Music Kolumne | verfasst 05.09.2012
Aigners Inventur
August 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Holy Other, Max Herre, Rick Ross, Four Tet und JJ Doom.
Text Florian Aigner

rick ross god forgivesFind it at hhv.de: CD | 2LP Fangen wir direkt in der Schwergewichtsklasse an. Rick Ross veröffentlicht mit »God Forgives, I Don’t« (immer noch einer der schönsten Titel des Jahres) mittlerweile zum vierten Mal das gleiche Album. Das macht aber nichts, hat man sich doch inzwischen so sehr an diesen Trademark-Eintopf aus Soul-Sample-Klassizismus, Lex-Luger-Bombast und Heavy Petting gen Ende gewöhnt. Rozay selbst bleibt derweil ein höchst amüsanter Rapper, der innerhalb seines limitierten Themenkomplexes immer noch zu überzeugen weiß. Und dieses Drake-Feature wieder, uiuiuiui.
 

2 chainz based onFind it at hhv.de: CD | 2LP Apropos amüsant: 2 Chainz schafft es auf »Based On A T.R.U. Story« zwar nicht seinen absurd produktiven letzten 18 Monaten die Krone aufzusetzen, dafür gibt es hier zu viel musikalischen Leerlauf, aber ich will verdammt sein, wenn The Artist Formerly Known As Tity Boi mich nicht mindestens einmal pro Track dazu veranlasst meinen Kaffee prustend auf dem Bildschirm zu verteilen, ob unfreiwillig oder nicht spielt hierbei keine Rolle. Complex hat das ganze Spektakel mal wieder versucht bürokratisch zu verarbeiten, was gar nicht notwendig, dafür aber ein guter Anhaltspunkt für besagte Hilarity ist.
 

Aesop Rock - Skelethon LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Aesop Rocks Humor hat sich mir, selbst als staatlich examinierter Anglist, bisher immer verschlossen, zu kryptisch seine Anspielungen, zu gaga seine Insider-Gags. Glücklicherweise ist aber auch »Skelethon« ohne Interpretationsbogen genießbar, was primär an Aesops immens gewachsenen Fähigkeiten an den Knöpfen liegt. Meist humorlos gechoppte Licks, versehen mit Drums, die in ihrer Wuchtigkeit durchaus bei El-P abgeschaut sind, aber die Meters lieber haben als Blade Runner. Wie gewohnt ist mir Aesops Grabesstimme auf Albumlänge zuviel, aber dass ich mir 2012 überhaupt noch einen von diesen tageslichtscheuen Nerds aus der Generation Anticon anhören kann, ohne mit den Augen zu rollen, ist schon ein Erfolg an sich.
 

jj doom cd coverFind it at hhv.de: CD | 2LP Dass ich 2012 ein riesiger DOOM-Fan bleibe, hat leider wenig bis nichts mit JJ Doom, der Kollaboration der Herren Dumile und Jarel, zu tun. Es ist fast erschreckend, wie von der ersten Sekunde an klar wird, dass hier einfach die vielzitierte Chemie fehlt. Jneiro Jarel, der einige Solo-Projekte veröffentlicht hat, die man nach wie vor als sehr gelungen bezeichnen darf, schafft es zu keinem Zeitpunkt DOOM mit seinen Produktionen herauszufordern und so trödelt »Keys To The Kuffs« erschreckend ereignislos vor sich hin, um am Ende als zweitschlechtestes Album des Metalgesichtes in die Analen einzugehen (nach dem frevelhaften “Venomous Villain”). Fuck, ich hatte mich so gefreut.
 

Stron Arm Steady & Statik Selektah - Stereotype LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Okay geht Strong Arm Steadys Zusammenarbeit mit Statik Selektah, die unter dem Titel »Stereotype« über Stones Throw erscheint und vielleicht deren glatteste Veröffentlichung aller Zeiten ist. Kohärent produziert, dabei komplett überaschungsfrei, ein Album für Traditionalisten. Ob Phil Tha Agony ein großer Komiker oder leicht zurückgeblieben ist, habe ich auch dieses Mal nicht herausgefunden, aber immerhin weiß ich jetzt, dass er ein “gigantic Tyranosaurus” wie sein N-Wort Rex ist.
 

