Music Liste | verfasst 19.12.2012
2012
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste.
Text Paul Okraj, Björn Bischoff, Fionn Birr, Sebastian Hinz, Florian Aigner, Benjamin Mächler, John Luas, Pippo Kuhzart, Henning Koch, Grashina Gabelmann

Jahresrückblick Alben 2012 (1024x685) So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Aus allen möglichen Ecken und Stilen setzen sich in diesem Jahr unsere Highlights zusammen. Zwar blieb die Neuerfindung des Rades aus, dafür wurde akribisch daran gefeilt, bekannte Stile zu verfeinern. Das betrifft Soul und Funk, genauso wie Techno, Electronica und in diesem Jahr verstärkt auch wieder Hip Hop. Es war ein gutes Jahr für Rap wie die Alben von Kendrick Lamar, Schoolboy Q, Frank Ocean oder Roc Marciano, aber auch die Horde junger Talente zeigte, die in diesem Jahr zunächst im World Wide Web für Unruhe sorgten und im nächsten Jahr mit physischen Tonträgern durchstarten werden. Daneben gab’s eine Hand voll junger und innovativer Labels, die in diesem Jahr nicht nur musikalisch einen guten Riecher bewiesen, sondern auch einfach schöne Schallplatten machten und damit durchstarteten, um hier stellvertretend nur an Hands In The Dark Records, Tri Angle, 100% Silk oder Innovative Leisure zu erinnern. So viel Musik! Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen:

Actress - R.I.PFind it at hhv.de: 2LP | CD Was Actress auf R.I.P programmiert, ist so konkurrenzlos, so clever zitierend und doch so vollkommen einzigartig, dass jede Art der Pre-Listening-Nervosität Makulatur ist. »R.I.P« ist eine visionäre Dystopie, monochrom und griesgrämig, ambitioniert und zickig und erst gen Ende bereit mit dem knochentrockenen 909-Banger »The Lord’s Graffiti« die angestaute Energie kurz zu entladen. Das klingt mitunter so, als hätten sich Andy Stott und Marcellus Pittman zwei Monate eingeschlossen und musikalisch mit der Frage auseinandergesetzt, was passiert wäre, wenn Derrick May und Aphex Twin Mitglieder von Boards Of Canada gewesen wären. Oder halt nach Actress. (Florian Aigner)
 

Allah-Las - Allah-Las LP Find it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Das haben sich auch die Allah-Las gedacht und so surften die mit ihrem Debütalbum direkt in die Sechziger. Surf-Pop wird hier mit staubigen Garage-Riffs abgeschliffen. Über »Allah-Las« braucht man keine Doktorarbeit zu verfassen: Das hervorragende Songwriting und die luftige Musik waren einfach eine willkommene Abwechslung zu all den musikalischen Experimenten, die uns ansonsten so begeistert haben. (Philipp Kunze)
 

Andrew Ashong & Theo Parrish »Flowers« EPFind it at hhv.de: 12inch Your Rating?: Go to Review Auch Menschen mit Geschmack und Stil brauchen einen Sommerhit. Der darf natürlich nicht im Tagesprogramm des örtlichen Radiosenders laufen und muss von Menschen gemacht sein, die ihr Handwerk verstehen, nicht vom angesagtesten Knöpfchendreher der Saison. Und natürlich ist eine Prise unverbrauchtes Talent für die sommerliche Frische unerlässlich. Andrew Ashong aus London sorgt also für das Quäntchen Jugendlichkeit, Theo Parrish aus Detroit gibt soundtechnische Schützenhilfe und stilsichere junge Erwachsene auf der ganzen Welt tanzen lächelnd in den Sonnenaufgang zu dieser famosen EP, die natürlich nur im benachbarten Club oder auf deinem Lieblingsblog zu hören ist… (David Wetzel)
 

Andy Stott - Luxury ProblemsFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review »Luxury Problems« ist nicht mehr die wüste Horrorshow aus Techno und Industrial von Andy Stotts früheren Werken. Das heißt: nicht mehr nur. Die Instrumentals sind immer noch der eisenharte Techno, zu den man sich einen satanischen Rave vorstellen kann. Aber durch Gesangsunterstützung von Alison Skidmore erhält Stotts Sound eine neue Dimension: Etwas Glasiges, Zerbrechliches hat sich zwischen die Blöcke und Walzen aus Bass und Drums gemischt. Der ein oder andere Fan mag davon abgeschreckt sein, für uns ist diese Entwicklung der Grund Andy Stott erneut in unsere Jahrescharts aufzunehmen. (Philipp Kunze)
 

