Music Interview | verfasst 28.02.2013
Lapalux
Bits Of Dust And Scratches
Stuart Howard ist der geborene Bedroom Producer. Bevor mit »Nostalchic« im März sein Debüt-Album auf Brainfeeder erscheint, haben wir mit ihm für unsere neue Reihe »Instrument« übers Musikmachen gesprochen.
Text John Luas , Fotos Fabian Saul
Lapalux3
Rubriken_sticker_detail_08

Stuart Howard ist der klassische Bedroom Producer. Der Engländer aus Essex hat seit 2008 unter dem Namen Lapalux Kassetten mit Lo-Fi Elektro veröffentlicht. »Many Faces Out Of Focus« von 2011 brachte ihm dabei die Aufmerksamkeit von Flying Lotus und einen Deal bei Brainfeeder. Bevor nach zwei EP-Veröffentlichungen im letzten Jahr mit »Nostalchic« im März sein Debüt-Album auf dem Label erscheint, haben wir mit ihm für unsere neue Reihe »Instrument« übers Musikmachen gesprochen.

Deine neue Single »Guuurl« habe ich in einem Café zum ersten Mal gehört, während im Hintergrund alte Jazz-Tunes liefen. Diese Pitch Bend Synth Sounds am Anfang fügten sich ungewöhnlich gut in die alten, leiernden Platten ein. Wie siehst du das Verhältnis zwischen diesen analogen Störungen, bei denen die Elemente nie ganz richtig liegen, und einem digital inszenierten Fehler?
Lapalux: Ich versuche in der Post Production stets Effekte einzuarbeiten, die das Ganze etwas neben der Spur klingen lassen. Ich mag dieses Verhältnis zu analogen Aufnahmen, die nie ganz auf den Punkt kommen. Es ist dasselbe mit Beats. Sie ein wenig daneben zu setzen, gibt dem Ganzen ein natürliches Feeling, anstatt dass alles immer exakt im Takt ist und »bang, bang, bang, bang« sitzt.

Klassische Musiker versuchen oft perfekt im Timing zu sein, während es in der elektronischen Musik stets den Versuch des Humanizing gibt; es sind zwei Pole zwischen denen sich Musikalität abspielt. Verwendest du Field Recordings und andere Elemente, um ein natürliches Gefühl zu kreieren? Offensichtlich hast du eine große Leidenschaft für’s Detail …
Lapalux: Ich verwende viele Spuren, die man nicht unbedingt hört, die aber dennoch da sind, wie bits of dust and scratches. Und ich habe jede Menge Field Recordings, Texturen, Sounds im Hintergrund. Es sind fast immer vier oder fünf solcher Spuren, die im Hintergrund laufen.

Was würdest du als dein Hauptinstrument bezeichnen?
Lapalux: Sampling ist wahrscheinlich mein Hauptinstrument.

Benutzt du dafür eine MPC, Maschine oder ein bestimmtes Gerät?
Lapalux: Nein, ich habe zwar früher sehr viel mehr Hardware verwendet, aber bin immer mehr dazu übergegangen, Dinge zufällig auf YouTube oder sonst wo zu finden und sie mit einem einfachen In-Built Recorder am Mac aufzunehmen. Aber ich sample immer noch anderes Material, oft auch mein eigenes. Ich habe viele halbfertige Ideen und bits and pieces auf einer Festplatte, die ich immer wieder durchstöbere.

… so etwas wie dein eigenes Archiv?
Lapalux: Ja, ich habe da z.B. Synth Loops, von denen ich niemals dachte, dass ich sie noch einmal brauchen werde. Ich nehme die dann, arbeite mich da wieder rein und re-recorde die. Aber jeder Track hat da eine andere Geschichte, einen anderen Beginn und ein anderes Ende.

»Ich verwende viele Spuren, die man nicht unbedingt hört, die aber dennoch da sind.« (Lapalux) Samplest du auch Objekte und akustische Instrumente?
Lapalux: Ja, vor kurzem habe ich z.B. Live-Drums aufgenommen. Und oft sind es einfach diese Lo-Fi Recordings im Haus, wie Gabeln auf dem Tisch oder mit der Hand auf den Tisch schlagen. Aber statt nur den Sound der Soundquelle zu verwenden, besonders bei Percussions, neige ich dazu, auch andere Samples zu verwenden und diese mit den Aufnahmen zu schichten.

