Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Text Andreas Margara, Ben Grosse-Siestrup , Benjamin Mächler, Carlos Steurer, Florian Aigner, Florian Triesch, Henning Koch, Jan Wehn, Jens Pacholsky, John Luas, Julian Brimmers, Marc Leopoldseder, Martin Silbermann, Patrick Cavaleiro, Paul Okraj, Pippo Kuhzart, Sebastian Hinz, Stefan Zehentmeier, Tony Kunstmann

Jahresrückblick Alben 2011 (1024x685) Und wieder ist ein Jahr vorbei. Und was für ein ereignisreiches! Es verging kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo auf diesem Planeten etwas mit hohem Nachrichtenwert geschehen ist: »arabischer Frühling«, »Fukushima«, »Euro-Krise«, »Utøya« und »Lüttich«, »Stuttgart21« um nur ein paar Schlagworte zu nennen. Doch was hatte das Jahr musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns in den letzten Wochen einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und sogleich eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren. Es sollte uns auch ohne zu »hebeln« und ganz ohne Rettungsschirm gelingen. So machte uns Elzhi den Karl-Theodor zu Guttenberg, allerdings ohne seine Quellen zu leugnen. Panda Bear trotzt der »Retromania« und macht nicht aus altem alt, sondern weiterhin aus altem neu. Erste »Schoßgebete« gab’s von The Weeknd und und und. Na dann viel Spaß beim Stöbern.

2562-FeverFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Auf Fever kondensiert 2562 mal eben 45 Jahre Dance Music-Geschichte. Der Niederländer zitiert Funk und Disco, House und Techno, Breakbeats und Drills, ohne aber jemals die Kinder direkt beim Namen zu nennen. Hier offenbart sich die Essenz der Kunst. Allein der Opener ist mit seinen Maschinengewehrsalven an Groove das Album wert. (Jens Pacholsky)
 

Africa Hitech - 93 Million MilesFind it at hhv.de: CD | 3LP Mit ihrer Hochgeschwindigkeits-Bassmusik schafften Africa Hitech in diesem Frühjahr, wovon Musiker träumen: Sie ernteten nicht nur Begeisterungsstürme und viel Lob, sondern auch Kritik und Unverständnis. Das Projekt von Mark Pritchard und Steve Spacek eckte an und ihr Album 93 Million Miles wurde kontrovers diskutiert. Doch diese Bass-Salven und Garage-Geschosse, die das Duo auf seine Zuhörer losfeuert, trafen zumindest bei mir direkt ins musikalische Herz und lassen es seither pumpen. (Patrick Cavaleiro)
 

Andy Stott - Passed Me ByFind it at hhv.de: 2CD Niemand hat in diesem Jahr Gewalt musikalisch so abstrakt dargestellt wie Andy Stott mit Passed Me By. Wie hier Techno, House und Dub zerstückelt und in ein dunkles, schwer greifbares Gemisch gefiltert werden ist sagenhaft. Das alles ist brutal herunterziehend und erdrückend und trotzdem lassen einen die sieben Songs euphorisiert zurück – schlicht ob der schieren Genialität die man aufsaugen durfte. Hier werden trocken die 2011er Post-Step-Entwicklungen ignoriert. Vielleicht klingt Passed Me By gerade deshalb so »Avantgarde«. (Philipp Kunze)
 

A$AP Rocky - LifeLoveA$AP Kosmische Musik trifft Harlem’s wasted youth. Ein 23-jähriger Physiotherapeut aus Nutley, New Jersey und die »Uh…Bass…Uh«-Hookline haben das Jahr gerettet. Alle lieben Clams Casinos New-Age-Baps, völlig zurecht – um so schöner, dass er ein paar davon für den jungen Harlemite mit dem Houston-Slang reserviert hat. Trillwave hin oder her, A$AP Rockys Codein-saure, ständig zwischen Euphorie und Depression pendelnden Geschichten von Paranoia und Purple Swag auf Live Love A$AP waren neben Kendrick Lamar das Beste, was es dieses Jahr NICHT in deinem Plattenladen zu erstehen gab. Sollte dringend noch jemand ändern. (Julian Brimmers)
 

