Music Porträt | verfasst 07.09.2007
Kanye West
Der schmale Grat
Zwischen Pop und HipHop liegt ein schmaler Grat: Kanye West, MC und Produzent und zielstrebiger Unternehmer mit Massenwirkung aus Chicago mit sechs Grammys im Schrank, weiß ihn zu beschreiten.
Text Sergio Vidal Garcia
340-kanyewest0702quer-www.hhv-mag.com

Genau weiß man nicht, was Kanye West zu einem der erfolgreichsten HipHop-Künstler der Stunde macht. Er hat nicht viel Charisma, abgesehen von seinem legendären Auftritt bei den VMA’s 2006, keine Skandale im Nacken, keine prägnante oder einschmeichelnde Stimme, keine besonders ausgefallene Rapweise, auch wenn er kürzlich von MTV in die aktuelle Top5 MC-Liste gewählt wurde, kein extremes Äußeres – Kanye West scheint eigentlich ein ziemlich fader Durchschnittstyp. Wenn da nicht einerseits seine Beats und andererseits seine ehrgeizige Arbeitsweise wären. Diese beiden Faktoren haben ihn in den letzten fünf Jahren langsam, aber sicher zu einem der gefragtesten Durchstarter im Hip-Hop gemacht. Kanye West hat das geschafft, was Talib Kweli wohl gerne erreicht hätte und was für Jay-Z ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich war. »Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.«
Mit seinen einprägsamen Produktionen und äußerst verständlichen Lyrics vereint er Mainstream-Hörer und Underground-Fans, bekommt Props sowohl aus der community als auch von Rock-Magazinen wie dem Rolling Stone. Und wird gleichwohl zum Festival der afroamerikanischen Zeitschrift Essence wie zum Life-8-Spektakel eingeladen. Seiner Mutter schenkte er einen CLK-Benz zum Muttertag, er selbst fährt Lexus, kleidet sich in teure Tücher und mischt im Videoclip-Business und neuerdings auch in der Bekleidungs- und Schmuck-Industrie mit. Kurzum: Kanye Wests HipHop-Karriere ist in voller Blüte.
Doch nun macht er wieder als Rap-Artist von sich reden. »Graduation« vereint Stil um Stil und lässt den HipHop endgültig im Pop ankommen. Nach dem sensationellen Erfolg seines letzten Albums Late Registration lag die Messlatte gewaltig hoch, doch diese (selbstgebaute) Hürde nimmt der 30-jährige mit gewohnter Coolness und Bravour. Denn ein Kanye West versteckt sich nicht hinter viel versprechenden Feature-Artists (abgesehen von Chris Martin von Coldplay und dem Feature-Dauergast Lil’ Wayne ist nicht wirklich jemand am Start), sondern nimmt alles selbst in die Hand.
Sein goldenes Händchen hat er jedenfalls schon mit der ersten Single Stronger bewiesen – ein Club-Hit aller erster Güte. Mit dem Song, der auf dem Daft-Punk-Sample Harder, Better, Faster, Stronger aufbaut, bringt Kanye auch dem letzten Grobmotoriker ein paar lässige Moves bei. Auch der Rest des Albums, zum Beispiel die Single Can’t Tell Me Nothing, ist West-Kost vom allerfeinsten. Die Fans dürfen gespannt sein, was sie noch für feinster HipHop auf Graduation erwartet.

»Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.« (Kanye West) Durchschnittstype mit Stil
Nicht nur die musikalische Arbeit, auch der Lifestyle des Songwriters, Produzenten und MCs ist vom feinsten. Für eine Party ließ West sogar schon einmal Essen plus Koch und Servicekräfte aus einem indischen Restaurant nach New York einfliegen. Aus Wales. Der Mann steht auf Bling Bling und schätzt edlen Schmuck ebenso sehr wie teure Kleidung. Zusammen mit dem New Yorker Juwelier Jacob The Jeweler, der in der Musikindustrie vor allem für seine mit Diamanten verzierten Fünf-Zeitzonen-Uhren bekannt und beliebt wurde, entwarf er im letzten Jahr einen Jesus-Kopf aus Diamanten im Wert von rund 50.000 Dollar. Sogar eine eigene Kollektion namens Pastelle ist in Arbeit. Wer durch Rap sein Geld verdient, versteckt es eben meistens nicht, sondern prahlt damit, indem er es am eigenen Körper oder in dessen nächstem Umfeld zur Schau stellt.
Das Problem bei Kanye West ist jedoch ein besonders heikles – der Mann gilt als »conscious«. Er ist so was wie der gutbürgerliche Sohn des Rap, der nicht auf der Straße oder im Ghetto, sondern im Einkaufszentrum und der Kirche aufgewachsen ist. Der auf der Kunstschule war (und diese nach einem Jahr wieder verließ), keine Gewalt verherrlichenden Lyrics droppt und mit Frauen in seinen Videos respektvoll umgeht. Seine Mutter war Englisch-Professorin an der Universität Chicago und ist jetzt seine Managerin, sein Vater war Mitglied der Black Panther, Foto-Journalist und ist jetzt kirchlicher Seelsorger und Eheberater. Die beiden sind zwar geschieden, aber von Familienwerten hält er trotzdem etwas. Er selbst ist gebildet, sehr ambitioniert, gerissen und einer der wenigen MCs mit relevanten und überlegten Texten, die spätestens seit Gold Digger in Kollaboration mit Jamie Foxx Einzug ins tägliche Radioprogramm gehalten haben.
Kommerzielle Musik mag zwar nicht vor Tiefe strotzen, ganz hohl braucht sie aber auch nicht zu sein. Das ist Kanye West wichtig. Auf seiner Website wirbt er dafür, dass Kinder in der Schule bleiben, einen Highschool-Abschluss bekommen, und hat zu diesem Zweck die »Kanye West Foundation« ins Leben gerufen. Durch das Projekt »Loop Dreams« kümmert er sich darum, dass neueres Musik-Produktions-Equipment in die Schulen kommt, sodass die Jugendlichen neben dem Unterricht einen weiteren Anreiz haben, dorthin zu gehen. »Das Dessert zum Menü«, sagt Kanye.
Der Weg, der hinter ihm liegt, scheint zwar nicht besonders beschwerlich, aber dennoch vom Schicksal geprägt. Nachdem er 2001 vier Songs auf »The Blueprint« von Jay-Z produziert hatte, war Kanye West im Oktober 2002 in einen selbst verschuldeten Autounfall verwickelt, dem er nur knapp und mit einem dreifachen Kieferbruch entkam. »Jeden Tag überfallen mich die Erinnerungen an den Unfall«, sagt West. »Jedes Mal, wenn ich über irgendeinen Unfall höre, muss ich einfach Gott danken, dass ich immer noch hier bin. Wenn das Lenkrad nur etwas weiter herausgestanden hätte, wäre es das gewesen. Dir wird bewusst, wie kurz das Leben ist und wie glücklich Du sein kannst, dass es Dich gibt.« Der Unfall diente Kanye als Inspiration für eines der fesselndsten und triumphalsten kreativen Statements, die das Rap-Biz seit langem gehört hat. Nur Wochen, nachdem er dem Tod entronnen war, nahm er mit verdrahtetem Kiefer Through the Wire auf. Ein pointierter und persönlicher Bericht der Ereignisse, der mit Selbstironie und ungeschminkten Emotionen überzeugt.

»Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.« (Kanye West) First Nigga With A Benz and a Backpack
Dieser Song markiert das Aufkommen der bedeutendsten neuen Stimme des Hip-Hop. Natürlich gibt es immer Künstler, die als Rapper am Mic genauso genial agieren wie als Trackmaster hinter den Reglern. Aber wenn auch viele berühmt für ihre Doppelaktivitäten sind, haben es nur ein paar wenige geschafft, einen profunden Einfluss auf die Richtung der gesamten Musik auszuüben. Zu diesen wenigen Ausnahmekünstlern gehört Kanye West. »Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.«
Massentauglich sind Kanye Wests eigene Platten jedoch auch wegen der Texte. Auf seinen Tracks geht es abwechselnd einerseits um Themen wie Sex, Chicks, Alkohol und Drogen und andererseits um Jesus, seine Mutter, den richtigen Weg und dergleichen. Damit schafft er es, dass sowohl Eltern als auch Kinder, sowohl Studenten als auch die Straße Geschmack an seiner Musik finden. Schlüssel zum Erfolg ist dabei, dass, auch wenn er nicht wirklich rappen kann, seine Lyrics extrem verständlich gesprochen oder gesingsangt sind. Kanye West weiß, dass die durchschnittliche Aufnahmefähigkeit eines Mainstream-Hörers nicht besonders groß ist, und versucht, mit wenigen Mitteln an alle ranzukommen.
Meist beruhen die Tracks auf einem alten Soulsample, bei Vocals gerne nahezu Micky-Maus-mäßig hochgepitcht, oder auf Streicher-Arrangements und gospeligem Händeklatschen. »Ich spüre eine Menge des Souls der alten Platten, die ich sample, in mir«, sagt West. »Wenn ich die höre, dann bearbeite ich sie und bringe sie ins neue Jahrtausend. Dann ist es genauso, als würde das Gott machen. Ich bin dann Eins mit den Songs. Das ist ein Geschenk. Und glaubt ruhig, dass ich einige Monster auf dem neuen Album bereithalte.«
Auf Graduation wirkt, wie schon bei »Late Registration«, Jon Brion als Co-Produzent mit. Der selbst erklärte »First Nigga With A Benz And A Backpack« weiß den Bogen zwischen Realness und Conciousness, zwischen Mainstream und Underground radiofreundlich zu spannen und versteht es, die Zeichen der Zeit zu lesen. Dabei brilliert er als selbstbewusst auftretendes und sich der Situation anpassendes Gesamtprodukt, das sich je nach Gesprächssituation arrogant und selbst überschätzend oder familienfreundlich und gottesgläubig gibt. Aber was soll’s? Persönlich nehmen wir das nicht. Ein arroganter Egoismus ist notwendiger Baustein in einer Karriere. Und solange Kanye West die Klassiker von morgen schreibt, darf er sich ohnehin alles erlauben.

Das Album Graduation von Kanye West findest du bei hhv.de: CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 01.11.2007
Kanye West
Graduation
Graduation ist zwar nicht das bislang beste, aber am das leichtesten durchzuhörende Kanye-Album geworden ist.
Music Review | verfasst 31.08.2011
Jay-Z & Kanye West
Watch The Throne
Jigga und Kanye bauen sich hier kein Denkmal. Sie scheinen stattdessen leichtfüßig das bereits erreichte auszukosten – ein Spektakel
Music Review | verfasst 24.09.2012
G.O.O.D. Music
Cruel Summer
Dank Hit-Boy und Pusha-T kann »Cruel Summer« vieles. Eines kann es nicht: Das Rap-Spiel wiedermal neu erfinden.
Music Review | verfasst 20.06.2013
Kanye West
Yeezus
Der sechste Anlauf von Kanye West, die Welt zu erobern. Hätte auch dieses Mal mit »Yeezus« fast geklappt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.