Music Essay | verfasst 19.11.2012
Tools Of War
Respect Where It All Began
Mit Tools Of War aus New York City gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine kleine Institution, die versucht, die Lücke zwischen legendärer Vergangenheit und Mainstream-Gegenwart zu schließen.
Text Jens Pacholsky , Fotos Joe Conzo , Übersetzung Sebastian Hinz
Herbst_winter_2012_de HipHop existiert in seiner Philosophie eigentlich nur noch als Erinnerung – kanonisiert und nicht selten verklärt zu Legenden. Der Hang zum Storytelling und die Affinität für rhetorische Superlativen dürfte das unterstützen. Da gibt es die großen Sagen um den New Yorker Blackout 1977, der viele Kids mit neuen Plattenspielern versorgte, weil diese einfach die Elektronikläden plünderten. Illegale Block Partys mit angezapften Laternen. Die zufällige Entdeckung des Scratch durch Grandwizard Theodore. Die vier Elemente. Das Golden Age. In Diskussionen verkommen diese Erinnerungen beinahe zum nostalgischen Kitsch samt Superhelden und Religionsansatz. Doch längst sind die unschuldigen, wilden Zeiten vorbei. Wer interessiert sich heute noch für HipHop per se, ohne Blick auf das Return on Investment?

Mit Tools Of War aus New York City gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine kleine Institution, die versucht, genau diese Lücke zwischen legendärer Vergangenheit und Mainstream-Gegenwart zu schließen. Hinter Tools Of War verbirgt sich das Ehepaar Christie Z-Pabon und Jorge Pabon. Sie sehen Tools Of War ganz in der Tradition des HipHop, »in dem es verschiedene Tools gibt, um sich zu behaupten – mit Plattenspieler, Mikro, Graffiti etc.«. Begonnen hatte Tools Of War 1996 als Mailorder. Daraus wurde schnell einer der wichtigsten Newsletter der HipHop-Community weltweit. Dieses Jahr feiern sie das zehnjährige Jubiläum ihrer True School Park Jam Series. Diese kleinen Blockpartys stehen ganz im Geiste der Jams in den 1970er Jahren, weshalb dort auch regelmäßig die Großen der Geschichte hinter den Reglern stehen – von Biz Markie über Jazzy Jay, Grandwizard Theodore bis Grandmaster Flash und Roc Raida (RIP). Dokumentiert werden die Events nicht selten von einem der bekanntesten Fotografen der HipHop-Kultur: Joe Conzo.
Wir versuchen eine Bestandsaufnahme.

Es geht darum, wer du bist
Jorge Pabon, auch bekannt als Pop Master Fabel, gehört zu den Gestaltern der HipHop-Kultur. In den Siebzigern begann er in der South Bronx als B-Boy mit einer besonderen Vorliebe für Rock Dance. »Obwohl New Yorks Straßen gefährlich waren, fanden wir Wege, das Leben durch HipHop und andere Formen der urbanen Kultur zu feiern«, beschreibt er das damalige Lebensgefühl. 1984 brillierte er in dem ersten kommerziellen HipHop-Film »Beat Street«, später wurde er Vice President der legendären Rock Steady Crew und ist mittlerweile vielgefragter Choreograph und Panel-Gast.
Joe Conzo ist ebenfalls seit den frühen Tagen dabei. Im Gegensatz zu Jorge Pabon hat Conzo vor allem beobachtet und als Fotograf die Jugendtage des HipHop maßgeblich dokumentiert. Aufgewachsen in der Bronx, sind seine Fotos der 1970er und 1980er Jahre nicht nur rare Zeugnisse einer pulsierenden, ungebundenen Jugendkultur, sondern auch des Sozialverfalls vieler New Yorker Stadtteile. Den ersten Kontakt mit der aufkeimenden HipHop-Kultur hatte er auf einem der Jams in New York. »Das muss auf der The T Connection 1979 in der North Bronx gewesen sein. Ich war an diesem Abend schlicht überwältigt und von diesem Mix aus Drums und Bass mit R&B und Disco total hypnotisiert.«
Christie Z-Pabon dagegen kam als reiner Fan zum HipHop. »Da ich im Südwesten von Pennsylvania aufwuchs, hörte ich die Sugar Hill Gang im Radio«, gesteht sie und ergänzt anekdotisch: »Ich bin mit meiner Freundin Ronda in alle HipHop /Dance-Filme gegangen. Nur ›Beat Street‹ lief bei uns nie, so dass ich meinen späteren Ehemann nie in dem Film gesehen habe.« Mittlerweile ist sie die treibende Kraft hinter Tools Of War und organisiert nebenbei im Alleingang die DMC USA Championships, die seit den 1980er Jahren wichtigste Battle-DJ Meisterschaft der USA.
Wie schon Rakim einst rappte: »It’s not where you’re from, it’s where you’re at.« Christie, Jorge und Joe hatten ihren jeweils eigenen Einstieg. Alle drei sind HipHop.

