Art Interview | verfasst 16.04.2013
Erik Kirtley
Bloß kein beständiger Stil
Manchmal entscheidet nicht die Musik darüber, ob man eine Platte lieber kauft oder herunterläd – sondern das Artwork. Damit kommt dem Gestalter des Covers eine nicht unerhebliche Rolle zu. Erik Kirtley ist so einer.
Text Pippo Kuhzart
Rubriken_sticker_detail_09 Seine Leidenschaft galt dem Musikhören, sein Talent lag im Gestalten: Artwork für Platten zu entwerfen war für Erik Kirtley eine natürliche Entwicklung. Mit seinen Artworks versucht er zu verbildlichen, was er fühlt, wenn er das jeweilige Werk hört. Doch wie genau führt ihn die Musik zum Plattencover und was wäre eigentlich, wenn er für David Guetta ein Artwork gestalten müsste? Die Antwort des Studenten der School Of Design And Craft in Göteborg ist, wer hätte es gedacht, denkbar simpel.

Dein bekanntestes Artwork ist das Albumcover für die Zusammenarbeit von Teams und Star Slinger. Nehmen wir das als Beispiel: Wie lässt die Musik deine Designs entstehen?
Erik Kirtley: Ich habe das Artwork für diese EP in einer Zeit entworfen, in der ich v.a. mit »Retro«-Fotografie und Fotomontagen gearbeitet habe. Ich habe viele Fotos und Texturen von alten Magazinen und Büchern eingescannt, um später Montagen und Collagen damit zu machen. Und da die Samples auf der EP von Soul- und R&B-Songs aus den 1970er und 1980er Jahren stammen, passte diese Retro-Ästhetik zu der Stimmung der Musik. Das finale Artwork war schließlich eine Doppelbelichtung eines Fotos von einer haitianischen Frau und dem Foto eines Diamanten, das ich aus einem Buch gescannt habe, das ich im Haus meiner Eltern gefunden habe.

Welches Kriterium entscheidet, ob du Fotografie, Illustrationen oder Zeichnungen für deine Artworks benutzt?
Erik Kirtley: Das hängt davon ab, welches kreative Feld ich zur jeweiligen Zeit durchforste. Im Augenblick arbeite ich nicht mehr so viel mit Fotografie oder Montagen und konzentriere mich stattdessen auf Illustrationen, Zeichnungen und Typographie – einfach Grafik-Design als Ganzes. Ich habe außerdem versucht mehr ohne Computer zu arbeiten und meine anfänglichen Skizzen auf Papier zu zeichnen. So werden meine Projekte normalerweise viel besser.

Hängt deine Herangehensweise davon ab, für welches Genre du designst?
Erik Kirtley: Ja, aber oft mehr als es mir lieb ist. Album-Artwork ist oft Genre-typisch und das würde ich gerne öfter in Frage stellen. Deshalb hat es immer Spaß gemacht, für den Produzenten und Rapper Emay zu gestalten. Emay macht nicht diesen konventionellen HipHop und darum war das Artwork, das ich für seine EPs und sein neues Album gemacht habe, nicht so »hip-hop-ish«.

»Also ziehe ich es vor, kein Artwork für jemanden wie David Guetta zu machen. Klar, so ein Job würde sehr wahrscheinlich gut bezahlt werden und meine Arbeit verbreiten, aber ich glaube, ich muss als Designer eine gewisse Integrität bewahren.« (Erik Kirtley) Sagen dir die Musiker, was sie wollen oder hast du vollkommen freie Hand bei deiner Abreit?
Erik Kirtley: Das ist unterschiedlich. Manche Musiker lassen mich einfach machen, aber die meisten haben eine klare Idee davon, was sie wollen. Normalerweise fange ich damit an, drei Skizzen zu zeichnen, zeige sie dem Künstler, und lasse dann ihn entscheiden, in welche Richtung es gehen soll.

Musik inspiriert dich zu den Artworks. Wenn wir das jetzt andersherum denken: Wenn aus deinem gesamten Artwork ein Album entstehen würde – welches würde es ein?
Erik Kirtley: Oh, das ist eine schwere Frage. Ich würde nicht sagen, dass ich mit einem beständigen Stil arbeite… Aber aus irgendeinem Grund fühlt sich Steely Dan’s Album »Aja« wie eine gute Antwort an. Aber frag mich nicht warum (lacht)!

Du hast ein großartiges Fan-Cover für Bibio gemacht. Warum ist das nicht das tatsächliche Cover geworden, wo das jetzige so langweilig ist?
Erik Kirtley: (lacht) Danke! Naja, ich muss zustimmen, dass das Artwork für das neue Album nicht super aufregend ist. Insbesondere im Vergleich zu dem Artwork für »Mind Bokeh«. Ich habe sogar meine Fan-Art an Bibio gemailt und er hat auch geantwortet und gesagt, dass er es wirklich mag und nach einer hochauflösenden Version gefragt, damit er sie ausdrucken und in sein Studio hängen könne.

Gibt es neben dem Cover von »Mind Bokeh« Artworks, von denen du dir wünschst, dass du sie entworfen hättest?
Erik Kirtley: Die »Coastal Brake«-Single von Tycho, das ursprüngliche CD-R-Artwork für Bon Ivers »For Emma Forever Ago« [das Album hatte Bon Iver ursprünglich selbst veröffentlicht Anm. d. Red], »So Many Details« von Toro y Moi, jede Veröffentlichung auf Marble Records und alles auf Ghostly International, das Michael Cina entworfen hat. Oh, und natürlich alles, das Reid Miles für Blue Note Records gemacht hat.

