Art Kolumne | verfasst 07.02.2012
Yaneqdoten
Mach es auffällig
Yaneq erzählt von einigen Glanzstücken der Unverfrorenheit, davon, dass wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, man es an Auffälligkeit und Dreistheit nicht missen lassen solle.
Text Jan Kage , Fotos Klub7
Mach-es-auffaallig

Wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, sollte man es möglichst auffällig und dreist machen. Auf diese Weise erweckt man den geringsten Verdacht. Wer besonders unauffällig wegguckt, wenn er einen Wachmann sieht, hat schon verloren, denn das erregt dessen Misstrauen.
Zum Beispiel trug ich einmal von den Polizisten im Treppenhaus unbehelligt einen Plattenspieler weg, nachdem die Cops die illegale Party meines Freundes aufgelöst hatten, während sie hingegen den unsicheren Typen, der nur vier Schritte hinter mir versuchte eine Kiste Platten zu retten, aufhielten und die Kiste konfiszierten. Es liegt am Blick und an der Art.

Ein Glanzstück in Unverfrorenheit gelang aber zwei Bekannten von mir in dem Bonner Vorort, wo wir aufwuchsen. Sie fuhren mit einem Pritschenwagen und in grauen Hausmeisterkitteln gekleidet vor die örtliche Polizeiwache, gingen hinein und teilten dem ersten Beamten, der sie nach ihrem Auftrag fragend anblickte unverfroren mit: »Tach. Wir sollen den Schreibtisch hier abholen.«
»Was? Davon weiß ich ja gar nichts!«, sagte der Polizist verwundert und vielleicht auch ein wenig beleidigt darüber, dass man es nicht für nötig gehalten hatte, ihn zu informieren. Trotzdem fügte er sich brav: »Ja, Moment mal«. Er räumte seine Schubladen aus, stellte die Schreibtischlampe und das Telefon auf den Boden und meine Bekannten trugen den Tisch raus, stellten ihn auf den Pritschenwagen und fuhren davon. Den Bullen war der Vorfall – nachdem sie bemerkt hatten, welches Spiel mit ihnen gespielt worden war – dermaßen peinlich, dass sie von einer Veröffentlichung in der örtlichen Zeitung und von einer Anzeige absahen. Den Tisch haben sie nie wieder gesehen.
Ein andern Mal, viel später, machte mir ein befreundeter und extrem talentierter Streetartist einen Schriftzug meines Namens. Für mein Albumcover wollte ich aber nicht nur den Schriftzug, sondern auch ein Foto davon. Ein Foto des Schriftzugs in beeindruckender Kulisse, um genau zu sein. Wir wählten ein abgerocktes Haus in Sichtweite des Potsdamer Platzes. Das Haus steht hinter dem alten Club Tresor, der gerade abgerissen worden war, sodass man freie Sicht auf die vierspurige Leipziger Straße und das Ministerium dahinter hatte. Ein Ort, so zentral und wichtig, dass alle fünf Minuten ein Polizeiauto oder eine Wanne vorbeifuhren und permanent Touristen und dergleichen auf und ab flanierten.
Wir trafen uns um elf Uhr morgens vor dem Haus. Mein Freund – nennen wir ihn mal aus strafrechtlich relevanten Gründen Beduine – erschien im weißen Maleroverall – in den Händen ein Farbeimer und eine Teleskopstange mit Malerrolle dran. »Ey, Yaneq, voll geil. Mich haben alle Handwerker in der U-Bahn gegrüßt!«, rief Beduine vor Freude strahlend zur Begrüßung.
Wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, sollte man es möglichst auffällig und dreist machen. Allerdings auch nicht zu auffällig und zu dreist und vor allem auch nicht zu betrunken. Wir kletterten über die Mauer, um zur ausgewählten Wand zu kommen. Dafür mussten wir auf ein vier Meter hohes Vordach steigen. Wer auf der Leipziger Straße ging oder fuhr und über den Bauschutt des Tresors guckte, musste uns unweigerlich sehen. Zwei Männer, der eine von ihnen im weißen Overall mit Teleskopstange und Farbe, markierte die Wand, der andere stand einfach nur so rum und guckte zu. Keiner nahm Notiz von uns und Beduine malte dreißig Minuten lang in aller Ruhe ein fast drei Meter hohes und gut sechs Meter breites »Yaneq«-Piece an die Wand. Immer wieder trat er von der Wand zurück, ging vorsichtig über das baufällige Vordach, das permanent unter unserem Gewicht einzustürzen drohte, um Maß zu nehmen und rollerte dann weiter. Als er fertig war, zog ich mir meine feine Bühnenjacke an und er nahm seine Kamera, um die nächsten anderthalb Stunden in aller Ruhe Fotos von mir vor dem Motiv zu machen. Dann packten wir zusammen und verließen nach gut zwei Stunden wieder das Areal über die Mauer, über die wir schon gekommen waren. »Clean in – clean out!«, sagte Beduine und dann gingen wir Kaffee trinken.

Wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, sollte man es möglichst auffällig und dreist machen. Auf diese Weise erweckt man den geringsten Verdacht. Allerdings sollte man nach Möglichkeit nüchtern sein, wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen lassen. Betrunkenen Zustands kann die Nummer gut nach hinten losgehen. So ist es einmal zwei Brüdern ergangen, die man Anfang der Neunziger in Bonn nur als die Müller-Brüder kannte – nennen wir sie mal so.
Die Müller-Brüder waren legendär in der Gegend. Sie waren auf jeder Party und selten ohne den Einfluss berauschender Substanzen anzutreffen. Tim Müller, der jüngere der beiden fackelte einmal, siebzehnjährig, unwillentlich das halbe Haus seiner Eltern ab, als diese verreist waren und er die Gelegenheit nutzte sämtliche seiner Bekannten und deren Freunde samt derer Bekannte und Freunde zu einer Bottleparty einzuladen. Die Müllerbrüder waren legendär in der Gegend.
Und einmal schwankten sie nachts besoffen aus einer Bonner Antifa-Kneipe und liefen Arm in Arm betrunken und wahrscheinlich Slime singend durch die Straßen der Stadt bis sie am Bonner Loch, an der dort gelegenen Polizeiwache vorbeikamen, neben der damals gerade eine Baustelle war. Das Bonner Loch ist ein tiefergelegter Platz vorm Hauptbahnhof, an dem damals die Skater und die Junkies abhingen. Die Müller-Brüder guckten sich an, ein Geistesblitz erhellte ihre Minen von innen und dann sagten sie wahrscheinlich so was wie »Scheißbullen!« und so was wie »Einmauern!«.
Die Müller-Brüder gingen auf die Baustelle, Stefan schmiss den Betonmischer an und sein jüngerer Bruder Tim kippte Zement und Wasser hinein und schaufelte Sand dazu. Dann schmissen sie Steine in eine Schubkarre, kippten den frischen Zement in Eimer, schafften alles vor die Wache und begannen umgehend damit eine Reihe Steine in den Eingang zu mauern. Sie klecksten den Zement auf die Steine und legten Reihe um Reihe aufeinander. Als sie ihr Werk auf Hüfthöhe gebracht hatten, kam endlich ein Polizist vor die Tür und wunderte sich laut: »Wat is denn datt hier?« Die Müller-Brüder antworteten mit vor Stolz geschwellter Brust: »Wir mauern euch ein, Scheißbullen!«
Sie kamen nicht mehr dazu eine weitere Reihe Steine aufzulegen, denn der nun laut lachende Cop rief seine Kollegen und gemeinsam verbrachten sie das revoltierende Brüderpaar in die Ausnüchterungszelle.

Wenn man etwas Verbotenes tun will, ohne sich dabei erwischen zu lassen, sollte man es möglichst auffällig und dreist machen. Allerdings auch nicht zu auffällig und zu dreist und vor allem auch nicht zu betrunken. Sonst weiß man beim Aufwachen am nächsten Morgen nicht so genau, wo man ist. Nur die dunkle Ahnung erwischt worden zu sein, ist alles was bleibt.