»Obwohl New Yorks Straßen gefährlich waren, fanden wir Wege, das Leben durch HipHop und andere Formen der urbanen Kultur zu feiern« (Fabel) Was bedeutet HipHop für euch?
Christie: Ich liebe die HipHop-Kultur, weil jeder daran teilhaben kann – jede Hautfarbe, Rasse, Alter. Ich arbeite selbst innerhalb dieser Kultur und sehe es als großen Faktor meines Lebens. Aber ich betrachte es nicht als Religion oder mehr. Ich mag es, zur HipHop-Community zu gehören – lokal, national und international. Und damit meine ich die True School Heads der Pioniere, Legenden, Macher, Promoter und Enthusiasten.
Jorge: HipHop ist etwas besonderes, weil es aus einer Jugendkultur hervorging. Die HipHop-Bewegung der 1970er und frühen 1980er war raw and real! All die Elemente waren viel präsenter. HipHop wurde populär, weil es rebellisch, revolutionär, höchst kompetitiv und selbstbestärkend war. Es war und ist noch immer sehr viel Spaß und aufregend!
Joe: HipHop gehörte uns, es gehörte der Jugend der Bronx, und wir haben es an die Welt weitergegeben. Ich hatte eigentlich keine Ahnung, dass das, was ich dort dokumentierte, jemals ein globales Phänomen werden würde. Ich meine, allein zu sehen, wie es sich von den Spielplätzen der Bronx stadtweit ausbreitete, war schon unglaublich. Es war eine unschuldige Zeit junger, farbiger Leute, die mit der Musik ihrer Eltern zu ihrer Umwelt ein Statement abgaben – absolut fantastisch.

Was vom Vibe blieb
Diese Rohheit der Anfangszeit trifft man heute bestenfalls in den Büchern von Jeff Chang und Dan Charnas, welche die Geschichte der HipHop-Kultur in vielen Einzelheiten sezieren. Für Jorge ist die heutige Kultur eine Mischung aus echter Unterstützung und Identitätskrise. »Einige Leute verstehen HipHop und andere begreifen es. Und Einzelne versuchen, die Kultur zu erhalten und innerhalb dieser trotzdem Karriere zu machen.«
Dennoch ist HipHop bei vielen längst zum reinen Synonym für Rap geworden. Die anderen Elemente, das B-Boying & B-Girling, Graffiti und DJing sind in diesem Kontext nur vergessene Marketing-Anhängsel. Christie macht an dieser Stelle eine klare Unterscheidung, allein schon, weil sie sich für die grafische und die DJ-Seite des HipHop interessiert. »Ich arbeite in der HipHop-Kultur, nicht in der Rap-Industrie«, stellt sie klar. »Selbst die MCs, mit denen ich arbeite – GrandMaster Caz, Lord Finesse und Biz Markie – sind ebenfalls DJs.«

Was muss ein DJ heute eher mitbringen: Skills, Groove oder Arsch in der Hose?
Christie: Alles drei ist absolut essentiell. Du kannst ein großartiger Turntablist sein, aber wenn du nie gebattled hast, wirst du wahrscheinlich nie auf einem DMC USA Battle teilnehmen. Ich bin nicht supertechnisch, aber ich weiß, was gut klingt, was Flavor hat und was den Championsound hat. Wenn du dir die meisten DMC Weltchampions anschaust, hörst du diesen Championsound. Und er ist immer aufregend.

