Music Kolumne | verfasst 23.05.2012
Aigners Inventur
Mai 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Killer Mike, Jadakiss, Shackleton, Lone und Kindness.
Text Florian Aigner

killer mike & el-p Dass El-P einmal ein waschechtes Südstaaten-Album produzieren würde, zu dem auch Menschen ohne Weltuntergangsfantasien und Hautproblemen ihre, unter Umständen sogar kräftigen, Hintern kreisen lassen können, hatte man 1997 vermutlich, 2003 aber ganz sicher nicht auf dem Schirm. Killer Mike scheint dem blassen Rothaarigen in Atlanta jede Menge Hustensaft hingestellt zu haben, so unverkopft und – ja – funky, klang El-P jedenfalls selten. Und weil Killer Mike einer der fähigsten (und wütendsten) Südstaaten-Spucker überhaupt bleibt, ist »R.A.P. Music« auch eine kleine Offenbarung.
 

jadakiss consignment Man kann Jadakiss vieles vorwerfen, unter anderem auch, dass er nach fast 20 Jahren in diesem Spiel seine musikalische Identität immer noch nicht gefunden hat und aus seinem (Jahrhundert)talent viel zu wenig gemacht hat. Dass er aber vielleicht einer von drei Rappern ist, von denen ich mir ein Acapella-Album anhören würde, ist für mich Grund genug, jeden 16er des Yonkers-Bombers mit der Hand im Schritt zu erwarten. »Consignment« heißt sein neues Mixtape, geladen hat er die alte LOX-Brigade, aber auch alles, was gerade zwischen Maybach Music, Cash Money und Black Hippy Rang und Hype hat. Die Dinosaurier mögen immer noch auf »Rite Where U Stand« Reloaded und »Recognize« Redux warten, ich gehe mit Jada aber bereitwillig hard in the paint.
 

tygaFind it at hhv.de: 2LP Latente Schizophrenie, beziehungsweise Orientierungslosigkeit würde ich auch Tyga unterstellen, jenem gut vernetzen Pretty Boy, der sein Album »Careless World« mit Soul-lastigem Neo-Klassizismus eröffnet, A Milli-ismen durchexerziert um sich dann zu einigermaßen ekelhaften Trance&B-Katastrophen vorzuarbeiten. Im Gepäck hat er von Chris Brown über Nicki Minaj, Nas, Pharrell, Busta, Weezy, T-Pain, Big Sean und J Cole, so ziemlich jedes Feature, für das man 2012 mehr als Freigetränke springen lassen muss. Zwiespältige Angelegenheit, aber nicht Jam-frei.
 

ab-soul control Schlüssiger ist »#controlsystem«, Ab-Souls mittlerweile viertes Album in vier Jahren, dank dem aktuellen Black Hippy-Hype, aber eindeutig auch sein bisher meist erwartetes. Zwischen Kendrick Lamars manchmal etwas enervierender Ernsthaftigkeit und Schoolboy Qs gepflegtem Shittalking-Habitus wirkt Ab-Soul wie ein perfekter Puffer zwischen den beiden momentan erfolgreichsten aus dem Camp. Ich sehe ihn aber dennoch lieber in der Rolle des Sidekicks, nicht zuletzt weil die besten Momente auf #controlsystem, meist jene sind, in denen Ab-Soul nicht auf sich alleine gestellt ist.
 

Apollo Brown & O.C. Trophies LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kann ich mich, im Gegensatz zu vielen Boom Bap sozialisierten Alterskollegen, einfach nicht dazu durchringen Apollo Brown als Messias zu verklären. An sich stimmt auch auf seiner albumfüllenden Kollaboration mit O.C. wieder vieles, die Samples sind liebevoll selektiert und gechoppt, die Snare klingt nie so schwachbrüstig wie bei 9th Wonder, seinem Bruder im Geiste, und O.C. will ich nun wirklich nicht anmutig gemeinsam mit 2 Chainz und Gunplay über »Beez In The Trap« schweben sehen. Aber irgendwie fehlt die Magie, oder um es mit Rupert Holmes zu sagen: Trophies fühlt sich an “like a worn out recording of your favorite song”.
 

