Music Kolumne | verfasst 15.06.2011
Aigners Inventur
Mai 2011
Irgendetwas stimmt diesen Monat nicht. Was sich im Mai zur Kaffeefahrt verabredete, war im Schnitt älter als der AC Mailand. Und das ausgerechnet im Monat nach Goblin. Quo vadis, Mai?
Text Florian Aigner

Kool G Rap - Riches, Royalty & RespectFind it at hhv.de: LP | CD Anyway, beginnen wir mit einem meiner Lieblingsopas. Kool G Rap dürfte historisch gesehen einer der unterbewertetsten Rapper aller Zeiten sein. Umso tragischer, dass er seinen chirurgisch präzisen, atemlosen Flow mittlerweile durch aktuellere Akzentuierungstaktiken ersetzt hat. So rutscht dem Queens-Original auf Riches, Royalty, Respect mehr als einmal eine arg forciert südstaatlerisch betonte Vokalkette aus dem Rachen und auch in Sachen Geschwindigkeit passt sich K-G-R einige Male zu oft an komtemporäre Swag-Standards an. Davon abgesehen ist Riches, Royalty, Respect aber ein ziemlich kompromiss- und humorloses Album für die Straßenköter mit klassizistischer Instrumentierung. Sehr solide, aber ich schmeiß jetzt – so verbittert das auch klingen mag – trotzdem Wanted: Dead Or Alive ein.
 

Large Professor & Neek The Exotic - Still On The HustleFind it at hhv.de: LP | CD Ebenfalls über Fat Beats erschien vor einigen Tagen eine Kollaboration, die in der Napster-Ära für Furore gesorgt hatte, heute aber nur noch Timbs-Träger Baujahr 85 und älter aufhorchen lassen dürfte. Neek The Exotic lässt sich vom großen Large Professor ein Album auf den Leib schneidern, das sich ganz und gar dem New York’schen Sound um die Jahrtausendwende widmet. Das Problem dabei: Still On The Hustle will gar nicht unbedingt retro sein und klingt deswegen um einiges angestaubter als das, was beispielsweise Roc Marciano seit 1-2 Jahren so treibt.
 

Vast Aire - OX 2010 - A Street Odyssey Find it at hhv.de: LP | CD Vast Aire als Reimklaus mit Down-Syndrom-Flow zu diffamieren, ist in Mode gekommen als es absehbar wurde, dass dieser (genau wie sein Kollege Vordul) dem durch das immer noch phänomenale The Cold Vein aufgebauten Druck nicht standhalten würde. OX 2010: A Street Odyssey ist, auch wenn uns der Titel dies suggerieren will, natürlich auch wieder nicht die adäquate Fortsetzung jenes Def Jux-Klassikers, aber ein gut produziertes Post-Boom-Bap-Statement, das sich weder in ohrenkrebsigen Art-Rap-Experimenten verliert, noch zu offensichtlich zitiert. Und ich mag einfach wie dieser ungelenke Teddybär nach Silben ringt.
 

Edo G - A Face In The CrowdFind it at hhv.de: CD Selbiges gilt für Edo G., wobei dieser freilich wesentlich galanter über Kick und Snare marschiert – auch in fortgeschrittenem Alter, wie er unlängst auf A Face In The Crowd nachweisen konnte. Wie sich das gehört, beginnt Edo mit einem schnieken Premo-Beat, gefolgt von einigen Detroit’ismen, eleganten Vocal-Samples, drei, vier Aussetzern und mindestens zwei Interludes zu viel. Unterm Strich aber eine saubere Angelegenheit, was zu mindestens zu 70 Prozent Herrn G-Punkts wunderbar unprätentiösem Auftreten geschuldet ist.
 

J Rawls - The Hip-Hop AffectFind it at hhv.de: LP | CD J Rawls ist die bessere Version der People Under The Stairs. Yeah, I said it. Während mich letztere mit ihrem BBQ-Jazz-Hop in den letzten Jahren nur noch langweiligen, bleibt Rawls auf seinen, an sich auch immer gleich klingenden, Beats irgendwie immer etwas spannender als das Duo aus L.A. Auf The Hip Hop Affect lädt sich Rawls wieder die echte Schule ein, kollaboriert mit anderen Triple Threats wie Diamond D und Kev Brown und wechselt gekonnt zwischen dudeligen Jazz-Samples und elegantem Sofa-Bap. Über den schlechtesten Sex-Vers aller Zeiten auf Ya Friends In The Way breiten wir angesichts dessen gönnerhaft den Mantel des Schweigens aus.
 

