Music Porträt | verfasst 07.07.2007
Talib Kweli
Mehr Intellekt als Kohle
Die Karriere von Talib Kweli Greene ist die Geschichte eines Rappers, der sich in seiner zugeteilten Rolle nie richtig wohl gefühlt hat, daraus aber auch nicht immer die richtigen Konsequenzen zog.
Text Florian Aigner
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Wahrscheinlich konnte ein Junge, dessen Name soviel wie »wahrer Student« bedeutet, dessen Eltern Lehrer sind, der experimentelles Theater studiert hat und der gleich zu Beginn seiner Karriere von Leuten wie Mos Def umgeben war, gar nie etwas anderes werden als einer dieser netten, politisch korrekten Schwiegersohn-Rapper mit mehr Intellekt als Kohle und mehr guten Vorsätzen als Chromfelgen.
Dass der Wunsch, nicht unter »Positive Conscious Rapper No.2146« in den Akten geführt zu werden, aber eigentlich von Beginn an in Kwelis Timbs steckte, konnte zur Hochzeit der Rawkus-12inch so aber auch keiner ahnen. Kweli erfüllte seine über den Sidekick-Status hinausgehende Rolle auf dem Kollaborations-Album Black Star an der Seite von Mighty Mos (Def) bravourös und selbst die souligen Hooklines und der sehr entspannte Vibe wurden von den linientreuen Untergrundlern eher als Native Tongues-Verneigung, denn als Anbiederung an den immer populärer werdenden Neo Soul-Sound verstanden.
Ähnlich erfolgreich ging es weiter. Reflection Eternal mit Hausproduzent DJ Hi-Tek gilt auch heute, wo es wieder tres chic geworden ist »Nerd Rap« abzukanzeln, als ein Meilenstein. Hi-Tek unterstütze Kwelis nachdenkliche und poetische Wortflüsse mit unerhört kohärenten Beats, die Singles waren mit der charmanten Anleitung The Blast (»You pronounce my name Kweli«), dem Blockrocker Move Something und dem Possecut Down For The Count mit einem hungrigen X to the Z sowie einem Kool G Rap in gewohnter Topform äußerst clever gewählt und Chappelles Mandela-Cameo schon nach Tagen legendär.
Ob Reflection Eternal von Beginn an Projektcharakter hatte oder hier ursprünglich in Gang Starrs Fußstapfen getreten werden sollte, weiß heute keiner mehr. Feststeht aber, dass sich die musikalische Bindung zwischen Talib und Hi-Tek extrem lockerte und Kweli auf seinem ersten, 2002 veröffentlichten, Soloalbum Quality (cleveres Wortspiel, wa?) Hi-Teks Können nicht mehr in Anspruch nahm. Dieser Umstand trug sicherlich zu den eher lauwarmen Reaktionen auf Quality bei, aber auch der Versuch mit Gun Music gegen das eigene Bild in der Öffentlichkeit vorzugehen, hatte etwas Konstruiertes. Dieses verzweifelte »Seht her, ich bin nicht nur der Buchladenrumhänger, auch ich darf über Knarren sprechen« war zu affektiert um wirklich nachhaltige Wirkung auf das kollektive Gedächtnis zu haben.
Dass Quality aber, gerade retrospektiv, ebenfalls eine beeindruckende Anzahl richtiger Brecher und Kanye in absoluter Hochform zu bieten hatte, schien da aber schon jeder verdrängt zu haben. Allein an diesem sensationellen Sinnerman-Update Get By hätten eigentlich alle Rucksack-Nazis an ihren Blackbooks ersticken müssen, aber auch der melancholische Dilla-Doppelschlag gen Ende, das mächtige Guerilla Monsoon Rap und der großartige Al-Green-Flip Good To You hätten reichen müssen, in der Sparte »Besondere Vorkommnisse 2002« Quality zu notieren.

»If skills sold, truth be told, I’d probably be lyrically, Talib Kweli/ Truthfully I wanna rhyme like Common Sense, but I did five mill’ – I ain’t been rhymin like Common since« (Jay-Z) Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Es kam jedoch anders und im Nachhinein muss man dies wahrscheinlich als Anstoß für Kwelis temporäre Kreativkrise ausmachen, obwohl man nach Jiggas Respektbekundung auf dem Black Album (»If skills sold, truth be told, I’d probably be lyrically, Talib Kweli/ Truthfully I wanna rhyme like Common Sense, but I did five mill’ – I ain’t been rhymin like Common since«) genau das Gegenteil hätte erwarten dürfen. Stattdessen waren die Jahre 2003 und 2004 für Herrn Greene vor allem durch Internet-Piraterie, schwindendes Interesse seitens der hart erarbeiteten Fanbase und äußerst unterkühlte Reaktionen auf sein im Herbst 2004 endlich erschienenes Album The Beautiful Struggle gekennzeichnet.
Wie arg die Endfassung von The Beautiful Struggle schlussendlich darunter gelitten hatte, dass eine Rohfassung des Albums bereits lange Zeit vorher im Netz kursierte, bleibt Spekulation. Sicher ist aber, dass der designierte Hit Lonely People Opfer des Leak-Desasters wurde, wobei man anzweifeln darf, ob ein Eleanor Rigby-Sample jemals hätte geklärt werden können, Kanye hin oder her. Insgesamt kränkelte das Album vor allem an Kwelis Unentschlossenheit. Er schien nicht zu wissen, ob er mit noch mehr Nachdruck als auf Quality aus der heimeligen Backpacker-Ecke hervortreten oder sich doch eher auf alte Tugenden konzentrieren sollte. Das Ergebnis waren dann solche Widersprüche wie das äußerst platte Back Up Offa Me, Seite an Seite mit dem wunderschönen Just Blaze- Schmeichler Never Been In Love oder der gemeingefährliche Neptunes-Kuhglockenburner Broken Glass, neben bravem Neo-Soul mit John Legend oder Faith Evans. Immerhin durfte man sich auf dem Titeltrack über die Wiedervereinigung mit Hi-Tek freuen, der in der Zwischenzeit zu Dr. Dres Adjutanten und zur Aftermath-Produktionsinstanz aufgestiegen war.
Kweli begann, auch auf Grund der frustrierenden Erfahrungen mit dem Internet, regelmäßig Mixtapes auf den Markt zu werfen. Ein logischer Schritt, angesichts des immensen Mixtape-Booms und dem Wunsch, Material, das in den Mühlen der Industrie unterzugehen drohte, einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Dennoch bleibt Kweli bis heute ein Fremdkörper in New Yorks Street-Tape-Szene, in der man lieber diskutiert ob nun Saigon, Joe Budden, Papoose, Fabolous oder Juelz Santana den Karren für New York aus dem Dreck ziehen wird. Nichtsdestotrotz finden sich gerade auf diesen Tapes einige echte Perlen, sei es die großartige Lauryn Hill-Reminiszenz Ms Hill, die MF Doom-Kollaboration Fly That Knot oder das bereits gewürdigte Lonely People.