Hat sich viel geändert im Vergleich zu früher?
Christie: Die europäischen DJs sind sehr weit entwickelt, was die Scratches angehen. Ich persönlich (nicht DMC) denke aber, dass kein DJ ohne Beat Juggling durchkommen sollte. Eine Sache, die ich nicht mag, ist diese bestimmte Art generischer Electro-/Dance Music, die viele DJs in den DMC World Finals nutzen. Ich wünsche mir, dass die DJs unterscheidbare Musik nutzen, so dass man auch hören kann, wie sie es verändern. Und neue Techniken? Die DJs haben die beiden Haupttechniken [Scratching und Beat Juggling] verfeinert oder neue Pattern entwickelt, aber niemand hat bisher eine dritte Technik hervorgebracht.

»Der Vibe war früher unschuldig und experimentell. Vor allem war es Spaß.« (Joe Conzo) Gibt es ähnliche Veränderungen im B-Boying?
Jorge: Früher ging es beim B-Boying und B-Girling um Flavor und Finesse. Später ging es mehr um die Akrobatik. Die Tänzer fokussierten sich eher auf die einzelnen Bewegungen anstatt auf die [HipHop-] Bewegung. Innerhalb der letzten 15 Jahre hat sich aber eine gute Mischung aus dem Originalrezept, Power Moves und Blow-Ups entwickelt.

Was sagt der Beobachter?
Joe: Der Vibe war früher unschuldig und experimentell. Vor allem war es Spaß. Du kannst denselben Vibe auf Tools Of War-Konzerten wiedererleben, während andere Veranstaltungen noch immer kommerzialisiert sind.

Alive & Kickin’
Tools Of War ist die Antwort auf die Sehnsucht nach einer vergangenen und verlorenen Zeit. Laut Jorge geht es darum »HipHop und die urbane Kultur zu erhalten«. Kultur bedeutet demnach weit mehr als die reine Musik und Party. Es geht nach wie vor um eine Bewegung, welche eine Veränderung einfordert. Und es geht um Kommunikation. »Wir unterstützen durch die Künste viele Initiativen für Frieden, Einheit, Gleichberechtigung und Freiheit. Und wir ermutigen dazu, HipHop als Form der positiven Konfrontation zu nutzen – künstlerische Battles anstelle Disrespekt und Gewalt.« Das Ziel ist ein Miteinander. Seit 2003 organisiert Tools Of War deshalb (legale) Park Jams in verschiedenen New Yorker Gemeinden. Die Jams werden von HipHop-nahen Unternehmen wie Serato und Rane unterstützt, Merchandise-Stände für sie gibt es aber keine. Der Eintritt ist frei und die Künstler kommen allein wegen der Sache. Hinter den Reglern finden sich Altermeister wie Grandmaster Flash, Afrika Bambaataa und Lord Finesse. Im Cypher treffen legendäre B-Boys wie Crazy Legs und Pop Master Fabel auf den jungen Nachwuchs. Charlie Ahearn, Joe Conzo, Res One und andere Fotografen mischen sich begeistert unter die Menge.

