Music Porträt | verfasst 07.09.2007
Kanye West
Der schmale Grat
Zwischen Pop und HipHop liegt ein schmaler Grat: Kanye West, MC und Produzent und zielstrebiger Unternehmer mit Massenwirkung aus Chicago mit sechs Grammys im Schrank, weiß ihn zu beschreiten.
Text Sergio Vidal Garcia
340-kanyewest0702quer-www.hhv-mag.com

Genau weiß man nicht, was Kanye West zu einem der erfolgreichsten HipHop-Künstler der Stunde macht. Er hat nicht viel Charisma, abgesehen von seinem legendären Auftritt bei den VMA’s 2006, keine Skandale im Nacken, keine prägnante oder einschmeichelnde Stimme, keine besonders ausgefallene Rapweise, auch wenn er kürzlich von MTV in die aktuelle Top5 MC-Liste gewählt wurde, kein extremes Äußeres – Kanye West scheint eigentlich ein ziemlich fader Durchschnittstyp. Wenn da nicht einerseits seine Beats und andererseits seine ehrgeizige Arbeitsweise wären. Diese beiden Faktoren haben ihn in den letzten fünf Jahren langsam, aber sicher zu einem der gefragtesten Durchstarter im Hip-Hop gemacht. Kanye West hat das geschafft, was Talib Kweli wohl gerne erreicht hätte und was für Jay-Z ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich war. »Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.«
Mit seinen einprägsamen Produktionen und äußerst verständlichen Lyrics vereint er Mainstream-Hörer und Underground-Fans, bekommt Props sowohl aus der community als auch von Rock-Magazinen wie dem Rolling Stone. Und wird gleichwohl zum Festival der afroamerikanischen Zeitschrift Essence wie zum Life-8-Spektakel eingeladen. Seiner Mutter schenkte er einen CLK-Benz zum Muttertag, er selbst fährt Lexus, kleidet sich in teure Tücher und mischt im Videoclip-Business und neuerdings auch in der Bekleidungs- und Schmuck-Industrie mit. Kurzum: Kanye Wests HipHop-Karriere ist in voller Blüte.
Doch nun macht er wieder als Rap-Artist von sich reden. »Graduation« vereint Stil um Stil und lässt den HipHop endgültig im Pop ankommen. Nach dem sensationellen Erfolg seines letzten Albums Late Registration lag die Messlatte gewaltig hoch, doch diese (selbstgebaute) Hürde nimmt der 30-jährige mit gewohnter Coolness und Bravour. Denn ein Kanye West versteckt sich nicht hinter viel versprechenden Feature-Artists (abgesehen von Chris Martin von Coldplay und dem Feature-Dauergast Lil’ Wayne ist nicht wirklich jemand am Start), sondern nimmt alles selbst in die Hand.
Sein goldenes Händchen hat er jedenfalls schon mit der ersten Single Stronger bewiesen – ein Club-Hit aller erster Güte. Mit dem Song, der auf dem Daft-Punk-Sample Harder, Better, Faster, Stronger aufbaut, bringt Kanye auch dem letzten Grobmotoriker ein paar lässige Moves bei. Auch der Rest des Albums, zum Beispiel die Single Can’t Tell Me Nothing, ist West-Kost vom allerfeinsten. Die Fans dürfen gespannt sein, was sie noch für feinster HipHop auf Graduation erwartet.

»Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.« (Kanye West) Durchschnittstype mit Stil
Nicht nur die musikalische Arbeit, auch der Lifestyle des Songwriters, Produzenten und MCs ist vom feinsten. Für eine Party ließ West sogar schon einmal Essen plus Koch und Servicekräfte aus einem indischen Restaurant nach New York einfliegen. Aus Wales. Der Mann steht auf Bling Bling und schätzt edlen Schmuck ebenso sehr wie teure Kleidung. Zusammen mit dem New Yorker Juwelier Jacob The Jeweler, der in der Musikindustrie vor allem für seine mit Diamanten verzierten Fünf-Zeitzonen-Uhren bekannt und beliebt wurde, entwarf er im letzten Jahr einen Jesus-Kopf aus Diamanten im Wert von rund 50.000 Dollar. Sogar eine eigene Kollektion namens Pastelle ist in Arbeit. Wer durch Rap sein Geld verdient, versteckt es eben meistens nicht, sondern prahlt damit, indem er es am eigenen Körper oder in dessen nächstem Umfeld zur Schau stellt.
Das Problem bei Kanye West ist jedoch ein besonders heikles – der Mann gilt als »conscious«. Er ist so was wie der gutbürgerliche Sohn des Rap, der nicht auf der Straße oder im Ghetto, sondern im Einkaufszentrum und der Kirche aufgewachsen ist. Der auf der Kunstschule war (und diese nach einem Jahr wieder verließ), keine Gewalt verherrlichenden Lyrics droppt und mit Frauen in seinen Videos respektvoll umgeht. Seine Mutter war Englisch-Professorin an der Universität Chicago und ist jetzt seine Managerin, sein Vater war Mitglied der Black Panther, Foto-Journalist und ist jetzt kirchlicher Seelsorger und Eheberater. Die beiden sind zwar geschieden, aber von Familienwerten hält er trotzdem etwas. Er selbst ist gebildet, sehr ambitioniert, gerissen und einer der wenigen MCs mit relevanten und überlegten Texten, die spätestens seit Gold Digger in Kollaboration mit Jamie Foxx Einzug ins tägliche Radioprogramm gehalten haben.
Kommerzielle Musik mag zwar nicht vor Tiefe strotzen, ganz hohl braucht sie aber auch nicht zu sein. Das ist Kanye West wichtig. Auf seiner Website wirbt er dafür, dass Kinder in der Schule bleiben, einen Highschool-Abschluss bekommen, und hat zu diesem Zweck die »Kanye West Foundation« ins Leben gerufen. Durch das Projekt »Loop Dreams« kümmert er sich darum, dass neueres Musik-Produktions-Equipment in die Schulen kommt, sodass die Jugendlichen neben dem Unterricht einen weiteren Anreiz haben, dorthin zu gehen. »Das Dessert zum Menü«, sagt Kanye.
Der Weg, der hinter ihm liegt, scheint zwar nicht besonders beschwerlich, aber dennoch vom Schicksal geprägt. Nachdem er 2001 vier Songs auf »The Blueprint« von Jay-Z produziert hatte, war Kanye West im Oktober 2002 in einen selbst verschuldeten Autounfall verwickelt, dem er nur knapp und mit einem dreifachen Kieferbruch entkam. »Jeden Tag überfallen mich die Erinnerungen an den Unfall«, sagt West. »Jedes Mal, wenn ich über irgendeinen Unfall höre, muss ich einfach Gott danken, dass ich immer noch hier bin. Wenn das Lenkrad nur etwas weiter herausgestanden hätte, wäre es das gewesen. Dir wird bewusst, wie kurz das Leben ist und wie glücklich Du sein kannst, dass es Dich gibt.« Der Unfall diente Kanye als Inspiration für eines der fesselndsten und triumphalsten kreativen Statements, die das Rap-Biz seit langem gehört hat. Nur Wochen, nachdem er dem Tod entronnen war, nahm er mit verdrahtetem Kiefer Through the Wire auf. Ein pointierter und persönlicher Bericht der Ereignisse, der mit Selbstironie und ungeschminkten Emotionen überzeugt.

»Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.« (Kanye West) First Nigga With A Benz and a Backpack
Dieser Song markiert das Aufkommen der bedeutendsten neuen Stimme des Hip-Hop. Natürlich gibt es immer Künstler, die als Rapper am Mic genauso genial agieren wie als Trackmaster hinter den Reglern. Aber wenn auch viele berühmt für ihre Doppelaktivitäten sind, haben es nur ein paar wenige geschafft, einen profunden Einfluss auf die Richtung der gesamten Musik auszuüben. Zu diesen wenigen Ausnahmekünstlern gehört Kanye West. »Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.«
Massentauglich sind Kanye Wests eigene Platten jedoch auch wegen der Texte. Auf seinen Tracks geht es abwechselnd einerseits um Themen wie Sex, Chicks, Alkohol und Drogen und andererseits um Jesus, seine Mutter, den richtigen Weg und dergleichen. Damit schafft er es, dass sowohl Eltern als auch Kinder, sowohl Studenten als auch die Straße Geschmack an seiner Musik finden. Schlüssel zum Erfolg ist dabei, dass, auch wenn er nicht wirklich rappen kann, seine Lyrics extrem verständlich gesprochen oder gesingsangt sind. Kanye West weiß, dass die durchschnittliche Aufnahmefähigkeit eines Mainstream-Hörers nicht besonders groß ist, und versucht, mit wenigen Mitteln an alle ranzukommen.
Meist beruhen die Tracks auf einem alten Soulsample, bei Vocals gerne nahezu Micky-Maus-mäßig hochgepitcht, oder auf Streicher-Arrangements und gospeligem Händeklatschen. »Ich spüre eine Menge des Souls der alten Platten, die ich sample, in mir«, sagt West. »Wenn ich die höre, dann bearbeite ich sie und bringe sie ins neue Jahrtausend. Dann ist es genauso, als würde das Gott machen. Ich bin dann Eins mit den Songs. Das ist ein Geschenk. Und glaubt ruhig, dass ich einige Monster auf dem neuen Album bereithalte.«
Auf Graduation wirkt, wie schon bei »Late Registration«, Jon Brion als Co-Produzent mit. Der selbst erklärte »First Nigga With A Benz And A Backpack« weiß den Bogen zwischen Realness und Conciousness, zwischen Mainstream und Underground radiofreundlich zu spannen und versteht es, die Zeichen der Zeit zu lesen. Dabei brilliert er als selbstbewusst auftretendes und sich der Situation anpassendes Gesamtprodukt, das sich je nach Gesprächssituation arrogant und selbst überschätzend oder familienfreundlich und gottesgläubig gibt. Aber was soll’s? Persönlich nehmen wir das nicht. Ein arroganter Egoismus ist notwendiger Baustein in einer Karriere. Und solange Kanye West die Klassiker von morgen schreibt, darf er sich ohnehin alles erlauben.

Das Album Graduation von Kanye West findest du bei hhv.de: CD
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