Music Kolumne | verfasst 28.02.2012
Entweder Oder
Entscheider: Dilated Peoples
Soeben haben die Dilated Peoples eine kleine Clubtour durch hiesige Gefilde beendet. So waren Evidence, Rakaa Iriscience und DJ Babu mal wieder gemeinsam auf einer Bühne zu bewundern. Wir haben ihnen ein paar Entscheidungsfragen gestellt.
Text Patrick Cavaleiro
Dilated_peoples

Soeben haben die Dilated Peoples eine kleine Clubtour durch hiesige Gefilde beendet. So waren Evidence, Rakaa Iriscience und DJ Babu mal wieder gemeinsam auf einer Bühne zu bewundern. Und auch hinter der Bühne machten sie eine gute Figur und präsentierten sich als eingespieltes Team. Keine schlechten Vorrausetzungen für ihr im Herbst erscheinendes Album »Direkctors of Photography«. Wir haben den drei Kaliforniern ein paar Entscheidungsfragen gestellt.

Samples oder Digitale Produktion?
Rakaa Iriscience: Ich mag den Sound von staubigem Wachs, aber… Man kann ja auch digitales samplen, wie wär’s also mit beidem? (Gelächter) Aber jetzt im Ernst: ich bin schon eher der analoge Typ, ich mag diesen alten Sound und dieses Feeling, auch wenn digital definitiv komfortabler ist.

Lakers oder Clippers?
Evidence (und Rakaa im Hintergund): Lakers! Fickt alle Clippers! Niemand will mit den Clippers zu tun haben, sie sind der böse Geist von Los Angeles. Derzeit scheint jeder In L.A. die Clippers gut zu finden, das nervt und ist irgendwie seltsam. Allerdings mag ich ihr blau und rot auf den Trikots, das ist eine gute Sache, für die Einheit von Los Angeles.

Jazzmatazz oder Gang Starr?
DJ Babu: Gang Starr. Auf jeden Fall! Bei allem Respekt für dieses Projekt, aber ich bin ein Gang Starr-Fan. Ich habe auch die Jazzmatazz-Reihe sehr gern gehört, da sind wirklich viele sehr coole Momente drauf. Und was man wirklich hoch anrechnen muss, ist, dass Guru versucht hat, auch außerhalb von HipHop Wurzeln zu schlagen. Aber wenn ich den Gang Starr-Katalog dem von Jazzmatazz gegenüberstelle, entscheide ich mich doch klar für Gang Starr.

»Derzeit scheint jeder In L.A. die Clippers gut zu finden, das nervt und ist irgendwie seltsam. Allerdings mag ich ihr blau und rot auf den Trikots.« (Evidence) Club-Gigs oder Festivals?
Rakaa Iriscience: Das ist in der Tat eine wirklich gute Frage. Festivals zahlen zwar normalerweise wirklich viel besser, aber im Club ist es richtig rau, du spürst die Energie auf engem Raum. Auch diese Intimität, die du bei einem Club-Gig hast, wo alle nur kommen, um dich zu sehen, wird dir bei einem Festival, wo 50 Bands spielen und du als Act irgendwann am frühen Nachmittag angesetzt wirst, nicht so stark geboten. Wir rocken zwar echt jede Crowd, aber wenn ich die Wahl habe, dann rocke ich doch lieber meine Crowd.

Graffiti oder sog. »Street-Art«?
Evidence: Graffiti. Peace an Banksy, Space Invader, es gibt da eine Menge Leute da draußen, die richtig gut sind. Also, versteh mich nicht falsch: ich geh schon auf Graffiti, ich will auch nur der Street Art und den daraus hervorgegangenen Künstlern meinen Respekt zollen. Aber Graffiti hat einfach in meinem Leben eine sehr große Rolle gespielt und mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich wusste ja selbst nicht einmal was Street Art war, bis vor ungefähr vier Jahren. Und auch »Exit Through The Gift Shop« war ein guter Film. Aber trotzdem: Graffiti.

Sonne oder Schnee?
DJ Babu: Definitiv Sonne. Gerade jetzt erst recht, da wir bei dieser Tour und auch schon bei der davor, ausschließlich in kalten Orten waren. Wir waren in Colorado und wir haben so gefroren. Dann sind wir heimgekommen und es war alles wieder gut. Danach sind wir nach Europa aufgebrochen, und jetzt frieren wir wieder. Also ist es so, dass ich im Moment die Sonne klar vermisse, und dass ich sie auch bevorzuge. Wir sind aus Südkalifornien… ich bin es gewohnt, kurze Hosen zu tragen. Ich hab es ziemlich satt, ständig dicke Jacken anzuziehen, und freue mich richtig darauf, wieder zu Hause zu sein, wo es schön warm ist.

Die Musik von Dilated Peoples findest du bei hhv.de.
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