Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Text Jan Kage , Fotos Klub7
2361-yaneqdoten5august2011-www.hhv-mag.com

Es war Anfang der Nuller Jahre und Marc Hype hatte Geburtstag. Er feierte in der kleinen Galerie Tristesse Deluxe, die damals noch auf der Schlesischen Straße war. Einige Leute waren gekommen. Neben den Berliner Oldschoolern auch all diejenigen, die damals HipHop oder ähnliches in der Stadt machten und mit ihm befreundet waren. Hundert Leute vielleicht. Ich saß hinten nah der Bar und den Toiletten mit vier Jungs, die ich nicht kannte, und wir unterhielten uns bei Bier und Joints. Irgendwann kam das Thema »Ausländer« auf. Ich war schon gut angetüdelt und angeraucht und stellte nun meinen Ethno-Blick scharf.
»Ach so, ihr seid Türken«, sagte ich und freute mich. »Ich kenn’ ’nen super Witz!«
Durch die Wolken meines Rausches brach sich jäh die Realität der Situation Raum. Der Sound ging quasi aus und ein Spot richtete sich auf mich. Kein zurück mehr. Das war mir aber auch egal. Mein Leben lang habe ich gerne Witze gehört und sie ebenso gerne weitererzählt und mich dann irgendwann gefragt, wer sich diese Witze alle ausdenkt. Wo kommen die her? Gibt es da Autoren und Redaktionen für? Heißen diese Redaktionen Kneipe? Was sind das für Menschen, die sich Witze ausdenken? Oder schreibt sie gar das Kneipenkollektiv gemeinsam? Die deutsche Form von Oral History also.
Irgendwann dann, kurz vor Hypes Geburtstag, fiel mir einfach so, ohne großes Nachdenken mein erster eigener Witz ein. Keine Ahnung, warum gerade mir als gutem alten, linken Multikulturalisten ausgerechnet ein Türkenwitz einfallen musste, aber so war es nun mal. Zumindest scheinbar. Als kleine Info zum besseren Verständnis der folgenden Pointe sei vorrausgeschickt, dass es die Zeit war als Internet zwar nicht mehr unbedingt, aber Laptops doch noch Neuigkeitswert besaßen.
»Du weißt, was jetzt passiert, wenn der Witz Scheiße ist?«, fragte der eine meiner Gesprächspartner und ich sagte: »Na klar, dann kannste mich boxen. Pass auf: Was ist ein Türke mit ’nem Laptop?«
Die Jungs dachten ernsthaft nach, Denkmimik in den Gesichtern. Dann sagte der Wortführer: »Keine Ahnung. Kann alles mögliche sein! Ein Dieb?«
»Nein, Mann. Was denkst du was ich hier für Witze erzähle? Ich bin doch kein Nazi!«
»Weiß ich nicht, Alter! Was ist er?«
Ich setzte eine Kunstpause, die vier guckten mich gespannt an und dann droppte ich die Pointe: »Wireless Lan!«
Zwei von ihnen, der Wortführer darunter, packten sich augenblicklich weg vor Lachen, fielen fast von ihren Hockern. Die anderen beiden blieben regungslos sitzen, keine Miene verzog sich in ihren Gesichtern und dann fragten sie, nachdem die ersten beiden ausgelacht hatten, trocken, aber durchaus interessiert: »Was ist das: Wireless?«

Das Tolle an dem Witz ist, dass er als Seismograph des deutschen Apartheidsystems funktioniert. Das Tolle an dem Witz ist, dass er als Seismograph des deutschen Apartheidsystems funktioniert. Erzählt man ihn einem wohlbehütet aufgewachsenem deutsch-deutschen Mittelklasse-Studenten, der keine deutsch-türkischen Freunde oder Bekannte hat, dann erntet man weder Lachen noch eine klärende Rückfrage. Die lieben Jungs und Mädels wissen einfach nicht, was das türkische »Lan« bedeutet. Und wenn man es ihnen dann erklärt… Aber erklärte Witze halt!
Obwohl, manchmal muss man auch einen Witz erklären. Vor allem den spontanen. Als ich zum Beispiel zum ersten Mal zu meinem Friseur in der Wrangelstraße ging, um mich bei Tarantinos Inglourious Basterds Statisten-Casting in Babelsberg mit schnieker 30er Jahre-Frisur auf Nummer Sicher zu empfehlen, guckte mich Ali ein bisschen geschockt an als ich ihm erklärte, ich bräuchte eine Nazifrisur.
»Nein, nicht Skinhead! So 30er Jahre, hinten hochrasiert und vorne zurückgegelt! Ich will zu einem Casting.«
»Ach so«, sagte er, »das kriegen wir hin!« Und seitdem fragt er jedes Mal, wenn ich zu ihm komme, ob ich wieder einen Nazischnitt wolle. Ich bin dabei geblieben. Bei ihm und bei der Frisur.
Die Rolle habe ich damals nicht gekriegt. »Wieso nicht«, fragte Ali.
»Die haben gesagt, ich sehe nicht deutsch aus! Ich könnte aber vielleicht einen Franzosen geben, am Ende, wenn das Kino in die Luft fliegt.« Aber auch daraus ist leider nichts geworden.

