Music Porträt | verfasst 16.11.2009
Zur Renaissance von Soul und Funk
Wenn schon Retro, dann bitte nur so
Aktuell erleben wir eine Renaissance von Soul und Funk. Dabei vergessen viele Bands, dass diese Musik einst auch Ausdruck eines gesellschaftspolitischen Bewusstseins gewesen ist. Lee Fields & the Expressions bilden da eine Ausnahme.
Text Sven Beckstette , Fotos Phillip Lehman / © Truth & Soul
Lee_fields

Nicht nur der Soul der 1960er und 1970er Jahre ist wieder da, sondern auch die Musik des Funk erfreut sich nun schon seit längerem neuer Beliebtheit. Während die Wiederkehr des Soul in Gestalt von Sängerinnen wie Joss Stone, Amy Winehouse und Duffy ein breiter, momentan wohl wieder abklingender Trend ist, der seine Spuren auch in den Hitparaden hinterlassen konnte, findet die Renaissance des rhythmusbetonteren Sprösslings allerdings eher in den Clubs statt. Im Unterschied zum Acid-Jazz der frühen 1990er Jahre, der primär von London ausging, stehen die aktuellen Adepten von James Brown, den Meters und Kool & The Gang dafür auf einer globalen, sich stetig ausdehnenden Basis.

Ließen sich zur Jahrtausendwende Retro-Funk-Bands wie die Mighty Imperials und Breakestra noch als singuläre Erscheinungen bewerten, so hat sich inzwischen eine umtriebige internationale Gemeinschaft gebildet, die sich wieder handgemachten, auf alt getrimmten Grooves verschrieben hat. Vor einigen Jahren legte die in Finnland beheimatete Nicole Willis ein absolut beeindruckendes Album zwischen Motown-Soul und Seventies-Funk vor; in Japan konserviert das neunköpfige Ensemble Osaka Monaurail das Klanggerüst des Godfather of Soul derart perfekt, dass sogar die ehemalige Brown-Sängerin Marva Whitney auf die Fertigkeiten der asiatischen Band zurückgegriffen hat. Andere Gruppen wie The Bamboos kommen aus Australien, aus Amsterdam (Lefties Soul Connection), England (Speedometer) oder wie die Sweet Vandals aus Spanien. Aus Deutschland zeigen sich immer mal wieder die Poets of Rhythm auf den Bühnen der Clubs. Im Mainstream waren die zeitgenössischen Funk-Brüder und Soul-Schwestern bislang vor allem im Hintergrund aktiv. Amy Winehouse baute für ihr Erfolgsalbum »Back To Black« auf die tatkräftige Unterstützung der Dap-Kings, immerhin eine der versiertesten Neo-Funk-Interpreten in den USA.
Diese Aufzählung umfasst nur die bereits länger tätigen Formationen. Da die Szene rasant wächst, ist ein kompletter Überblick kaum mehr möglich. Um diese neuartigen Tendenzen vom Funk klassischer Prägung abzugrenzen, hat sich für die Strömung der Begriff Deep-Funk-Revival oder schlicht Deep Funk eingebürgert. Wie der Name Rock’n’Roll stammt die Genrebezeichnung ursprünglich von einem DJ: Der Schotte Keb Darge veranstaltete unter diesem Schlagwort wöchentlich Partys in der britischen Hauptstadt. Auf seinen Nächten in der ehemaligen Strip-Bar »Madame JoJo’s« spielte er als Pendant zum Northern Soul obskure Funk-Singles, die um 1970 herausgekommen waren. Compilations mit seinen raren Fundstücken folgten und sorgten für eine Popularisierung des Begriffs. Und auch nach vierzehn Jahren steht Keb Darge heute noch jeden Freitag hinter den Plattentellern in dem Tanzlokal in Soho.

»In Sachen Spielfreude, Musikalität und Spaß am Rhythmus können es die Nachahmer mit ihren Vorbildern in jedem Fall aufnehmen.« Die oberflächliche Konjunktur des Vintage-Sounds
Betrachtet man das Phänomen allzu dogmatisch – nach dem Motto: Warum zu den Bamboos und nicht lieber gleich zu den Originalen greifen? – dann entgeht einem einiges. In Sachen Spielfreude, Musikalität und Spaß am Rhythmus können es die Nachahmer mit ihren Vorbildern in jedem Fall aufnehmen. Wer etwa die Bamboos oder Osaka Monaurail einmal live erlebt hat, weiß, dass sie mit einem sicheren Gespür für rumpelnde Break-Beats, packende Bassläufe und punktgenaue Bläsersalven jeden Saal im Handumdrehen zum Kochen bringen können. Bei aller Virtuosität bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack. Im Prinzip übernehmen die aufgeführten Bands in erster Linie die äußere Form des Funk. Dass diese Richtung einst ein neues afroamerikanisches Selbstbewusstsein transportiert hat, die Musik also eine Haltung zum Ausdruck brachte, lässt sich anhand heutiger Stilübungen freilich nicht mehr erkennen. Doch damit ergeht es dem Funk letztlich nicht anders als etwa Punk oder Reggae, die inzwischen ebenso rein zitier fähige Ismen im Pop-Kanon geworden sind. Andererseits zeigt sich vielleicht erst jetzt, welche rhythmische Revolution der Funk seinerzeit wirklich ausgelöst hat, wenn das Nachbeben noch Generationen später so vehement zu spüren ist. Dadurch befindet sich der Funk momentan in einer paradoxen Situation. Zwar ist er so vital wie lange nicht mehr, seine Radikalität und sein innovatives Potential hat er indes vor lauter Nostalgie verloren. Er taugt allein als vertrackte Tanzmusik.

