Music Interview | verfasst 06.09.2011
Flying Lotus
Rastlose Lichtgestalt
Flying Lotus ist ohne Zweifel einer der derzeit einflussreichsten Künstler in den avancierten Bereichen populärer Musik. Zeit für ein Gespräch mit ihm über Brainfeeder, die Zusammenarbeit mit Erykah Badu und das neue Album von Thundercat.
Text Valentin Menedetter , Fotos Benjamin Menedetter
2471-flyinglotus20111-www.hhv-mag.com

Flying Lotus ist ohne Zweifel einer der derzeit einflussreichsten Künstler in den avancierten Bereichen populärer Musik. Nicht nur, dass er für die HipHop-Szene von Los Angeles weltweite Beachtung erlangte, man kann sogar sagen, dass er eine komplett neue Szene schuf. Dies gelang ihm mit seinem alles umkrempelnden eigenen musikalischen Werk als auch mehr und mehr mit seinem 2008 gegründeten Label Brainfeeder. Mit diesem Imprint wurde die Szene nochmals in Bewegung versetzt und der Welt eine neue Gruppe von Künstlern vorgestellt, die sich durch alles andere als stilistischen Stillstand auszeichnen. Valentin Menedetter hatte die Gelegenheit mit ihm zu sprechen.

Dein Label Brainfeeder hat inzwischen eine recht große Bedeutung in der Musikwelt erlangt. Was war die Idee hinter dem Label?
Flying Lotus: Ursprünglich habe ich das Ganze ins Rollen gebracht, weil ich von all diesen faszinierenden Künstlern umgeben war, die kein Zuhause fanden, für die Dinge, die sie erschufen. Samiyam war quasi mein Zimmerkollege und Teebs ebenso. Ich hatte das Gefühl, dass es viele Labels gab, die versuchten, Kapital aus dem Sound, den wir machten, zu schlagen. Also wollte ich sicher gehen, dass es etwas war, das wir machten, das wir kontrollierten. Wir haben es kreiert, also sollten wir es auch kontrollieren – unseren eigenen Platz, unser eigenes Haus.

» Wir wollten, dass es ein Kollektiv wird, das von Künstlern betrieben wird. Ich mache alle möglichen Arten von Kunst und meine Freunde genauso. Also wollte ich sicher gehen, dass die Leute es so verstehen – eben nicht nur Musik. Es gibt da so viel mehr.« (Flying Lotus) Wenn wir schon von Häusern reden – ihr Jungs habt doch in einem Hotelkomplex gewohnt…
Flying Lotus: Es war eher ein Apartmentkomplex, es war ein Ort, an dem viele Künstler und Leute, die behaupteten Künstler zu sein, lebten. Es war ein sehr interessanter und inspirierender Ort. Man sah dort immer Leute an Sachen arbeiten und sie waren alle wirklich cool. Und ich konnte wirklich laut an meiner Musik arbeiten – Tag und Nacht. Es war großartig! Ich habe das Album Los Angeles dort gemacht und vieles von Cosmogramma ist dort auch entstanden.

Als du das Label gegründet hast, konntest du dir vorstellen, dass es sich zu dem entwickelt, was es heute ist? Es schließt ja viel mehr als Musik ein…
Flying Lotus: Ja, das war der Grund, warum wir es nicht Brainfeeder »Records« nannten. Wir wollten, dass es ein Kollektiv wird, das von Künstlern betrieben wird. Wir wollten verschiedene Medien repräsentieren. Ich mache alle möglichen Arten von Kunst und meine Freunde genauso. Also wollte ich sicher gehen, dass die Leute es so verstehen – eben nicht nur Musik. Es gibt da so viel mehr.

