Music Porträt | verfasst 07.07.2007
Talib Kweli
Mehr Intellekt als Kohle
Die Karriere von Talib Kweli Greene ist die Geschichte eines Rappers, der sich in seiner zugeteilten Rolle nie richtig wohl gefühlt hat, daraus aber auch nicht immer die richtigen Konsequenzen zog.
Text Florian Aigner
337-talibkweli0701-www.hhv-mag.com

Wahrscheinlich konnte ein Junge, dessen Name soviel wie »wahrer Student« bedeutet, dessen Eltern Lehrer sind, der experimentelles Theater studiert hat und der gleich zu Beginn seiner Karriere von Leuten wie Mos Def umgeben war, gar nie etwas anderes werden als einer dieser netten, politisch korrekten Schwiegersohn-Rapper mit mehr Intellekt als Kohle und mehr guten Vorsätzen als Chromfelgen.
Dass der Wunsch, nicht unter »Positive Conscious Rapper No.2146« in den Akten geführt zu werden, aber eigentlich von Beginn an in Kwelis Timbs steckte, konnte zur Hochzeit der Rawkus-12inch so aber auch keiner ahnen. Kweli erfüllte seine über den Sidekick-Status hinausgehende Rolle auf dem Kollaborations-Album Black Star an der Seite von Mighty Mos (Def) bravourös und selbst die souligen Hooklines und der sehr entspannte Vibe wurden von den linientreuen Untergrundlern eher als Native Tongues-Verneigung, denn als Anbiederung an den immer populärer werdenden Neo Soul-Sound verstanden.
Ähnlich erfolgreich ging es weiter. Reflection Eternal mit Hausproduzent DJ Hi-Tek gilt auch heute, wo es wieder tres chic geworden ist »Nerd Rap« abzukanzeln, als ein Meilenstein. Hi-Tek unterstütze Kwelis nachdenkliche und poetische Wortflüsse mit unerhört kohärenten Beats, die Singles waren mit der charmanten Anleitung The Blast (»You pronounce my name Kweli«), dem Blockrocker Move Something und dem Possecut Down For The Count mit einem hungrigen X to the Z sowie einem Kool G Rap in gewohnter Topform äußerst clever gewählt und Chappelles Mandela-Cameo schon nach Tagen legendär.
Ob Reflection Eternal von Beginn an Projektcharakter hatte oder hier ursprünglich in Gang Starrs Fußstapfen getreten werden sollte, weiß heute keiner mehr. Feststeht aber, dass sich die musikalische Bindung zwischen Talib und Hi-Tek extrem lockerte und Kweli auf seinem ersten, 2002 veröffentlichten, Soloalbum Quality (cleveres Wortspiel, wa?) Hi-Teks Können nicht mehr in Anspruch nahm. Dieser Umstand trug sicherlich zu den eher lauwarmen Reaktionen auf Quality bei, aber auch der Versuch mit Gun Music gegen das eigene Bild in der Öffentlichkeit vorzugehen, hatte etwas Konstruiertes. Dieses verzweifelte »Seht her, ich bin nicht nur der Buchladenrumhänger, auch ich darf über Knarren sprechen« war zu affektiert um wirklich nachhaltige Wirkung auf das kollektive Gedächtnis zu haben.
Dass Quality aber, gerade retrospektiv, ebenfalls eine beeindruckende Anzahl richtiger Brecher und Kanye in absoluter Hochform zu bieten hatte, schien da aber schon jeder verdrängt zu haben. Allein an diesem sensationellen Sinnerman-Update Get By hätten eigentlich alle Rucksack-Nazis an ihren Blackbooks ersticken müssen, aber auch der melancholische Dilla-Doppelschlag gen Ende, das mächtige Guerilla Monsoon Rap und der großartige Al-Green-Flip Good To You hätten reichen müssen, in der Sparte »Besondere Vorkommnisse 2002« Quality zu notieren.

