Rabbath
Tülay German & François Rabbath
Auf ihrem Debüt setzten sich Tülay German & Francois Rabbath 1980 mit türkischer Folklore auseinander. Das klingt weiterhin zeitlos.
Music Kolumne | verfasst 11.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste | verfasst 01.12.2020
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Review | verfasst 11.10.2021
Akiko Yano
Ai Ga Nakucha Ne
»Ai Ga Nakucha Ne« von Akiko Yano erschien im Jahr 1982, wurde von Ryūichi Sakamoto produziert und bildet einen wilden Stilmix.
Music Essay | verfasst 03.06.2019
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Review | verfasst 06.09.2021
Al-Dos Band
Doing Our Thing With Pride
1976 aufgenommen, nie veröffentlicht, bis jetzt: Kalita bringt »Doing Our Thing With Pride« der elegant funkelnden Al-Dos Band zum Leuchten.
Music Review | verfasst 08.05.2017
Alice Coltrane
World Spirituality Classics 1
Luaka Bop macht unveröffentlichte Musik von Alice Coltrane, aufgenommen in einem Ashram-Tempel, zugänglich.
Music Review | verfasst 16.09.2021
The Arpeggio Jazz Ensemble
Le-Le
An der Schwelle zu Acid Jazz wurde 1987 »Le-Le«, des The Arpeggio Jazz Ensembles aus Philadelphia veröffentlicht. Nun kommt eine Neuauflage.
Music Review | verfasst 28.10.2013
Arovane
Ve Palor
Nach neun langen Jahren veröffentlicht der Berliner Musiker Uwe Zahn als Arovane ein neues Album.
Music Review | verfasst 23.05.2021
Arovane
Atol Scrap
22 Jahre hat es gedauert, bis mit »Atol Scrap« von Arovane eine der besten deutschen Electronica-LPs der 1990er auf Vinyl erscheint.
Music Review | verfasst 28.01.2011
Arthur's Landing
Arthur's Landing
Langjährige Weggefährten des Cellisten Arthur Russell finden sich für dieses Tribut zusammen.
Music Liste | verfasst 29.09.2017
Ausklang | 2017KW39
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 01.07.2010
Autechre
Move Of Ten
Autechre kennen sich nicht nur in der akustischen Verstörung bestens aus, in diesem Jahr haben sie auch zu alter Form zurückgefunden.
Film Review | verfasst 22.11.2011
Autechre & The Hafler Trio
ah³eo & ha³oe (ae3o3)
Zum dritten Mal treffen Autechre auf The Hafer Trio um kompromisslos die Reinheit von Information in Form von Klang zu zelebrieren.
Music Review | verfasst 02.08.2012
Lego Feet
SKA001LP (Re-Release)
Erstmals seit 1991erscheint »SKA001LP« wieder auf Vinyl, inklusive 37 Minuten bislang unveröffentlichter Tracks.
Music Review | verfasst 28.02.2008
Autechre
Quaristice
Autechre schnitzen auf »Quaristice« zwanzig äußerst unterschiedliche Emotionsskizzen rund um Unterwelt-Acid, Oldschool Electro und Ambient.
Music Review | verfasst 05.03.2013
Autechre
Exai
Gardine runter, Fenster auf, Hallo Welt: »Exai« ist die Konsequenz aus 20 Jahren Autechre.
Music Review | verfasst 25.10.2013
Autechre
L-Event EP
Wer nach der »L-Event EP« ernsthaft noch gerade denken kann, ist ein echt abgebrühter Bastard.
Music Review | verfasst 20.08.2018
Autechre
NTS Sessions
Aber Autechre evozieren auch mit den »NTS Sessions« den Schmetterlingseffekt und kitzeln die Wellen bis Jupiter twerkt.
Music Review | verfasst 15.10.2020
Autechre
SIGN
»SIGN« ist das erste Album seit von Autechre seit 2013 und die Musik darauf ist so unmittelbar faszinierend, wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Music Review | verfasst 26.11.2020
Autechre
PLUS
Nur wenige Wochen nach »SIGN« lassen Autechre »PLUS« folgen. Qualitativ bleiben auch hier keine Wünsche offen.
Music Kolumne | verfasst 16.11.2016
Records Revisited
Autechre – Tri Repetae, 1995
Das dritte Album von Autechre ist ein Werk in mehreren Dimensionen. Es ist Befreiungsschlag, Meilenstein und Neudefinition eines ganzen Genres. Nicht zuletzt hat es eine ganze Generation nachfolgender elektronischer Musiker geprägt.