Allerdings hat die manchmal oberflächliche Konjunktur des Vintage-Sounds auch positive Begleiteffekte. Denn durch das Interesse an schwarzem Pop kommen viele afroamerikanische Musiker endlich zu verdienten Ehren. Wie Ahmir ›Questlove‹ Thompson nämlich festgestellt hat, engagierte sich vorher kaum jemand ernsthaft für die Belange, der in die Jahre gekommenen, Soul- und Funk-Heldinnen und -Helden, ein wesentlicher Antrieb für den Roots-Schlagzeuger, der lebenden Legende Al Green im letzten Jahr selbst zu einer Frischzellenkur zu verhelfen. Mittlerweile können auch Eddie Floyd und Leon Ware Dank des neu aufgelegten Labels Stax auf ein ihnen angemessenes Spätwerk verweisen. Candi Staton hat ihren Katalog kürzlich ebenfalls durch eine weitere hochkarätige, lupenreine Südstaaten-Soul-Platte auf Honest Jon‘s erweitert. Diese allesamt mehr als gelungenen Beispiele machen deutlich, wie viel musikalisches Potential hier die ganze Zeit über brach gelegen hat. Doch die Wertschätzung der alten Recken ist nicht nur eine historische Gerechtigkeit, sondern anscheinend ebenfalls eine bitter nötige Wiederaneignung der eigenen Geschichte. Eine fast schon surreale Erfahrung musste Raphael Saadiq machen, als er einer Plattenfirma erklärte, ein Album in Anlehnung an die Soul-Ära aufzunehmen. Warum ein Afroamerikaner wie er Stücke singen wolle, die sich nach einer britischen Blondine anhörten, wurde er allen Ernstes gefragt. »Weil wir damit angefangen haben«, konterte Saadiq. In diesem Jahr liegt mit »The Way I See It« das Ergebnis vor: eine in die Tiefe gehende Lehrstunde in Sachen afroamerikanischer Musikgeschichte.

»Diese allesamt mehr als gelungenen Beispiele machen deutlich, wie viel musikalisches Potential hier die ganze Zeit über brach gelegen hat.« Retro-Vorbild: Lee Fields & The Explorers
Doch auch solche Sängerinnen und Sänger, die damals keine steile Karriere hingelegt haben, erhalten die Chance eines zweiten Veröffentlichungsfrühlings. Das beste Beispiel hierfür ist Lee Fields. Der in North Carolina geborene Fields brachte seine erste Single bereits 1969 heraus. In den 1970er Jahren nahm er eine Reihe weiterer 7inches auf. Das Album »Let’s Talk It Over«, das 1979 auf Angle 3 erschien, versammelte das Material der vorangegangenen sechs Jahre. Keine seiner Platten kamen jedoch über lokale Anerkennung hinaus, obwohl einige seiner Singles auch in Europa vertrieben wurden. Anfang der 1980er Jahre zog er sich zunächst aus dem Musikgeschäft zurück. 1986 begann er, mit Schlagzeug-Computern und Synthesizern neue Stücke einzuspielen. Drei Alben auf dem zum Leben erweckten Ace-Label zeigen die Southern-Soul- und Blues-Seiten von Fields.

Daneben ging er nur von einem DAT-Band voll Liedern begleitet auf ausgedehnte Tourneen und schuf sich eine Gemeinschaft treuer, überwiegend weiblicher Fans. Im Zuge der Funk-Erneuerung wurden auch die alten Nummern von Lee Fields wieder ans Licht geholt. Mit seinem an James Brown orientierten Power-Gesang sowie ansteckenden Grooves und heftigen Breaks wurden Stücke wie »She‘s A Love Maker« zu einer Referenzgröße für die Anhänger des Deep-Funks. Die LP »Let’s Talk It Over« ist heute ein sehr seltenes und entsprechend teuer gehandeltes Sammlerstück, das auf Ebay schon mal für annähernd 700 US-Dollar weggeht. Da Fields immer wieder auf Konzertreisen gewesen ist, lag es nahe, ihn zurück ins Studio zu holen. Etwa Mitte der 1990er Jahre kehrte er stilistisch zu seinen Funk-Wurzeln zurück und hat seitdem zahlreiche Singles und Alben auf Desco, Soul Fire und Daptone vorgelegt. Für sein eigenes Label BPA hat er zudem noch eine Blues-Platte produziert. Als bisheriger künstlerischer Höhepunkt seines Comebacks ist in diesem Sommer nun sein neues Album »My World« auf Truth & Soul, dem Nachfolger von Soul Fire, herausgekommen. Während ihm die erste Garde der New-Yorker-Deep-Funk-Instrumentalisten ein so luftiges, wie festes rhythmisches Fundament gelegt hat, beeindruckt Fields in den elf Songs mit einer ausdrucksstarken, über die Jahre gereiften Soul-Stimme. Dass die Grooves von gestern dabei auch aktuell als Statement taugen, verdeutlicht das Titellied, in dem Fields musikalische Gesellschaftskritik übt. Wenn schon Retro, dann bitte nur so.

Das Album »My World« von Lee Fields & the Expressions findest du bei hhv.de: CD
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