Bobby Womack The Bravest Man In the UNiverse LPFind it at hhv.de: LP | LP Your Rating?:Got to Review Neben Bobby Womack gebührt Damon Albarn Lob für dieses Album. Denn Bobby Womacks Stimme braucht keine großen Arrangements, kein Drama, um zu wirken. Albarn hat das erkannt und bei der Produktion jeden Ton so fein gesetzt, dass Womack bestens zur Geltung kommt. Jede gesungene Zeile voll von Schmerz, wie es ihn nur bei einer der wichtigsten Gestalten des Soul geben kann. »The Bravest Man In The Universe« ist damit vielleicht die feinste Platte des Jahres. Selbst mit Lana Del Rey als Feature. (Björn Bischoff)
 

Breton Other People's Problems LPFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Das Debütalbum von Breton ist in vielerlei Hinsicht eine der spannendsten britischen Entdeckungen des Jahres. Das Kollektiv aus Filmemachern macht cinematische experimentelle Indie-Musik und liefert vom Artwork bis zum Video auch eigens die Bilder, an der ihre Musik nie vorbeikommt. Selten haben sich die auditive und die visuelle Seite eines Projekts zu sehr bedingt und selten ist es gelungen, einen durch und durch regionalen Sound, denn »Other People’s Problems« hat sehr viel Südostlondon geatmet, durch eine zweite Auseinandersetzung (man zog sich dafür in Sigur Ros’ Studio in Reykjavik zurück) zu universalisieren. (John Luas)
 

Chromatics Kill For Love LPFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Chromatics komponierten auf »Kill For Love« einen Schmelztiegel aus Shoegaze, Italo Disco und Post-Wave, der die Unschuld in der Sünde suchte und die Zukunft zur Vergangenheit verklärte. Ihre trübsinnigen Jeremiaden vehallten in halluzinogenen Synthie-Flächen und herz-rhythmisierten Sequencern zu jener durchdrungenen, nachtblauen Spätsommer-Melancholie, die die lethargische Generation 2012 sonst hinter dichten Sonnenbrillen und zynischen Emoticons versteckte. (Fionn Birr)
 

Cooly G Playin' Me LPFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Während die britische Bassmusik anderswo mittlerweile zum Großteil hinter clubtauglichen House- und Techno-Elementen Zuflucht gesucht hat oder sich im belanglosen Pop-Bereich bewegt, zeigt Cooly G auf »Playin Me« hingegen die komplette Reduktion aufs Wesentliche. Mit entschleunigten, verträumten, melancholischen und geschickt durchstrukturierten Klangflächen, die an den richtigen Stellen auch mal auf einen klaren Beat verzichten, verdeutlicht die Londonerin auf ihrem Debütalbum noch einmal, warum diese Musikform auch abseits der Tanzfläche ihre volle Wirkung entfalten kann. (Henning Koch)
 

Darling Farah - Body LPFind it at hhv.de: 2LP Your Rating?: Go to Review »Body« war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Es hat zum einen den selten geglückten Beweis geführt, dass Techno auch im Album-Format funktionieren kann. Dazu braucht es nur eine eigene Klangsprache und ein Gefühl für Varianz und Spannung. Jungspund Darling Farah (in Detroit geboren, in London lebend, was ja auch schon einiges verrät) hat all das und besitzt zusätzlich die Fähigkeit aus einem in Nebel getränkten Raum komplexe Figuren zu schneiden. Effektvoll vermischt er Dub, Minimal und was sich sonst noch so auf Techno reimt zu etwas So-noch-nie-dagewesenem. Und das ist ein Kompliment, dass immer seltener zu vergeben ist. (Sebastian Hinz)
 

