Music Interview | verfasst 05.01.2012
Exile
»Es begann mit zwei Kassettendecks«
Seine erste Band hatte er gemeinsam mit Aloe Blacc und seither ist er nicht mehr aus der Musikszene Los Angeles’ wegzudenken, hat Beats für Blu, Fashawn, Slum Village produziert und auch Scratches für J Dilla, wie er im Interview erzählt.
Text , Fotos Valentin Menedetter
3586-exile20111-www.hhv-mag.com

Der in Kalifornien aufgewachsene Alec Manfredi gehört mit einigen wenigen Mitstreitern zu den besten MPC Drummern der Welt. Unter dem Namen Exile produzierte er zahllose Beats und kollaborierte mit Künstlern wie Slum Village, Aloe Blacc und Blu. Er tourt gemeinsam mit DJ Day durch die Welt mit ihrer Live MPC Show, bei der man eine neue Sphäre des Sample Schnipseln kennenlernt. Exile kreiert Musik, die in allen Genres zu Hause ist, schön, ungerade und versetzt; ein Pionier der Beatszene von Los Angeles.

Wie lange machst du schon Musik?
Exile: Mein Großvater brachte mir bei Akkordeon zu spielen als ich wirklich jung war, ich glaube so im Alter von 6 Jahren. Es ist also schwer zu sagen, wann man da den Anfangspunkt setzen soll. Ich hatte Musik immer schon im Blut. Mein Großvater, mein Vater, mein Onkel, sie alle spielten Musik und unterrichteten auch in unserem Geschäft – »Manfredi Guitar and Drumstudio«.
Nachdem sich meine Eltern getrennt hatten lebte ich mit meiner Mutter und hatte die Musik nicht mehr um mich herum. Aber es blieb mir erhalten. Ich entdeckte dann Hip Hop für mich – wir gingen immer zum Rollschuh fahren und da spielten sie elektronische Musik und all das. Und ich war total fasziniert von dem Bass und den Roboterstimmen in der Musik. Einer meiner Nachbarn hatte einen Truck und es machte immer »Boom« wenn er die Straße entlang fuhr. Ich hörte das und wollte wissen was dieses Geräusch war. Eines Tages fand ich es heraus. Als ich LL Cool J und die 2 Live Crew hörte wurde es mir klar…

Wie ging es dann weiter?
Exile: Ich glaube ich war 15 als ich meine ersten Loops mit Kassettendecks machte, aber ich war bereits in der sechsten Klasse am scratchen. Es gelang mir aber erst 1994 Geld mit meiner Musik zu verdienen, indem ich Mixtapes in Geschäften oder vor den Clubs verkaufte. Auf der einen Seite war ein Mixtape Musik, die mir gefiel, Turntablism, und auf der anderen Seite waren das meine eigenen Sachen, von mir und Aloe Blacc. Das war meine erste Band. Wir hatten viele Underground-Tapes. Eines Tages kam ein Fan auf uns zu und wollte eine Pressung auf Vinyl bezahlen. Das passierte dann auch und die Platte wurde in einem großen Radiosender in Los Angeles gespielt. Seitdem haben wir nicht aufgehört Sachen zu machen.

»Ich war immer jemand der mit seinen Fingern Schlagzeug spielte – als ich in der Schule war, legte ich immer meinen Kopf auf den Tisch und spielte mit meinen Fingern, denn so konnte man verschiedene Sounds machen und hören.« (Exile) Du bist ein Meister der MPC – du spielst sie wie ein Drummer. Wie bist du dazugekommen?
Exile: Es begann alles mit den beiden Kassettendecks. Dann erkannte ich, dass es so etwas wie ein 4-Track-Aufnahmegerät gab, auf dem du vier Spuren auf einem Tape aufnehmen konntest. Von da kam ich zur Roland MS 1 – da hast du dann acht. Es ist wie eine MPC, aber du hast nur einen Loop. Ich spielte damit live. Daraus haben wir Platten gemacht – auch mit dem 4-Track haben wir Platten gemacht. Der nächste logische Schritt war die MPC. Ich war immer jemand der mit seinen Fingern Schlagzeug spielte – als ich in der Schule war, legte ich immer meinen Kopf auf den Tisch und spielte mit meinen Fingern, denn so konnte man verschiedene Sounds machen und hören. Das funktionierte sehr gut mit der MPC. Erst nach einer Weile kam ich darauf, die MPC auch live einzusetzen. Das begann bei den Shows mit Aloe Blacc.