Jan Kage aka Yaneq veranstaltet regelmäßig die Reihe »Party Arty«. Er hat auch eine schicke Galerie, eine Radiosendung auf Motor.FM und eine ungepflegte Webseite.
Ähnliche Artikel
Art Kolumne | verfasst 18.11.2011
Yaneqdoten
Komi, KKK, Meese und der alte Sack in Köpenick
Yaneq erfährt, dass die Nazis einen Ku Klux Klan im Berliner Stadtteil Köpenick gegründet haben und wird Zeuge von Gesprächen zwischen Kunst und Rassismus. Am Ende hat er eine Idee für eine Performance.
Art Kolumne | verfasst 23.08.2012
Yaneqdoten
Fahrradhelme stinken
Yaneq erzählt von seiner Abneigung gegenüber Fahrradhelmen und wie sich diese Abneigung im Laufe der Zeit veränderte, darüber, wie das Auto seine Abscheu gegenüber Fahrradhelmen zwar nicht beseitigte aber doch lindern konnte.
Art Kolumne | verfasst 30.03.2011
Yaneqdoten
Venga, venga, motherfuckers!
Yaneq reist mit einem Kumpel nach Gran Canaria und findet dort wie zufällig Belege für die bereits von seinem Geschichtslehrer gehegte Binsenweisheit: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein!
Art Kolumne | verfasst 04.05.2011
Yaneqdoten
»Waaas?!«
Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!«
Art Kolumne | verfasst 06.06.2011
Yaneqdoten
Learn the rules, kid!
Yaneq gerät in eine verbale Auseinandersetzung mit einem französischen Plakatkleber über bestimmte Regeln im Plakatkleberbusiness, die es einzuhalten gilt. Doch was hat Frau Reich, Schaffnerin der Deutschen Bahn damit zu tun?
Art Kolumne | verfasst 29.06.2011
Yaneqdoten
SSSSt!
Yaneq erzählt von den Gepflogenheiten und wenig geschäftsfördernden Gebaren Kreuzberger Grasdealer und über einen Gast aus Baltimore, der zum ersten Mal außerhalb der USA weilt und sich mitunter in der Zeit zurückversetzt fühlt.
Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Art Kolumne | verfasst 11.10.2011
Yaneqdoten
Aufbau West!
Yaneq hat Probleme mit der Ost-Berliner Polizei und stolpert darüber in ein anekdotenreiches Sinnieren über das deutsche-deutsche Verhältnis zweiundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall.
Art Kolumne | verfasst 02.11.2012
Yaneqdoten
Drinking & Driving
Yaneq erzählt von angetrunkenen und bekifften Geschäftsmännern, die dennoch Haltung bewahren und davon wie ihm selbst bei einer Begegnung mit Staatsbeamten der Beweisführung ein Schnippchen schlagen konnte.
Art Kolumne | verfasst 20.02.2013
Yaneqdoten
Freestyle Esperanto
Yaneq erzählt von seinem sicheren Umgang in verschiedenen Sprachen, davon, wie man ihn in San Sebastian für einen Zugewanderten und ein Brite ihn für einen Iren hielt und Niederländer ihn für seinen Versuch Holländisch zu reden noch lobten.
Art Kolumne | verfasst 04.04.2013
Yaneqdoten
Frei.Wild? Graue Wölfe?
Yaneq erzählt von seiner Abscheu gegenüber den italienischen Rechtsrecken Frei.Wild und über einen ähnlich gelagerten Fall, nämlich den der Böhsen Onkelz, und wie ihm einmal vor Schreck die Rock’n’Roll-Hand in der Luft gefror.
Art Kolumne | verfasst 22.05.2013
Yaneqdoten
Mützen, Dreads, Scheitel und Glatzen
Yaneq erzählt von schrägen Frisuren, die einst seine Kopfhaut bedeckten, davon wie er sich von seinen lange Zeit geliebten Dreadlocks lossagte und wieso er jetzt eine »Nazifrisur« trägt.
Art Kolumne | verfasst 07.03.2014
Yaneqdoten
Grüß Gott
Yaneq erzählt von Gott, davon, dass es nicht nur den einen geben kann, und wie er darüber in eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit einem moslemischen Missionar in einer Kreuzberger Lokalität geriet.
Art Kolumne | verfasst 15.08.2014
Yaneqdoten
Neger, Fitschis und der AfD
Yaneq erzählt von Idiomen, und ihrer falschen Benutzung, darüber, dass das Wort »Jude« wieder als Schimpfwort und das Wort »Fitschi« als »normale« Bezeichnung für asiatische Mitbürger herhalten muss. Und wieso davon die AfD profitiert.
Art Kolumne | verfasst 19.12.2013
Yaneqdoten
Hauptstädter
Yaneq erzählt von Reue, einen einstigen Ausspruch betreffend und davon wie er schon immer ein Hauptstädter war und so gerne nun auch noch ein Berliner werden möchte, Hipster-Bashing hin oder her.
Books Review | verfasst 18.05.2011
Pascal Zoghbi & Stone
Arabic Graffiti
Pascal Zoghbi und Stone widmen sich der Bandbreite arabischer Lettern und zeigen die aktuelle Wichtigkeit der Street Art im Nahen Osten.
Books Review | verfasst 08.07.2011
SFaustina & Jocelyn Superstar
Bay Area Graffiti '80s–'90s
Mit großer Hingabe wurden in Bay Are Graffiti Bilder und Interviews zu dem präzisen Bild einer Ära zusammengefügt.
Books Review | verfasst 16.07.2011
Amber Grünhäuser (Hg.)
Monster of Art - 20 Years of Havoc
Die legendenumwobene Sprayercrew Monster of Art feiert in diesen Tagen ihr 20jähriges Bestehen. Ihr Schaffen ist jetzt dokumentiert.
Books Review | verfasst 20.07.2011
Markus Christl (Hg.)
International Topsprayer: MOSES & TAPS
Das Buch begleitet die beiden Writer MOSES und TAPS, zwei kreative und gewitzte Könner ihres Fachs, auf ihrer Reise quer durch die Welt.
Art Porträt | verfasst 11.05.2011
Panamoe
Oh wie schön malt Panamoe
Panamoe gibt dem alten einen neuen farbigen Anstrich. Der in Köln lebende Künstler widmet sich überwiegend der Gestaltung von alten, verrosteten und vom Zahn der Zeit bedrohten Sprühdosen.
Music Porträt
Iannis Xenakis
Jenseits des Stillstands
Der griechisch-französische Komponist Iannis Xenakis war einer der größten Radikalen des 20. Jahrhunderts. Seine Musik wandte sich gegen den Zeitgeist und tradierte Vorstellungen westlicher Musik überhaupt. Ein Porträt.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2022
Kommt mit zwei Zentimeter Hustensaft und Sägespänen auf seiner Zungenspitze aus dem alten Jahr gekrochen und findet direkt das beste Rap-Album des neuen Jahres vor: Aigners Inventur. Willkommen zur ersten Ausgabe im neuen Jahr.
Music Porträt
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.