Interessiert dich der Sound der Objekte oder ihre rhythmische Charakteristik?
Lapalux: Ich glaube insbesondere die rhythmische Charakteristik. Etwas fällt auf den Tisch, fällt herunter und dann entschleunige ich das oder pitche es hoch und spiele mit der eigentlich rhythmischen Qualität der Aufnahme und baue eine Beat um sie herum.

Samplers verwandeln die Welt in eine Sammlung von Klängen anstatt einer Sammlung von Objekten. Man beginnt alles als etwas zu sehen, dass einen Klang hat. Ich finde das in deiner Arbeit wieder. Wenn man noch einmal hinhört, vielleicht etwas genauer, entdeckt man immer wieder neue Dinge, versteckt unter zwei oder drei Schichten. Wenn dein Hauptinstrument das Sampling ist, würdest du sagen, dass es die Objekte sind, die den Sound machen oder das Gerät, das den Sound wiedergibt? Ist es die Schönheit der Dinge oder die Logik der Sampler, die am Ende verantwortlich ist?
Lapalux: Ich würde letzteres sagen, auch weil ich viel Post-Processing mit den Sounds mache, weil ich selten unbearbeitete Sounds benutze. Es ist vielleicht eigentlich nur das Rasseln eines Schlüssels, aber er klingt am Ende wie ein Synthesizer.

Verwendest du einen Controller, wie auf der Bühne im Studio, oder ist der nur dafür da, die Arrangements auf die Bühne zu bringen?
Lapalux: Im Studio verwende ich eigentlich meistens die Maus. Ich bin nicht besonders gut, wenn es um Sampling geht, im Sinne, dass alles schon richtig im Gerät selbst klingt. Ich bin eher ein Computer-Manipulator und sitze den ganzen Tag an der Maus.

Welche Software verwendest du?
Lapalux: Meistens nur »Ableton Live«, aber ich habe begonnen mit Programmen wie »Audacity« oder »SoundTech« herumzuspielen, um immer frisch zu bleiben und die Kreativität im Fließen zu halten.

Würdest du sagen, dass die Software, die man benutzt, den kreativen Raum, in dem man denkt, bestimmt und abmisst?
Lapalux: Ja, das würde ich sagen. Bestimmte Instrumente erlauben nur bestimmte Dinge. Mit »Ableton 9« gibt es jetzt eine ganze Reihe von neuen Möglichkeiten, aber manchmal trete ich ein Stück zurück und gehe zurück zu den Basics. Ich mag Einfachheit. Dann lösche ich die Synths und die Library Sounds, so dass ich nichts mehr habe, mit dem ich arbeiten kann, und dann benutze ich einfache Hardware oder eine Gitarre und gehe an die Fundamente des Musikmachens zurück.

