Music Kolumne | verfasst 11.01.2012
Hyperton
Januar 2012
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Text Sebastian Hinz

The Roots – UndunFind it at hhv.de: CD | CD Your Rating?: Go to Review Dem neuen Album von The Roots versucht Jonathan Fischer für die Neue Zürcher Zeitung ein politisches Statement zum Wall-Street-Kapitalismus abzuringen, schließlich gehöre die Band aus Philadelphia doch schon seit einem Jahrzehnt zu den kritischen Beobachtern der in Arm und Reich zerfallenden amerikanischen Gesellschaft. Und siehe da, er wird fündig: »Viele der unterkühlt vorgetragenen Raps stecken dabei voller Anspielungen, dass sich ihr Sinn erst allmählich erschliessen lässt. ›If you ever see me out in y’all streets‹, rappt Phonte in Kool On, ›find another one to occupy…‹«. Andreas Borcholte wechselt bei seiner Rezension für Spiegel Online von der makroökonomischen Sicht in die mikroönomische. Mit Blick auf das dem Album zugrundeliegende Konzept, das die kurze Lebensgeschichte des Drogendealers Redford Stephens rückwärts erzählt, konstatiert der Autor: »Mit Undun invertieren sie die muskulösen Heldengeschichten von Tupac bis 50 Cent zu einem elendsdürren, sehr deprimierenden Abgesang auf diesen Ghetto-Kapitalismus, der für viele der realen Protagonisten doch nur ins Verderben oder ins Gefängnis führte.« Dahingegen betont Markus Schneider in der Frankfurter Rundschau eher die Konstante im Schaffen der »Alten Meister«: »Natürlich klingt das neue Album wie Roots-Alben seit vielen Jahren klingen, organisch, melodisch, druckvoll, reflektiert. Von ihrer Arbeit mit John Legend haben die Roots jedoch offenbar noch ein wenig Songschwung mit in die Produktion genommen.« Als einzige künstlerische Schwachstelle haben notorische Nörgler den Rapper Black Thought ausgemacht. Besonders amerikanische Rezensenten stürzen sich darauf. »As a technician, his flaws are few, and he’s bullshit-free, values-based, and always ready with a brusque slogan. […] He’s ideal for public office, but he never gives Redford a pulse«, schreibt Ian Cohen für die Spin. Und Nate Patrin ergänzt und relativiert für Pitchfork: »But if that’s one of the reasons Undun feels almost relentless in its singleminded dejection, it’s also proof that, if Black Thought can’t always push through a sentiment with his voice, he can at least deliver the fuck out of an idea.«

Amy Winehouse - Lioness: Hidden TreasuresFind it at hhv.de: 2LP Zwei Themen beherrschen die Texte zu Amy Winehouse’ Lioness: Hidden Treasure: Einigkeit herrscht bei den Rezensenten darüber, dass es sich hier nicht um ein richtiges Album handele, sondern um aus dem Nachlass zusammengerauftes Material, um ein uneinheitliches Repertoire an Unveröffentlichtem und Alternativ-Versionen von Hits, weshalb man es per se auch nicht mit den Vorgängern Frank (2003) und Back To Black (2006) vergleichen könne. Daneben bleibt nicht aus, dem Verdacht des Ausverkaufes nachzugehen, also der gängigen Masche aus dem Tod eines Künstlers noch ein wenig Kapital zu schlagen. »Das posthume Zusammenscharren unveröffentlichter Musikstücke einstiger Stars ist für die Plattenfirmen zum Reflex geworden, zumal zu Weihnachten«, eröffnet Max Scharnigg seinen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung, worauf die Neue Zürcher Zeitung fragt: »Und ist es mehr als ein Verkaufstrick, wenn für jedes verkaufte Album ein Pfund an die Amy-Winehouse-Stiftung für Suchtkranke gehen soll?« Besonders intensiv widmet sich Franz X.A. Zipperer in der taz diesem Aspekt. Hier hießt es: »Der Körper von Amy Winehouse ist vermutlich noch nicht kalt. Die Todesnachricht hat noch nicht den letzten Ticker dieser Welt erreicht, da läuft im Hintergrund bereits das Räderwerk der Vermarktung ihres Todes glühend heiß.« »Man muss vorsichtig sein«, antwortet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, »die Platte nicht so zu hören: als weiteren Nekrolog, als Ablassalbum, mit dem wir unser Mitleid finanzieren.« So geht’s, hat man diese Themen hinter sich gelassen, nachgerade hinein in die Musik einer Sängerin, wie Ueli Bernays für die NZZ konstatiert, »die die Songs stets prägte durch ihre Individualität. Winehouse war in einem naiven Sinne nicht innovativ. Sie hatte jedoch eine eigene Stimme.« Ja, ja, ihre Stimme ist auch, bei aller Kritik an der Zusammenstellung, das bleibende Argument bei Daniel Haas in der FAZ: »Ihre Stimme stellt, durch die Verwüstungen der Krankheit hindurch, an den Stilmarkierungen der Moden und Trends vorbei, eines der bedeutendsten Instrumente moderner Musik dar.« Und auch Andrew Ryce empfindet in seiner Rezension für Pitchfork das Material auf Lioness insgesamt nicht außergewöhnlich genug und kritisiert, dass den Produktionen von Mark Ronson, »(he) is probably more responsible for her fame than anyone else«, hier so wenig Platz eingeräumt wurden und kommt dann doch auch zu einem halbwegs versöhnlichen Abschluss: » Lioness only reaffirms what we already knew about her, and hopefully why she deserves to be remembered as an artist rather than a media circus.«