DJ Premier - Beats That Collected Dust Volume 2Find it at hhv.de: LP Und weil die 10er die neuen 90er sind, gräbt nun sogar einer der großen Dominatoren dieser Ära im Archiv und teilt, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, ein Dutzend unveröffentlichte Beats mit uns. Die Rede ist von einem gewissen DJ Premier, die Resterampe hört auf den Namen Beats That Collected Dust und auch wenn hier keiner etwas in der Gewichtsklasse Mass Appeal, NY State Of Mind oder Livin Proof finden wird: it’s P-P-P-P-Premier, DJ P-P-P-P-P-Premier, goddamnit.
 

Madlib - Medicine Show #9Find it at hhv.de: CD Problematischer ist Nittyville, Madlibs Projekt mit Frank Nitt (ja, der Typ von Frank-N-Dank). Warum? Weil Genosse Nitt für seine eh schon immer eher rudimentären Reime hier fast allesamt die Madlib-Beats gepickt hat, die dieser vermutlich unter dem Stichwort »Dilla-Pause-Clones-To-Be-Deleted« archiviert hat. Das macht für Nitts grobschlächtige Strip-Aufforderungen durchaus Sinn, nur muss man sagen, dass Madlib es hier nicht schafft, die gleiche Magie zu erzeugen wie der seelige Herr Yancey. Während dessen funktionale Club-Banger immer eine ungeheure Dynamik zwischen Kopf und Bein erzeugten, funktioniert Madlibs ansonsten so geschätzter Skizzen-Stil auf Nittyvillle nicht.
 

David Vangel - Breadth ControlFind it at hhv.de: LP | CD Weiter mit den komplexen Soundcollagen von David Vangel. Der kombiniert roughe Drumpatterns, die bei Endtroducing genau hingehört haben, mit ausladenden Flächen. Mir ist der wiederkehrende, fast schon an Arcade Fire erinnernde Folk-Pathos auf voller Länge zu viel, aber bei wem es eher mehr sein darf, wird an Breadth Control seine helle Freude haben.
 

Amon Tobin-IsamFind it at hhv.de: LP | CD Apropos Wall Of Sound: Der Großmeister der klaustrophobischen Raumfüllung ist zurück. Amon Tobins Isam dröhnt wie schon der Vorgänger amorpher als seine Frühwerke, funktioniert aber im Gegensatz zu Großtaten wie Permutation oder Supermodified eigentlich nur als Gesamtkunstwerk inklusive virtuoser Visualisierung. Zuhause hingegen artet das Dechiffrieren dieser unklassifizierbaren Soundberge zu häufig in Arbeit aus.
 

Battles - Gloss DropFind it at hhv.de: LP | CD Inwieweit Tyondai Braxtons Verlassen der Band den Nerd-Groovern von Battles geholfen hat, sich zu entkrampfen, haben die Kollegen von Pitchfork schon ad infinitum abgehandelt. Deswegen nur so viel: ja, Mirrored war ein besseres Album als Glass Drop es ist, aber die Art und Weise wie diese Prog-Streber aus wahnwitzigen Kunsthochschulen-Darbietungen immer wieder housige Grooves herausschälen und diese dann genau so lange isolieren wie sie interessant bleiben, ist schon klasse. Da lenken die Vocal-Beiträge vom eigentlichen Spektakel sogar eher ab. Ich freue mich auf die Remixes und verlange an dieser Stelle einen Beitrag von Actress. Das tue ich zwar prinzipiell immer, aber hier wäre das ein Traum.
 

Gang Gang Dance - Eye ContactFind it at hhv.de: LP Eine andere Privatdozenten-Band habe ich hingegen nie richtig verstanden. Gang Gang Dance waren uns Akademikerschnöseln in ihrem Pound’schen Zitierwahn zwar sympathisch, aber oft auch eher unhörbar. Und so oft das die Kollegen von der schreibenden Zunft jetzt auch wieder in Bezug auf Eye Contact verneinen wollen: sie sind es immer noch. So ambitioniert es auf dem Papier klingt fernöstliche und afrikanische Melodien mit Zomby-Synths, der Entrücktheit von The Knife, britischem Subbass und Tortoise’schen Riffs zu kombinieren, so unausgegoren wirkt das Endprodukt. Aber das gibt ja wieder keiner zu.
 

