Music Interview | verfasst 09.08.2012
Big K.R.I.T.
»Life is leaving the comfort zone«
Big K.R.I.T. ist der am wenigsten künstliche Hype des Jahres. Der Rapper aus Mississippi verleiht den 808s des Südens wieder Wärme und Soul. Seine Mixtapes wurden bejubelt und mit »Live from the Underground« rappte er sich zu Conan O‘Brien.
Text Georg Rackow , Fotos Tobias Hoffmann / PhyreWorX
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Big K.R.I.T. ist der am wenigsten künstliche Hype des Jahres. Der Rapper aus Mississippi verleiht den trockenen 808s des Südens wieder Wärme und Soul. 2010 begann sein Aufstieg, der ihn schnell zu Def Jam nach New York führte, wo Ex-G-Unit-Chef Sha Money XL ihn unter seine Fittiche nahm. Die beiden Mixtapes »K.R.I.T. Wuz Here« und »Return of 4Eva« wurden bejubelt wie Alben und mit »Live From the Underground« rappte er sich 2012 bis zu Conan O‘Brien in die Sendung. Big K.R.I.T. glaubt an sich und punktet mit einer unerschütterlichen Arbeitsmoral. Big K.R.I.T. will Erfolg, schafft es dabei aber ein feiner Kerl zu bleiben.


Die Schallplatten von Big K.R.I.T. findest du im Webshop von HHV Records


Dein Name »King Remembered in Times« sagt, du bist ein König, an den man sich erinnern wird. Was möchtest du, was die Leute später von dir denken? Rock’n’Roll Hall of Fame oder Wall Of Sound, also Weltstar oder Künstler?
Big K.R.I.T.: Waaas? Oh mein Gott. Das ist schwierig. (lacht) Aber ich denke es wird wohl eher Wall Of Sound sein, ich will für immer Musik machen. Was den Namen angeht, der motiviert mich. Ich habe nie das Gefühl, genug dafür getan zu haben.

Wofür steht das »King« in deinem Namen? Von was bist du der König?
Big K.R.I.T.: Das bezieht sich auf alles, was du dir vorstellen kannst: Musik, Lifestyle, Leben, Alltag. Das steht dafür, die beste Person zu sein, die man sein kann. Am Ende des Tages solltest du nicht das Gefühl haben, dass du nicht alles gegeben hast. Um ein König zu sein, musst du dich jeden Tag reinhängen. Es ist eher eine Motivationshilfe im Alltag. Das heißt für mich nicht buchstäblich mich über andere erheben zu wollen.

Aber man soll sich immer an dich erinnern?
Big K.R.I.T.: Weißt du, das Erinnern passiert, wenn du fort bist. Und es ist auch weniger, der Wunsch danach, dass man sich an mich erinnert, sondern, wenn ich es schaffe, dass man sich an mich erinnert, dann als »König«. Deshalb versuche ich ein guter Mensch zu sein, mich niemals hängen zu lassen, meine Mitmenschen alle gleich zu behandeln, bescheiden zu bleiben, und vielleicht am wichtigsten ist, dankbar zu bleiben.

Schon mal darüber nachgedacht, was auf deinem Grabstein steht?
Big K.R.I.T.: (lacht) Nein, noch nie. Und das werde ich auch nicht. Ich weiß nur, das mein Geburtstag und der Tag, an dem ich sterbe darauf stehen. Und ich denke meine Familie kommt dann schon mit »something superdope« um die Ecke.

Auf instagram hast du ein Bild gepostet mit dem Spruch: »Erfolg ist nicht immer, was man dafür hält.« Was ist Erfolg für dich?
Big K.R.I.T.: Erfolg gehört zu den Sachen, die nichts damit zu tun haben, was andere Leute denken, was Erfolg ist. Du musst in deinem Herzen wissen, dass du dein Bestes gegeben hast und was besonders wichtig ist, dass du damit zufrieden sein kannst. Klar, du kannst danach streben, dich gegenüber anderen zu behaupten, aber das ist nicht dein Leben, das macht dir vielleicht noch nicht einmal Spaß und das ist wahrscheinlich auch nicht der Erfolg, den du dir darunter vorgestellt hast. Für mich ist es schon Erfolg genug, dass ich meine Komfortzone verlassen habe, um mir meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, obwohl es eine schwere Zeit war. Aber das war die Basis für alles Weitere, wofür ich jetzt nur noch dankbar sein kann.

Das wäre doch eine Idee für einen Twitter-Spruch: Das Leben beginnt dort, wo die Komfortzone aufhört.
Big K.R.I.T.: (lacht) Das könnte auf meinen Grabstein stehen… Oder vielleicht wird das auch erst einmal ein Spruch auf einem meiner Shirts: »Life is leaving the comfort zone.« Yeah!

»Mainstream heißt, dass irgendjemand auf der anderen Seite des Ozeans keine Ahnung hat, was du für ein Mensch bist, oder wo du herkommst, aber ihm gefällt dein Song.« (Big K.R.I.T.) Ein anderer Spruch von dir auf Twitter lautete: »If you don’t believe in something you’ll fall for anything.« Woran glaubst du?
Big K.R.I.T.: Ich glaube daran, für meine Rechte einzutreten, Menschen so zu behandeln, wie sie es verdienen. Ich bin ein gottesfürchtiger Mann. Ich bin in der Kirche großgezogen worden, habe aber auch eine schlechte Seite der Welt erlebt. Ich versuche beides zu vereinen und manchmal sogar noch weitere Perspektiven einzunehmen, denn jeder Mensch durchlebt andere Sachen, hat eine andere Sichtweise. Dabei versuche ich immer ehrlich zu. Ich möchte ein Künstler sein, der wenn du ihn auf der Straße triffst, der Gleiche ist, wie in seinen Songs.