The Alchemist Russian Roulette LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Unterdessen scheint die Zusammenarbeit mit Oh No für Alchemist auch solo sehr fruchtbar gewesen zu sein. Auf »Russian Roulette« samplet er sich in bester Jackson Bros.-Tradition durch obskure russische Prog-Platten, bittet alte Recken und junge Lümmel in die Booth, jedoch immer mit dem Ziel, dass sich diese in die sehr klar definierte Soundästhetik der Platte einfügen. So ist »Russian Roulette« das erste richtige Alchemist-Soloalbum und nicht eine bloße Compilation.
 

Jeremiah Jae - Raw Money RapsFind it at hhv.de: CD | 2LP Jeremiah Jae also. Es wird relativ schnell deutlich, warum Fly Lo ausgerechnet diesem Kerl die Ehre gewährt hat, ein Rap-Album auf Brainfeeder zu veröffentlichen. Klar, die Beats sind ab und an sperrig, aber immer auf diese schlumpfige Art und Weise, wie bei Madlib in den frühen 00er-Jahren und überhaupt klingt »Raw Money Rap« sehr nach jenen goldenen Stones Throw-Jahren, in denen sich Flying Lotus dort noch als Praktikant verdient machte. Das Schöne dabei ist, dass Jeremiah Jae es dann sogar noch schafft, diesen von DOOM geklauten Laissez-Faire-Flow so hinzurotzen, dass das alles wesentlich ungezwungener wirkt als es tatsächlich ist. Singen kann der Junge auch noch einigermaßen und manchmal klingt er sogar wie Earl Sweatshirt oder beginne ich langsam zu fantasieren?
 

dom kennedy yellow albumFind it at hhv.de: 2LP Ganz entspannt geht Dom Kennedy dieses Rapspiel an, sein über den Oldie Delicious Vinyl erscheinendes »Yellow Album« ist ein würdevoller Beitrag zur momentan stattfindenden LA-Renaissance. Dass Kennedy weder so elegant ist wie Kendrick Lamar, noch so viel Attitüde mitbringt wie Schoolboy Q, stört nicht weiter, weil er ein ganz gutes Gespür für Trackstrukturen und Beats besitzt. Kein Album für die Ewigkeit freilich, aber durchaus brauchbar.
 

Oddisee - The People Hear What They See (Cover)Find it at hhv.de: CD | 2LP Ich kenne ihn nicht, aber bin mir dennoch sicher, dass Oddisee einer jener angenehmen Zeitgenossen ist, der dem Veranstalter beim Abendessen bereitwillig seine Pommes anbietet, sich backstage mit 2 lokalen Biersorten zufrieden gibt und am Day-Off vermutlich sogar fragt, wo der nächste Flohmarkt ist. Das Problem ist: genau so klingt auch seine Musik. »People Hear What They Say«, das x-te Album des designierten Sympathikusses aus Washington D.C. ist handwerklich super, aber so ungemein zahm, so weit weg von all dem, was all die Chief Keefs, Raider Klans und A$APs momentan veranstalten, dass man sich einfach nur alt fühlt. Und dafür kann ich am Sonntagnachmittag dann halt auch einfach wieder »Mecca & The Soul Brother« aus dem Expedit ziehen.
 

Max Herre hallo WeltFind it at hhv.de: CD | 2LP Oh, Max, du alter Vaginaflüsterer und Eierstockkönig, du hast jetzt also wieder Bock auf Rap? Rocker bist du aber auch geblieben? Und schmusen wolltest du ja auch schon immer. Na, was freu ich mich da aber auf »Hallo Welt«. Diesen ASTA-Sprecher-Habitus konntest du ja nie ganz ablegen, aber ganz ehrlich: all die kruden postsozialistischen Geschichtsbuchreferenzen von damals waren erträglicher als diese Kalenderspruchweisheiten, mit denen du die Generation Anna heute immer noch so mühelos feucht machst im Schritt. Viel schlimmer ist aber eigentlich, dass du es tatsächlich für eine gute Idee hältst, diesen längst begraben geglaubten Gymnasiastenrap mit Philipp Poisel, Lagerfeuer-Licks, Mega!-Ausrufen und meinem ganz speziellen Freund Cro noch so zu untergraben, dass man Charlotte Roche mit ihrer grellen Überpointierung ja doch zustimmen will. Immerhin knallt dann aber der Beat für »Rap Ist« so sehr, dass man das am Ende des Albums alles fast wieder verdrängt hat.
 