Dillon - This Silence KillsFind it at hhv.de: LP+CD Your Rating?: Go to Review Über Dillon hatten wir ja bereits berichtet und aus unserer Begeisterung für ihr Album This Silence Kills auch keinen Hehl gemacht. Ein Blick in die Presselandschaft zeigt nun, dass die Sängerin außerhalb Deutschlands bislang auf weitaus weniger Interesse gestoßen ist. Hierzulande unterscheiden sich die Laudatoren dann allerdings nur in Nuancen. Markus Schneider z.B. lobt in der Berliner Zeitung das Songwriting der Berlinerin und grenzt die Musikerin auch eindeutig von den elektropoppigen Kolleginnen Lykke Li oder Annie ab, die eher für »konventionelle(s) Pophandwerk« stünden. »Hier dagegen wirkt die Arbeit am Lied schon beim flüchtigen Hören weit gründlicher.« Für den Spiegel hebt Jan Wigger »den unbedingten Willen zur Kunst (dem immer auch die Wahrscheinlichkeit innewohnt, sich bis auf die Knochen zu blamieren)« hervor, ergänzt um »das Wahrhaftige, Unperfekte, das jeden Moment damit droht, unbemerkt in sich selbst zusammenzufallen.« Thomas Winkler sieht in der taz die 23-jährige zurück »in der Spur zum Star« und attestiert ihr jene Attribute, die Musikerinnen gerade erfolgreich werden lassen: »Eine zwar sensible, aber durchaus selbstbewusste Frau: stark genug, ihre Gefühle bis an die Schmerzgrenze offenlegen zu können, feminin genug, um Beschützerinstinkte beim Zuhörer zu wecken.« In diesem Sinne erinnert Felix Scharlau in der Intro daran, »(d)ass es von Pathos zu Manieriertheit manchmal nur ein kurzer Weg ist« und und Sascha Kösch sucht in der De:Bug »schon die ganze Zeit nach einem schillernden, positiven Begriff für niedlich. Denn das klingt immer so possierlich.« Schiebt dann aber hinterher: »Nein, Dillon ist nicht zum streicheln.«

Pinch & Shackleton - Pinch & ShackletonFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Von großem Interesse für die musikinteressierte Autorenschaft war auch die vielerorten ersehnte Zusammenkunft – »this bomb of a collaboration« – der britischen Produzenten Pinch und Shackleton. Beide gelten als Könner auf ihrem Gebiet, das bei Pinch eher durch Dub, bei Shackleton eher durch Minimal Techno gekennzeichnet ist. Wer allerdings zukunftsweisendes erwartet hatte, wie die Kollegen von Pitchfork, wurde leicht enttäuscht und entdeckte wie hier Andrew Gaerig dessen genaues Gegenteil: »Rather than a summing of styles, Pinch & Shackleton plays as a vision of what bass music was a half-decade ago, two producers’ onetime vision of progress.« Will Ryan arbeitet für One Thrity BPM heraus, wer von den beiden wohl welchen Anteil am Gesamtwerk habe und betont gleichzeitig die Geschlossenheit der einzelnen Tracks: »Tonally and aesthetically a lot here seems owed to Shackleton, but it’s seemingly within Pinch’s defter and sparser framework that many of Shackleton’s long-standing obsessions really come into their own.« Und auch The Quietus, in persona Rory Gibb, sieht Shackleton hier federführend: »His beats don’t so much play as chatter, like dried leaves in the wind or the brittle, sinister cloc of bone against bone, and their searching, very organic discourse is one of the album’s defining features.« Danach wird der Begeisterung freien Lauf gelassen, die sich in einem feierlichen Abschluss ergießen: » Pinch & Shackleton is a love letter to club music’s many possibilities, and to the brooding power still locked tight within dubstep’s framework. And it’s magical, from start to finish.«

Eleanor Friedberger's Last Summer LPFind it at hhv.de: LP Für einige Aufmerksamkeit sorgte auch Eleanor Friedberger, die eine Hälfte des Geschwisterpärchens The Fiery Furnaces, die in den USA bereits im April ihr Solodebüt veröffentlichte, welches mit allerhand Verspätung im Spätherbst dann doch noch über den großen Teich schwappte. Neben der schönen und präzisen Feststellung, dass »Eleanor Ponysträhnen, […] stets zwischen Augenbraue und -lid enden«, macht Detlef Diederichsen in der taz zunächst das Fässchen »Geschwister im Pop« auf und seziert nachfolgend, wo neben den Gemeinsamkeiten zu den Fiery Furnaces denn auch Unterschiede festzustellen sind: »Zum Beispiel könnte man mehrere Songs von Last Summer in die Kategorie Beziehungsdrama einsortieren – bei den Fiery Furnaces hat man eher Mühe, überhaupt irgendeinen Sinn hinter den Wortkaskaden und merkwürdigen Namen und Orten zu erkennen.« Für Julian Mieth in der Saarbrücker Zeitung ist es eine Wohltat, das Friedberger hier das Artifizielle der Fiery Furnaces, die er eher »überstanden denn genossen« habe, zurückgeschraubt hat. »Tatsächlich kommt Friedbergers erstes Soloalbum ganz unangestrengt daher.« Und Maddy Costa lobt im Guardian »an almost straightforward pop delight«, ist aber wiederum glücklich, dass einige der verdrehten und instabilen Elemente der Arbeiten mit ihrem Bruder nicht verloren gegangen sind und formuliert die beruhigende und pointierte Zeile: »(S)he is a Friedberger, after all.«

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