Du wirst ein wenig mit Erykah Badu arbeiten…
Flying Lotus: Ja, ich werde ihr nächstes Album produzieren, komplett. Ich möchte, dass es ein psychedelisches Album wird. So wie meine Platten, aber mit ihr drauf. Ich möchte versuchen, etwas Neues zu machen, einen neuen Charakter, etwas Einzigartiges zu schaffen und kein Erykah-Badu-Album. Es ist ein anderes Ding, ein anderes Wesen. Ich bewege mich weg von meinem gewohnten Umfeld, um mit jemandem zu arbeiten. Ich möchte, dass es eine einzigartige Situation ist. Es wird nicht Erykah Badu heißen. Es wird etwas anderes sein – wir wissen es jetzt noch nicht. Wir sind im Schaffensprozess und wir nehmen uns Zeit, um das beste Produkt zu machen, die beste Platte, das aufrichtigste Ding, das wir machen können.

Jeder kennt deinen Sound – wie gehst du mit den Erwartungen um, die die Leute an dich haben, wenn du auf die Bühne gehst?
Flying Lotus: Es ist eigenartig, sehr eigenartig, weil ich manchmal denke, dass die Leute erwarten, dass ich etwas anderes mache als ich dann mache. Ich möchte keine Musik spielen, die ich nicht schätze oder nicht spüre. Ich versuche die Dinge zu spielen, die ich wirklich mag, egal ob ich sie produziert habe oder nicht. Die Menge mag das vielleicht nicht verstehen, aber ich muss immer noch meinen Geschmack vertreten und was mich wirklich inspiriert. Wenn es nicht mein Zeug ist, dann etwas, worauf ich total stehe.

» Ich werde ein wenig nach Indien gehen, ohne Computer…« (Flying Lotus) Bist du immer noch in der Lage, dich von der Musik und den Medien zurückzuziehen und ein wenig Zeit für dich selbst zu haben?
Flying Lotus: Es ist wirklich schwer, es braucht eine bewusste Anstrengung das zu tun. Es ist möglich, aber schwer. V.a. durch Brainfeeder fühle ich mich nun auch für den Erfolg anderer Leute verantwortlich. Das ist etwas ganz anderes. Früher ging es nur darum, was ich gemacht habe. Ich musste mich um nichts und niemanden kümmern. Jetzt muss ich schauen, dass die Leute Samiyam’s LP kaufen und das macht es schwierig. Auf der anderen Seite, ist es so ein lohnendes Gefühl zu wissen, dass die Kids es beachten. Das bedeutet viel und ist eine Motivation. Ich werde ein wenig nach Indien gehen, ohne Computer…

Kannst du deine Rolle bei Brainfeeder beschreiben?
Flying Lotus: Ich versuche so involviert wie möglich zu sein, versuche die Künstler auszuwählen, die veröffentlicht werden. Ich mache meinen Teil, indem ich mit den Künstlern kommuniziere und sehe wo sie sind und was sie versuchen zu tun, und ihre Vision zu erkennen. Großteils lasse ich ihnen freie Hand. Ich möchte sie nicht limitieren, sondern das Beste veröffentlichen, was sie zu bieten haben.

Der letzte Release auf Brainfeeder ist die Thundercat LP…
Flying Lotus: Das ist wirklich speziell für mich. Ich habe selbst viel Zeit damit verbracht, daran zu arbeiten und ich habe das Gefühl, dass es wirklich ein großer Teil meines eigenen Katalogs ist , einfach nur wegen der Menge an Zeit, die ich darauf verwendet habe. Es ist meine Liebe zu ihm – er ist wie mein kleiner Bruder. Es ist ein großes Ding. Es ist das erste Ding, an dem ich arbeite, wobei es sich nicht um ein Nischenprodukt handelt. Es hat einen universellen Anreiz und es ist schön.