Death And Vanilla LPFind it at hhv.de: LP Mit ihrem zweiten Album strengen das Malmöer Duo Death And Vanilla eine Erzählung an, die einen zwar in einen wohlig-warmen Kokon einlullt, aber dennoch ein Unbehagen zurücklässt. Marleen Nilsson und Anders Hansson erforschen diese Ambivalenz sowohl soundtechnisch wie auch in ihren Kompositionen, bei denen Hierarchien zu Gunsten einer cinematisch-sphärischen Verdichtung aufgegeben worden. Death And Vanilla bezeichnen ihr Werk als »Psychedelic Kraut Lullabies« und wir sehen in ihm einen der schönsten Soundtracks des Jahres. (John Luas)
 

Egyptology The Skies LPYour Rating?: Go to Review Mit »The Skies« haben Egyptology nicht weniger gezeigt, als dass die Verwendung von Vintage-Synthesizern ohne jegliche Retro-Attitüde oder die implizite Huldigung alter Meister von statten gehen kann. Was sich zwar als Ritt durch die Electronica-Geschichte hören ließe, ist nämlich vor allem ein sowohl soundtechnisch als auch konzeptionell vollkommen integres und erfrischend konzentriertes und unabhängiges Album. Egyptology nutzen die großen dynamischen Möglichkeiten ihres Instrumentariums und schaffen es zwischen den tiefen, bassigen Grooves und hochfrequenten, aufsteigenden sphärischen Sounds eine permanente Spannung zu erzeugen, die beinahe narrativ die Tracks des Albums zusammenhält. (John Luas)

El-P - C4C (cover)Find it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Jedem Ende wohnt bekanntlich ein Neuanfang inne. Und so war das traurige Ableben von Camu Tao unweigerliche Inspirationsquelle für das dritte Soloalbum von El-P. Neben dem Verlustschmerz nimmt sich der Brooklynite auf »Cancer 4 Cure« gewohnt schwere Kost wie posttraumatische Belastungsstörung oder häusliche Gewalt zur Brust. Eingebettet in brachiale Drum- und Synthiesounds mit unzähligen Querverweisen zu Bomb Squad, BDP oder Kool G Rap versprüht »C4C« trotz all der tristen Färbung eine gehörige Portion Funkyness und B-Boy-Flavor. Wenn dann noch Rap-Eloquenz in Form von Killer Mike, Danny Brown oder Mr. Muthafuckin’ eXquire vorbeischaut, kann man Jaime Meline nur zu einem absoluten Karrierehöhepunkt gratulieren. (Benjamin Mächler)
 

Flying Lotus - Until The Quiet ComesFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Die Vielseitigkeit und der Ideenreichtum, die Flying Lotus uns in seinen teils harmonischen, teils abstrakten Klangcollagen präsentiert, ist auf »Until The Quiet Comes« wohl das einzige, was nicht zu überraschen weiß. Wieder einmal verbeugt sich der kalifornische Beatmaker tief vor den Jazz-Konstrukten von Sun Ra und den Beatgeflechten von J Dilla und lädt uns auf eine markante und eigenständige afrofuturistische Hip Hop-Oddysee ein, die weit über die genannten Vorbilder hinausreicht. Dafür sorgen natürlich auch die sensationell guten Features u.a. von Erykah Badu oder Thom Yorke. (Henning Koch)
 

Fort Romeau Kingdoms LPFind it at hhv.de: LP Aus den ohnehin schon schwammigen Genre-Bezeichnung Post-Dubstep wurde dieses Jahr irgendetwas wie Post-Dubstep-Ohne-Dubstep-Sondern-Mit-Starkem-House-Einfluss. Genau da passt auch Fort Romeaus »Kingdom« hinein. Das 8-Tracks kurze Album flutscht problemlos in die Gehörgänge; dem Hörer wird es hier leicht gemacht, ohne dass die Musik abgedroschen klingen würde. Weder verursacht ein einzelner Track einen Begeisterungssturm, noch fällt einer aus dem Raster: »Kingdoms« ist ein Wohlfühl-House-Album für Stimmungslampen und Vorglühen mit Rotwein. (Philipp Kunze)
 

Frank Ocean - Channel OrangeFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Im Vorfeld der Veröffentlichung von »Channel Orange« hat das Coming-Out des R’n’B-Prinzen von Odd Future (der damit einer der ersten Afro-amerikanischen Musiker gewesen ist, die sich zu ihrer Homosexualität bekannt haben) deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als das was danach kam: Mit seinem Solo-Debüt gelang Frank Ocean das wahrscheinlich beste R’n’B-Album der letzten Dekade. Der Minimalismus der Arrangements, die Klarheit der Lyrics, die freigelegten Melodien: Es ist so als würde sich »Channel Orange« freimachen von alten Mustern ohne diese als Inspirationsquelle negieren zu müssen. Kürzlich kündigte Frank Ocean an, dass er vielleicht kein weiteres Album machen wird. Anscheinend sind wir nicht die einzigen, die das Gefühl haben, dass es besser kaum werden kann. (John Luas)