Das Album »Nostalchic« von Lapalux findest du bei hhv.de. LP CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 17.02.2012
Lapalux
When You're Gone EP
Dass solche Tracks besonders im Brainfeeder-Lager für feuchte Träume sorgen, dürfte klar sein.
Music Review | verfasst 23.10.2012
Lapalux
Some Other Time
Die zweite EP über Brainfeeder von Lapalux und dieses Mal liegt der Fokus noch ein wenig mehr auf der Struktur als Detail.
Music Review | verfasst 26.03.2013
Lapalux
Nostalchic
Nach zwei EPs über Brainfeeder kommt nun mit »Nostalchic« der erste Langspieler von Lapalux über das FlyLo-Imprint.
Music Review | verfasst 03.04.2015
Lapalux
Lustmore
Lapalux breitet auf »Lustmore« verspulte Soundspektren im Spannungsfeld zwischen Melodik und Melancholie aus.
Music Liste | verfasst 01.08.2017
Lapalux
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der britische Produzent Lapalux dieser Aufgabe an.
Music Review | verfasst 18.09.2010
Flying Lotus
Pattern + Grid World EP
Flying Lotus kann machen was er will und doch liegt ihm die Welt zu Füßen. Das ist auf der Pattern+Grid World EP auch nicht anders.
Music Review | verfasst 09.04.2011
Mono/Poly
Manifestations EP
Völlig schizophren die Manifestations EP , aber ganz und gar nicht so, dass man sie weg sperren möchte.
Music Review | verfasst 23.05.2011
Tokimonsta
Creature Dreams EP
Weniger Soundebenen und klarere Melodien: Tokimonsta’s Wonky-Sound ist zugänglicher als der ihrer LA-Beat-Kollegen und dennoch betörend.
Music Review | verfasst 01.08.2011
Samiyam
Sam Baker's Album
Samiyam’s erstes Album für Brainfeeder ist solider Beatmaker-Kram, dem aber die zündende Idee fehlt.
Music Review | verfasst 06.03.2010
Flying Lotus
Cosmogramma
Flying Lotus entführt uns also in die Weite musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten und ruht zugleich zenmeisterlich in sich selbst.
Music Review | verfasst 12.07.2012
Jeremiah Jae
Raw Money Raps
Als FlyLo-Günstling hat Jeremiah Jae schon ein ganzes Bündel an Erwartungen zu stemmen. Macht ihm aber offensichtlich nichts.
Music Review | verfasst 18.09.2012
The Gaslamp Killer
Breakthrough
Archaik, Mystik und Low-Fi-Ästhetik bestimmen das Debüt von The Gaslamp Killer. Neu ist das aber nicht.
Music Review | verfasst 26.08.2013
Ras G & the Afrikan Space Program
Back On the Planet
Space is the place again. Nicht Flying Lotus und auch nicht Thundercat, sondern Ras G sorgt für den verrücktesten Sound bei Brainfeeder.
Music Review | verfasst 22.05.2014
Teebs
Estara
Mehr Atmosphäre, weniger Beat: »Estara« von Teebs ist ganz weit draußen und definiert sich über seinen Kunststatus.
Music Review | verfasst 15.06.2010
Lorn
Nothing Else
Das junge Talent Lorn stärkt mit »Nothing Else« einer ganzen Generation von Beatmenschen den Rücken.
Music Review | verfasst 18.07.2014
Matthewdavid
In My World
Abrupte Enden, fehlende Übergänge, ein Jonglieren mit Strophen und Refrains: »In My World« von Matthewdavid ist ein in sich gebrochenes Werk
Music Review | verfasst 22.08.2014
Mono/Poly
Golden Skies
Auf »Golden Skies« malt uns Mono/Poly den Ausklang eines als wundersam perfekt erlebten Tages mit Goldstaub ins Ohr.
Music Review | verfasst 30.09.2014
Daedelus
The Light Brigade
Daedelus veröffentlicht seit 13 Jahren Alben wie »The Light Brigade«, die viel Potenzial aufweisen, aber nie ihren Ideen gerecht wurden.
Music Review | verfasst 04.10.2017
Iglooghost
Neō Wax Bloom
Iglooghost führt die kunterbunte Freak-Show seiner ersten EP auch auf dem Debütalbum »Neō Wax Bloom« fort.
Music Porträt | verfasst 10.05.2010
Daedelus
Er schwebt
Konzentriert entledigt sich Daedelus mit seiner jüngsten EP Righteous Fist Of Harmony der Schwere der jüngeren, vielgeschichteten Produktionen, setzt auf Verzicht und punktet mit Entschleunigung.
Music Interview | verfasst 14.05.2009
Flying Lotus
Lachen und Denken
Steven Ellison gilt als Heilsbringer der weltweiten Beat-Community und hat sich mit seinen innovativen Instrumentalproduktionen zwischen Abstract Hip-Hop und Electro seine eigene kleine Nische geschaffen.
Music Interview | verfasst 12.04.2011
Daedelus
Konstanz und Progress
Als fester Bestandteil der LA-Beat-Szene und jener Gruppe an Künstlern, die sich um Flying Lotus scharen, besticht Daedelus nach wie vor durch Originalität. Valentin Menedetter nutzte in Wien die Chance ihn zu sprechen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.