Wie passt das zusammen, dass dein Album »Live from the Underground« heißt und du performst es aber bei ›Conan O’Brien‹.«
Big K.R.I.T.: Das war wirklich verrückt, Mann, im ganzen Land gesehen werden zu können, mit einem Album wie diesem! Aber letztendlich bin das trotzdem immer noch ich, mutig, mit Inbrunst, das zu repräsentieren, wo ich herkomme. Das Video zu »I Got This«, den ich dort performt habe, habe ich in meiner Heimatstadt gedreht. Der Underground kann wirklich eine komplett andere Welt sein als der Mainstream in Amerika. Aber auch Social Networks haben dazu beigetragen, dass lokale Underground-Größen weltweit bekannt werden können. Das bedeutet auch der Albumtitel für mich: Technisch gesehen war ich immer ein Underground-Künstler, aber auch schon weltweit bekannt.

Du denkst also gar nicht in solchen Kategorien?
Big K.R.I.T.: Mainstream ist letztendlich nur eine bestimmte Anzahl an Menschen, die dich kennen. Das hat nichts mit deiner kreativen Einstellung zu tun. Mainstream heißt, dass irgendjemand auf der anderen Seite des Ozeans keine Ahnung hat, was du für ein Mensch bist, oder wo du herkommst, aber ihm gefällt dein Song.

Deine allererste musikalische Veröffentlichung ist erst sieben Jahre her und du spielst bereits Festivals in Europa. Was hast du richtig gemacht in deiner Karriere?
Big K.R.I.T.: Oh, ich habe auch viele Sachen falsch gemacht. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um aus einem Vertrag herauszukommen. Ich hatte mit Leuten zu tun, die nicht das Beste für mich wollten. Ich habe Musik gemacht, die eigentlich nicht mich widerspiegelte, die ich gar nicht machen wollte. Aber daraus habe ich gelernt. Ich stand an dem Punkt zwischen Cinematic Music Group, meiner letzten Möglichkeit auf Erfolg, und einem Job zu Hause in Mississippi. Da wusste ich, dass ich nur noch ehrliche Musik über mich und mein Leben machen würde. Von diesem Moment an, von 2010 bis heute, sind die Menschen freiwillig auf meine Reise mitgekommen. Ich mache nur noch Musik über das Hier und Jetzt, über mich. Damit können sich die Hörer identifizieren.

Nachdem deine Mixtapes als so qualitativ wie ein Album beschrieben wurden, hast du jetzt, nach einigem Abstand, das Gefühl, dass du die hohen Erwartungen an dein erstes Album erfüllen konntest?
Big K.R.I.T.: Ja, definitiv. Ich meine, es waren ja nicht meine Mixtapes, die mich nach Deutschland gebracht haben, sondern das Album. Und ich habe mich auch nicht unter Druck gesetzt gefühlt, ich habe mich einfach gefreut, dass den Leuten meine Mixtapes gefallen haben. Aber ich glaube, ich konnte noch einmal was drauflegen auf meinem Major-Album. Ich meine, ich hatte Anthony Hamilton, Devin the Dude, Ludacris, 8Ball & MJG, 2Chainz, Bun B, Melanie Fiona und B.B. King auf dem Album. (lacht) Das ist ein Segen! Ich habe auch während ich die Mixtapes gemacht habe, nicht damit gerechnet, dass ich je so ein Majorlabel-Album würde machen können. Da bin ich stolz drauf.

Was glaubst du, ist der Grund dafür, dass all diese Künstler mit dir zusammenarbeiten wollten?
Big K.R.I.T.: Ich glaube, sie haben verstanden, dass ich ehrlich bin. Sie erkannten den Hunger in meiner Stimme, meinen Arbeitseifer und auch, dass ich sie nicht aus ihrem Element herauszureißen versuchte, sondern im Gegenteil eine Umgebung geschaffen habe, die sowohl für mich als auch für sie inspirierend war.

Warum gibt es in der gesamten Szene, sowohl in den Staaten als auch in Europa, keinen Einzigen, der ein böses Wort über dich verliert? Warum bist du so beliebt?
Big K.R.I.T.: (lacht) Vielleicht, weil sie verstanden haben, dass ich nicht käuflich bin, dass alles an mir und meinen Produkten ich bin, bis hin zur Farbe des Mixtapecovers. Ich kämpfe dafür, genau das zu veröffentlichen, was ich für richtig halte. Ich glaube an alles, was ich tue. Und das respektieren die Menschen.

Du wurdest von einem Journalisten mal als Outkast in einer Person bezeichnet. Passt das?
Big K.R.I.T.: Das schmeichelt mir natürlich, ich weiß das zu schätzen, da ich ein großer Fan bin. Mein Anspruch war schon immer zeitlose Musik zu machen, die mich selbst überleben wird, die Seele hat und Substanz. Ich rappe über meine Vergangenheit, über mein Leben jetzt, auch über Stripclubs, denn ich liebe Stripclubs, (lacht) aber am Ende des Tages ist es doch so, dass ich dir erzähle, dass ich auch nur ein Mensch bin, dass es ok ist, zu sein, wie man ist.


Die Schallplatten von Big K.R.I.T. findest du im Webshop von HHV Records

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