Music Kolumne | verfasst 27.02.2013
Aigners Inventur
Februar 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Trus’me, Max D, Pusha T, Darkstar und JBG2.
Text Florian Aigner

jbg2 properFind it at hhv.de: CD Erfolgreichstes Deutschrap-Album nach der ersten Verkaufswoche – ganz klar, Kollegah und Farid Bang können nicht länger wie Schmuddelkinder behandelt werden. Auch wenn man jedem Spiegel- oder Focus-Artikel deutlich anmerkt, dass man sich wohler fühlen würde, für diesen Anlass mal wieder diese lustigen Typen von Fettes Brot oder die hemdsärmeligen Mittelständler von Fanta 4 vor dem Mikrofon zu haben. Auf das Marketing-Genie von Selfmade Records, genau wissend, wie man aus YouTube-Klickern tatsächliche Fans macht, muss an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden, dieser Aspekt scheint ohnehin derjenige zu sein, auf den sich die fachfremde Presse momentan konzentriert, um sich ja nicht mit der Musik auf »Jung, Brutal, Gutaussehend 2« auseinander setzten zu müssen. Aber genau die ist, in all ihrem überkommenen Mitnullerjahre-Bombast und mit all ihren fast schon satirisch lauten und steril gemasterten Beats, eine Steilvorlage für die absurdesten Protzereien, die in diesem Land bisher auf einen Tonträger gebannt wurden. JBG2 heißt Koitus mit deinen Familienmitgliedern, Penis-Metaphern zwischen Wolkenkratzer, Gulaschkanone und Feuerlöscher und mehr Kämpfe als die Schlacht in der Normandie. Da mag man sich nun als Moralapostel besorgt zeigen, aber Kollegah erklärt sich hierzu wohl selbst am besten: das ist Action-Kino in der Tradition der übergeschnappten Achtziger, derart grell überzeichnet, dabei aber mit so viel Liebe zum Detail (Metaphorik, Wortspiele, Flows – das ganze Hip Hop-Ding halt), dass man auch die hundertste Bekundung der Jungs, sie würden auf deine vier Elemente scheißen, nicht für bare Münze nehmen kann. Dass Farid neben Kollegah immer noch häufig wirkt wie Jürgen Kohler neben Maradona wird nicht zum Problem, weil die beiden mittlerweile eine Buddy-Movie-Chemie gefunden haben wie Glover & Gibson. Wer das jetzt auf Verwerflichkeiten sezieren möchte, hat vermutlich in den Neunzigern auch wütende Leserbriefe an Verhoeven geschrieben, weil in »Starship Troopers« zuviel gemetzelt wurde. Es kommt eigentlich mindestens acht Jahre zu spät, aber Deutschland hat endlich seine »Diplomatic Immunity«.
 

pusha t wrath of caine Ebenfalls zertifizierten Brontosaurusshit gibt es auf »Wrath Of Caine« zu hören, obwohl es ja Leute geben soll, die Pusha T vorwerfen mehr Zeit für die richtige Ausleuchtung seiner Givenchy-Einkaufstüten auf Instagram zu verwenden, als für das Durchdenken seiner 16er. Dies bestätigt sein x-tes Mixtape wieder nicht, im Gegenteil, Wrath Of Caine ist bisher vermutlich das qualitativ am nächsten am Clipse-Oeuvre anzusiedelnde Werk des nicht vier Mal pro Tag in die Kirche rennenden Thornton Bruders. Alles dabei, von Patois-Trap, über Piano-Loops von Pharrell bis zu Jake Ones Trademark Boombap not Bombap. Ich bleibe Stan, äh, Fan.
 

trinidad james dont be safeFind it at hhv.de: CD Wie es Trinidad James geschafft hat, dass sich selbst Lebron zu All Gold Everything anschwitzt und bleiche Mittelständler in ihrer Mittagspause in Molly-Eskapismen flüchten, ist nicht wirklich zu erklären, Fakt ist aber, dass »Don’t Be S.A.F.E.« den Schiefzahn dann schon stellenweise als das entblößt, was er ist: ein YouTube-Phänomen, mit einem Skillset, das eine langjährige Karriere eher zu einer Überraschung machen würde. Sei es drum, so universal wie immer noch gewoot wird, dürfte er momentan den Spaß seines Lebens haben.
 

