Music Kolumne | verfasst 22.03.2011
17 Fidelity Guards
Im Gespräch mit Sven Kacirek
Für sein neues Album The Kenya Sessions reiste der Hamburger Schlagzeuger Sven Kacirek in das ostafrikanische Land und musizierte vor Ort mit einheimischen Musikern und Sängern.
Text Sebastian Hinz
885-svenkacirek20114-www.hhv-mag.com

Sven Kacirek ist einer der eigenwilligsten Schlagzeuger Deutschlands. Er beschäftigte sich mit der akustischen Umsetzung programmierter Drum’n’Bass-Grooves, erfand neuartige Besenkonzepte oder integrierte Effekt- und Loopgeräte in das konventionelle Schlagzeugspiel. Eine Zeit lang hat er sich auch mit der »Triple Hi-Hat« auseinandergesetzt, doch das entpuppte sich als verlorene Zeit. Ganz im Gegensatz zu seinen neuesten Missionen. Denn in den letzten Jahren machte sich der Hamburger Schlagzeuger mehr und mehr mit Musik außerhalb unseres Kulturkreises vertraut. Das führte ihn vor zwei Jahren auch nach Kenia, wo er gemeinsam mit einheimischen Musiker an den Kenya Sessions arbeitete, in dem er die Klänge kenianischer Instrumente und traditionelle Stimmen aufnahm und daheim neu arrangierte. Wir haben 17 Fragen und Sven Kacirek weiß 17 Antworten.

1 Kannst du zu Beginn die Grundidee der »Kenya Sessions« erklären?
Sven Kacirek: Also ich reiste im Jahre 2008, zusammen mit der Choreographin Angela Guerreiro, nach Äthiopien und Kenia, um dort die Musik für ihr neues zeitgenössisches Tanzstück zu entwickeln, das sie mit Tänzern dieser beiden Länder erarbeitete. Wir probten in den jeweiligen Hauptstädten Addis Abeba und Nairobi. Vor allem in Nairobi war ich überrascht, dass es sich als äußerst schwierig erwies, mit der Musik des Landes in Kontakt zu treten. In nahezu allen Bars und Cafés wurde ausschließlich amerikanischer Hip Hop und R&B gespielt. Gemeinsam mit dem Direktor des Goethe-Instituts Nairobi, Johannes Hossfeld, entwickelte ich daraufhin die Grundidee der »Kenya Sessions«, die sich mit der traditionellen Musik Kenias fernab der Metropolen Nairobis und Mombasas auseinandersetzen sollte. Mit der Multimedia-Designerin und Kuratorin Agnieszka Krzeminska reiste ich schließlich im März 2009 in die entlegensten Regionen des Landes, um dort Musiker zu treffen und mit ihnen gemeinsam Aufnahmen zu machen.

2 Wie hast du diese Idee dann im Studio umgesetzt?
Sven Kacirek: Zunächst habe ich das gesamte Material mehrfach durchgehört. Insgesamt habe ich in Kenia ca. zehn Stunden Audio-Material gesammelt. Anschließend fing ich an, einzelne Gesangs- oder Instrumentallinien zu transkribieren, um sie harmonisieren oder doppeln zu können. Nach und nach habe ich dann immer mehr Spuren aufgenommen und versucht ein Klanggerüst zu schaffen, das die Feldaufnahmen möglichst homogen und natürlich einbettet.