Hast du Schlagzeugunterricht genommen?
Exile: Ich glaube, ich hatte insgesamt vier Stunden am Stück. Mit meinem Vater.

War der Schlagzeuger?
Exile: Ja, mein Vater spielte Schlagzeug, aber auch Klavier und Bass und Gitarre, er spielte alles Mögliche. Er hat auch Platten herausgebracht. Er hat eine Single veröffentlicht, die heute eine ziemlich gesuchte Garage Psych-Platte ist. Die Gruppe hieß The Lost And Found und die A-Seite heißt Don’t Move Bro. Das war 1965! Er hatte sich den Bass, den er spielte, selbst gebaut. Ich arbeite gerade daran aus den Sachen meines Vaters etwas zu machen.

Du hast ja auch eine Show mit DJ Day – ihr spielt da beide auf der MPC
Exile: Ja, er hat auch eine MPC und er ist ein wirklich guter Schlagzeuger, v.a. auf der MPC. Also sagte ich zu ihm, dass wir da was machen sollten. Dann begannen wir ein paar Routines zu üben. Ich habe ihn sehr gedrängt, damit es passiert. Ich dachte mir, es wäre lustig und da wurde dann dieses Projekt daraus. Manchmal wird es ein wenig langweilig, einfach nur aufzulegen. Das war auch einer der Hauptgründe, weshalb ich anfing, live mit der MPC zu spielen, einfach um es interessanter für mich zu machen.

Was inspiriert dich heutzutage musikalisch?
Exile: Jay Electronica, wenn es zu den Raps kommt. Er verkörpert einfach alles, was ich an einem MC mag. Er ist ein faszinierender Typ. Er ist in der Lage, Emotionen in die Raps einzuarbeiten, doch dabei weiterhin wie ein richtiger MC rüberzukommen. Die Möglichkeit mit neuen Künstlern zu arbeiten, inspiriert mich. Den Künstlern und den Dingen näherzukommen, von denen ich als kleines Kind geträumt hatte. Viele dieser Dinge sind für mich wahr geworden und das ist wirklich faszinierend.

Hast du eigentlich mal was mit J Dilla gemacht?
Exile: Ich hab mal Scratches auf einem Song von J Dilla gemacht! Für die Jaylib Japan Version mit Ta’raach. Say It ist der Name des Songs. Er hatte diesen einen Beat von mir, auf dem er rappen wollte, aber das passierte dann nicht – er starb vorher. Wenigsten konnte ich noch die Scratches für ihn machen. Das war eine Ehre.