Boxcutter - The DissolveFind it at hhv.de: LP Den Snobismus abgelegt hat hingegen Boxcutter, der sich auf The Dissolve so melodiös und funky zeigt wie noch nie. Ähnlich wie kurz davor Squarepusher wird hier frickeliges Kraftmeiern durch luftige Future Boogie-Nummern ersetzt, Vocals nicht mehr systematisch zerschossen und Prince, 2-Step und 4×4 nicht mehr nur durch ein Prisma betrachtet. Ein richtiger Schritt!
 

Planningtorock - WFind it at hhv.de: LP Überrascht es wirklich jemanden, dass gerade jetzt, wo die drei Buchstaben DFA synonym geworden sind mit geschmackssicherem discoidem Hipster-House, James Murphy eine Platte veröffentlichen lässt, die mit wenigen Ausnahmen so gar nicht in die Bassdrum-dominierte Phase des Labels passt? Eben. Planningtorocks W ist ein experimenteller Brocken, der sich von Eno, über Ultravox, Arthur Russell und Blondie bis hin zu Fever Ray zitiert, ohne sich jemals eine Millisekunde Funktionalitätsgedanken zu machen. Natürlich ist das in seiner Verkopft- und Bemühtheit anstrengend, zugegebenermaßen aber auch wirklich schlüssig.
 

Spatial - SpatialFind it at hhv.de: LP Wechseln wir rüber in das Post-Everything-Brit-Bass-Camp. Spatial ist einer dieser Produzenten, die das hypnotische Potential von Techno mit gebrochenen britischen Beats paarten und britischer Bassmusik hiermit das Fett absaugten. Vor kurzem erschienen nun dessen Vinyl-Only-Tracks auf einem schlicht Spatial betitelten Silberling. Latecomers, get on it!
 

LV - RoutesFind it at hhv.de: LP Eine ähnliche Zielgruppe dürfte Routes ansprechen, eines dieser Alben, das so quintessentiell London ist und dennoch auch in unseren Breitengraden fasziniert. LV hat sich hierfür den Vokalisten Joshua Idehen eingeladen, der ab und an auftaucht und mal kryptische, mal unfassbar komische Sachen ins Mikro haucht. Während Idehen LVs Ideen gut ergänzt und Routes um eine weitere Facette erweitert, ist LV der eigentliche Star des Albums. Egal, ob hektische UK Rave-Banger, Garage Lamentos, Wonky-Ish oder Grime – der Kerl kann alles und v.a. führt er die mannigfaltigen Stränge der britischen Basskultur auf Albumlänge so gekonnt zusammen wie wenige vor ihm. Ein großartiges Album.
 

Surgeon - Breaking Time Während die britische 2-Step/Garage/Jungle/Grime/Dubstep/D&B-Chose schon viel zu oft erzählt wurde, fristet der britische Techno in der Rezeption und Verarbeitung immer noch eher ein Mauerblümchendasein, einigen Lobpreisungen des Hardwax-Camps und der Widererstarkung ehemaliger Fackelträger wie Luke Slater, Regis oder Surgeon zum Trotz. Hierbei ist es interessant zu beobachten, dass Surgeon auf Breaking The Frame, seinem ersten Album seit einer halben Ewigkeit, noch am ehesten den hochtourigen Sound der British Murder Boys-Ära hochhält, diesen aber durch ambiente Flächen aufbricht und in einem wahnwitzigen Harfeninferno in der Albummitte kulminieren lässt. Schön zu sehen, dass sich Autorentechno und 135bpm auch 2011 nicht widersprechen müssen.
 

Bruno Pronsato - Lovers Do Das schöne an der Minimal-Implosion ist ja, dass sie die übliche reinigende Wirkung hatte und sich (fast) nur noch die wirklich Guten trauen mit diesen pedantischen Klackerdrums und Micro-Figürchen zu arbeiten. Bruno Pronsato minimal zu schimpfen ist hierbei zwar der erste Denkfehler, aber immerhin fußt Pronsatos expressiv-jazziger Habitus auf einer sehr reduzierten Basis. Deswegen müssen diese Tracks auch so lange sein, Pronsato braucht Zeit um aus sanft klopfenden Drumtools kleinteilige Figuren zu schälen, die wild und dennoch kontrolliert durch diese 12-minütigen Erzählungen mäandern. Lovers Do ist dann auch am ehesten das, was man von Isolée vor We Are Monster erwartet hatte. Das ist immer noch ein großes Kompliment.
 