3 Im Dezember wurde das Projekt in New York auch erstmals live umgesetzt: Was war die Herausforderung dabei?
Sven Kacirek: Die Herausforderung begann und endete mit dem Versuch, die US-Visa für die Musiker Ogoya Nengo und Olith Ratego bei der US-Botschaft in Nairobi zu beantragen. Über zwei Monate lang versuchten wir mit vereinten Kräften die Visa-Anträge voranzutreiben. Nachdem wir sechs Wochen auf die wiederholten Dokumentanfragen der US-Botschaft eingegangen waren, und letztendlich alle geforderten Dokumente einreichen konnten, lehnten sie den Antrag zwei Tage vor dem Flug von Ogoya und Olith nach New York ohne Begründung ab. Die ca. 70-jährige Ogoya Nengo war zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal aus ihrem Dorf in der Nähe des Viktoriasees nach Nairobi gefahren, um dort der US-Botschaft Rede und Antwort zu stehen. Einen Tag vor dem Flug der beiden Musiker aus Kenia rief ich ein letztes Mal bei der Botschaft in Nairobi an. Nach einem ca. zehnminütigen Gespräch, indem man mir leider nicht sagte, was der Grund für die plötzliche Ablehnung sei, legte mein Gesprächspartner bei der Botschaft einfach den Hörer auf.

4 Was ist Barabara.fm?
Sven Kacirek: Das ist der Name des Blogs, den Agnieszka Krzeminska während der Reise durch Kenia und auch während des anschließenden Produktionsprozesses geführt hat. Er umfasst zahlreiche Videos der Aufnahme Sessions, die Agnieszka in Kenia aufnahm, Fotos und natürlich etliche Reiseberichte. »Barabara« ist Kisuaheli und bedeutet »Straße« oder »Weg«.

5 Wie erklärst du dir das zunehmende Interesse an afrikanischer Musik in den letzten Jahren?
Sven Kacirek: Ich denke, das liegt daran, dass sich in den letzten Jahren die Berichterstattung in Bezug auf Afrika verändert hat. In den 1980er und 1990er Jahren wurde Afrika über die Medien nahezu ausschließlich im Zusammenhang mit Hungerkatastrophen, barbarischen Diktatoren und blutigen Bürgerkriegen erwähnt. Diese Berichterstattung hat sich zum Glück verändert. Mittlerweile haben die Leute bemerkt, dass es in Afrika neben Elefanten, wilden Löwen und brennenden Autoreifen auch eine sehr mondäne und kulturell extrem bereichernde Seite gibt. Und das macht natürlich sehr neugierig. Neben dem Interesse für Musik aus Afrika hat sich in den letzten Jahren ja auch das Interesse an afrikanischer Kunst im Allgemeinen sehr stark verändert. Ich finde es wichtig, dass über das Elend, das nach wie vor in vielen afrikanischen Staaten herrscht, berichtet wird. Gerade weil die EU und auch die Vereinigten Staaten dieses Elend in Afrika z.B. über die Agrarsubventionen der EU sehr bewusst fördert und strukturell verschärft und eine große Verantwortung für dieses Elend trägt. Doch ebenso ist es wichtig und für alle Seiten bereichernd mit der Kultur und den vielen kreativen Köpfen des Kontinents – sofern das erwünscht ist – in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

6 Welche spezifischen Instrumente werden in Kenia gespielt?
Sven Kacirek: Es gibt in Kenia keine einheitliche Musiktradition. Wir sind 2009 in erster Linie in der Nyanza-Region in der Nähe des Viktoriasees und in der Coast-Region im Osten des Landes gereist. Die Swahili-Kultur der Küstenregion wurde über Jahrhunderte sehr stark durch den regen Handel mit China, Indien und Indonesien beeinflusst. Im Gegensatz zu der christlich geprägten Nyanza-Region ist hier der Islam die vorherrschende Religion. Dieser kulturelle Kontrast wird auch sehr stark in der Musik deutlich. An der Küste werden Rahmentrommeln, Tambourine, Kayambas und unterschiedliche Flöten eingesetzt. Auch die Skalen unterscheiden sich stark von den Tonskalen der Nyanza-Kultur.
In der Nähe des Viktoriasees spielt wiederum der Dodo-Gesang eine zentrale Rolle. In der jahrhunderte alten Kultur des Dodo-Gesangs übernimmt der Gesang die Funktion des Verkündens zentraler Botschaften und des Kommentierens sozialer Spannungen und Missstände. Ogoya Nengo wurde in den Stand der Dodo-Sängerinnen hineingeboren. Bereits in jungen Jahren wurde ihr eigentlicher Name Anastasia Akumu Olouch durch den Namen »Ogoya Nengo« (»Die Auserwählte«) ersetzt.