Fresh Touch's The Ethiopian EPFind it at hhv.de: 12inch Your Rating?: Go to Review Die wohl dichteste, also dickeste Produktion des Jahres. Die Beats sind geschliffen, die Samples sind passgenau gesetzt, dazu ein ausgeprägtes Gefühl für den Raum und wie dieser die Musik und die Musik diesen bestimmen kann. Das haben die beiden Produzenten Richard Russell und Rodaidh McDonald bereits bei ihren Arbeiten für The xx, Gil Scott-Heron und Damon Albarn gelernt und für ihr Projekt The Fresh Touch das Gelernte zusammengefügt. Raumgefühl (The xx), perfekte Reduktion (Gil Scott-Heron) und ein ausgeprägter Hang zur Kultur des afrikanischen Kontinents (Damon Albarn) sind die Kennzeichen von »The Ethiopian EP«. Ein perfekter Release, obwohl ich bezweifeln möchte, dass die Musik auf Albumlänge meine Aufmerksamkeit halten könnte. (Sebastian Hinz)
 

Gang Colours - The Keychain Collection (Cover)Find it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Mit »The Keychain Collection« macht Will Ozanne, der bei Brownswood unter Gang Colours firmiert, furnishing music im besten Sinne und ein Album, das sowohl der auf dem Cover angedeuteten Referenz an Beethoven wie auch dem Katalog des Labels gerecht wird. Vor allem der Verzicht auf klare dramaturgische Strukturen, diese stetig suchenden Beats, die immer wieder gebändigt werden müssen, um die melodischen Akzente setzen zu können, machen »The Keychain Collection« zu einer subtilen, beiläufige Platte, die sich ebenso im Hintergrund zu halten weiß, wie sie für denjenigen, der sich ihr zuwendet eine Fülle an doppelten Böden und Details bereithält. (John Luas)
 

Godspeed You! Black Emperor - Allelujah! Don't Bend! Ascend!Find it at hhv.de: LP+7Inch CD Your Rating?: Go to Review Ganze zehn Jahre musste man auf diese Platte warten. Während sich in den vergangenen Jahren bereits live neues Material von Godspeed You! Black Emperor angekündigt hatte, ist dieses Jahr ein neues Konzeptalbum der Montrealer Band erschienen. Auf diesem knüpfen sie an die vorangegangenen Werke an und überzeugen mit einem wuchtigen Sound, der das permanente Spiel mit der Spannung virtuos beherrscht. Auf »Allelujah! Don’t bend! Ascend!« legen Godspeed ihr gesamtes cineastisches Potential frei und lassen den Hörer atemlos zurück. (John Luas)
 

Hidden Orchestra - ArchipelagoFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Hidden Orchestra aus Edinburgh betreiben Landschaftsmalerei auf ihrer Platte »Aprilaggio«. Mit den feinen Strichen von TripHop, Jazz, Instrumental Hip Hop und Folk ziehen sie Welten auf, die kaum eine andere Band so hinbekommt. Hypnotisch drehen sich die Rhythmen und ziehen die Melodien mit auf den Grund von »Aprilaggio«. Dabei haben Hidden Orchestra mit den gängigen Ideen des PostRocks zum Glück nichts zu schaffen – ihre Landschaften hat vorher noch kein Mensch gesehen. (Björn Bischoff)
 

Holy Other Held LPFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Die komplette Entschleunigung. Mit diesen Worten lässt sich die Klangästhetik von Holy Others Debüt »Held« wohl auf den Punkt bringen. Mit gepitchten Vocals und einigen urbanen Garage- oder euphorischen House-Strukturen, die sich aus dem breit angelegten, düsteren tonalen Raum im niedrigen bpm-Bereich herausschälen, schafft der Produzent aus Manchester den idealen Soundtrack für den emotionalen Tiefpunkt nach einem Rave. Natürlich liegt dabei der Vergleich mit Burial nahe, jedoch schafft Holy Other es, sein Album mit einigen eingestreuten hoffnungsvollen Momenten auch auf eigenen Beinen stehen zu lassen. (Henning Koch)
 