Das Album Golden Age Of Apocalypse von Thundercat findest du bei hhv.de auf 2LP und CD. Mehr von Flying Lotus’ Brainfeeder Label findest du hier
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.09.2010
Flying Lotus
Pattern + Grid World EP
Flying Lotus kann machen was er will und doch liegt ihm die Welt zu Füßen. Das ist auf der Pattern+Grid World EP auch nicht anders.
Music Review | verfasst 06.03.2010
Flying Lotus
Cosmogramma
Flying Lotus entführt uns also in die Weite musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten und ruht zugleich zenmeisterlich in sich selbst.
Music Interview | verfasst 14.05.2009
Flying Lotus
Lachen und Denken
Steven Ellison gilt als Heilsbringer der weltweiten Beat-Community und hat sich mit seinen innovativen Instrumentalproduktionen zwischen Abstract Hip-Hop und Electro seine eigene kleine Nische geschaffen.
Music Bericht | verfasst 30.06.2012
Gonjasufi
Live am 26.6. im K4 in Nürnberg
Gonjasufi zu Gast im Nurnberger K4. Das Konzert des voller Leidenschaft, Wut und Energie trotzenden Kaliforniers ist keine Show, sondern Herzblut. Und das spürt jeder. Ein Bericht.
Music Bericht | verfasst 06.06.2014
Flying Lotus, Captain Murphy & Thundercat
Live am 1.6. in der Live Music Hall in Köln
Thundercat. Flying Lotus als Flying Lotus. Und Flying Lotus als Captain Murphy. Alle an einem Abend. Es war ein Spagat zwischen höherer Musikmathematik und einfachem Bruchrechnen.
Music Review | verfasst 29.10.2007
Flying Lotus
Reset EP
Flying Lotus bietet auf der Reset EP eine annähernd perfekte Sammlung von Tracks, die leider nicht auf Albumlänge läuft.
Music Review | verfasst 06.05.2008
Flying Lotus
Los Angeles
Ach herrje, es geht wieder durch mit mir. Nachdem ich letztes Jahr Flying Lotus’ kurzen EP-Appetizer bereits gefeiert habe…
Music Review | verfasst 26.09.2012
Flying Lotus
Until The Quiet Comes
Flying Lotus hat seine Pole-Position im digitalen Digging nun weiter ausgebaut. Das einfache wie effiziente Konzept: Ideenreichtum.
Music Review | verfasst 06.10.2014
Flying Lotus
You're Dead!
Gelassen und traumartig. »You’re Dead!«, dem fünften Flying Lotus-Album, hört man die Jazz-Wurzeln deutlich an.
Music Review | verfasst 03.06.2019
Flying Lotus
Flamagra
Auf »Flamagra« gehen die steten Transformationen von Flying Lotus so gut Hand in Hand wie seit »Cosmogramma« nicht mehr.
Music Porträt | verfasst 20.09.2012
Flying Lotus
Er weiß, was er zu tun hat
Erwartungen können Menschen brechen. Und bei Steven Ellison sind es nicht einmal die Erwartungen der Anderen, der Kritiker oder Fans, sondern die eigenen Ideen, an denen er sich selbst misst.
Music Review | verfasst 09.04.2011
Mono/Poly
Manifestations EP
Völlig schizophren die Manifestations EP , aber ganz und gar nicht so, dass man sie weg sperren möchte.
Music Review | verfasst 23.05.2011
Tokimonsta
Creature Dreams EP
Weniger Soundebenen und klarere Melodien: Tokimonsta’s Wonky-Sound ist zugänglicher als der ihrer LA-Beat-Kollegen und dennoch betörend.
Music Review | verfasst 01.08.2011
Samiyam
Sam Baker's Album
Samiyam’s erstes Album für Brainfeeder ist solider Beatmaker-Kram, dem aber die zündende Idee fehlt.
Music Review | verfasst 17.02.2012
Lapalux
When You're Gone EP
Dass solche Tracks besonders im Brainfeeder-Lager für feuchte Träume sorgen, dürfte klar sein.
Music Review | verfasst 12.07.2012
Jeremiah Jae
Raw Money Raps
Als FlyLo-Günstling hat Jeremiah Jae schon ein ganzes Bündel an Erwartungen zu stemmen. Macht ihm aber offensichtlich nichts.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.