»If skills sold, truth be told, I’d probably be lyrically, Talib Kweli/ Truthfully I wanna rhyme like Common Sense, but I did five mill’ – I ain’t been rhymin like Common since« (Jay-Z) Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Es kam jedoch anders und im Nachhinein muss man dies wahrscheinlich als Anstoß für Kwelis temporäre Kreativkrise ausmachen, obwohl man nach Jiggas Respektbekundung auf dem Black Album (»If skills sold, truth be told, I’d probably be lyrically, Talib Kweli/ Truthfully I wanna rhyme like Common Sense, but I did five mill’ – I ain’t been rhymin like Common since«) genau das Gegenteil hätte erwarten dürfen. Stattdessen waren die Jahre 2003 und 2004 für Herrn Greene vor allem durch Internet-Piraterie, schwindendes Interesse seitens der hart erarbeiteten Fanbase und äußerst unterkühlte Reaktionen auf sein im Herbst 2004 endlich erschienenes Album The Beautiful Struggle gekennzeichnet.
Wie arg die Endfassung von The Beautiful Struggle schlussendlich darunter gelitten hatte, dass eine Rohfassung des Albums bereits lange Zeit vorher im Netz kursierte, bleibt Spekulation. Sicher ist aber, dass der designierte Hit Lonely People Opfer des Leak-Desasters wurde, wobei man anzweifeln darf, ob ein Eleanor Rigby-Sample jemals hätte geklärt werden können, Kanye hin oder her. Insgesamt kränkelte das Album vor allem an Kwelis Unentschlossenheit. Er schien nicht zu wissen, ob er mit noch mehr Nachdruck als auf Quality aus der heimeligen Backpacker-Ecke hervortreten oder sich doch eher auf alte Tugenden konzentrieren sollte. Das Ergebnis waren dann solche Widersprüche wie das äußerst platte Back Up Offa Me, Seite an Seite mit dem wunderschönen Just Blaze- Schmeichler Never Been In Love oder der gemeingefährliche Neptunes-Kuhglockenburner Broken Glass, neben bravem Neo-Soul mit John Legend oder Faith Evans. Immerhin durfte man sich auf dem Titeltrack über die Wiedervereinigung mit Hi-Tek freuen, der in der Zwischenzeit zu Dr. Dres Adjutanten und zur Aftermath-Produktionsinstanz aufgestiegen war.
Kweli begann, auch auf Grund der frustrierenden Erfahrungen mit dem Internet, regelmäßig Mixtapes auf den Markt zu werfen. Ein logischer Schritt, angesichts des immensen Mixtape-Booms und dem Wunsch, Material, das in den Mühlen der Industrie unterzugehen drohte, einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Dennoch bleibt Kweli bis heute ein Fremdkörper in New Yorks Street-Tape-Szene, in der man lieber diskutiert ob nun Saigon, Joe Budden, Papoose, Fabolous oder Juelz Santana den Karren für New York aus dem Dreck ziehen wird. Nichtsdestotrotz finden sich gerade auf diesen Tapes einige echte Perlen, sei es die großartige Lauryn Hill-Reminiszenz Ms Hill, die MF Doom-Kollaboration Fly That Knot oder das bereits gewürdigte Lonely People.

Talib Kweli #0702 Justin Timberlake und Norah Jones
Im Anschluss machte sich Kweli daran sein eigenes Label Black Smith Entertainment behutsam aufzubauen. Auch wenn es ihm nicht gelang sich MF Dooms Dienste zu sichern, hat er mittlerweile mit der wie wild spuckenden und bei Bedarf wie ein Engel trällernden Jean Grae und der Strong Arm Steady Crew doch einige zuverlässige Qualitätsarbeiter für sich verpflichten können.
Die neu gewonnene Unabhängigkeit schien sich auch auf die Karriere des Chefs positiv auszuwirken. Während er sich nach Beats für sein drittes Soloalbum Ear Drum umsah, stieß er in Madlib auf einen Beatschmied mit dem die Chemie derart stimmte, dass aus den Recording Sessions für Ear Drum ein separates Album unter dem Titel Liberation (Tach Herr Wortspiel, sie schon wieder) pünktlich zur Jahreswende am 1.1.2007 kurzzeitig zum freien Download auf Stones Throw, Black Smith und diversen MySpace-Seiten zur Verfügung gestellt wurde. Wenn gleich es nicht die überragende Klasse vergangener Madlib’scher Mammuttreffen wie Jaylib oder Madvillain erreichte, wurde Kweli spätestens mit Liberation wieder für viele Fans relevant, die ihn nach The Beautiful Struggle mit Nichtbeachtung gestraft hatten. Das Interesse an Liberation reichte sogar so weit, dass Talib beschloss, das Album auch in physischer Form zugänglich zu machen, unter anderem als schnieke gelbe Vinylpressung und mit großartigem Cover-Artwork von Style-Ikone Banksy.