Apollo Brown - CloudsFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Unter den Produzenten zahlreicher Instrumental-Alben stach Apollo Brown dieses Jahr besonders heraus. Mit Clouds bewies er das man auch ohne verrückte Spielereien und Experimente zeitgemäße HipHop-Beats basteln kann. Gut gepickte Samples und kraftvolle Drums bilden dieses harmonische Album das weder anstrengend noch langweilig ist. Apollo Browns Fahigkeiten den richtigen Beat zu finden, zeigten sich auch auf The Gas Mask seiner Rap-Gruppe The Left. (Tony Kunstmann)
 

Bnjmn - Plastic WorldFind it at hhv.de: 2LP Er ist jung, scheuklappenfrei, denkt nicht in Funktionalitätskategorien, hört (momentan) auf den Namen Bnjmn und hat mit Plastic World Ende Februar ein Album veröffentlicht, das bei mir in einer Spektakelschublade mit Actress’ letztjährigem Splazsh abgelegt wurde. Unfassbar krude und ungebürstete Track-Entwürfe, die sich nie entscheiden wollen zwischen House, Techno, Electro, IDM und UK-Post-wasweißich. Gleichzeitig war Plastic World der Auftakt eines äußerst produktiven Jahres des jungen Wilden, das er erst vor kurzem mit einem ebenfalls großartigen zweiten Album krönte. (Florian Aigner)
 

Bon Iver - Bon IverFind it at hhv.de: LP | 2LP Your Rating?: Go to Review Die Landflucht im neuen Folk war in diesem Jahr schon irgendwie ein großes Thema. Die Transformation des Hipsters vom halbironisierten Schnurrbartträgerdandy zum vollbärtigen Holzfäller im Karohemd wurde begleitet von Musik der Mumford & Sons, William Fitzsimmons oder eben Bon Iver. Der war ja im vergangen Jahr durch den swaggalicous Schulterschluss mit Großmeister Kanye West ein ganzes Eckchen cooler geworden. Mit seinem selbstbetitelten dritten Album machte Justin Vernon in diesem Jahr dann den Sack zu, schulterte ihn und nahm eine ganze Generation an twenty-somethings mit raus auf’s Land. Herrlich verhuschte Musik zum Alleinsein und kollektivem Club Mate-Trinken während des Wochenendtrips ins Brandenburger Umland. Aber ganz im Ernst: Ein unfassbares Album! Egal ob man das jetzt Englisch oder Französisch ausspricht – diese Musik versteht jeder. (Jan Wehn)
 

Casper - XOXOFind it at hhv.de: CD | 2LP+CD Your Rating?: Go to Review Rap aus Deutschland geht es wieder gut, sehr sogar. Und das v.a. ganz ohne Knarren, Schwänze und Drogen. Gezeigt hat das in diesem Jahr Casper mit seinem zweiten Album XOXO. Post-Hop, wie er musikalischer, ehrlicher und innovativer kaum sein kann. Irgendwo zwischen Explosions In The Sky, The xx, Drake, Two Door Cinema Club und How To Dress Well. Klingt exakt so, wie sich das hier liest – was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Ein mutiger, sehr großer und deutschen Rap für immer verändernden Wurf. (Jan Wehn)
 

Charles Bradley - No Time For DreamingFind it at hhv.de: LP | CD | CD Your Rating?: Go to Review Die Menahan Street Band, bekannt für raue Melodien und Grooves, trifft auf einen der letzten authentischen Zeitzeugen der originalen Soul-Ära, Charles Bradley. Wie auch auf ihrem Debüt, Make the Road by Walking, erschafft die Band auf No Time for Dreaming ihren ganz eigenständigen Sound und wird von Bradley, dessen Leid geplagtes Leben in jeder Silbe mitschwingt, um die nötige Authentizität erweitert. Wer sich mit der Biografie des 62-jährigen Bradley beschäftigt hat, weiß, dass hier eine reife Stimme die volle Tragik des Soul transportiert, was das Album zu etwas Besonderem macht. (Florian Triesch)
 