Später sind mir dann noch zwei Witze eingefallen, die nach dem gleichen Muster funktionieren, aber sie haben nicht die gleiche elegant-schlichte Schöhnheit wie Wireless Lan. Sie kommen noch mehr um die Ecke, aber gerade das macht ihren besonderen Charme aus.
Wie grüßen sich zwei heterosexuelle HipHop-Schwuchteln in einem New Yorker Sushi Restaurant??
»Whas-a-bi?«
, ist der eine.
Wie nennt man grundsätzlicherweise einen asiatischstämmigen Amerikaner, der die Schnauze von San Francisco voll hat??
Bay-Sick-Lee
, der andere.
Da kommt eigentlich keiner drauf. Sehr gute Denker aber haben »Wireless Lan« schon erraten. Das waren aber wirklich nur zwei oder drei in den bald zehn Jahren, die ich den Witz nun schon mit gleichbleibender Begeisterung erzähle.
Falls irgendjemand behaupten sollte, er hätte den Witz schon mal gehört und in Zweifel zieht, dass ich der Schöpfer dieser Perle bin: Er irrt! Wenn ich auf zwei Sachen im Leben wirklich stolz bin, ist es dieser Witz und die Lösung der alten Frage, was zuerst war, das Huhn oder das Ei. Aber die beantworte ich an anderer Stelle mal. Meine Witze jedenfalls, soviel habe ich rausgefunden, entstehen nachts am Tresen.

Jan Kage aka Yaneq veranstaltet regelmäßig die Reihe »Party Arty«. Er hat auch eine schicke Galerie, eine Radiosendung auf Motor.FM und eine ungepflegte Webseite.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Art Kolumne | verfasst 30.03.2011
Yaneqdoten
Venga, venga, motherfuckers!
Yaneq reist mit einem Kumpel nach Gran Canaria und findet dort wie zufällig Belege für die bereits von seinem Geschichtslehrer gehegte Binsenweisheit: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein!
Art Kolumne | verfasst 04.05.2011
Yaneqdoten
»Waaas?!«
Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!«
Art Kolumne | verfasst 06.06.2011
Yaneqdoten
Learn the rules, kid!
Yaneq gerät in eine verbale Auseinandersetzung mit einem französischen Plakatkleber über bestimmte Regeln im Plakatkleberbusiness, die es einzuhalten gilt. Doch was hat Frau Reich, Schaffnerin der Deutschen Bahn damit zu tun?
Art Kolumne | verfasst 29.06.2011
Yaneqdoten
SSSSt!
Yaneq erzählt von den Gepflogenheiten und wenig geschäftsfördernden Gebaren Kreuzberger Grasdealer und über einen Gast aus Baltimore, der zum ersten Mal außerhalb der USA weilt und sich mitunter in der Zeit zurückversetzt fühlt.
Art Kolumne | verfasst 11.10.2011
Yaneqdoten
Aufbau West!
Yaneq hat Probleme mit der Ost-Berliner Polizei und stolpert darüber in ein anekdotenreiches Sinnieren über das deutsche-deutsche Verhältnis zweiundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall.
Art Kolumne | verfasst 18.11.2011
Yaneqdoten
Komi, KKK, Meese und der alte Sack in Köpenick
Yaneq erfährt, dass die Nazis einen Ku Klux Klan im Berliner Stadtteil Köpenick gegründet haben und wird Zeuge von Gesprächen zwischen Kunst und Rassismus. Am Ende hat er eine Idee für eine Performance.
Art Kolumne | verfasst 07.02.2012
Yaneqdoten
Mach es auffällig
Yaneq erzählt von einigen Glanzstücken der Unverfrorenheit, davon, dass wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, man es an Auffälligkeit und Dreistheit nicht missen lassen solle.
Books Review | verfasst 25.01.2013
Gerry »Cutmaster GB« Bachmann
The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking
Geschichtsdokument, Fotoband und nützliche Küchenhilfe: Ein Buch, das nach der Lektüre nicht im Regal verschwinden muss.
Art Kolumne | verfasst 23.08.2012
Yaneqdoten
Fahrradhelme stinken
Yaneq erzählt von seiner Abneigung gegenüber Fahrradhelmen und wie sich diese Abneigung im Laufe der Zeit veränderte, darüber, wie das Auto seine Abscheu gegenüber Fahrradhelmen zwar nicht beseitigte aber doch lindern konnte.
Art Kolumne | verfasst 02.11.2012
Yaneqdoten
Drinking & Driving
Yaneq erzählt von angetrunkenen und bekifften Geschäftsmännern, die dennoch Haltung bewahren und davon wie ihm selbst bei einer Begegnung mit Staatsbeamten der Beweisführung ein Schnippchen schlagen konnte.
Art Kolumne | verfasst 20.02.2013
Yaneqdoten
Freestyle Esperanto
Yaneq erzählt von seinem sicheren Umgang in verschiedenen Sprachen, davon, wie man ihn in San Sebastian für einen Zugewanderten und ein Brite ihn für einen Iren hielt und Niederländer ihn für seinen Versuch Holländisch zu reden noch lobten.
Art Kolumne | verfasst 04.04.2013
Yaneqdoten
Frei.Wild? Graue Wölfe?
Yaneq erzählt von seiner Abscheu gegenüber den italienischen Rechtsrecken Frei.Wild und über einen ähnlich gelagerten Fall, nämlich den der Böhsen Onkelz, und wie ihm einmal vor Schreck die Rock’n’Roll-Hand in der Luft gefror.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.