7 Was trägt Musik zu unserem Überleben bei?
Sven Kacirek: Ich glaube auf der ganzen Welt werden intensive und extreme Gefühle wie Schmerz, Trauer, Freude oftmals erst über Musik zum Ausdruck gebracht. Das erste, was die Menschen in Afghanistan machten, als sich die Taliban zurückzogen, war auf die Straße zu gehen, zu lachen und vor Freude zu weinen und die Musik zu spielen, die sie so lange nicht hören durften. Vor allem in Kenia habe ich erfahren, welch große Rolle Musik im alltäglichen Leben der Menschen hat und dass die soziale Gemeinschaft ohne Musik schlicht und einfach nicht funktionieren würde.

8 Was ist das größte Vorurteil gegenüber Afrika, das es zu widerlegen gilt?
Sven Kacirek: »Der Kontinent ist arm, weil die politischen Führer alle korrupt sind und ihr Volk ausbeuten.« In Wahrheit ist Afrika arm, weil einige Führer, von denen wiederum viele systematisch vom Westen unterstützt werden, korrupt sind und ihr Volk ausbeuten – und westliche Staaten und Großkonzerne Afrika auch viele Jahre nach dem Ende des Kolonialismus nach wie vor systematisch ausbeuten.

9 Wohin geht die nächste Reise?
Sven Kacirek: Ich plane gerade, gemeinsam mit Stefan Schneider von To Rococo Rot, noch in diesem Jahr erneut nach Kenia zu fahren, um mit 8 recht jungen Musikern aus Malindi ein neues Album aufzunehmen. Stefan hat eine starke Affinität zu afrikanischen Musikstilen. Sein letztes bei ~scape erschienendes Album The African Chamber ist ein tolles Beispiel dafür. Ich hoffe auch, dass Agnieszka Krzeminska wieder mitfahren wird, um die Entstehung des Albums erneuet über einen Videoblog zu dokumentieren. Im nächsten Jahr würde ich gerne mit der in der Schweiz lebenden japanischen Musikerin Mina nach Okinawa reisen, um dort gemeinsam mit Musikern dieser Region an einem neuen Album zu arbeiten. Wir treffen uns gerade regelmäßig, tauschen uns aus und überlegen, wie wir dieses Projekt am besten umsetzen.

10 Ist die Idee Schlagzeug auf Glas, Holz und Butterbrotpapier zu spielen, mit der Idee des »präparierten Piano« vergleichbar?
Sven Kacirek: Der Unterschied zum Klavier besteht natürlich darin, dass ich als Schlagzeuger oder Besenspieler tonal nicht gebunden bin. Ich kann ein Jazz-Pattern mit Besen auf einem Barhocker spielen und es bleibt ein Jazz-Pattern. Ich kann mit meinen zehn Fingern aber keine Bach-Invention auf einem Barhocker spielen, weil es dann natürlich nichts mehr mit der Bach-Invention zu tun. Denn der tonale Kontext geht ja vollständig verloren. Insofern denke ich, dass sich die Frage der Präparation des Instruments in der Form nicht stellt, wenn ich Gegenstände jenseits des Schlagzeugs nehme und auf ihnen Figuren spiele, die ich sonst am Schlagzeug oder auf einer Snare gespielt hätte. Anders verhält es sich mit Marimba oder Vibraphon. Wenn ich Butterbrotpapier oder Kronkorken auf einzelne Platten des Marimbas lege, dann ist das natürlich mit dem Präparierten Klavier vergleichbar.

11 Kannst du kurz überblicken, wie viele Gläser dir beim Schlagzeugspiel zerbrochen sind?
Sven Kacirek: Bisher noch keines.