Track: J Dilla – Say It feat. Ta’Raach & Exile

Die Musik von Exile findest du bei hhv.de. Darunter auch sein neues Album 4 Trk Mind.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.02.2012
Blu & Exile
Below The Heavens
Mit Below The Heavens gelang Blu & Exile im Jahr 2007 ein wegweisender Einschnitt in die damals eintönige Rap-Landschaft.
Music Review | verfasst 02.11.2012
Blu & Exile
Give Me My Flowers While I Can Still Smell Them
Eine Rückkehr auf Pfade vergangener Triumphe ist ein Unterfangen, das herrlich scheitern kann. Oder es ist eine Wiedergutmachung.
Music Review | verfasst 15.12.2017
Blu & Exile
In The Beginning: Before The Heavens
»In The Beginning: Before The Heavens« versammelt jene Tracks von Blu & Exile, die es nicht auf »Below The Heavens« geschafft haben.
Music Bericht | verfasst 22.04.2014
Blu, Dag Savage, Quelle Chris & Denmark Vessey
Live am 15.4. in der Alten Feuerwache in Mannheim
Diese Entourage liest sich wie das Who-is-Who des Indierap: Blu, Exile, Johaz, Quelle Chris und Denmark Vessey waren gemeinsam auf Tour durch Deutschland. Bei ihrem Stopp in Mannheim waren wir dabei.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2010
High 5
Remixes - Ausgewählt von Exile
Wir stellen Exile die Frage nach seinen fünf persönlichen Remix-Klassikern
Music Porträt | verfasst 02.02.2009
Exile
Sound Is God
Er wollte schon immer ein reines Instrumentalalbum produzieren wollte, das ferner gänzlich anders werden sollte. Und so entschloss sich Exile prompt alle Sounds für Radio komplett von Sounds aus dem Rundfunk zu entnehmen.
Music Review | verfasst 16.11.2009
Fashawn
Boy Meets World
Der 20-jährige Fashawn schafft auf Boy Meets World an der Seite von Exile routiniert den Spagat zwischen Boasting und Lyricism.
Music Review | verfasst 03.10.2011
Exile
4 TRK Mind
Exile packt seinen 4-Track-Recorder aus und zimmert eine neue LP. Neben Blu und Alphabet Four greift er diesmal auch selbst zum Mikrofon.
Music Review | verfasst 19.06.2011
Blu
Her Favourite Colo(u)r
Die kratzigen Sampleschichten auf Her Favourite Colo(u)r klingen eher nach einem sonnigen Tag in Georgia als nach der harten Westküste.
Music Review | verfasst 26.08.2011
Blu
Jesus
»Jesus« hat mehr den Charakter einer lässig geführten Aufnahme-Session als eines Albums und ist dennoch ein Genuss fürs Ohr.
Music Review | verfasst 22.09.2011
Blu
Open
Open ist ein weiteres Zwischenprodukt auf dem Weg zum ersehnten Album NoYork!. Es zeigt Blu in erster Linie als Producer.
Music Review | verfasst 19.02.2014
Sene & Blu
A Day Late … & A Dollar Short.
»A Day Late… & A Dollar Short« von Sene & Blu liegt erstmals auf Vinyl vor. Längst überfällig, denn dieses Album verdient Aufmerksamkeit.
Music Review | verfasst 13.07.2015
Blu
The Return
Der Output von Blu und auch die Qualität ist bekanntermaßen hoch. »The Return« fehlt nun die Kraft und Besonderheit, die wir gewohnt sind.
Music Review | verfasst 26.11.2015
MED, Blu & Madlib
Bad Neighbor
Auf »Bad Neighbor« kommen nicht nur MED, Blu und Madlib zusammen. Das Klassentreffen wird noch ergänzt durch MF Doom, Oh No oder Aloe Blacc.
Music Review | verfasst 29.03.2019
Blu & Oh No
A Long Red Hot Los Angeles Summer Night
Wenn Blu kooperiert, dann wird’s meistens gut. Auf »A Long Red Hot Los Angeles Summer Night« macht er nun mit Oh No gemeinsame Sache.
Music Kolumne | verfasst 17.04.2013
High 5
7L & Esoteric's liebste Wu-Songs
Die Shaolin-Mönche aus Staten Island übten auf das Bostoner Rapduo 7L & Esoteric immer eine große Faszination aus. Mit dem Wu-Tang-Mitglied Inspectah Deck haben sie nun ein Album veröffentlicht. Wir fragen sie nach ihren liebsten Wu-Songs.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 17.11.2011
Freestyle Fellowship
The Promise
Nach 10 Jahren haben sich Aceyalone, Mikah9, P.E.A.C.E., Self Jupiter und DJ Kiilu Grand wieder als Freestyle fellowship zusammengefunden.
Music Review | verfasst 13.03.2014
Dag Savage (Johaz & Exile)
E&J
Dag Savage veröffentlichen mit »E&J« gleich mal eines der ersten Indierap-Highlights des Jahres.
Music Review | verfasst 26.02.2015
Fashawn
The Ecology
Der Weltenbummler-Rap von Fashawns »The Ecology« ist der Beweis, dass die traditionalistische Hiphop-Flora immer noch am langlebigsten ist.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.