Ist das die Rückkehr der alten Energie?
Christie: Zusammen mit unseren legendären Freunden versuchen wir, die Essenz der legendären Park Jams der Siebziger und Achtziger zurückzubringen. Wenn der Park Manager es erlaubt, zapfen wir den Strom aus der Straßenlaterne. Nach dem Aufbau des Soundsystems tauchen meist schon die ersten vertrauten Gesichter auf. Dann fangen die DJs an und die Menge wird größer und größer. GrandMaster Caz hostet. Fabel übernimmt das Mikrofon, wann immer er eine Ansage machen möchte. Um die DJ-Sets versammeln sich die DJ Fans. Meist sind einige B-Boys schon sehr früh da. Die Cypher sind auch die ganze Zeit aktiv und ich habe meist keine Chance zuzuschauen, weil die Menge drumherum so dicht ist.
Joe: Das macht Tools Of War so »real«. Es ist wirklich derselbe Vibe wie damals. Die Leute kommen aus der ganzen Welt, um Teil von Tools Of War zu sein!
Jorge: Ich fühle mich dabei wie Kind und Veteran des HipHop zugleich. Die HipHop-Kultur ist eben die Quelle der Jugend!

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Books Review | verfasst 25.01.2013
Gerry »Cutmaster GB« Bachmann
The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking
Geschichtsdokument, Fotoband und nützliche Küchenhilfe: Ein Buch, das nach der Lektüre nicht im Regal verschwinden muss.
Art Kolumne | verfasst 30.03.2011
Yaneqdoten
Venga, venga, motherfuckers!
Yaneq reist mit einem Kumpel nach Gran Canaria und findet dort wie zufällig Belege für die bereits von seinem Geschichtslehrer gehegte Binsenweisheit: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein!
Art Kolumne | verfasst 04.05.2011
Yaneqdoten
»Waaas?!«
Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!«
Art Kolumne | verfasst 06.06.2011
Yaneqdoten
Learn the rules, kid!
Yaneq gerät in eine verbale Auseinandersetzung mit einem französischen Plakatkleber über bestimmte Regeln im Plakatkleberbusiness, die es einzuhalten gilt. Doch was hat Frau Reich, Schaffnerin der Deutschen Bahn damit zu tun?
Art Kolumne | verfasst 29.06.2011
Yaneqdoten
SSSSt!
Yaneq erzählt von den Gepflogenheiten und wenig geschäftsfördernden Gebaren Kreuzberger Grasdealer und über einen Gast aus Baltimore, der zum ersten Mal außerhalb der USA weilt und sich mitunter in der Zeit zurückversetzt fühlt.
Music Bericht | verfasst 17.08.2011
Graffitibox Summer Jam
»Rischtisch Jeil«
Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Berliner Yaam in eine Insel, auf der die Hip Hop Kultur in allen Disziplinen gefeiert wurde. Auf der Bühne gab sich der deutsche Rap-Untergrund die Klinke in die Hand.
Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Art Kolumne | verfasst 11.10.2011
Yaneqdoten
Aufbau West!
Yaneq hat Probleme mit der Ost-Berliner Polizei und stolpert darüber in ein anekdotenreiches Sinnieren über das deutsche-deutsche Verhältnis zweiundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall.
Film Essay | verfasst 22.07.2013
Spike Lee und das »New New York«
It's gotta be the shoes
Beinahe alle, die da in vorderster Front für das »New New York« im Hip Hop stehen, veröffentlichen in diesen Tagen Videos, die stärker denn je die Ästhetik Spike Lee‘s beschwören. Was hat es damit auf sich?, fragt unser Monthly Peak.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 24.09.2010
Professor Green
Alive Till I'm Dead
Ein Album samt selbstironischer Anspielungen auf das Musikbusiness, das irgendwo zwischen den Stühlen von HipHop und Mainstream-Pop Platz.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Shad
TSOL
Im Vergleich mit Drake das spannendere kanadische Exportgut, das die Nische zwischen Common, Blu und Talib Kweli ebenbürtig ausfüllt.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 10.03.2007
Evidence
The Weatherman LP
Weniger Nostalgie, mehr Risikofreude, ohne die klassizistische Nische zu verlassen: Evidence-Haten ist wieder uncool geworden.
Music Review | verfasst 10.05.2007
Sage Francis
Human The Death Dance
Sage Francis zeigt sich abwechlungsreich bis widerspenstig. Von Stand Up Comedy oder Slam Poetry, über E-Gitarren bis hin zu HipHop-Standards.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?