Paul Kalkbrenner - Icke WiederFind it at hhv.de: LP Uff, jetzt wird’s schwierig. Von Feingeist-Pronsato zu Bratzen-Paul. Wobei dessen Truppenatzentum und Leihenschauspiel-Handicap eigentlich viel asseliger ist als die Musik, zu der sich diese ganzen ekligen G-Star-Nasen mittlerweile Jägermeister statt Pillen geben. Aber zur Musik: Icke wieder versucht Berlin Calling 2 zu sein, verzichtet dabei aber auf die ganz großen Gesten. Hört man all das kontextfrei, muss man sagen, dass es schon wesentlich verheerendere Techno-Ausläufer in die Tankstellen-Auslagen geschafft haben als dieser melodiöse, Euphorie und Melancholie geschickt verbindende Openair-Sound. Jetzt nix für mich, aber auf Kalkbrenner einzuprügeln, ist halt auch sooooo 2009.
 

DJ Harvey - Locussolus...The AlbumFind it at hhv.de: LP Wer sich nach dem bloßen Erwähnen des K-Wortes nun reinwaschen will: Kein Problem, der Säulenheilige des balearischen Eklektizismus und Messias der Kredibilität hat nach einem Vierteljahrhundert im Dienst ein erstes richtiges Album gemacht. Wobei, streng genommen ist Locussolus eher eine Compilation der von DJ Harvey über das kleine Label International Feel veröffentlichten Maxis der letzten zwei Jahre. Wer die nicht gehört hat: natürlich gibt Harvey hier auch den croonenden Sektenführer, es fällt aber auch auf, dass er es sich zum Ziel gemacht hat, seine exponierte Stellung für vermeintliche No-Gos auszunutzen: so reanimiert Harvey beispielsweise Electroclash-Standards und singt ein, zwei Mal nur knapp an der Vox-Travel-Romantik vorbei. Und warum? Weil er Harvey und Locussolus trotz einer gewissen Unfokussiertheit ein guter Arbeitsnachweis ist.
 

Massimiliano Pagliara - Focus For InfinityFind it at hhv.de: LP Dass Harvey einer der Helden von Massimo Pagliara ist, wusste man auch schon vor Focus For Infinity, der ersten Langspielrille des Italieners. Die steht ganz im Zeichen der frühen Cosmic-Ära, in der man sich nicht vor übermächtigen Synthesizern, niedrigen Tempi und einer Prise Herzschmerz fürchtete. Pagliara ergänzt die serienmäßig eingebauten Moroder- und Carpenter-Plugins unaufdringlich mit feistem Roland-Rattern, DFA-Basslines und ausformulierten Songs. Solide, wenn auch wenig überraschend.
 

Tiger & Woods - Gin NationFind it at hhv.de: LP Eher bei Boogie- und Pop-Platten aus den 80ern bedienen sich hingegen Tiger & Woods, jenes mysteriöse Edit-Duo also, das nun mit Through The Green ein ganzes Album voll mit scharf gechoppten Samples und repetitiver Hysterie vorlegt. Das funktioniert prächtig, erinnert mal an die Sample- und Filter-Manie der French-House-Ära, mal an Boogie auf Steroiden und in den besten Momenten sogar an Soundstream, weil das Duo ein ausgesprochen gutes Gespür für tragende Loops und deren Weiterentwicklung hat.
 

Big Strick - Detroit HeatFind it at hhv.de: CD Das Beste habe ich mir unterdessen für den Schluss aufgehoben. Big Strick, jener Sympathikus also, den Kollege Okraj vor geraumer Zeit interviewte, hat nach einigen Verzögerungen nun endlich Detroit Heat veröffentlicht, ein Album, das in seiner stoischen Magie am ehesten familienintern mit Omar S, oder, in geringerem Ausmaß, mit Rick Wilhites Analag Aquarium zu vergleichen ist. House und Techno wie sie in der hier dargebotenen Intensität und Instinktivität wohl immer noch nur aus Detroit oder Chicago kommen können. Das mag ein unfassbar klischeehafter Satz sein, aber wer meint, diesen nach Detroit Heat immer noch ironisch brechen zu müssen, hat wenig bis nichts verstanden.
 

Gene Hunt - Chicago Dance Tracks 2Find it at hhv.de: LP Und wem haben wir Leute wie Omar S oder Big Strick zu verdanken? Jawohl, Menschen wie Larry Heard, Marshall Jefferson oder Lil Louis. Nachdem ich letzten Monat bereits unkontrolliert über Teil 1 der von Gene Hunt zusammengestellten Reihe Chicago Dance Tracks ejakuliert habe, schweige ich an dieser Stelle bezüglich Teil 2. Nur so viel sei gesagt: Jack! Jack! Jack!
 

