Music Porträt | verfasst 08.09.2011
The Rapture
Die Vergangenheit abschütteln
Mit In The Grace Of Your Love wollen The Rapture auch ein Stück weit die Vergangenheit abschütteln. Ihren Sound haben sie in den fünf Jahren seit ihrer letzten Platte jedenfalls beträchtlich weiterentwickelt.
Text Maximilian Link
2539-therapture20112-www.hhv-mag.com

Liest man von der New Yorker Band The Rapture, deren neues Album In The Grace Of Your Love soeben erschienen ist, muss man leider allzu oft die krude Bezeichnung »Dance-Punk« lesen – und natürlich weiß man dann, was damit gemeint ist. Aber ist es nicht ein unheimlich unästhetischer und irgendwie auch ekliger Begriff, den die Musikpresse da aus der Not heraus, mit fuchtelnden Händen zusammengezimmert hat. Er ist fast so dümmlich und nichtssagend wie das Label »Pop-Rock«. Wäre man wenigstens konsequent gewesen, hätte man »Alles und Nichts« darauf geschrieben. Diese begriffliche Not bei The Rapture entsteht aus dem Eklektizismus, den die Band beim Musikschreiben betreibt. Das heißt dann in etwa: Man bedient sich einfach überall da, wo es einem gerade passt. Schmeißt das ganze Zeug – umso gegensätzlicher die Elemente, die kombiniert werden, umso besser – in einen Topf, in dem aber auch ganz viel von einem selbst drin ist.

Übertrieben aufgekratzt
Heraus kamen dann sehr rotzige Songs, die vielleicht eben so rotzig waren, weil man auf Genrekonvention geschissen hat. House Of Jealous Lovers, der Song, der auf der zweiten LP Echoes die Kuhglocke wie kein Zweiter zelebrierte, oder I Need Your Love, die unfassbar einprägsame Single auf Pieces Of People We Love – das waren alles übertrieben aufgekratzte Songs, mit treibenden Bässen und Synthesizern, einer schiefen Gitarre und einem kreischenden Falsettgesang von Songwriter Luke Jenner. Aber so gut die Songs auch waren, sie hörten sich irgendwie alle gleich an und man musste sich auch nur die Titel ansehen, um zu merken, dass man beinahe ausschließlich Liebeslieder zu hören bekam. »Mit der neuen Platte sind wir in gewisser Weise zur ursprünglichen Idee der Band zurückgekehrt, nämlich nicht eingeengt zu sein von einem bestimmten Sound.« (The Rapture) Natürlich war es auch eine, wie soll man sagen, neue Retro-Welle, auf der The Rapture da Anfang der Nullerjahre ritten; genauer gesagt, sogar ganz vorne ritten. Denn ihr New York-based Sound manifestierte sich zu einer Zeit, in der man begann, zum ersten Album der Strokes zu tanzen und wurde auch maßgeblich von dem gerade gegründeten Label DFA beeinflusst. Hinter diesem steckte u.a. James Murphy, der mit LCD Soundsystem später einen ähnlichen Sound, vielleicht ein wenig abgeklärter, kreieren würde. Im Gegensatz zu den Strokes oder den White Stripes – den exemplarischsten unter den Post-Punk-Revivalbands, die klassische Gitarrenmusik fabrizierten – klangen The Rapture hingegen von Anfang an wie eine übersteuerte Mischung aus The Cure und den Talking Heads.

Der rote Faden ist: Liebe
Zwischen Pieces Of People Who We Love und dem neuen Album In The Grace Of Your Love liegen fünf Jahre und der Verlust eines Bandmitglieds. In dieser Zwischenzeit haben The Rapture ihren Sound zum ersten Mal beträchtlich weiterentwickelt – mal abgesehen davon, dass »love« immer noch der rote Faden ist. Es klingt noch lange nicht reif, aber zumindest diese beinahe zwanghafte Aufgekratztheit hat man abgelegt. Anstelle dieser hört man angenehme Euphorie. »Es ist ein sehr emotionales Album. Nachdem meine Mutter sich das Leben nahm, wollte ich etwas Positives erschaffen.« Ja. Sehr viel Optimismus klingt schon gleich zu Beginn des Albums auf Sail Away an. Dazu ein Hauch Melancholie. Blue Bird schafft kurzzeitig eine Psychedelic-Pop-Stimmung. Den Zirkelschluss zu den Vorgängern schafft die erste Singleauskopplung How Deep Is Your Love, deren Refrain zwangsläufig an I Need Your Love erinnert. Auch auf dieser spielte das Saxofon schon eine zentrale Rolle. »Mit der neuen Platte sind wir in gewisser Weise zur ursprünglichen Idee der Band zurückgekehrt, nämlich nicht eingeengt zu sein von einem bestimmten Sound.« Vielleicht, wenn man Glück hat, muss man dann beim nächsten Album endlich nicht mehr »Dance-Punk« lesen, wenn man von The Rapture liest.

Das Album In the Grace Of Your Love von The Rapture findest du bei hhv.de: 2LP
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 09.09.2011
The Rapture
In The Grace Of Your Love
Das neue Album von The Rapture ist ein Musterbeispiel musikalischen und lyrischen Erwachsenwerden.
Music Bericht | verfasst 13.09.2011
The Rapture
Live am 9.9. auf dem Berlin Festival 2011
The Rapture überzeugen mit ihrer Post-Punk-Disco jenseits der Genregrenzen und Frontman Luke Jenner schafft es durch sein Spiel mit der Abwesenheit auch die leisen Akzente zu setzen.
Music Review | verfasst 14.03.2012
Prinzhorn Dance School
Clay Class
Die Briten von Prinzhorn Dance School beweisen einmal mehr gutes Timing und gehen mit ihren Zweitling künstlerische, abstruse, dunkle Wege.
Books Review | verfasst 19.04.2013
Ruvan Wijesooriya & James Murphy
LCD
Wijesooriya schafft es mit Schnappschüssen zu verdeutlichen: Ohne seine Freunde wäre LCD Soundsystem für Murphy so niemals möglich gewesen.
Music Review | verfasst 10.06.2015
Prinzhorn Dance School
Home Economics
Auf »Home Economics« entschlacken Prinzhorn dance School ihren minimalistischen Post-Punk abermals.
Music Review | verfasst 17.08.2010
De La Soul
Stakes Is High
Mit gewisser Ignoranz behaupte ich, dass »Stakes Is High« musikalisch die beste Platte von Amiraps letzter verbliebener Harmonietruppe ist.
Music Liste | verfasst 05.09.2011
Permanent Vacation
DJ Charts
Benjamin Fröhlich und Tom Bioly von Permanent Vacation sprechen über die zehn Stücke, die momentan für sie besonders wichtig sind. Der eine hat hierfür aktuelle Platten ausgesucht, während der andere Klassiker vorstellt.
Music Review | verfasst 28.05.2011
Planningtorock
W
Genau wie das Äußere von Janine Rostron beschreibt auch die Musik auf W (sprich: Double You) ein Dazwischen.
Music Review | verfasst 30.10.2011
Yacht
Shangri-La
Etwas zu überfrachtet wirkt das zweite Album von Yacht und wandelt zwischen knallbuntem Pop und Zukunft der Indie-Disco.
Music Review | verfasst 09.06.2014
Shit Robot
We Got A Love
Er selbst sagt, dass »We Got A Love« kein schwieriges zweites Album war. Das glaubt Shit Robot der Autor aufs Wort.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.