underachievers indigoism Anders gelagert ist der Fall bei den Underachievers, Flying Lotus’ Entdeckung und sowas wie der A$AP Mob mit Diplom oder die thesaurifizierte Version der Eastflatbush Zombies. Man möge mich nicht falsch verstehen, Indigoism ist ein sehr solides Mixtape, das sich soundästhetisch effizient tumblerisiert, aber irgendwie fehlt hier dann einfach diese Naivität und Ignoranz, die all diese komischen, narzisstischen Teenager, die damit seit 18 Monaten das Spiel dominieren eben interessanter macht als eine neue Ras Kass Single. Und um dann wirklich für die ganz hohen Augenbrauen ein Thema zu sein, ist das Duo schlichtweg nicht Kendrick genug.
 

le1f fly zone Den subkulturellen Gender-Kontext ausgeklammert, ist auch Le1fs Fly Zone unterwältigend. Klar, das ist dogmenfreier, postmoderner Rap, aber in seiner verkrampften Coolness dann eben mehr Spank Rock und Mykki Blanco als Danny Brown und Ethelwulf. Wer unbedingt 15.000 Zeilen über die Aufweichung des alten Hypermachismo-Dogmas des spießigen Onkels Hip Hop füllen muss, wird hier von Le1f selbstverständlich gut bedient, aber es gibt wirklich musikalisch sensationelleres zu entdecken in der ADHS-Rap-Nische.
 

araabmuzik professional Auch schwierig ist Araabmuzik, vor allem seit er sich mit den typischen Fratboy-Bollernasen Bühnen teilt und nicht mehr für Cam, Jim und Juelz Beats für eine Tüte 9er Chicken McNuggets und ein Ol’ English produziert. Sein MPC-Fingerbanging schaut man sich ja nach wie vor gerne an und auch bei seinen Arbeiten für Rapper stimmt das Ausschussverhältnis immer noch annähernd. Wenn er aber eigenständige Tracks anfertigt, ist das so grell, so plakativ und überproduziert, dass zumindest ich hinterher sofort das Bedürfnis habe, mir doch mal so eine Nasen/Ohren-Spülung aus der Apotheke zu holen. Und weil For Professional Use Only auch noch so verdammt Drop-geil ist, nehme ich vielleicht direkt noch eine Packung Ibuprofen mit.
 

Oh No - Disrupted Ads LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Extrem konstant bleibt dafür Oh No, der auf »Disrupted Ads« aber auch erneut Mittelklasse-Personal auf seine zeitlosen Beats rappen lässt. Glücklicherweise passiert das aber nur ab und an, als reines Beattape wäre »Disrupted Ads« dennoch besser gewesen.
 

osunlade no pastFind it at hhv.de: 2LP | 2LP Das wäre es eigentlich gewesen mit Hip Hop im engeren Sinne, da aber Osunlade, der olle Esoteriker, mit seinem idiosynkratischen House meist mehr Seele und B-Boyismen vereint als eine durchschnittliche Rawkus-Maxi vor 15 Jahren, verläuft der Übergang zu anderen Genres dieses Mal durchaus fließend. Das ist auf Albumlänge nicht immer zwingend, manchmal plättschriger als ein Brasilelectro-Anfall von Gilles Peterson annodazumal, aber Osunlade hat auch hier wieder eine knappe Handvoll an magischen Momenten. Wem Theo und Kenny mittlerweile zu weit draußen sind, greift zu »A Man With No Past«.
 

trusme treat me rightFind it at hhv.de: CD | 2LP Auf Trus’me kann man an dieser Stelle als Ersatz ungewöhnlicherweise nicht verweisen, hat dieser doch mit »Treat Me Right« seinen organischen, Sample-lastigen Detroit-House-Ansatz größtenteils zugunsten tougher Techno-Stücke aufgegeben. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber angesichts der in Auftrag gegebenen Remix-Arbeiten zu seinem vorherigen Album auch nicht wirklich so überraschend. Komisch hingegen wirkt hier eher, wenn er seine alte Hörerschaft zunächst mit der A-Seite ködert und dann zwischendurch den harten Vibe mit «Moonlight Kiss« wieder bricht. Sei es drum, mit Ausnahme der missglückten Sequenzierung ein spannendes Album, das es auch schafft in seinen rauesten Momenten nie kalt zu wirken. Und wenn sich Herr Wolstencroft kindlich auf Facebook freut, dass Ben Klock «Someday« in seinem Boiler Room Set gespielt hat, ist endgültig klar, dass das Herz hier am rechten Fleck sitzt.
 