Auch die Features auf Hi-Teks zweitem Soloalbum The Chip, Styles Ps Time Is Money und UGKs jüngstem Doppelstreich stießen auf anerkennendes Nicken und manch ein Nörgler ließ sich zu Aussagen wie »der Junge hat es wieder« hinreißen. Ende August erscheint dann endlich das lange verschobene und häufig überarbeitete Ear Drum und gleich die einleitenden Worte (»They say: You can’t please everybody«) machen deutlich, dass Kweli mittlerweile verstanden hat, wie dieses Spiel läuft. An Stelle von halbherzigen Verbiegungsversuchen liefert er ein schlüssiges Album mit einer klaren Soundvision ab, auf dem selbst der Justin Timberlake-Track am Ende nicht als der Fremdkörper wahrgenommen wird, der er 2002 noch gewesen wäre. Kweli scheint weniger kopflastig an sein Handwerk heranzugehen und der durchschnittliche Fan hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Nelly Furtado und Justin Timberlake bisweilen interessantere Beats programmiert bekommen als Apani B und Ras Kass. So nimmt auch keiner mehr das Norah Jones-Feature als einen Skandal war. Im Gegenteil, Soon A New Day passt perfekt in diesen Post-Millenium-Blueprint/College Dropout-Soul-Sample-Entwurf, den sich Kweli von Hochkarätern wie Madlib, Pete Rock, Just Blaze, Kanye oder Hi-Tek auf den Leib hat schneidern lassen. Ear Drum ist in gutem Sinne konservativ und auf Grund des Übergewichts der schlüssigen Stücke, vergisst auch der Nörgler recht schnell, dass Kweli an Hand solcher Sachen wie Hot Thing immer noch eine gewisse Restunsicherheit über die eigene Rolle in diesem Spiel diagnostiziert werden kann. Endlich aber hat man das Gefühl, dass diese Unsicherheit eher zu einer Laissez-Faire Attitüde als zur Verkrampfung geführt hat. Und auch wenn er es wahrscheinlich das erste Mal seit Quality gar nicht wollte und Kollege Högerle es in seiner Rezension anders sieht, möglicherweise hat er damit genau das geschafft, was er eigentlich zu Beginn des Albums für unmöglich hielt.

Das Album Ear Drum von Talib Kweli findest du bei hhv.de: CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Bericht | verfasst 18.02.2011
Talib Kweli
Die Kunst, die Kreativität am Leben zu halten
Zwischen Intellekt, dem schnöden Mammon und großer Kunst hin- und hergerissen, geriet Talib Kweli zu einem der sympathischsten und gleichsam authentischsten Künstler im Rapbusiness.
Music Review | verfasst 13.02.2011
Talib Kweli
Gutter Rainbow
Talib Kweli hat auch mit seinem fünften Solowerk ein mehr als solides Conscious-Rap-Album abgeliefert.
Music Review | verfasst 03.07.2007
Talib Kweli
Eardrum
»They say you can’t please everybody«, aber es gibt ja bekanntlich immer ein nächstes Mal.
Music Review | verfasst 24.05.2013
Talib Kweli
Prisoner Of Conscious
Talib Kweli gehört zum festen Inventar an Helden im Hip Hop. Daran ändert auch »Prisoner Of Conscious« nichts.
Music Review | verfasst 05.12.2017
Talib Kweli
Radio Silence
Conscious Rapper bleib bei deinen Leisten. Und das macht Talib Kweli dann auch überwiegend, auf seinem achten Studioalbum »Radio Silence«.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.