azealia banks fantasea Den großen Azealia Banks Hype verstehe ich auch nach »Fantasea« nicht. Wenn es 2012 noch als Sensation gelten muss, wenn ein bipolares Twitter-Starlet Beats von Hudson Mohawke und Konsorten bekommt und sich von Styles P die eigenen Defizite vor Augen führen lässt, bin ich schlicht überfragt. Aber hey, some of dem beats be banging.
 

jessie ware devotionFind it at hhv.de: 2LP Dann doch lieber Jessie Ware, auch wenn ich deren sogenannte Übersingles bisher auch eher als Lückenfüller rezipiert habe und auch »Devotion« nicht als den großen Wurf betrachten kann. Andererseits ist es schon irgendwo charmant wie Ware es versteht 80s-Power-Pop mit dem zu verbinden, was aktuell bei den Brit-Bassern so chic ist. Und weil es bei Jessie natürlich auch immer wieder doof ist, werden dann da noch so große Gefühle draufgeklatscht, dass das so oft im eigenen Facebook-Feed auftaucht, dass man irgendwann keine andere Wahl mehr hat, als das nicht nur zu tolerieren, sondern halt doch irgendwie ganz okay zu finden, vor allem jetzt, wo sich keiner mehr traut Feist zu hören.
 

Matthew Dear - Beams LPFind it at hhv.de: 2LP Auch wenn viele Kollegen »Beams« größere Entwicklungen attestieren: Matthew Dear macht dort an sich genau das, was wir von ihm unter bürgerlichem Namen mittlerweile erwarten: Midtempo-Pop mit wavigem Disco-Einschlag und ganz viel Bowie. Weniger düster als »Black City« und unterm Strick auch weniger super, aber immer noch sehr einnehmend, der Matthew.
 

Teengirl Fantasy - TracerFind it at hhv.de: CD | LP Wie sehr ich Teengirl Fantasy und deren erstes Album »7AM« gefeiert habe, ist wohldokumentiert. Der Zweitling »Tracer« ist, wie das oft so ist, ausgereifter und komplexer, aber ein Geniestreich wie »Cheaters« findet sich erwartungsgemäß nicht. Dafür allerlei elegante Synths und schwurbelige, ätherische Vocalspuren, Pianos und Retro-Drums. Immer noch versteht es keine andere Indie-Kombo so gut House nicht nur zu zitieren, sondern zu sein wie die beiden Amerikaner, aber wie gesagt: ein Riesenhit wäre halt schön gewesen.
 

Four Tet - Pink Four Tets »Pink« ist weit weniger überraschend als der Vorgänger, zu sehr haben wir es mittlerweile schätzen gelernt, dass sich Kieran Hebden auf dem Tanzboden weit wohler fühlt als auf der Couch. »Pink« versammelt nun all seine in den letzten Monaten veröffentlichten Zwölfzoller auf einem Silberling, nur bei zwei Tracks wird der umgekehrte Weg beschritten werden. Natürlich hat Four Tet nach wie vor dieses unheimliche Gespür für fragile Melodien, die sich auch bei 125 BPM um das fordernde Rhythmuskonstrukt schlingen und dieses irgendwann völlig vereinnahmen. In den besten Momenten ist das wieder große Alchemie, insgesamt wird das extrem hohe Level von “There Is Love In You” aber nicht ganz erreicht.
 