Clams Casino - Instrumental MixtapeFind it at hhv.de: LP Wer sich in letzter Zeit mal die Mühe gemacht hat, die Production-Credits der Internetsensationen Lil B und A$AP Rocky zu checken, dürfte bereits über den Namen Clams Casino gestolpert sein. Das YouTube-sozialisierte Jersey Kid verschenkte im ersten Quartal ein pragmatisch Instrumental Mixtape tituliertes – äh – Mixtape, welches ein Gros seiner Produktionen für Lil B und Soulja Boy, sowie unveröffentlichte Instrumentals enthält. Unfassbar eigentlich wie dieser Pisser aus blechernen YouTube-Samples, ungemasterten Drums und jeder Menge Zeitlupen-Pathos völlig mühelos einen Gänsehaut-Beat nach dem anderen fabriziert und in den folgenden Monaten die Nische Cloud Rap im Alleingang dominieren sollte, unter anderem mit seiner Arbeit für A$AP Rockys erstes Mixtape. (Florian Aigner)
 

Com Truise - Galactic MeltFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review In die Ära von C-64, Rubik’s Cube und RoboCop katapultierte uns Seth Haley aka Com Truise Mitte des Jahres mit dem Konzeptalbum Galactic Melt, da es klingt, wie der Soundtrack eines Science-Fiction-Streifens aus den Achtzigern. Warme, sphärische Synthie-flächen, immer hauchdünn vom Kitsch entfernt, treffen auf knusprige Drums und versprühen zwangsläufig den Charme damaliger Vangelis- oder Moroder-Produktionen, denen Haley unbestritten Tribut zollt. Ein nostalgischer Instrumental-Trip mit entsprechenden Referenzpunkten, mit dem gewiss nicht nur Achtziger-Babys ihren Spaß haben. (Benjamin Mächler)
 

Dillon - This Silence KillsFind it at hhv.de: 2LP+CD Your Rating?: Go to Review Einige Jahre nach dem Hype um ihre erst EP, veröffentlichte Dillon mit This Silence Kills in diesem Jahr ihr Debütalbum und zeigt warum das Reifen und Sammeln sich gelohnt hat. Ganz anders als noch bei ihrem Mini-Hit Contact Us, ignoriert Dillon diesmal die Frage nach der Clubtauglichkeit und lässt ihre Stimme und ihre Worte den Beat vorgeben. Heraus kam eine leise, pianolastige Platte, auf der es der Sängerin trotz Lykke-Li-Verwandschaft gelingt, einen eigenen Stil herauszuarbeiten. This Silence Kills ist eine ehrliche, elektronische Platte, die darunter mehr versteht als den Einsatz elektronischer Sounds und Effekte. (John Luas)
 

Drake - Take CareFind it at hhv.de: CD 2LP Your Rating?: Go to Review Post-Hop, die Zweite. Drake, der smarteste und empathischste Mutterficker des US-Rap, gesegnet mit Gentlemanattitüde und Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Mentalität gleichermaßen, setzte in diesem Herbst noch einen auf seinen Erstling Thank Me Later drauf. Take Care, dieser behutsame Ratschlag, tönte dann eigentlich so, wie jeder Drizzy-Song: ein bisschen selbstzweiflerisch, trotzdem mit der nötigen Portion Eier – und immer ganz toll großartig auf Augenhöhe mit dem Hörer – selbstverständlich gerappt über samtig-futuristische R’n’B-Kuscheleien und durchgedrehte Hipster-Produktionen gleichermaßen. (Jan Wehn)
 

Elzhi - Elmatic LPFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Klassiker covern ist kein leichtes Unterfangen, schon gar nicht ein Werk wie Nas’ Illmatic. Doch das Slum Village-Mitglied Elzhi meisterte diese Aufgabe hervorragend. Zusammen mit der Band Will Sessions liefert Elmatic Neuinterpretationen der zehn Beats mit frischen Reimen. Ohne abgestumpft zu wirken, hob sich dieses Album von jedem anderen Hype des Jahres ab und zeigt nebenbei das Nas’ zeitloses 94er Debüt nachwievor seinem Ruf gerecht wird. (Tony Kunstmann)
 