12 Was genau ist eine Triple Hi-Hat?
Sven Kacirek: Du meine Güte! Wo hast du das denn recherchiert? Das ist eine lange, recht abenteuerliche Geschichte: Vor knapp zwölf Jahren habe ich zwei Mal auf dem bekannten World Drum Festival gespielt und im Zusammenhang mit meinen beiden »Drum-Nerd-Büchern« hier und da ein paar Interviews für Schlagzeuger-Magazine gegeben. Daraufhin ist ein recht dubioser Erfinder aus Bad Bentheim mit dem Namen Peter Küppers an mich herangetreten. Er hatte mit einem revolutionären Baustoff namens Lightex gutes Geld verdient und wollte nun einen Teil des Gewinns in die Erfindung neuartiger Musikinstrumente stecken. (Das sagte er mir jedenfalls.) Sein spektakulärster Coup war die Triple Hi-Hat. Eine normale Hi-Hat besteht aus zwei aufeinanderliegenden Becken. Peter Küppers baute nun eine Hi-Hat mit drei Becken. Die mittlere Hi-Hat ist fest montiert, während die untere beim Treten des Pedals von unten nach oben und das oberste Becken gleichzeitig von oben nach unten bewegt wird. Küppers wollte, dass ich das Instrument »erforsche«, neue Spieltechniken erfinde und darüber ein Buch schreibe. Ich setzte mich mit dem Instrument also intensiv auseinander, aber so viel ich auch herumprobierte, ich konnte einfach keinen sonderlichen Vorteil gegenüber einer konventionellen Hi-Hat-Maschine erkennen. Zudem ging die Triple-Hi-Hat alle paar Wochen kaputt. Noch heute habe ich sechs defekte Triple-Hi-Hats im Keller… Nach einigen Meinungsverschiedenheiten mit Küppers endete diese Zusammenarbeit.
Peter Küppers wurde übrigens einige Jahre später als Hochstapler enttarnt, der Millionenkredite verbrannte, und sich meines Wissens u.a. wegen Urkundenfälschung vor Gericht verantworten musste.

13 * Deine Einschätzung zu den Schlagzeuger-Qualitäten von Steve Reid?*
Ich habe erst in der letzten Woche gelesen, dass er 2010 gestorben ist. Ich habe Reid leider nie live spielen sehen. Einmal hatte ich eine Karte für ein Konzert von Four Tet und Reid, das aber leider kurzfristig abgesagt wurde. Boris Netswetajev, ein großartiger in Hamburg lebender Pianist und Keyboarder spielte zuletzt in der Band von Steve Reid. Darauf bin ich natürlich sehr neidisch ! Ich habe ein paar Sun Ra-Alben mit Reid und auch ein Fela Kuti-Album, auf dem er trommelt. Ohne Musiker wie Steve Reid und Tony Allen gäbe es keinen Afrobeat.

14 Und was ist mit Ringo Starr?
Sven Kacirek: Ringo Starr gehört für mich zu den ganz großen Trommler-Giganten des letzten Jahrhunderts. Auf einer Stufe mit Steve Gadd, Buddy Rich, Tony Allen, Jeff Porcaro und Elvin Jones. Die Beatles ohne Ringo Starr sind für mich unvorstellbar. Gerade gestern habe ich wieder A Day In The Life , das letzte Stück der Sergent Pepper gehört und wieder eine Gänsehaut bekommen. Wenn man so etwas hört, fragt man sich, ob sich die Popmusik in den letzten 40 Jahren eigentlich überhaupt weiterentwickelt hat. Natürlich gib es unglaubliche Bands wie Radiohead und natürlich haben Kraftwerk und später dann Leute und Projekte wie Aphex Twin oder Autechre oder natürlich auch Kool Herc und Grandmaster Flash wieder eine ganz neue Tür aufgestoßen, aber was Ringo Starr, Lennon, McCartney und Harrison damals entwickelt haben, ist für mich nach wie vor die größte Sensation in der Geschichte des Pop. Manchmal fahre ich hier in Hamburg ganz alleine mit dem Fahrrad die legendären Beatles-Stationen ab: vorbei am Indra, am Kaiserkeller, am ehemaligen Stern-Kino und Star-Club usw…