So das war’s für heute, ich geh weiter den MVP feiern.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 17.07.2019
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Kolumne | verfasst 29.01.2020
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Review | verfasst 27.05.2011
Amon Tobin
ISAM
Auf ISAM entfernt sich Amon Tobin einfach weiter von seiner Vergangenheit und umschifft ganz dreist die Gegenwart.
Music Review | verfasst 25.05.2012
Amon Tobin
Boxset
Von dem brasilianischen Musiker Amon Tobin wird ein Boxset veröffentlicht, das keine Wünsche mehr übrig lässt.
Music Essay | verfasst 19.05.2017
Records Revisited
Amon Tobin – Bricolage, 1997
Der brasilianische Soundtüftler Tobin sprang am Ende des vergangenen Jahrtausends ganz schön brutal mit den Genres um, die ihm am Herzen lagen. Und ebnete ihnen so den Weg in die Zukunft.
Music Review | verfasst 03.05.2012
Battles
Dross Glopp
Indem sich »Gloss Drop« durch Stimmungen und Stile bewegt, bewegt es sich räumlich und zeitlich durch eine überaus tanzbare Nacht.
Music Review | verfasst 17.09.2015
Battles
La Di Da
Battles ziehen auf »La Di Da« weiter an einem Knäuel. Auch an Stellen, an denen man sich mehr einen Strang gewünscht hätte.
Music Review | verfasst 09.07.2011
Big Strick
Detroit Heat
Mit seinem Debütalbum Detroit Heat bringt Big Strick die gesamte Essenz amrikanischer House- und Techno-Musik auf den Punkt.
Music Interview | verfasst 28.03.2011
Big Strick
Strickly analogue, Baby!
Nach zwei EPs auf FXHE, veröffentlicht Big Strick, seines Zeichen Cousin von Omar-S, dieser Tage sein Debütalbum Detroit Heat. Paul Okraj unterhielt sich mit einem ehrlichen Leonard Strickland aus der Motor City.
Music Kolumne | verfasst 01.06.2011
Zwölf Zehner
Mai 2011
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 02.11.2011
Dro Carey
DJ Charts
Dro Carey ist ein australischer Beatmaker und seit kurzem bei dem Label RAMP Recordings gesignt. Für unsere DJ-Charts hat er 10 größtenteils aktuelle Tracks herausgesucht, die ihn gerade beschäftigen.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 14.05.2011
Boxcutter
The Dissolve
Boxcutter hält auf Album Nummer vier seine elektronische Musik sehr weich, man möchte fast sagen »verträumt«.
Music Review | verfasst 30.04.2012
The Host
The Host
Barry Lynn hat es mit seinem neuen Projekt tatsächlich geschafft, in kurzen Sequenzen ganz große Szenerien auferstehen zu lassen.
Music Review | verfasst 07.01.2014
Boxcutter
Gnosis EP
Für einen kurzen Moment galt Barry Lynn unter seinem Pseudonym Boxcutter als Innovator des Dubstep-Genres. Das ist lange her.
Music Porträt | verfasst 10.06.2011
David Vangel
Pan-Canadian Crunk
Mit Breadth Control lässt David Vangel aufhorchen. Der kanadische Soundtüftler mit griechisch-mazedonischen Wurzeln wurde sozialisiert mit HipHop, betritt aber mit seinen eigener Musik die Pfade der elektronischen Musik.
Music Review | verfasst 30.04.2011
Reks
Rhythmatic Enternal King Supreme
Reks beweist auf seinem von Producern wie DJ Premier, Pete Rock oder Alchemist musikalisch untermaltem Album, dass er spitten kann.
Music Review | verfasst 25.09.2011
Apathy
Honkey Kong
Natürlich sind manche Punchlines hier hart an der Grenze. Dennoch: Apathy gelingt mit Honkey Kong ein richtig gute Rapalbum.
Music Review | verfasst 25.04.2013
Jeru the Damaja
The Sun Rises In The East
Zusammen mit im selben Jahr veroeffentlichten »Illmatic« markiert »The Sun Rises In The East« die Quintessenz des East Coast Raps der 90er.
Music Review | verfasst 05.12.2014
PRhyme (Royce Da 5'9 & DJ Premier)
PRhyme
Royce Da 5’9s und DJ Premiers Album »PRhyme« marschiert Richtung NYC, Ecke Hardcore-Rap und beinahe möchte man »Gang Starr 2.0« flüstern.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.