How To Dress Well - Total LossFind it at hhv.de: LP | LP+7Inch Your Rating?: Go to Review Tom Krell legt mit »Total Loss« sein zweites Album als How To Dress Well vor und setzt dabei auf vollkommene Entblößung. Dieser vor allem lyrische Egozentrismus funktioniert dabei so gut, da er sich im Minimalismus der Arrangements spiegelt. Die Songs sind permanent zu entfliehen drohende fragile Gebilde, die Tom Krell mit seiner Stimme zusammenhält und wie kaum ein anderer das Spiel mit Spannung und Entspannung beherrscht. Man muss diesen Mann live erleben, um in der Peformance das ganze Ausmaß dieser Ausnahmeplatte zu begreifen. (John Luas)
 

innergaze Mutual Dreaming EPFind it at hhv.de: 12inch Jason Letkiewicz und Aurora Halal verarbeiten als Innergaze ihre mannigfaltigen Einflüsse aus obskuren Pop, frühem House, Electro und vor allem Wave der Achtziger Jahre. Ihr zweites Album ist dabei geheimnisvoll düster und anmutig avantgardistisch – ohne jedoch dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Analog zu seinen Einflüssen, verschließt sich »Mutual Dreaming« jeglicher Zuordnung, versprüht aber mit jedem Synthakkord oder bedeutungsschwangeren Bassline einen anziehenden, ja betörenden Liebreiz. (Paul Okraj)
 

Ital Tek Nebula Dance LPFind it at hhv.de: 2LP Your Rating?: Go to Review Aus demselben Baum, aus dem im letzten Jahr Machine Drum sein Album »Room(s)« schnitzte, hat Ital Tek in diesem »Nebula Dance« gedrechselt. Nur war von Footwork im Jahr 2012 eigentlich keine Rede mehr. Producer Alan Myson aus Brighton hat in diesem Jahr dem Genre dennoch einen neuen Schwung gegeben und aus einem Trend zeitlose Musik gemacht; »weg von einer Idee, hin zur Komposition«, wie es Jens Pacholsky klug in seiner Review beobachtete. Ital Tek verdichtet die Rhythmik und öffnet die Sounds, lässt Melodien, 8bit Arpeggio, Synthesizer-Raffinessen, Voicepitching, Wobble und anderes neumodische Zeug ineinander rasseln. Nur für geübte Tänzer. (Sebastian Hinz)
 

Jeremiah Jae - Raw Money RapsFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Distortion and dissonance are definite key descriptors for Jeremiah Jae’s debut album yet he still managed to create a recognizable style that keeps listeners motivated to discover the stories in this super experimental project. Co-signed from Flying Lotus the LA-via-Chicago producer and MC Jeremiah Jae ’s voice remains slightly-off rhythm, slowly releasing energy at tiny and steady intervals. His voice sounds understated but what it says is not: there is substance, significance whether in subtext or said straight-up through out the somewhat stream-of-conscious inspired experiment. (Grashina Gabelmann)
 

John Talabot - FinFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review John Talabot hat mit seinem Debütalbum Menschen begeistert, die sich sicher nicht treffen wollen, um es gemeinsam zu hören: Auf der einen Seite Disco-Gänger, die sich in einer heißen Club-Nacht in Spanien den Bauchnabel schwitzig tanzen und auf der anderen Seite solche, die »fin« zwischen altem Vinyl aus den House-Hochburgen Detroit und Chicago zu Hause aus dem Expedit ziehen. Leichtfüßig groovt das Album durch moderne Abwandlungen von House-Musik ohne dabei je den Ursprung (oder pathetischer: die Seele) der Musik aus den Augen zu verlieren. Dazu ist »fin« endlich mal wieder ein House-Album mit gelungenem Vocal-Einsatz. »So Will Be Now…«, der Song in dem die Kunst des Albums kulminiert, dreht indessen immer noch seine Runden durch Clubs und soziale Netzwerke. (Philipp Kunze)
 

Und hier geht’s zum 2012 – Die 50 Alben des Jahres (Teil 2).

Die 50 Schallplatten des Jahres findest du bei hhv.de.
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Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.