15 Was hat Hamburg, was New York nicht hat?
Sven Kacirek: Udo Lindenberg, Ruud van Nistelrooy und den Jaffe-Davids-Kanal

16 Würdest du dennoch bei deiner New-York-Erfahrung der Sinatra-Sentenz »If I can make it there, I can make it anywhere« zustimmen?
Sven Kacirek: Ich habe New York bei meinem Aufenthalt im Dezember richtig schätzen gelernt. ich hatte bereits im April 2010 mit Hauschka im Poisson Rouge gespielt, musste aber gleich am nächsten Tag wieder nach Hamburg zurück und war daher nur zwei Tage in New York. Im Dezember war ich insgesamt zwölf Tage vor Ort, weil ich nach den Konzerten noch Aufnahmen mit dem Saxophonisten Jason Candler für eine neues Album gemacht habe. Ich hatte zwischendurch etwas Zeit, auch mal zwei Stunden planlos durch Brooklyn zu latschen oder abends ins Stone zu gehen, um mir Konzerte anzuhören. Ich hatte in New York das Gefühl, das meiner Musik ein größeres Interesse entgegengebracht wurde als das oft in Hamburg der Fall ist. In Hamburg konzentriert sich doch sehr viel auf Gitarrenrock und Hip-Hop und für viele bin ich hier nur der komische Kauz, der irgendwie was anderes macht. Es gibt zum Glück Musiker wie Lawrence, Springintgut oder Taprikk Sweezee aber im Vergleich zu Städten wie Berlin oder New York ist Hamburg im kulturellen Bereich schon etwas provinziell. In New York habe ich mich daher deutlich besser aufgehoben gefühlt, aber als Musiker in New York zu überleben ist leider schon recht heftig. Ich denke, da würde ich momentan einfach kaputt gehen. Insofern würde ich schon sagen: If I can make a living as a musician there, I can make it anywhere.

17 Trotzdem: Traumjob Musiker?
Sven Kacirek: Es ist ein Traumjob, wenn man nie etwas anderes machen wollte und sich auch nach einigen Jahren immer noch jeden Tag auf seine Arbeit freut. Ich habe ohnehin Schwierigkeiten, meine Arbeit als »Arbeit« zu definieren. Wenn meine Freundin sagt: »Ich arbeite so viel« denke ich mir oft: »Aber, ich mache doch nur das, was mir Spaß macht.« Wenn ich den ganzen Tag nicht üben oder aufnehmen kann, fehlt mir etwas und ich fühle mich dann auch schlecht und unausgeglichen.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.04.2012
Sven Kacirek
Scarlett Pitch Dreams
»Scarlet Pitch Dreams« klingt elektronischer, an manchen Stellen härter, gleichzeitig aber doch vertrauter als je zuvor.
Music Review | verfasst 20.11.2015
Sven Kacirek
Songs From Okinawa
Für »Songs From Okinawa« verschlug es den Hamburger Schlagzeuger und Percussionisten Sven Kacirek in die japanische Provinz.
Music Review | verfasst 14.08.2019
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Review | verfasst 09.05.2016
Ogoya Nengo & the Dodo Women's Group
On Mande
Sven Kacirek und Stefan Schneider haben das Album »On Mande« mit der kenianischen Sängerin Ogoya Nengo aufgenommen.
Music Review | verfasst 31.08.2018
Umeko Ando
Ihunke
Spartanisch, stoisch, gut: Pingipung legt das 2000 in Japan veröffentlichte Album »Ihunke« der japanischen Künstlerin Umeko Ando wieder auf.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.