Music Liste | verfasst 05.09.2011
Permanent Vacation
DJ Charts
Benjamin Fröhlich und Tom Bioly von Permanent Vacation sprechen über die zehn Stücke, die momentan für sie besonders wichtig sind. Der eine hat hierfür aktuelle Platten ausgesucht, während der andere Klassiker vorstellt.
Text Florian Aigner
2441-permanentvacationtombiolybenjaminfroehlich20111-www.hhv-mag.com

Permanent Vacation als das deutsche Pendant zu James Murphys Tanzflur-Instanz DFA zu bezeichnen, ist so originell nun nicht. Parallelen sind jedoch in der Tat nicht von der Hand zu weisen. Kosmische Disco-Stücke, Crowdpleaser für die Mädels, geschichtsbewusster Connaisseurs-House, der die Brücke von gestern zu heute mühelos schlägt und dazwischen immer wieder ein Curveball, mit dem keiner gerechnet hatte. Man könnte mittlerweile sogar mit Fug und Recht behaupten, dass das von den beiden Münchnern geleitete Label seit einiger Zeit sogar signifikant spannendere Musik veröffentlicht als James Murphys ewig hippes Konglomerat, aber solche Thesen wären Benjamin Fröhlich und Tom Bioly vermutlich eher peinlich. Die beiden sprechen dafür liebend gerne über die zehn Stücke, die momentan für sie besonders wichtig sind. Tom Bioly hat hierfür aktuelle Platten ausgesucht, während Benji einige Klassiker vorstellt.

Axel Boman - Europa EP 1 – Abba 02 by Axel Boman
taken from the EP Europa EP, Studio Barnhus 2011
Find it at hhv.de: EP
Tom Bioly: Axel Boman muss man einfach lieben. Super Typ, super Musik. Und seine neue Scheibe auf seinem eigenen Label Studio Barnhus hat es mir wieder mal angetan. Meine Lieblingsnummer auf der Platte ist Abba 02, im Grunde sagt der Name ja schon alles.

Girls - Father, Son, Holy, Ghost 2 – Father, Son, Holy Ghost by Girls
taken from the 12inch Wires, Turnstile Music 2011
Tom Bioly: Das erste Album aus dem Jahr 2009 ist eines meiner Lieblingsalben der letzten Jahre. Das neue Album ist wieder sehr schön geworden. Passt perfekt gerade in den Münchener Hochsommer. Lovely vibes aus San Francisco…

The Rapture - How Deep Is Your Love 3 – How Deep Is Your Love by The Rapture
taken from the 12inch How Deep Is Your Love, DFA 2011
Find it at hhv.de: 12inch
Tom Bioly: Wahninnsnummer von The Rapture. Das erste Album Echoes auf DFA, das 2003 rauskam, war damals ein Meilenstein und die vielleicht beste DFA-Produktion. Mit der neue Nummer scheinen sie an ihre guten Tage anzuknüpfen. Klingt vielversprechend.

Pional - Last House On The Left EP 4 – Last House On The Left EP by Pional
taken from the EP Last House On The Left EP, Permanent Vacation 2011
Find it at hhv.de: 12inch
Tom Bioly: Die Scheibe kam vor 2 Monaten bei uns raus und ist nach wie vor eine meiner absoluten Lieblingsplatten. Pional aus Madrid ist für mich neben seinem Kumpel John Talabot, einer der Produzenten der Stunde. Und dann hat er auch noch ’ne super Stimme.

Suzanne Kraft - Green Flash EP 5 – Turning by Suzanne Kraft
taken from the 12inch Green Flash EP, Rush Hour 2011
Find it at hhv.de: 12inch
Tom Bioly: Extrem frisch kommt die Platte daher. Da hat der Gerd Janson wieder mal ein Ass aus dem Ärmel geschüttelt. Macht gute Laune. Lieblingsnummer hier ist für mich Turning.

Theo Parrish - Solitary Flight (12inch) 6 – Solitary Flight by Theo Parrish
taken from the 12inch Solitary Flight, Sound Signature 2002
Find it at hhv.de: 12inch
Benjamin Fröhlich: Ich bin jetzt kein fanatischer Parrish-Sammler, wie manch ein Kollege, aber dass er geniale Platten gemacht hat, steht natürlich außer Frage. Eine der hellsten ist für mich Solitary Flight auf Sound Signature aus 2002 mit seinem herzerwärmenden Piano und den Strings hat es nichts von seiner Aktualität eingebüßt und ist gerade für sternenklare Nächte hervorragend geeignet. Ich hatte die Erstauflage verpasst, im Gegensatz zu meinem damaligen DJ-Partner, der keine Gelegenheit ausließ mir das bei gemeinsamen Gigs in die Ohren zu reiben. Ich war sehr froh als ich endlich die Nachpressung bekam.

Angelique Kidjo - Batonga (12inch) 7 – Batonga (The Jungle Club Mix) by Angelique Kidjo
taken from the 12inch Batonga, Great Jones 1991
Benjamin Fröhlich: In München gab es lange Zeit eine Cosmic Party. Immer donnerstags. Da es unter der Woche war, nahmen sie es wohl nicht so streng an der Tür und wir konnten immer rein, obwohl wir noch nicht 18 waren. Wenn man am nächsten Tag versuchte die Schule zu überstehen, klingelte mir oft dieses Lied in den Ohren. Wie bei den meisten Cosmic-Sachen habe ich erst viel später den Originalinterpreten herausgefunden, so hier auch eher durch Zufall.

