Music Kolumne | verfasst 13.03.2013
Hyperton
März 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Text Grashina Gabelmann, Sebastian Hinz, John Luas

Atoms for PeaceFind it at hhv.de: LP# What happens when a bunch of super-duper musicians join forces and create an all-star album? A clashing of egos and a failed collection of songs stuffed to the brim with too many dismembered ideas? Or a »…playful and hyper-detailed, a subtle beast, eschewing high-impact and bold gestures.« as The Quietus’ Matthew Foster describes Atoms for Peace’s album »AMOK«? Atoms for Peace consists of Radiohead’s Thom Yorke’s vocals, Red Hot Chili Peppers’ Flea on bass, longterm Radiohead producer Nigel Godrich on synths and Mauro Refosco and Joey Waronker working the percussions but really it’s Yorke’s baby. The Line of Best Fit reckons »…there was never going to be any democracy here not with a band formed to tour Yorke’s material, named after one of Yorke’s solo tracks, featuring Yorke’s long term producer Nigel Godrich and with a visual aesthetic lifted from Yorke’s solo album. Whatever the press releases say, those other guys – irrespective of their pedigree – are essentially a backing band.« York took the results of an intense three-day recording session, picked these apart and put them back together perhaps to conclude the puzzle he had started with his 2006 solo album debut »The Eraser«. The Manhattan Digest goes to the extreme by stating that »AMOK« should be considered as »The Eraser Pt. 2« as not only the band name »Atoms for Peace« is taken from a song title off the album but that there are also »…borrowed chord sequences which might prompt a passerby to believe he was listening to an Eraser remix album instead of an entirely new set of songs.« The Telegraph agrees where as Pitchfork considers »AMOK« a more colorful, layered work and The Line of Best Fit found it warm-blooded and high spirited in contrast to »The Eraser«. Warm-blooded and high spirited aren’t words that can be used to describe most reviews especially those remarks concerning Yorke’s vocal performance. His lyrics are apparently cliché-ridden as The Telegraph’s Neil McCormick finds and Pitchfork agrees believing York to be distant to the point of nearly vanished. Apparently none of this matters at The Line of Best Fit as Cunningham writes: »…as an artist that’s spent over a decade dissembling our notions of what a song should be, it’s notable that Yorke’s vocals are the least essential component here.« (Grashina Gabelmann)

David Bowie - The Next DayFind it at hhv.de: 3LP# Bowie ist wieder zurück und mit ihm, so scheint es, ein ganzer Chor von Kritikern, die sich berufen fühlen nach der tieferen Notwendigkeit oder Unsinn der soeben erschienenen Platte »The Next Day« zu forschen – vor allem aber über diese zu lehren. Klaus Walter berichtet in der taz davon, dass er Lacan gelesen hat und legt ein für alle mal fest, dass »Scary Monsters« (1980) Bowie’s letztes relevantes Album gewesen sei. Dass er ohne es zu merken vor allem das Like-Prinzip der Social Media im Allgemeinen beschreibt und das nicht besonders viel mit Bowie im Speziellen zu tun hat mal beiseite genommen, verkennen Sätze wie »Hätte Bowie – was mal seine Stärke war – sich mit Musikern zusammengetan, die ihm voraus sind, ihm Impulse geben, hätte er ein Album produziert, das nach 2013 klingt« den Songwriter Bowie vollends und lassen zudem ein interessanterweise selbst dem Hype-Prinzip verpflichtetes Wertesystem durchscheinen. Dazwischen finden sich durchaus interessante Beobachtungen wie diese: In der […] allseits zelebrierten Begeisterung schwingt die Erleichterung mit, dass man den so lange Abwesenden, womöglich Todgeweihten, wiedererkennt, zwar älter geworden, aber doch ganz der Alte, auch musikalisch Auch Diedrich Diederichsen ist in der Süddeutschen Zeitung erst einmal gar nicht einverstanden mit »The Next Day«, aber erklärt dem Meister auch gleich, wie man es richtig macht:»Es geht um Synthesen. Nur damit kommt man weiter, aber sie sind ein schwieriges Geschäft – man kann nicht einfach Stile mischen, wie es Bowie mit den Elementen seiner Vergangenheit auf seinem Album ›The Next Day‹ macht. Man muss die Prinzipien der verfeindeten Genres freilegen, sie auf einander loslassen und dem so gewonnenen neuen Prinzip dann wieder ein Leben einhauchen.