benjamin damageFind it at hhv.de: CD | 2LP So richtig überragend fand ich bisher wenig aus dem Hause 50 Weapons, »Heliosphere« gehört aber definitiv zu den bisherigen Höhepunkten. Benjamin Damage verbindet hier wüste Highspeed-Techno-Bollereien mit atmosphärischen Brit-Bass-Sperenzien, gerade Bassdrums mit Drexciya-Anklängen, Ambient-Zitaten und funktionalem Techhouse. Das klingt auf dem Papier nicht sonderlich spektakulär, weil schon hundertfach dagewesen, als Album hingegen ist das erstaunlich kurzweilig.
 

moon b untitledFind it at hhv.de: LP Kommen wir zu den für mich persönlich größten drei Spektakeln des Monats im elektronischen Bereich. Zunächst hätten wir da Moon B, dessen »Unitled« ich zunächst für eine weitere von Andrew Morgan gefundene Obskurität aus den Mitachtzigern hielt und nach dem ersten Hören in ihrem OMG-Faktor irgendwo knapp hinter dem ersten Virgo Four Album einsortiert hatte, also ziemlich weit oben. Nun wissend, dass Moon B ein neuer Produzent ist, der klassischen Chicago House und dubbigen Boogie “nur” emuliert, ist mein Hysterielevel zwar minimal gesunken, ich habe aber trotzdem vermutlich kein Album dieses Jahr so oft gehört wie dieses zunächst als Tape erschienene, kleine Meisterwerk.
 

Maxmillion Dunbar - House Of WooFind it at hhv.de: 2LP Nichtmal mein Busenfreund Maxmillion Dunbar wird daran vermutlich etwas ändern, obwohl »House Of Woo« natürlich wieder eine Sensation ist. Krude New Age Yoga Styles treffen auf knochentrockene House-Zitate und ich sehe den sympathischen Bären jede der zahlreichen Wendungen, die die Tracks nehmen, mit einem zufriedenen Music for the head, sooooon! kommentieren. Manchmal wünscht man sich als eingefleischter Fan zwar noch häufiger, dass er die Zügel etwas loslässt und richtig rampensaut, aber dafür dürfte ja dann das langerwartete Beautful Swimmers Album sorgen. Derweil: »House Of Woo« kaufen – ja, auch wenn der Spaß 28 Flocken kostet.
 

streetwalker fusionFind it at hhv.de: LP Ebenfalls ein hartnäckiger Album des Jahres Kandidat ist bisher »Future Fusion«, ein völlig irrwitziger Analog-Trip der Herren Wanzer und Katz, die zuvor unter anderem auf L.I.E.S und Hippos In Tanks musiziert haben in diese rauen, gleichermaßen von Industrial, EBM, Chicago House, Techno und No Wave beeinflussten Kaskaden immer wieder komplett abgefuckte Vocal-Spuren schneiden. Ein Trip, aber was für einer!
 

kvb immaterialFind it at hhv.de: LP Auf dem selben Label, dem Minimal Wave Ableger Cititrax erschien dieser Tage außerdem »Immaterial Visions«, ein deutlich gitarrenlastigeres Wave-Update von The KVB. Das klingt oft wie eine noch nihilistischere Version von Joy Division, manchmal wie My Bloody Valentine auf Cold Turkey, ganz kurz auch wie Ministry und Cabaret Voltaire, aber irgendwie immer geil. Derivativ, aber geil, that is. Jetzt würde ich noch gerne rausfinden, was das alles mit den Kölner Verkehrsbetrieben zu tun hat.
 

crystal ark albumFind it at hhv.de: 2LP Relativ enttäuschend, weil für Gavin Rossoms Verhältnisse sehr zahm, ist Crystal Arks gleichnamiges Debüt für DFA. Natürlich zieht Rossom hier wieder die richtigen Fäden, eine Acid-Referenz hier, leichtfüßiger Piano-House da, aber insgesamt ist das eher eine Platte, die vor 6-7 Jahren über den selben Vertriebsweg wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte.
 

atoms for peaceFind it at hhv.de: CD | 2LP So, ich sage das jetzt: Thom Yorke geht mir auf die Eier. Nicht nur, dass mich sein patentiertes Gejaule nun bereits seit «The Eraser« nervt, es ruiniert auf »Amok« eigentlich fast all das, was diese Platte sein wollte. Atoms For Peace ist ja nun das Allstar-Projekt Yorkes mit Chillischote Flea und den anderen zwei Typen, deren Namen alle immer vergessen. Eigentlich wollte der Thom ein Dance-Album machen und gar nicht singen, aber er musste ja, weil das sonst keine Sau interessiert hätte. Sagt er selbst. Und genau das merkt man dem Album an. Ja, auch viele der oft ziellos mäandernden Stücke wären für sich genommen nicht brillant, das hat man alles auf Warp schon zigfach besser gehört, aber anders als auf «Kid A« und stellenweise auch noch auf The Eraser wirken Yorkes Vocals tatsächlich wie ein Fremdkörper. Und genau deswegen ist Atoms For Peace unterm Strich ein Clusterfuck prätentiösen Late Adoptertums. Sorry, aber können wir nicht einfach wieder ein solides Radiohead-Album kriegen? Wir wissen doch alle, dass du pflichtbewusst zweimal pro Woche XLR8R liest, Thom, aber ein Stück mehr Humor in der Midlife Crisis täte dir gut. Befrage diesbezüglich doch mal James Murphy, der hatte da dieses eine Stück in dem es um Kanten und verlieren ging.
 