villalobos happyFind it at hhv.de: PT1 | PT2 Oh nein, eine neue Villalobos-Platte. Nicht, dass das notorische Feierbiest mit seinem selbstzufriedenen Hypno-House Angstschweiß auf meiner Stirn verursachen würde, die Art und Weise, wie Villalobos’ Oeuvre von all diesen unsympathisch verdrogten Studienabbrechern aber in ihren nüchternen Momenten als wichtigster Beitrag zum abendländischen Kulturkanon verklärt wird, ist ekelhafter als Lobeshymnen auf Jochen Distelmeyer zu lesen. Damit wir uns richtig verstehen, »Dependent & Happy« ist durchdachter Micro-House, in den Grooves meist satter als alles, was Ricardo in den letzten Jahren veröffentlicht hat, aber auch nicht mehr. Aber muss man sich ernsthaft wundern, dass das so unideologisierend selten gesagt wird, wenn uns manche Menschen vor einigen Jahren einen 20 minütigen Ethno-Chor als zweites »Strings Of Life« verkaufen wollten?
 

delta funktionen tracesFind it at hhv.de: 2LP Dann lieber die gänzlich unprätentiösen Delta Funktionen, die über Delsin ein Techno-Album veröffentlichen, das keine Berührungsängste mit den Cousins Electro und House kennt und mit »Redemption« sogar einen derart ratternden Acid-Presslufthammer ins Zentrum von »Traces« stellt, dass man die Ekstase gar am Schreibtisch spüren und riechen kann.
 

Shed The Killer LPFind it at hhv.de: 2LP Wenn Shed unter genau diesem Namen Musik aufnimmt, wird es gewöhnlich unbequem. Umso verwunderlicher, dass »The Killer« ein seltsam erwartbares Album geworden ist. Das ist einerseits gut, was auf »The Traveller« nur angedeutet wurde, ist hier ausformuliert, andererseits erreicht Shed einfach nicht mehr die Intensität seines Debüts »Shedding The Past«, das diesem ganzen frühen Berghain-Hype einen Soundtrack gab, der nicht unbedingt repräsentativ für einen frühen Sonntagmorgen war, aber mit seiner desolaten Grundstimmung und Hektik dieses Paralleluniversum so kryptisch umschrieb. »The Killer« hingegen ist in seiner Detroit- und UK-Verliebtheit immer noch liebenswürdig, aber eben in keinster Weise bahnbrechend.
 

jon convex coverFind it at hhv.de: CD Während Boddika dank seiner Zusammenarbeit mit Joy Orbison mittlerweile jeder auf dem Zettel hat, verläuft die Solokarriere von Jon Convex etwas ruhiger. Nach einigen Singles veröffentlicht er mit »Idoru« nun ein solides Album, dessen Hauptinspiration nach wie vor klassischer Electro bleibt, das sich aber auch nicht vor housigeren Anklängen scheut und mit »Fade« sogar einen richtig düsteren Tearjerker mit Ian Curtis Gedächtnisvocals auffährt. Kann man machen.
 

nick edwards coverFind it at hhv.de: 2LP Dass man für Ekoplekz in der richtigen Stimmung sein muss, wäre eine Untertreibung. »Plekzationz«, das erste Album, das Nick Edwards unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht (eine schrammelige Kassette aus dem Jahr 1994 mal ausgenommen), ändert daran nichts. Vier, sich auf jeweils gut 15 Minuten ausbreitende, Klangcollagen zwischen dubbigem Postpunk, Coldwave, EBM und Krautrock, meist versehen mit faszinierenden Synth-Figuren, aber eben auch so anstrengend, dass man sich alle zehn Minuten am liebsten eine Pause gönnen würde. Music for your head(ache).
 

Animal Collective - Centipede HzFind it at hhv.de: CD | 2LP Kopfschmerzen sind ein gutes Stichwort für »Centipede Hz«. Nun waren Genie und Wahnsinn bei Animal Collective schon immer näher beisammen als bei anderen Bands, aber dass sie nun auf den universellen Erfolg des Vorgängers mit einem so breiigen Clusterfuck reagieren und alles, wirklich alles, was auf »Merriweather Post Pavillion« gut war, nicht mehr tun, ist schon einigermaßen frustrierend. Wer auf eine Weiternentwicklung der elekronischen Elemente gehofft hat, wird genauso enttäsucht sein, wie Menschen, die die verquere Sample-Kultur von »Person Pitch« so gefeiert haben. Stattdessen gibt es einen klaren Rückschritt zu verdauen, der klingt wie die weggeschmissenen Outtakes aus »Here Comes The Indian«.
 