« Auch Diederichsen denkt im Übrigen, dass nach »Scary Monsters« »uninteressante Jahrzehnte« für Bowie kamen, findet aber zu einigen treffenden Einschätzungen, die vor allem unsere Zeit im Allgemeinen und nur bedingt den Künstler im Speziellen betreffen:»Ob eine bipolar uffjeregte Epoche wie die jetzige – gekennzeichnet durch Überarbeitung und emotionale Überforderung einerseits und abgekoppelt-anomische Arbeitslosigkeit andererseits – einen Künstler der farbigen Hitzigkeit braucht, ist eher fraglich.« Auch Die Zeit fragt »Wann hat ein Ereignis aus der Welt des Pop die Gemüter so vieler Menschen zuletzt eigentlich so bewegt?« und scheitert bei dem Versuch Bowie’s letzte Dekade zu rekonstruieren. In der FAZ stellt Jan Wiele zum Hype fest: »Das mag ein Erfolg für die Industrie sein, es ist in erster Linie aber einer für den Künstler Bowie, um den sich manche schon Sorgen machten.« und »Es gehört zum Besten, was Rockmusik heute anzubieten hat.« Die Stimmung bleibt aller ortens aufgeheizt bis hysterisch, die Argumentation verlaufen meist stark polarisierend. Es wird viel darüber gesagt, dass David Bowie gerade dabei ist, sich zu einer historischen Person zu stilisieren. Vergessen wird dabei, dass er das auch bereits im Jahr 2012 gewesen ist. Nicht erklärt wird, warum es sich dabei eigentlich um etwas suspektes handelt. Bleibt festzuhalten, dass die Platte vor allem auch als Einladung genommen wird am Konkreten etwas Allgemeines abzustreifen und zu vermitteln, ganz so, als hätte man diese Einsichten zurückgehalten, wie Bowie seine Musik. Über eines wird hingegen wenig gesprochen: Die Musik. Das kann man bedauerlich oder auch wieder passend finden. (John Luas)

Maxmillion Dunbar - House Of WooFind it at hhv.de: 2LP Mit Freude und ein wenig auch mit ungläubigem Erstaunen ist zu vernehmen, wie Maxmillion Dunbar nebst seinem jüngsten Album, »House Of Woo«, gerade allerorts lobgehudelt wird. Aaron Coultate vermutet bei Resident Advisor, dass die anhaltende Euphorie der Rezipienten daran liegen könne, »[that] he’s programmed his synths to emit little blasts of serotonin with each hook or melody.« Vielleicht war aber auch einfach der dunkelste Winter seit Jahrzehnten ausschlaggebend für eine Musik, wie es Ethan Covey im Dusted Magazine formulierte, »more the soundtrack to an evening of beachside serenity than a 5 a.m. scream from some Mancunian warehouse.« Dunbars »Tracks humpeln freudig dem Sonnenaufgang entgegen«, schreibt auch Julian Weber in der taz (wobei er sich mit einem holprigen Einstieg über die aufstrebende Ravekultur in den USA beinahe völlig vergaloppiert hat) Und auch Selim Bulut hält im Dummy Mag die farbenfrohe Helligkeit des Sounds hoch, wenn er schreibt: »The sunshine continues on tracks like ›Peeling An Orange In One Piece‹, a kaleidoscope of colours that feels truly alive.« Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, der wiederholt auftaucht und mehr den künstlerischen Gehalt der Langspielplatte betont. »›House Of Woo‹’s other success is the way it applies this distinctive voice to a range of different genres« , heißt es richtigerweise bei William Skar im FACT Mag. Andrew Field-Pickering ist nämlich in erster Linie ein Musikliebhaber. Ein Besessener, als Plattensammler als auch als Musiker. Bei Food For Animals hat er Hip Hop-Tunes für Klangspezialisten programmiert, als Hälfte der Beautiful Swimmers Disco und House neu erfahrbar gemacht. Als Maxmillion Dunbar kommt das und noch vieles mehr nun zusammen. Steve Kerr dröselt bei XLR8R die Vielfalt der Einflüsse anhand von »Kangroo« auf: »[the track is a] mesh of jazz samples, decimated strings, free-floating percussion, and a wildly bent, Mr. Fingers-style synthline, and comes across like a less claustrophobic Madteo track.« Der 45-jährige versteht sich halt als Collagekünstler, der die Elemente der einzelnen Stile nicht nur benutzt, sondern mit ihnen spielt. Burkhard Welz erkennt darin in der Groove »eine Freigeistigkeit, die an die assoziative Architektur der Spätsechziger erinnert« Das finde ich schön gedacht. (Sebastian Hinz)

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.04.2011
Burial, Four Tet & Thom Yorke
Ego/Mirror
Burial sendet ein Lebenszeichen und findet für Ego/Mirror mit Four Tet und Thom Yorke für eine brillante 12inch zusammen.