Evidence - Cats & Dogs Find it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Ganz ehrlich: Nach über einer Dekade Hip Hop im Walkman/Discman/iPod findet man sich irgendwann an einem Punkt, an dem man dann sogar das Ferrari Boyz-Album runterfeiert. Und auf einmal liefert ein Mann aus Los Angeles eine Platte, bei der man sofort wieder spürt, was einen von Anfang an seiner Lieblingsmusikrichtung gezeckt hat: Absolut zeitgemäße Beats, ohne unnötige Trendorientierung, ein vielseitiger Protagonist, der auch nach Jahren am Mic nichts anbrennen lässt und zudem auch noch ganz offen und ehrlich mit der eigenen Persona umgeht. Und in diesem Fall dann noch das nötig Quentchen Independent-Westcoast-Flavor und die passenden Featuregäste. Cats’n’Dogs von Evidence wäre auch noch in zwei Jahren ein absoluter Sure Shot gewesen. (Stefan Zehentmeier)  

Falty DL-You Stand UncertainFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Mit You Stand Uncertain hat sich Falty DL dieses Jahr endlich auch auf Albumlänge einer Experimentierfreude und Stilvielfalt hingegeben, die bisher hauptsächlich seine EPs auzeichnete. Statt reinem Dubstep oder UK-Garage gibt es hier einen harmonischen urbanen Genremix zu bewundern, der auch mit einigen gezielt platzierten Rave-Elementen aufwarten kann. (Henning Koch)  

Ghostpoet - Peanut Butter Blues & Melancholy JamFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Das großartige an Ghostpoets Debüt Peanut Butter Blues & Melancholy Jam ist, dass er damit in keine bestimmte Schublade passen möchte. Ist es nun Grime, HipHop, Downbeat, House oder Electronica? Vollkommen egal, es ist reflexive Musik fernab der klassischen Genredefinitionen von einem Künstler, der auch tatsächlich etwas zu erzählen hat. (Henning Koch)
 

Hiob - Drama KonkretFind it at hhv.de: LP | CD Während sich die großen Namen der deutschen Szene abstrampelten besondere Alben auszuspucken, machte der Berliner Hiob einfach genau das, was er schon immer gemacht hat: Über das erzählen, was man im Alltag erlebt und das auf eine authentische, ehrliche und manchmal humorvolle Art und Weise – Reality Rap sozusagen. Perfekt passende Produktionen und interessante Gäste machen Drama Konkret zu einem »runden« Album. Entertainment für den kleinen Mann. (Tony Kunstmann)
 

Hype Williams - One NationFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review »Was den wahren Musiker auszeichnet, ist, dass er keinerlei Musik komponiert, kein Instrument spielt und Virtuosen verachtet«, schrieb Gustav Flaubert einmal. Das Britische Duo Hype Williams unterstrich mit seinem dritten Album One Nation jene These. Denn ihre 13 Tracks sind dank ihrer unglaublich abwesend-zugedröhnten und zugleich total einnehmenden Atmosphäre sensationell und nicht, weil die schrägen Gesangssamples, simplen Drumcomputerbeats und sphärische Synthiemelodien so filigran verwebt wurden. Das die dunstige Traurigkeit von One Nation, an deren Rändern die Hoffnung schimmert, zugleich die beste Musik zu unserer bedrohlichen Zeit ist, macht das Album noch exelenter. (Michel Leuffen)
 