Yellowman - Strong Me Strong (12inch) 8 – Dub Me Strong by Yellowman
taken from the 12inch Strong Me Strong, Greensleeves 1983
Benjamin Fröhlich: Und noch ein Cosmic-Klassiker, der seine Haltwertzeit noch nicht überschritten hat. Auf den Tapes damals zumeist auf 45 gespielt, entfaltet er doch erst sein ganzes Potential auf der richtigen Geschwindigkeit. Ich liebe die Produktion von Bill Laswell auf dieser Platte, der schon immer ein Gespür für mächtige Bässe und knackige Drums hatte und einen nicht so rootsigen Ansatz von Dub und Reggae verfolgt, den er mit europäischen und fernöstlichen Einflüssen mischt.

Plain White Record Sleeve 9 – PWSteal.Ldpich.D by AFX
taken from the EP Analord 08, Rephlex 2009
Benjamin Fröhlich: Von der etwas unübersichtlichen Analord-Reihe von Aphex Twin ist das für mich einer der herausragendsten Tracks und auch einer der wenigen, der sich gut auflegen lässt. Lässiger Discobeat mit Live-Drum -Feeling und einer schwelgerischen, etwas darken Synthmelodie. Damit ich die Nummer spielen kann, muss ich die Geschwindigkeit allerdings gehörig nach unten regeln.

Freaks - Where Were You When The Lights Went Out? 10 – Where Were You When The Lights Went Out ? by Freaks:
taken from the LP The Man Who Lived Underground, Music For Freaks 2003
Benjamin Fröhlich: Einer meiner Lieblingsproduktionen von Freaks und ich spiele sie gerade wieder sehr gerne. Tolle, etwas scheppernde Drums und die eine super Hook. Außerdem muss ich bei dem Cover immer an folgenden Witz denken:
Kunde: »Do you have a four volt, two watt light bulb?«
Verkäufer: »For what?«
Kunde: »No, two.«
Verkäufer: »To what…«
Kunde: »Yes.«
Verkäufer: »No«
Kunde: »Thank you. Goodbye.«
Verkäufer: »Goodbye.«

Die Compilation If This Is House I Want My Money Back 2 von Permanent Vacation findest du bei hhv.de: CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.01.2014
Various Artists
Permanent Vacation - Selected Label Works 4
Das Münchener Label Permanent Vacation legt einen weiteren Beweis für die Einzigartigkeit ihres Rosters vor.
Music Review | verfasst 20.09.2012
Andrew Ashong & Theo Parrish
Flowers EP
»Next Level Soul!«Mit der Debut-EP »Flowers« treffen die Jungs einen Ton der nicht nur bei Neo Soul Freunden einschlagen wird wie ein Blitz.
Music Review | verfasst 28.02.2014
Moodymann
Moodymann
Mit »Moodymann«, seinem streng genommen sechstem Album, liefert Kenny Dixon Jr. auch sein persönlichstes ab.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Theo Parrish
American Intelligence
Ob als DJ, Produzent oder Rennfahrer: Theo macht überall eine gute Figur. Eine Ode an sein neues Album »American Intelligence«
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.02.2016
Entweder Oder
Entscheider: Andy Vaz
Andy Vaz lässt sich auch bei den fiesen Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Neben seinem neues Album »House Warming« macht uns der Kölner bei »Entweder oder« vor allem die Vorzüge des Mangalorian Fishcurry schmackhaft. Wir sind überzeugt.
Music Review | verfasst 22.02.2012
John Talabot
ƒin
Ein erster sicherer Kandidat für die Endjahreslisten scheint schon gefunden zu sein. Den Namen John Talabot muss man sich merken.
Music Review | verfasst 18.10.2016
Tuff City Kids
Adoldesscent
Einmal Pizza mit allem, bitte: Die Tuff City Kids Gerd Janson und Phillip Lauer legen mit »Adoldesscent« ihr Debütalbum ab.
Music Porträt | verfasst 26.03.2012
John Talabot
Kein Mann fürs Blitzlichtgewitter
John Talabot legte Anfang des Jahres ein Konsensalbum vor, das Fans und Kritiker gleichermaßen begeisterte. Nun, da der Hype einem nachhaltigen Enthusiasmus gewichen ist, wird es Zeit, sich den Mann hinter der Musik genauer anzuschauen.
Music Review | verfasst 19.11.2012
Daniel Maloso
In And Out
Von Hi-NRG über Italodisco zu EBM ist »In And Out« wie eine kleine eklektische Geschichtsstunde in Sachen unangepasster Tanzmusik.
Music Review | verfasst 01.04.2016
Various Artists
Compassion Crew presents: Cuts, Tapes & Acetates
Der Ire Compassion Crew hat auf »Cuts, Tapes & Acetats« einige seiner Lieblingsstücke zusammengestellt.
Music Review | verfasst 16.09.2021
Jolly Mare
Epsilon
Mediterrane Sommermusik: Mann muss sich das Meer von Jolly Mare auf »Epsilon« als ein fröhliches vorstellen.
Music Review | verfasst 09.09.2011
The Rapture
In The Grace Of Your Love
Das neue Album von The Rapture ist ein Musterbeispiel musikalischen und lyrischen Erwachsenwerden.
Music Review | verfasst 17.08.2010
De La Soul
Stakes Is High
Mit gewisser Ignoranz behaupte ich, dass »Stakes Is High« musikalisch die beste Platte von Amiraps letzter verbliebener Harmonietruppe ist.
Music Porträt | verfasst 08.09.2011
The Rapture
Die Vergangenheit abschütteln
Mit In The Grace Of Your Love wollen The Rapture auch ein Stück weit die Vergangenheit abschütteln. Ihren Sound haben sie in den fünf Jahren seit ihrer letzten Platte jedenfalls beträchtlich weiterentwickelt.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.