Würdest du auch für einen Musiker ein Artwork gestalten, dessen Musik Du nicht leiden kannst?
Erik Kirtley: Es sollte schon wenigstens einer sein, dessen Arbeit ich respektiere. Also ziehe ich es vor, kein Artwork für jemanden wie David Guetta zu machen. Klar, so ein Job würde sehr wahrscheinlich gut bezahlt werden und meine Arbeit verbreiten, aber ich glaube, ich muss als Designer eine gewisse Integrität bewahren.

Und wenn du das Geld jetzt dringend brauchen würdest – wie würde ein Erik-Kirtley-Cover für David Guetta aussehen?

Erik Kirtley: Wahrscheinlich einfach nur ein Bild von einem CDJ-Play-Knopf (lacht).

Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.04.2011
Teams vs. Star Slinger
Teams vs. Star Slinger EP
Welches Potenzial in der Verbindung dieser zwei Musiker steckt, verrät nun die erste gemeinsame EP von Teams vs. Star Slinger.
Art Porträt | verfasst 24.10.2013
Jeff Jank
Das Phantom
Er ist der Art & Web Director von Stones Throw hat als solcher nicht weniger geleistet als der Marke Stones Throw ein wiedererkennbares Artwork zu geben. Doch wer ist dieser Typ eigentlich…?
Art Interview | verfasst 21.10.2013
Florence To
Musik in Schale geworfen
Die in London lebende Visual-Künstlerin Florenz To nutzt ihren Mode-Hintergrund und ihre Faszination für Architektur um Europas beste Musikveranstaltungsorte und Events in Schale zu werfen, so auch London’s Boiler Room.
Music Porträt | verfasst 16.04.2012
Star Slinger
»Dumbin' ain't part of his strategy«
Darren Williams aka Star Slinger war vor nicht allzu langer Zeit noch ein durchschnittlicher Mitt-20er, der in Manchester Tontechnik studierte. 2010 stellte er mit dem Beat Tape Vol. 1 sein erstes musikalisches Lebenszeichen online.
Music Interview | verfasst 25.11.2015
Under The Plates
With Mykki Blanco pres. C-ore
Mit der Dogfood Music Group holt Mykki Blanco Musiker aus ihrem Schattendasein. Und bleibt dabei im Dunkeln. In unserem Video stellen wir neben Mykki Blanco zwei der ersten Künstler seines neuen Labels vor.
Books Review | verfasst 02.08.2011
Dzine
The Beautiful Struggle: The Art of Dzine
The Beautiful Struggle ist die erste umfassende Sammlung von Arbeiten des Chicagoer Designkünstlers Dzine.
Art Bericht | verfasst 19.09.2011
Golden Sun Movement
»ON«, Ausstellung in der Bang Bang Gallery in Berlin
Oberfläche, nicht als Oberfläche: Das britische Design-Kollektiv Golden Sun Movement zeigt ihre »sell-out show« »ON« in der Bang Bang Gallery in Berlin und wird dem Anspruch dieser Ankündigung gerecht.
Music Porträt | verfasst 06.08.2012
Konx-om-Pax
Der bleibende Eindruck
Als Graphiker hat Konx-om-Pax in den letzten Monaten die visuelle Seite einer auf bass beruhenden Musik geprägt. Nun zeigt er sich erstmals auch als Musiker und präsentiert eine Musik, die den Club längst hinter sich gelassen hat.
Art Porträt | verfasst 11.11.2012
Paul Snowden
So positiv, dass es nervig ist
Der prominente Graphic Designer und »ad guy« Paul Snowden hat mit seinen WASTED GERMAN YOUTH T-shirts, Bier und Stickers bewiesen, dass eine Schnappsidee sich von einen Underground, lokal Phänomen zu einer globalen Marke ändern kann.
Music Porträt | verfasst 21.11.2013
Staple Design
»Mode ist Bullshit«
Es geht Staple Design nicht um T-Shirts, nicht darum einen dritten Ärmel am Oberteil unterzubringen oder den Kragen neu zu definieren. Hier steht eine Botschaft im Vordergrund und Mode ist »nur« ein Medium, die Menschen zu erreichen.
Music Interview | verfasst 06.02.2013
Toro y Moi
Farben hören
Wie sind Klänge mit dem Sehen verbunden? Wir sprechen mit dem amerikanischen Musiker und Künstler Toro y Moi über seine Albumcover, neueste Videos und die Tendenz Sounds mit Farben zu verbinden…
Art Interview | verfasst 24.06.2013
Robert Beatty
Momente zwischen der Bewegung
Interstellare Objekte, die durch halluzinatorische Landschaften schwirren, starre geometrische Formen und ein in der Realität verankertes psychedelisches Flair. Robert Beatty kreiert seit zehn Jahren Albumcover für sich und viele andere.
Art Porträt | verfasst 14.11.2013
Neo Judas
Als MySpace noch cool war
Chaotisch, comichaft, dunkel, düster, bitter – alles in einem kleinen Viereck gehalten. »Welcome To The Church Of Saint Judas.« Willkommen in der Welt von Neo Judas. Einem der spannendsten Künstler zurzeit.
Books Interview | verfasst 03.07.2014
Ed Piskor
»Die Farbe ist mein Sampling«
Ed Piskor ist derzeit einer der begehrtesten Zeichner. Im Interview spricht der 31-Jährige über Hacker, klare Strukturen, seine Arbeitsweise sowie was Hip Hop und Comics gemein haben.
Music Porträt | verfasst 20.04.2018
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Art Porträt | verfasst 23.02.2021
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.