Music Kolumne | verfasst 18.11.2020
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne | verfasst 19.11.2021
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Review | verfasst 02.11.2017
Coil
Time Machines
Die knapp 20 Jahre, die das 1998 erstmals veröffentlichte »Time Machines« von Coil mittlerweile alt ist, hört man ihm an keiner Stelle an.
Music Review | verfasst 23.07.2019
Coil
Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex
1992 haben Coil den Soundtrack zu »Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex« komponiert, aber bislang nie veröffentlicht.
Music Kolumne | verfasst 24.11.2020
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Kolumne | verfasst 19.03.2021
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music News | verfasst 14.12.2021
Coil
Reissued: »Musick To Play In The Dark²«
In diesen Tagen hat das Label Dais »Musick To Play In The Dark²«, den zweiten Teil der lunaren Erkundungen der Briten von Coil aus dem Ende der 1990er Jahre, als Reissue angekündigt.
Music Review | verfasst 23.01.2021
François De Roubaix
Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.
erstmals wird die Musik zur TV-Serie »Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.« von François De Roubaix auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review | verfasst 26.07.2021
Hiroshi Suzuki
Cat
»Cat« des japanischen Posaunisten Hiroshi Suzuki genießt einen fast kultischen Status unter Sammlern. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music Porträt | verfasst 27.06.2021
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Review | verfasst 16.10.2019
Hozan Yamamoto with Sharps & Flats
Beautiful Bamboo-Flute
Die Bambusflöte ist besser als ihr Ruf. Das wusste Hozan Yamamoto schon 1971 und nahm »Beautiful Bamboo-Flute« auf.
Music Review | verfasst 18.09.2021
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Porträt | verfasst 30.06.2021
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Review | verfasst 09.09.2021
Ian Carr
Belladonna
»Belladonna«, Ian Carrs Kleinod aus dem Jahr 1972, wurde jetzt wiederveröffentlicht. Jazzliebhaber sollten zugreifen.
Music Review | verfasst 26.10.2021
Ian Carr's Nucleus
Roots
Wer hat Fusion erfunden? Be With hat »Roots«, das 1973er Werk der britischen Jazzer Ian Carr’s Nucleus wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 13.11.2021
Idee Du Femelle
Sequences
Mit Musica Maquina hat John Talabot ein Label aus der Taufe gehoben, um »Sequences« von Idee Du Femelle wiederzuveröffentlichen.
Music Review | verfasst 30.01.2019
Joe McPhee
Nation Time
Eine groovene Kombination aus Funk und Free Jazz: Superior Viaduct legt »Nation Time«, das 1971 erschienen Debüt von Joe McPhee, neu auf.
Music Review | verfasst 27.02.2017
Kim Myhr / Lasse Marhaug
On The Silver Globe
Bitte laut hören: »On The Silver Globe«, die gemeinsamen Aufnahmen von Kim Myhr und Lasse Marhaug, benötigen einen echten Resonanzraum.
Music Review | verfasst 21.04.2021
José Carlos Schwarz & Le Cobiana Djazz
Lua Ki Di Nos
Mit »Lua Ki Di Nos« blättert das Label Hot Mule das Leben des Poeten, Musikers und Widerstandskämpfers José Carlos Schwarz lohnenswert auf.
Music Review | verfasst 11.06.2014
Maulawi
Orotunds
Nach vierzig Jahren endlich veröffentlicht! Maulawis Orotunds ist die vergnügte Vereinigung von Experiment und Pop im Jazz.
Music Review | verfasst 09.03.2021
Maulawi
Maulawi
1973 aufgenommen, niemals veröffentlicht: Nun ist erstmals »Maulawi« von Maulawi Nururdin veröffentlicht worden.
Music Review | verfasst 05.02.2018
Phew
Voice Hardcore
Seit ihrem Debüt von 1981 hat Phew den Status einer Art Geheimtipp. Nun veröffentlicht die 58-jährige mit »Voice Hardcore« ihr neues Album.