Snowgoons & M.O.P. - SpartaFind it at hhv.de: CD | 2LP Same shit, different tollet: auch M.O.P. haben sich mit den Rucksackkönigen der Snowgoons zusammengetan, um mal wieder ordentlich auf die Kacke zu hauen (oh ho, das Album heißt »Sparta«). Aber auch hier wende ich mich instinktiv wieder direkt »Firing Squad« und »First Family 4 Life« zu. Das waren auch noch Zeiten, in denen man die unfreiwillige Komik solcher Zeilen wie “coming hard like erections” noch besser verkraftet hat.
 

Georgia Anne Muldrow & Madlib - Seeds (Cover)Find it at hhv.de: CD | 2LP Dann lieber der verquere THC-Soul von Georgia Anne-Muldrow, die auf »Seeds« Madlib das Produzieren überlies. Dass der vermutlich immer noch pro Tag geschätzte fünf Beats für die Ewigkeit produziert, lässt sich erahnen, auch wenn ich nach wie vor meine, dass man den guten Otis wirklich wieder mehr zu schätzen wissen würden, wenn er sich mal drei-vier Monate etwas rarer machen würde. Vielleicht wäre ich dann jetzt auch mehr aus dem Häuschen und würde nicht schreiben, dass mir in dieser Kategorie seines Oeuvres die Dudley Perkins Platten besser gefallen haben.
 

Blockhead Interludes After Midnight LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Wieder sehr erfreulich ist Blockheads neue Platte. Während Shadow und RJD2 seit Jahren in eine Kreativfalle nach der nächsten tappen, variiert der New Yorker seinen melodiösen Cut&Paste-Sound nur sehr pointiert, Annäherungen an die britische Bassästhetik sind ihm genauso fremd wie Singer/Songwriter-Ambitionen. Genau deswegen ist »Interludes After Midnight« wieder ein sehr erfreuliches Lebenszeichen aus einem totgeglaubten Genre.
 

Slugabed - Time TeamFind it at hhv.de: CD | 3LP Labelkollege Slugabed nähert sich dem Phänomen »Instrumental Hip Hop« nicht mit trippigen Psychfunkcollagen, sondern direkt mit Subwoofer und Kettensäge. »Time Team« offenbart aber auch einige Seiten des 23-Jährigen, die man auf seinen meist sehr effizienten Singles nicht unbedingt kennengelernt hat. So schwebt »All This Time« erhaben über ätherische Vocalspuren, »Earth Claps« geriert sich wesentlich housier als gewohnt und »Climbing A Tree« ist vielleicht das vernebelste Stück Juke, das wir seit Machinedrums »Rooms« gehört haben.
 

distal coverFind it at hhv.de: 2LP Das Schöne an Tectonic ist und bleibt ja, dass sie sich dem immer noch aktuellen House-Diktat der meisten Dubstep-First-Mover immer noch verweigern und rhythmische Auswege aus dem Frat-induzierten Wobble-Dilemma suchen. Distals »Civilization« ist kein Glanzlicht, aber ein solides, weil stilistisch sehr abwechslungsreiches Album, das sich so ziemlich alles einverleibt, was nicht gerade auf 125 BPM rollt. Mir manchmal dennoch etwas zu schrill und beliebig.
 

shackleton quiet hourFind it at hhv.de: 2CD | 3LP Wenn man Shackleton eines nicht vorwerfen kann, dann Beliebigkeit. »Music For The Quite Hour« ist wieder so ein Monolith von einem Album, auf dem sich Shackletons morbide, undurchdringliche Klanglandschaften mit einem neuen Spielzeug vermischen. Oder, wie Shackleton selbst erklärt: “For those who want to know the background, it is something like this. I bought an Italian drawbar organ module around two years ago. Apparently Italian organs from that period had a bad reputation but I was so happy with it that it appeared on most of the tracks I had been working on. I thought I had an album together and was supposed to get it mastered on the day after the mastering session for the Pinch and Shackleton release on Honest Jons (sometime towards the end of Summer 2011). I had also been working on a 12” of more spacious music to go with that album as a limited vinyl 12". By the time that I finished the music though, the tracks for that 12" became so long for that I couldn’t contain them to two sides of a vinyl. This is what became Music For The Quiet Hour album." Essentieller Kram, natürlich.