J Rocc - Some Cold Rock StufFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Seit über 10 Jahren gehört J-Rocc zum festen Steinewerfer-Inventar und ist über die Jahre durch seine weltweiten DJ-Gigs sozusagen zum Exclusive-Apostel des Labels avanciert. Richtig auf der Agenda hatte man den umtriebigen Beat Junkie dennoch nie so recht, was sich mit dessen Langspieleinstand Some Cold Rock Stuff aber geändert haben sollte. Der oszilliert nämlich dermaßen leichtfüßig zwischen trockenen Rare Grooves, spritzigem Salsa, legerem Jazz und angestaubter Weltmusik, dass es eine wahre Freude ist. Die Herren Davis und Yancey sollen jetzt mal nicht zwingend als Parallelen herhalten, aber in etwa diese Richtung bewegt sich das Ganze dann doch. File under: Überraschungsalbum. (Benjamin Mächler)  

James Blake - James BlakeFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Das Debütalbum des Briten entfachte einen der größten medialen Flächenbrände des Jahres. Die Single Limit To Your Love macht erst in Blogger-Kreisen die Runde und James Blake kurz darauf zu einem der Aufsteiger 2011. Stille, Reduktion, wummernde Synthies, Piano und Autotune-Wortfetzen werden gekonnt in einen neuen, nervenzerfetzenden und vakuumartigen Kontext zueinander gesetzt. Die Definition von »Post-Dubstep«. (Ben Grosse-Siestrup)
 

James Pants-James PantsFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review James Pants’ selbstbetiteltes Album ist die Platte, die mir dieses Jahr auf »Easy-Listening-Niveau« am meisten Freude bereitet hat. Sie verdeutlicht noch einmal, warum Stones Throw nach wie vor zu den spannendsten und abwechslungsreichsten Labels nicht nur im HipHop-Bereich gehört und bietet eingängiger 80s Retro-Sound mit zahlreichen Momenten, die man schon einmal irgendwo gehört hat. Wenn man sich doch bloß erinnern würde, wo genau… (Henning Koch)
 

Jay-Z & Kanye West - Watch The ThroneFind it at hhv.de: CD+ | CD Your Rating?: Go to Review Absolut königlich: Größenwahn und Talent mit dem Multiplikator Zwei. Jay-Z und Kanye West tun sich zusammen, für eine Platte, die in fast jeglicher Hinsicht rekordverdächtig ist. Namhafte Kollaborateure von Neptunes bis Bon Iver und exklusiver iTunes-Deal garantierten den Erfolg von Watch The Throne bereits im Voraus. Kann in puncto Genialität zwar nicht mit Kanye’s 2010er Solo-Album My Beautiful Dark Twisted Fantasy mithalten, ist aber trotzdem eines der HipHop-Highlights 2011. (Ben Grosse-Siestrup)
 

Kuedo - Severant LPFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Sexiness entsteht bei Kuedo über Artifizialität und Kälte. Ganz im Gegensatz zu der manchmal erschlagenden Arbeit an den Vex’D-Projekten, hat Kuedo auf Severant eine neue Subtilität für sich entdeckt, die sich aus den wavigen Synthexperimenten der späten Siebziger und frühen Achtziger speist. Irgendjemand hat über dieses Album geschrieben, es wäre Musik für Androiden, die weinen könnten. Das ist platt, aber durchaus zutreffend. (Florian Aigner)
 

Long Arm - The BranchesFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Long Arm öffnet auf The Branches die Bühne für sein virtuelles Orchester, das er absolut perfekt beherrscht. Er verdeutlicht damit, dass man auch als Beatbastler »richtige Musik« erschaffen kann. Selten haben HipHop-inspirierte Beats so organisch und melodiös geklungen und waren so harmonisch komponiert. Elektronischer Jazz mit einem Auge fürs kleinste Detail! (Henning Koch)
 

Und hier geht’s zum .

Die 50 Alben des Jahres findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
1 Kommentare
21.12.2011 13:33
Ulf The Wolf:
Mir fehlt Blueprint... Ein eigensinniges, innovatives Album wie Adventures in Counter Culture begegnet einem nur alle paar Jahre. Die Platte hat alles: Grandiose Beats; Atmosphäre; tiefsinnige, bewegende Lyrics; starke Gesangspassagen.

Und das alles von einem einzigen Künstler. Für mich eines der besten Alben 2011
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Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.