Music Porträt | verfasst 16.02.2021
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Review | verfasst 14.11.2021
Pamela Z
Echolocation
Auf Freedom To Spend wurde unter den Titel »Echolocation« Musik der Künstlerin und Musikerin Pamela Z wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Review | verfasst 15.02.2021
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Liste | verfasst 13.04.2017
Piero Umiliani
12 Essentials
Er ist der letzte Maestro: Piero Umiliani wird oft in einer Reihe mit Nina Rota, Ennio Morricone oder Riz Ortolani genannt. Wir haben für euch zwölf für uns essentielle Alben zusammengestellt.
Music Liste | verfasst 06.10.2017
Ausklang | 2017KW40
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music News | verfasst 29.11.2021
Piero Umiliani
Kein Soundtrack: »Atmospheres«
1975 experimentierte Piero Umiliani mit Elementen aus der elektronischen Musik und Jazz und veröffentlichte mit »Atmospheres« ein Album. Das wurde jetzt bei Musica Per Immaigin wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 08.04.2021
Robbie Basho
The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12
Robbie Basho gilt als Pionier der Steel Guitar. Jetzt wurde das tolle »The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12« wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 13.06.2017
Porter Ricks
Anguilla Electrica
Porter Ricks veröffentlichen mit »Anguilla Electrica« ihr erstes Album seit 18 Jahren. Das sitzt. Aber richtig.
Music Kolumne | verfasst 11.06.2021
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Review | verfasst 11.02.2021
Stella Chiweshe
Ambuya!
Stella Chiweshes Musik entstand unter Widrigkeiten. Das Reissue ihres Debütalbums setzt folgerichtig ein Ausrufezeichen hinter dessen Titel.
Music Review | verfasst 18.11.2015
Sun Ra And His Arkestra
To Those Of Earth And Other Worlds
Es gibt immer noch Unbekanntes in Sachen Sun Ra: Gilles Peterson hat für »To Those Of Earth And Other Worlds« schöne Perlen ausgesucht.
Music Review | verfasst 28.11.2016
Sun Ra
Singles Vol. 1
Wer einen Abend mit »Singles Vol. 1« verbracht hat, ist durchaus geneigt, Sun Ra zu glauben, er würde Frieden auf Erden bringen.
Music Review | verfasst 08.07.2019
Sun Ra
Media Dreams
Unter all den eigenartigen Schallplatten von Sun Ra gehört das 1978 aufgenommene »Media Dreams« zu den eigenartigeren.
Music Review | verfasst 16.05.2021
Sun Ra
Lanquidity
Die als umfassendes Reissue erhältliche »Lanquidity« könnte Sun Ras beste LP sein, hätte er nicht so viele andere Meisterwerke hingelegt.
Music Liste | verfasst 22.09.2017
Ausklang | 2017KW38
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste | verfasst 11.11.2021
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Review | verfasst 13.05.2020
Ron Boots, Jo Bogaert & Morten Søndergaard
Lachrymation / Ambient Kinsky / Sahara I Mine Hænder / Far Boundaries
Das neueste Release versammelt Stücke von Ron Boots, Jo Bogaert und Morten Søndergaard, einem Niederländer, einem Belgier und einem Dänen.
Music Review | verfasst 22.09.2021
Uman
Chaleur Humaine
Freedom To Spend legt »Chaleur Humaine«, das 1992 veröffentlichte Debüt des französischen Geschwisterpaares Uman, neu auf.
Music Review | verfasst 30.04.2021
Vinicio Adames
Al Comienzo Del Camino
Nach 35 Jahren wurde »Al Comienzo Del Camino« des venezolanischen Elektronikpioniers Vinicio Adames wiederveröffentlicht.
Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Music Kolumne | verfasst 23.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2011 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Liste | verfasst 19.12.2012
2012
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste.
Music Liste | verfasst 19.12.2012
2012
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 2 der Liste.
Music Liste | verfasst 17.12.2012
2012
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2012 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Liste | verfasst 21.12.2012
2012
Die Texte des Jahres
Nachdem wir euch die besten Platten und Videos des Jahres präsentiert haben, soll es hier darum gehen, wie das musikalische Jahr kontextualisiert und begleitet wurde: In unseren Vinyl-Charts und einer Nachlese des Mags.
Music Kolumne | verfasst 09.12.2013
2013
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2013 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Kolumne | verfasst 12.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 2 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 16.12.2013
2013
Die Texte des Jahres
Nachdem wir euch die besten Platten und Videos des Jahres präsentiert haben, soll es hier darum gehen, wie das musikalische Jahr kontextualisiert und begleitet wurde: In unserer Nachlese aus den Magazintexten dieses Jahres.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Porträt
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.