Music Kolumne | verfasst 13.03.2013
Hyperton
März 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Text Grashina Gabelmann, Sebastian Hinz, John Luas

Atoms for PeaceFind it at hhv.de: LP# What happens when a bunch of super-duper musicians join forces and create an all-star album? A clashing of egos and a failed collection of songs stuffed to the brim with too many dismembered ideas? Or a »…playful and hyper-detailed, a subtle beast, eschewing high-impact and bold gestures.« as The Quietus’ Matthew Foster describes Atoms for Peace’s album »AMOK«? Atoms for Peace consists of Radiohead’s Thom Yorke’s vocals, Red Hot Chili Peppers’ Flea on bass, longterm Radiohead producer Nigel Godrich on synths and Mauro Refosco and Joey Waronker working the percussions but really it’s Yorke’s baby. The Line of Best Fit reckons »…there was never going to be any democracy here not with a band formed to tour Yorke’s material, named after one of Yorke’s solo tracks, featuring Yorke’s long term producer Nigel Godrich and with a visual aesthetic lifted from Yorke’s solo album. Whatever the press releases say, those other guys – irrespective of their pedigree – are essentially a backing band.« York took the results of an intense three-day recording session, picked these apart and put them back together perhaps to conclude the puzzle he had started with his 2006 solo album debut »The Eraser«. The Manhattan Digest goes to the extreme by stating that »AMOK« should be considered as »The Eraser Pt. 2« as not only the band name »Atoms for Peace« is taken from a song title off the album but that there are also »…borrowed chord sequences which might prompt a passerby to believe he was listening to an Eraser remix album instead of an entirely new set of songs.« The Telegraph agrees where as Pitchfork considers »AMOK« a more colorful, layered work and The Line of Best Fit found it warm-blooded and high spirited in contrast to »The Eraser«. Warm-blooded and high spirited aren’t words that can be used to describe most reviews especially those remarks concerning Yorke’s vocal performance. His lyrics are apparently cliché-ridden as The Telegraph’s Neil McCormick finds and Pitchfork agrees believing York to be distant to the point of nearly vanished. Apparently none of this matters at The Line of Best Fit as Cunningham writes: »…as an artist that’s spent over a decade dissembling our notions of what a song should be, it’s notable that Yorke’s vocals are the least essential component here.« (Grashina Gabelmann)

David Bowie - The Next DayFind it at hhv.de: 3LP# Bowie ist wieder zurück und mit ihm, so scheint es, ein ganzer Chor von Kritikern, die sich berufen fühlen nach der tieferen Notwendigkeit oder Unsinn der soeben erschienenen Platte »The Next Day« zu forschen – vor allem aber über diese zu lehren. Klaus Walter berichtet in der taz davon, dass er Lacan gelesen hat und legt ein für alle mal fest, dass »Scary Monsters« (1980) Bowie’s letztes relevantes Album gewesen sei. Dass er ohne es zu merken vor allem das Like-Prinzip der Social Media im Allgemeinen beschreibt und das nicht besonders viel mit Bowie im Speziellen zu tun hat mal beiseite genommen, verkennen Sätze wie »Hätte Bowie – was mal seine Stärke war – sich mit Musikern zusammengetan, die ihm voraus sind, ihm Impulse geben, hätte er ein Album produziert, das nach 2013 klingt« den Songwriter Bowie vollends und lassen zudem ein interessanterweise selbst dem Hype-Prinzip verpflichtetes Wertesystem durchscheinen. Dazwischen finden sich durchaus interessante Beobachtungen wie diese: In der […] allseits zelebrierten Begeisterung schwingt die Erleichterung mit, dass man den so lange Abwesenden, womöglich Todgeweihten, wiedererkennt, zwar älter geworden, aber doch ganz der Alte, auch musikalisch Auch Diedrich Diederichsen ist in der Süddeutschen Zeitung erst einmal gar nicht einverstanden mit »The Next Day«, aber erklärt dem Meister auch gleich, wie man es richtig macht:»Es geht um Synthesen. Nur damit kommt man weiter, aber sie sind ein schwieriges Geschäft – man kann nicht einfach Stile mischen, wie es Bowie mit den Elementen seiner Vergangenheit auf seinem Album ›The Next Day‹ macht. Man muss die Prinzipien der verfeindeten Genres freilegen, sie auf einander loslassen und dem so gewonnenen neuen Prinzip dann wieder ein Leben einhauchen.« Auch Diederichsen denkt im Übrigen, dass nach »Scary Monsters« »uninteressante Jahrzehnte« für Bowie kamen, findet aber zu einigen treffenden Einschätzungen, die vor allem unsere Zeit im Allgemeinen und nur bedingt den Künstler im Speziellen betreffen:»Ob eine bipolar uffjeregte Epoche wie die jetzige – gekennzeichnet durch Überarbeitung und emotionale Überforderung einerseits und abgekoppelt-anomische Arbeitslosigkeit andererseits – einen Künstler der farbigen Hitzigkeit braucht, ist eher fraglich.« Auch Die Zeit fragt »Wann hat ein Ereignis aus der Welt des Pop die Gemüter so vieler Menschen zuletzt eigentlich so bewegt?« und scheitert bei dem Versuch Bowie’s letzte Dekade zu rekonstruieren. In der FAZ stellt Jan Wiele zum Hype fest: »Das mag ein Erfolg für die Industrie sein, es ist in erster Linie aber einer für den Künstler Bowie, um den sich manche schon Sorgen machten.« und »Es gehört zum Besten, was Rockmusik heute anzubieten hat.« Die Stimmung bleibt aller ortens aufgeheizt bis hysterisch, die Argumentation verlaufen meist stark polarisierend. Es wird viel darüber gesagt, dass David Bowie gerade dabei ist, sich zu einer historischen Person zu stilisieren. Vergessen wird dabei, dass er das auch bereits im Jahr 2012 gewesen ist. Nicht erklärt wird, warum es sich dabei eigentlich um etwas suspektes handelt. Bleibt festzuhalten, dass die Platte vor allem auch als Einladung genommen wird am Konkreten etwas Allgemeines abzustreifen und zu vermitteln, ganz so, als hätte man diese Einsichten zurückgehalten, wie Bowie seine Musik. Über eines wird hingegen wenig gesprochen: Die Musik. Das kann man bedauerlich oder auch wieder passend finden. (John Luas)