Lazer Sword Memory LPFind it at hhv.de: 2LP Bunter ist die Soundpalette von Lazer Sword, deren hyperaktiver Glitchelectroposthoprave so klingt wie die meisten Ed Banger-Acts heute klingen sollten, wenn sie sich nicht in die selbstverschuldete Identitätskrise geschnupft hätten. Sehr artifiziell, aber fundiert.
 

Jimmy Edgar Majenta LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Ähnliches gilt für Jimmy Edgar, der auf seinem ersten Album für Hotflush zwar nicht die Britbass-Keule auspackt, aber dennoch seinen über die letzten Jahre kultivierten Electro-Sleaze mit einigen krediblen UK-Zitaten garniert. Und irgendwie tropft auch aus jedem Takt, den Jimmy Edgar für »Majenta« aus seiner 808 klopft, dieser ihm eigene Narzissmus, für den man ihn irgendwie so gern haben muss.
 

reboot joy 3 wayFind it at hhv.de: 2LP Wie eine Gilles Peterson-Show in ein Album gegossen klingen The Reboot Joy Konfession auf ihrem Albumdebüt für Philpot. »Absolute III Way Harmonious« ist noch abseitiger als ihre zwei vorangegangenen Singles, House bleibt die übergeordnete Klammer, aber im Grunde toben sich hier Progrocker ohne Kalkül an ihren Synthies und Samplern aus, zitieren von Sun Ra bis Jarre so ziemlich alles, was im letzten Jahrtausend für offenen Kinnladen gesorgt hat und beweisen auf den Interludes dann sogar noch nerdigen Humor. Ein grundsympathisches Album mit einigen wirklich magischen Momenten.
 

recondite on acid Monochromer ist »On Acid«, das erste Album von Recondite. Kontemplative Tracks zwischen Autorentechno und Afterhourhouse, immer melancholisch, meist mit eher schüchterner Kickdrum und oft ideal um nachts entweder Kilometer auf der Autobahn runterzureißen oder seine Steuererklärung zu machen. Für die bewusste Auseinandersetzung zu unaufdringlich, aber Hintergrundmusik ist ja nun auch nicht immer ein Schimpfwort.
 

Lone - Galaxy GardenFind it at hhv.de: CD | 2LP Grautöne sind Lones Sache nicht. Im Gegenteil, »Galaxy Garden« ist noch greller als die beiden Vorgänger, auf denen sich Lone auch bereits mit der englischen Rave-Tradition auseinandergesetzt hat. Natürlich bleibt Acid die wichtigste Inspirationsquelle, Lone entwickelt hier aber auch mehr Anknüpfungspunkte an Jungle, Hardcore und frühen Dubstep als zuvor. Ein solides Album, aber für Nicht-ADHS’ler im Heimgebrauch nur eingeschränkt zu empfehlen.
 

lauer philippsFind it at hhv.de: 2LP Derweil haben Italo Disco und die großen Piano Jams der 90er mehr Eindruck auf Philipp Lauer gemacht als das zugepillte England, zumindest wenn man seinen bisherigen Veröffentlichungen trauen darf. Auch »Philipps«, sein erstes Album für Gerd Jansons geschmackssicheres Spielkind Running Back, bestätigt diesen Eindruck. Weniger rau als im Verbund mit Christoph Beisswenger (= Arto Mwambe), dafür aber mit einer erfrischenden Furchtlosigkeit vor großen Gesten und käsigen Melodien. Kann man machen, vor allem im Sommer dann.
 