Talib Kweli #0702 Justin Timberlake und Norah Jones
Im Anschluss machte sich Kweli daran sein eigenes Label Black Smith Entertainment behutsam aufzubauen. Auch wenn es ihm nicht gelang sich MF Dooms Dienste zu sichern, hat er mittlerweile mit der wie wild spuckenden und bei Bedarf wie ein Engel trällernden Jean Grae und der Strong Arm Steady Crew doch einige zuverlässige Qualitätsarbeiter für sich verpflichten können.
Die neu gewonnene Unabhängigkeit schien sich auch auf die Karriere des Chefs positiv auszuwirken. Während er sich nach Beats für sein drittes Soloalbum Ear Drum umsah, stieß er in Madlib auf einen Beatschmied mit dem die Chemie derart stimmte, dass aus den Recording Sessions für Ear Drum ein separates Album unter dem Titel Liberation (Tach Herr Wortspiel, sie schon wieder) pünktlich zur Jahreswende am 1.1.2007 kurzzeitig zum freien Download auf Stones Throw, Black Smith und diversen MySpace-Seiten zur Verfügung gestellt wurde. Wenn gleich es nicht die überragende Klasse vergangener Madlib’scher Mammuttreffen wie Jaylib oder Madvillain erreichte, wurde Kweli spätestens mit Liberation wieder für viele Fans relevant, die ihn nach The Beautiful Struggle mit Nichtbeachtung gestraft hatten. Das Interesse an Liberation reichte sogar so weit, dass Talib beschloss, das Album auch in physischer Form zugänglich zu machen, unter anderem als schnieke gelbe Vinylpressung und mit großartigem Cover-Artwork von Style-Ikone Banksy.
Auch die Features auf Hi-Teks zweitem Soloalbum The Chip, Styles Ps Time Is Money und UGKs jüngstem Doppelstreich stießen auf anerkennendes Nicken und manch ein Nörgler ließ sich zu Aussagen wie »der Junge hat es wieder« hinreißen. Ende August erscheint dann endlich das lange verschobene und häufig überarbeitete Ear Drum und gleich die einleitenden Worte (»They say: You can’t please everybody«) machen deutlich, dass Kweli mittlerweile verstanden hat, wie dieses Spiel läuft. An Stelle von halbherzigen Verbiegungsversuchen liefert er ein schlüssiges Album mit einer klaren Soundvision ab, auf dem selbst der Justin Timberlake-Track am Ende nicht als der Fremdkörper wahrgenommen wird, der er 2002 noch gewesen wäre. Kweli scheint weniger kopflastig an sein Handwerk heranzugehen und der durchschnittliche Fan hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Nelly Furtado und Justin Timberlake bisweilen interessantere Beats programmiert bekommen als Apani B und Ras Kass. So nimmt auch keiner mehr das Norah Jones-Feature als einen Skandal war. Im Gegenteil, Soon A New Day passt perfekt in diesen Post-Millenium-Blueprint/College Dropout-Soul-Sample-Entwurf, den sich Kweli von Hochkarätern wie Madlib, Pete Rock, Just Blaze, Kanye oder Hi-Tek auf den Leib hat schneidern lassen. Ear Drum ist in gutem Sinne konservativ und auf Grund des Übergewichts der schlüssigen Stücke, vergisst auch der Nörgler recht schnell, dass Kweli an Hand solcher Sachen wie Hot Thing immer noch eine gewisse Restunsicherheit über die eigene Rolle in diesem Spiel diagnostiziert werden kann. Endlich aber hat man das Gefühl, dass diese Unsicherheit eher zu einer Laissez-Faire Attitüde als zur Verkrampfung geführt hat. Und auch wenn er es wahrscheinlich das erste Mal seit Quality gar nicht wollte und Kollege Högerle es in seiner Rezension anders sieht, möglicherweise hat er damit genau das geschafft, was er eigentlich zu Beginn des Albums für unmöglich hielt.

Das Album Ear Drum von Talib Kweli findest du bei hhv.de: CD
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