Darkstar - News From Nowhere LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Oder weißt du was? Lass dir Zeit mit dem nächsten Radiohead-Album, weil Darkstar gerade erst eins gemacht haben, das uns alle zufriedenstellt. »News From Nowhere« zitiert ähnlich wie der Vorgänger extrem gekonnt die frühen Achtziger, traut sich aber in Sachen Arrangements mehr und am Ende ist das tatsächlich irgendwie der bessere »In Rainbows« Nachfolger. Hätte man vor fünf Jahren auch nicht unbedingt erwartet.
 

foals fireFind it at hhv.de: 2LP Nicht wirklich kriegen tun mich hingegen Foals, deren Debüt ich noch wirklich mochte, deren Professionalisierung mich aber seither kalt gelassen hat. »Holy Fire« tendiert dann manchmal gar zu unerotischem Muckertum, was bei kühlen Geezern immer der falsche Weg ist.
 

Jamie Lidell - Jamie Lidell LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Auch langsam in die Belanglosigkeit croont sich Jamie Lidell, der sich auf dem selbstbetitelten neuen Album glücklicherweise noch weiter vom kurzzeitigen Blue Eyed Soul der Multiply-Ära distanziert, der in der Folgezeit durch die ganzen Adeles und Winehouses für einen Querkopf wie Lidell natürlich sofort wieder untragbar wurde. Nun also wieder die Achtziger, gerne funky, gerne extrakäsig. Das Problem ist hierbei aber, dass Lidell, dieser notorische Auskenner, zwar alles tut, um nicht mit Gimmicks wie Chromeo in einen Topf geschmissen zu werden, genau dies aber doch unweigerlich passiert, vor allem weil Lidells Gesang häufig gefährlich nahe bei Jamiroquai liegt und er sich gerade auch bei den abenteuerlicheren Stücken selbst einen Tacken zu geil findet.
 

inc. no worldFind it at hhv.de: 2LP Dann doch lieber dieser kalkulierte Williamsburg-R&B von inc., deren Yacht Pop Großtat Millionaires jetzt endlich einen Nachfolger im Albumformat findet. Klar, das ist artifiziell, das ist Stereogum statt Soul Train, aber ganz ehrlich, diese geilen Slacker in ihren Patrick Ervell Jäckchen sind gute Musiker (unter anderem für Pharrell, Cee-Lo und Raphael Saadiq), die ein bewundernswertes Gespür haben für das Zusammenspiel zwischen Emphase und subtiler Zurückhaltung. So ist »No World« zu keinem Zeitpunkt so sediert wie Holy Other oder The XX, aber auch nie so exaltiert wie “richtiger R&B”. Und genau in diesem Zwischenraum ist erstaunlicherweise immer noch so viel Platz, dass man sich über jeden neuen Gast freut.
 

robbie m let's grooveFind it at hhv.de: LP Was inc. tun ist dann auch auf vielen Ebenen exakt das Gegenteil von Robbie M. Mister M. ist alte Schule durch und durch, ein Kuriosum, das Andrew Morgan für PPU aus der Versenkung geholt hat und der nach großen Erfolgen mit Midnight Star nun auf »Let’s Groove« genau da weiter machen darf, wo er Mitte der Achtziger aufgehört hat. Das hier ist nicht postmodern, hier leidet und liebt Mann noch ohne falsche Zurückhaltung, die Retro-Beats sind nicht durch das Ableton-Prisma gebrochen, das ist der echte, echte Scheiß. Dass ein solches Album 2013 erscheinen kann, ist so grandios naiv, so unfassbar ballsy und so verdammt notwendig, dass ich mich nur zum wiederholten Mal vor den Herren M. und M. verneigen kann. Oh, ein Song heißt übrigens »Stretch Limos«. Ja, in der Tat.
 

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Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.