Maxmillion Dunbar - House Of WooFind it at hhv.de: 2LP Mit Freude und ein wenig auch mit ungläubigem Erstaunen ist zu vernehmen, wie Maxmillion Dunbar nebst seinem jüngsten Album, »House Of Woo«, gerade allerorts lobgehudelt wird. Aaron Coultate vermutet bei Resident Advisor, dass die anhaltende Euphorie der Rezipienten daran liegen könne, »[that] he’s programmed his synths to emit little blasts of serotonin with each hook or melody.« Vielleicht war aber auch einfach der dunkelste Winter seit Jahrzehnten ausschlaggebend für eine Musik, wie es Ethan Covey im Dusted Magazine formulierte, »more the soundtrack to an evening of beachside serenity than a 5 a.m. scream from some Mancunian warehouse.« Dunbars »Tracks humpeln freudig dem Sonnenaufgang entgegen«, schreibt auch Julian Weber in der taz (wobei er sich mit einem holprigen Einstieg über die aufstrebende Ravekultur in den USA beinahe völlig vergaloppiert hat) Und auch Selim Bulut hält im Dummy Mag die farbenfrohe Helligkeit des Sounds hoch, wenn er schreibt: »The sunshine continues on tracks like ›Peeling An Orange In One Piece‹, a kaleidoscope of colours that feels truly alive.« Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, der wiederholt auftaucht und mehr den künstlerischen Gehalt der Langspielplatte betont. »›House Of Woo‹’s other success is the way it applies this distinctive voice to a range of different genres« , heißt es richtigerweise bei William Skar im FACT Mag. Andrew Field-Pickering ist nämlich in erster Linie ein Musikliebhaber. Ein Besessener, als Plattensammler als auch als Musiker. Bei Food For Animals hat er Hip Hop-Tunes für Klangspezialisten programmiert, als Hälfte der Beautiful Swimmers Disco und House neu erfahrbar gemacht. Als Maxmillion Dunbar kommt das und noch vieles mehr nun zusammen. Steve Kerr dröselt bei XLR8R die Vielfalt der Einflüsse anhand von »Kangroo« auf: »[the track is a] mesh of jazz samples, decimated strings, free-floating percussion, and a wildly bent, Mr. Fingers-style synthline, and comes across like a less claustrophobic Madteo track.« Der 45-jährige versteht sich halt als Collagekünstler, der die Elemente der einzelnen Stile nicht nur benutzt, sondern mit ihnen spielt. Burkhard Welz erkennt darin in der Groove »eine Freigeistigkeit, die an die assoziative Architektur der Spätsechziger erinnert« Das finde ich schön gedacht. (Sebastian Hinz)

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