Music Review | verfasst 01.05.2011
Radiohead
The King Of Limbs
Thom Yorkes Gesang kommentiert lakonisch eine kompositorisch arme Platte, die sich mit einem interessanten Konzept zu entschuldigen weiß.
Music Review | verfasst 29.09.2011
Modeselektor
Monkeytown
Modeselektor mischen die verschiedensten Clubmusikstile zusammen. Ihnen ist dennoch ein überraschend homogenes Album gelungen.
Music Review | verfasst 05.11.2018
Thom Yorke
OST Suspiria
»Suspiria« ist ein Klassiker. Auch sein Soundtrack wird kultisch verehrt. Ob Thom Yorkes Score für das Remake ähnliche Wellen schlägt?
Music Kolumne | verfasst 03.04.2011
Zwölf Zehner
März 2011
Der März ist um, es lebe der März. Florian Aigner und Paul Okraj lassen den Monat März Revue passieren und destillieren in der neuen Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 12.02.2016
David Bowie
Blackstar
David Bowie ist tot. Beinahe zeitgleich mit seinem Ableben ist »Blackstar« erschienen. Es hat den eigenen Tod zu seinem zentralen Thema.
Music Essay | verfasst 04.02.2013
The Fine Line
»Had to get the train / From Potsdamer Platz«
In »The Fine Line« nehmen wir eine Textzeile, einen Wortfetzen und suchen in ihm und von ihm ausgehend nach einer Geschichte. Manchmal ist es nur eine Anekdote, aber manchmal eine ganze ungeahnte Welt. Es ist ein schmaler Grat.
Music Kolumne | verfasst 06.02.2013
Zwölf Zehner
Januar 2013
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 26.05.2014
David-Bowie-Ausstellung in Berlin
Die Legende von David Jones
Die Ausstellung »David Bowie« im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist wie ein Nachruf auf einen Untoten und sagt vieles über die Stadt und ihren Kulturbetrieb, während sie am Künstler selbst scheitert.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 26.10.2017
Welche Schallplatte hast du gehört,
als du 15 Jahre alt warst?
In diesem Jahr ist hhv Records 15 Jahre alt geworden. Wow, interessantes Alter. Da fragt man sich natürlich: Wie war das, als man selbst 15 war? Welche Platten haben wir damals gehört? Wir haben die Frage an unsere Autoren weitergegeben.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Maxmillion Dunbar
Cool Water
Slow Motion House? Cosmic Boogie? Alles kann, nichts muss. Wir müssen vor allem eines: Staunen über eines der besten Alben des Jahres.
Music Review | verfasst 28.04.2015
Lifted
1
Max D und Co La haben einfach mal gemacht: Das hier der improvisierte Wahnsinn mit besonnenem Kern.
Music Porträt | verfasst 10.10.2010
Maxmillion Dunbar
Von Hip Hop bis »Bauhouse«
Maxmillion Dunbar versteht es Genres auszureizen: Ob als Hälfte der Beautiful Swimmers, als Teil der Hip Hop-Formation Food For Animals oder nun auf Solopfaden. Andrew Field-Pickering sucht in allen Musikrichtungen die Innovation.
Music Kolumne | verfasst 02.05.2011
Zwölf Zehner
April 2011
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Interview | verfasst 30.07.2011
Beautiful Swimmers
Get symbolized, yo!
Auf ihrer Deutschlandvisite schnappten wir uns Ari und Andrew (alias Maxmillion Dunbar), die als Beautiful Swimmers eklektische Tanzmusik produzieren, sperrten sie zwei Stunden weg und spielten ihnen Platten vor. Get symbolized, yo!
Music Kolumne | verfasst 04.10.2011
Zwölf Zehner
September 2011
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Dinosaur Jr
Green Mind
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.