ariel pink cover Und gleich der nächste Flop eines Kritikerlieblings. Ariel Pink war ja in erster Linie interessant, weil er so lange den noch verschobeneren kleinen Bruder von Beck geben durfte, der im Schneidersitz auf seiner abgeranzten Couch saß und seltsame Songs über noch seltsamere Dinge schrieb. Nun hat 4AD ihn für “Mature Themes” gebeten, genau das zu unterlassen und diese Professionalisierung seines idiosynkratischen Zitate-Pops ging leider völlig in die Hose. So früh zu einer Parodie seiner selbst zu werden, ist bitter.
 

Holy Other Held LPFind it at hhv.de: CD | LP Unterdessen perfektioniert Holy Other seine auf einigen EPs etablierte Formel auf “Held” derart, dass ich mich dazu hinreißen lasse, ihn den Zeitlupen-Burial zu taufen. Diese stets alternierenden Pitch-Vocals, sie bohren sich fast genauso tief ins Gehirn wie beim Phantom aus England, mit dem Unterschied, dass Holy Other mit Rave-Kultur herzlich wenig am Hut ab und stattdessen eher das wohlige Gefühl vertont, wenn sich der Kater aufzulösen scheint und einer matten Schläfrigkeit weicht. Aber bevor ich zu esoterisch werde, die Kurzform: Album des Monats!
 

Yeasayer - Fragrant World LPFind it at hhv.de: 2LP+CD | 2LP Irgendwie ok und irgendwie auch sehr egal: das neue Album von Yeasayer. Zu Gute halten muss man den Jungs definitiv, dass sie mehr Groove in den dünnen Beinen haben als viele ihrer krummrückigen Indie-Kolllegen, aber wie das halt so läuft mit diesen Intro-Bands: nach ein, zwei Alben ist alles gesagt. Und weil ich mich traditionell immer nur mit einem Sensatiönchen aus dieser Sparte obsessiv beschäftigen kann und Twin Shadow immer noch meiner ganzen Aufmerksamkeit bedarf, hatten Yeasayer diesen Monat auch keine faire Chance
 

Bloc Party Four LPFind it at hhv.de: CD | LP Das Bloc Party Comeback zu verreißen, ist gerade Volkssport. Das machen wir hier nicht. Wobei: »Four« ist schon echt scheiße geworden.
 

the darkness cakesFind it at hhv.de: LP The Darkness sind ja für alle, die sich in ihren Kindergartentagen insgeheim auch Spandexhosen gewünscht haben, weil Vince Neil und Sebastian Bach sie verdammtnochmal tragen konnten, ein echtes Ärgernis. Warum man sich also ernsthaft mit »Hot Cakes« rumschlagen sollte, wenn man stattdessen im Jahresturnus »The Kids Are Back« youtuben kann, ist mir ein Rätsel, aber wir wollen nicht mit solch fiesem Geschichtsrevisionismus schließen, wo es doch noch so schön ist draußen.
 

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Aigners Inventur
Februar 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Patten, Schoolboy Q, Kassem Mosse und The Notwist.
Music Kolumne | verfasst 02.05.2014
Aigners Inventur
April 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kelis, SZA, Sohn, Legowelt und Dillon.
Music Kolumne | verfasst 15.05.2013
Aigners Inventur
April 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Omar S, Tyler, The Knife, James Blake und Ghostface.
Music Kolumne | verfasst 26.03.2014
Aigners Inventur
März 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Carpet Patrol, Rick Ross, Tensnake und Skrillex.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2011
Aigners Inventur
August 2011
Unser Kolumnist vom Dienst nimmt sich unter anderem der Miami Heatisierung des Rapspiels an, erötert warum nur Omar-S tun kann, was er tut und wie Slug es geschafft hat, sich die ganzen verwirrten Mädchenseelen vom Leib zu halten.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2016
Aigners Inventur
Mai 2016
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut…ach ne, ist ja gleich EM. Und deswegen ist dieses Mal alles anders. Platten werden Nationen und Aigner arbeitet sich einmal von A nach F.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.