SMD unpatternsFind it at hhv.de: CD | 2LP Ich traue es mich ja fast nicht zu sagen, aber: dieses neue Simian Mobile Disco Album ist echt gut. Und zwar nicht so auf diese gönnerhafte »Sie hätten nie in diesen Nuuuu-Rave-Topf geschmissen werden dürfen«-Art, sondern aufrichtig. »Unpatterns« ist auch das erste Album, auf dem sich die beiden scheinbar weder beweisen müssen, dass sie als Techno-Künstler ernstzunehmen sind, noch bei der sie auf einen Hit spekulieren. Stattdessen gibt es Produktionen, die bisweilen an Joy Orbison oder George Fitzgerald erinnern, sich aber nicht in Epigonentum erschöpfen. Hätte ich nicht gedacht, die Überraschung des Monats.
 

light asylum coverFind it at hhv.de: 2LP Bock auf Synth-Pop mit Vocals, die klingen als hätte David Byrne wahlweise zuviel Joy Division, Depeche Mode, Scorpions oder Megadeth gehört? Die Gitarrengeschmackspolizei feiert das, was Light Asylum auf ihrem gleichnamigen Album machen einigermaßen, ich komme darauf nur klar, wenn sich darauf konzentriert wird wie Gahan oder Curtis zu klingen, für exaltiertes verbales Eierschaukeln bin ich mittlerweile echt zu alt, auch wenn die Claps dazu oft überraschend laut sind.
 

Kindness World, You Need A Change Of Mind LPFind it at hhv.de: LP Eines dieser Alben, bei denen ich es vermutlich hinterher bereue mich so zeitnah geäußert zu haben, hört auf den den schönen Titel »World, You Need A Change Of Mind« (clever), beinhaltet Musik von Kindness, jenem langhaarigen Feingeist, bei dem man das Gefühl nicht los wird, dass er nebenbei für Odeur modelt und der momentan der heißeste Scheiß der Welt ist. Ich sehe das noch nicht ganz, arbeite mich aber langsam zur Großartigkeit seines musikalischen Entwurfs vor. Soul-, House-, Boogie-Zitate, plakative Samples und dazu diese verbale Nonchalance eines Indie-Posterboys – Hipsterhausen, ick hör dir trapsen. Wenn das aber aufgeht (»House«), ist das ähnlich magisch wie bei Matthew Dear oder wie vor zwei Jahren bei Teengirl Fantasy, die ich ja auch in mein Herz geschlossen habe. Kindness muss noch etwas warten, aber ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass ich das in vier Monaten rauf und runter höre und dann für’s Late Adopting von allen ausgelacht werde.
 

Santigold Master Of Make Believe LPFind it at hhv.de: CD | LP M.I.A.s geerdete Schwester ist zurück, mit weniger Brimborium als die Frau, mit der Santi vor allem zu Beginn so gerne verglichen wurde. Santigold macht auch auf »Master Of My Make Believe« durchgestylten Pop, clever, catchy und genau die Balance findend zwischen Gitarren und Elektronik. Kann man wenig gegen sagen.
 

Beach House Bloom LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Auch bei ihren Leisten bleiben Beach House, deren viertes Album vermutlich nur deswegen nicht als ihr bisher bestes gelten wird, weil das Klima für verträumt-melancholische Popmusik vor zwei Jahren freundlicher war als im aktuellen Post-Chillwave-Kater. Nun ja, wer sie bisher mochte, wird »Bloom« lieben, ungeachtet dessen, ob es seither 30 neue Bands gab, die auch so klingen oder nicht.
 

Best Coast - The Only Place (Cover)Find it at hhv.de: LP Auch alles beim alten an der Best Coast. Harmloser, gut gelaunter Surf-Pop für schöne Menschen. Die Sonne scheint, ich verkneife mir die Anmerkung, dass sie nie wieder einen so schönen Song wie »When I’m With You« schreiben werden.
 

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Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.