Music Interview | verfasst 30.09.2013
Myele Manzanza
Ein Schlagzeuger ist kein Sänger
Der Schlagzeuger von Electric Wire Hustle hat sich auf Solopfade begeben und im vergangenen Monat ein sehr spannendes Album bei BBE Records veröffentlicht. Wir unterhielten uns mit dem Neuseeländer über sein Instrument.
Text Frédéric Hartmann , Fotos Alan Wright / © BBE Records
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Stets im Hintergrund und doch präsent wie kaum ein anderes Instrument. Das Schlagzeug ist die Basis jeder erfolgreichen Musik der letzten Jahrzehnte. Die Rolle des Schlagzeugers ist ähnlich vertrackt. Er ist nicht wegzudenken und doch nur Begleiterscheinung der Rampensäue im Scheinwerferlicht. Dass ein Drummer und Dirigent weitaus mehr gemeinsam haben als nur die offensichtliche Ähnlichkeit des Schlegels und Taktstocks, wird in jüngster Zeit immer deutlicher. Leute wie Chris Dave, Adam Deitch oder Mark Guiliana zeigen Schlag um Schlag, dass auch sie das Zeug dazu haben, im Gefüge einer ganzen Band zu kontrapunktieren. Mit seinem Paukenschlag »One« hat sich nun Myele Manzanza, bekannt als Schlagzeuger von Electric Wire Hustle, in den Kreis dieser Künstler katapultiert. Wir unterhielten uns mit dem Neuseeländer, um herauszufinden, wie er in seinen Kesseln braut.

Viele deiner Songs scheinen direkt für das Schlagzeug entworfen worden zu sein. Allein der Mix, der den Drumsound hervorhebt, spricht da für sich selbst. Gleichzeitig erkenne ich keinen eindeutigen roten Faden. Wie wurde das Album konzipiert?
Myele Manzanza: Da ich nunmal Schlagzeuger bin und dies mein Album, ist es selbstverständlich, dass die Drums einen besonderen Stellenwert einnehmen. Auch wenn es mehr darum ging, mich als Produzent besser kennenzulernen. Das mit dem fehlenden roten Faden ist eine faire und ernstzunehmende Einschätzung, das habe ich schon mehrfach gehört. Es ging mir nicht per se darum, das Schlagzeug in den Mittelpunkt zu stellen. Vielmehr alle meine Vorlieben mit einzubeziehen.

Also doch eher Bauch als Kopf… Wieso habe ich dennoch den Eindruck, du wolltest mehr erreichen, als einfach nur deine Musik zu spielen. Vielleicht das Schlagzeug ins rechte Licht zu rücken, ihm den Zuspruch zu verleihen, den es unlängst verdient hat?
Myele Manzanza: Ich glaube Musik kommt essentiell immer von einem unbeabsichtigten Impetus her. Es ist eine ehrenhafte und ehrgeizige Aufgabe, zu versuchen, die Rolle des Schlagzeugers zu revolutionieren. Aber es kann einen auch leicht in den Nietzsche’n Abgrund der Depression und Selbstverachtung treiben. Glaub‘ mir, ich war schon da. Man kann eigentlich nur üben, seine Schwächen kennen und schätzen lernen, und die daraus resultierende Musik, seinen Instinkten vertrauend, so aufrichtig spielen, wie es nur eben geht. Wenn dann Leute behaupten, man habe etwas für ein Instrument oder einen Stil erreicht, und wird dadurch selber zum Einfluss für andere, dann ist das klasse. Aber es sollte nicht das Ziel sein.

»Das Publikum ist seit jeher zu sehr auf die Sänger konzentriert, was für unsereins zum Nachteil wird. Wir Schlagzeuger müssen aus unserem natürlichen Habitat herauskommen, um diesen unbedingten Zugriff nutzen zu können.« (Myele Manzanza) Leute wie Billy Cobham oder Elvin Jones sind oder waren dafür bekannt, sowohl an ihrem Instrument als auch in der Rolle des Bandleaders zu brillieren. Das findet man heut zu Tage nicht mehr so leicht. Was denkst du darüber?
Myele Manzanza: Es ist sehr schwer beide Sachen unter einen Hut zu bringen. Die Industrie wie auch das Publikum ist seit jeher zu sehr auf die Sänger konzentriert, was für unsereins zum Nachteil wird. Vielleicht, weil sie ungleich mehr mit Harmonien und Melodien arbeiten, und dadurch einen weitaus einfacheren Zugang zur Welt des Komponierens und somit in das Ohr des Zuhörers haben. Wir Schlagzeuger müssen aus unserem natürlichen Habitat herauskommen, um diesen unbedingten Zugriff nutzen zu können.

Obwohl das Schlagzeug (und der Bass) das strukturelle Rückgrat einer Band darstellen, liegen sie bezüglich der Wertschätzung und Anerkennung beim Publikum weit hinter den anderen Instrumenten. Wie erklärst du dir das?
Myele Manzanza: Schwer zu sagen. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass ein Sänger einen natürlichen Vorteil hat, da er mit Worten arbeitet, die viel unmittelbarer Emotionen preisgeben. Hinzukommt ein evolutionäres Merkmal, durch das wir Menschen, Stimmen viel leichter als andere Geräusche wahrnehmen. Allerdings gibt es auch diese intuitive Verbindung, die ein jeder im Rhythmus spürt. Sänger haben den direkten Zugang zum Herzen der Hörer, was sie aber in Bewegung setzt, dass ist unwiderruflich die Rhythmusgruppe.

Moderne Musik belegt es immer wieder. Es geht fast ausschließlich um einen überzeugenden, mitreißenden Beat. Wieso kommt ein Schlagzeug aber nicht alleine aus, wenn es doch die Quintessenz elektronischer Musik ausmacht?
Myele Manzanza: Interessante Frage. Ich glaube, dass die Drums für fast alle Stile den vorantreibenden Beat bereitstellen, der das Bedürfnis nach Tanz stillt. Umso eingängiger dieser Beat, desto leichter ist es für die Leute, darin aufzugehen. Da gibt es aber Einschränkungen. Je mehr man einen Beat aufbricht, umso mehr verschiebt sich das Erlebnis von der physischen zur intellektuellen Ebene. Was die Gefahr birgt, dass man Zuhörer verliert, da die meisten nunmal mehr hinter dem direkten, nicht bedachten Konsum her sind. Das soll in keiner Weise wertend klingen, ich spiele je nach Tageslage die unterschiedlichsten Sachen, mal mehr für den Kopf, mal mehr mit dem Bauch. Es macht einen Riesenspass den einfachsten »four to the floor« zu spielen, mit nur einem Akkord darüber, und die Massen dabei zu beobachten, wie sie in Wallung geraten. Und ebenso liebe ich es, mein ganzes Können aufzufahren, und auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu bekommen. So lange man der Situation gerecht wird und sich selbst treu bleibt ist alles in Ordnung.

Das Album »One« von Myele Manzanza findest du demnächst bei hhv.de.
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