Music Kolumne | verfasst 05.03.2014
Zwölf Zehner
Februar 2014
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Beyoncé - Drunk in love (Remix feat. Kanye West) »Drunk in Love« ist automatisch die Eins, weil Kanye. Was der auf seinem gemeinsam mit Mike Dean aufgebockten Remix wieder an völligem Münchhausen-Gone-Northpole-Irrsinn zu Protokoll gibt, ist Zeile für Zeile ein fleischgewordener Meme-Traum. Außerdem muss »Drunk In Love« auch deswegen hier ganz oben stehen, weil es zwischen Mitte Januar und Ende Februar circa 538 neue Versionen, Remixes, Re-Edits etc. gegeben hat, von denen kaum einer die Magie des Originals nachhaltig zerstören konnte, was ein nicht zu unterschätzendes Merkmal eines zuvor nicht ausgiebig genug gewürdigten Geniestreichs ist. Und dann war da noch Vin Diesel und diese kolossal-schöne Awkwardness. Ganz klar, all dieser Irrsinn konnte und musste final von Herrn Kardashians viel zu graphischer Ringelpiezerei adäquat zusammengefasst werden. Danke, Kanye, wir freuen uns auf den Rosenkrieg 2016, solange aber weiter viel Vergnügen im Luftschloss <3

Beyonces’ »Drunk in Love (Remix feat. Kanye West)« bei Audiomack anhören

An-i - Kino-iFind it at hhv.de: 12inch Dass man das Legowelt’sche Energiepegel diesen Monat sogar noch steigern kann (dazu gleich mehr), dafür steht der mir bislang unbekannte An-I (dahinter steckt der jetzt in Berlin ansässige New Yorker Doug Lee) Pate, der über Veronika Vasickas Minimal Wave Ableger Cititrax eine essentielle 12" veröffentlicht. Im Gegensatz zu Legowelt agiert Doug Lee weniger heimtückisch, sondern macht unmissversändlich sein Anliegen klar. Schon seit Monaten von L.I.E.S.-Patron Ron Morelli in seinen DJ Sets rauf- und runter gespielt, dreht »Kino I« den Masterregler noch mindestens eine Stufe höher, schichtet die Synths stapelweise, schleudert uns Drumrolls um die Ohren und hat mindestens sieben Effektgeräte zwischengeschaltet, auf dass die Punk- und Noise-Sozialisation im musikalischen Werdegang des Mannes bitteschön sofort auf den ersten Blick ersichtlich wird.

An-I »Kino-I« auf Soundcloud anhören

Schoolboy Q - Break the bankFind it at hhv.de: 2LP »Break The Bank» ist tough. Tough im Sinne der frühen Nuller, als Alchemist gerade in seine besten Jahre schlitterte und sich anschließend einfach weigerte in ein Formtief zu fallen. Es ist also eigentlich auch nur logisch, dass jener Alchemist hier nun Schoolboy Q mit einem derart humorlosen, geradlinigen Something Is Happening – Flip versorgt, dass man dessen Energie in jeder Zeile hört, nicht unnähnlich der Reaktion Ghostfaces auf The Forest. Im Chorus dann ungenierte 90s-Euphorie irgendwo zwischen Hit ’Em High und vergessenen Lost Boyz Großtaten. Wir hatten ja fast vergessen wie wir aufgewachsen sind. Danke für die Erinnerung, Q und A!

Schoolboy Qs »Break the bank« auf Clipfish anschauen

Pye Corner Audio - Inside the wave Pye Corner Audio kann vieles, am zwingendsten finde ich ihn aber trotzdem, wenn er sich nicht auf Mimikry beschränkt. »Inside The Wave« trägt zwar seine Inspiration im Titel, lässt aber auf Cold Wave Tropen verträumt-moderne Flächen folgen, die auch Dial-Intellektuelle glücklich machen und all die schönen Frauen, die sich morgens zu John Talabots DJ Kicks die Augenbrauen zupfen. Und das ist eine Assoziation, die uns automatisch einen Platz ganz weit vorne wert ist.

Pye Corner Audios »Inside the wave« auf Youtube anhören
 

Legowelt - Lovecraftiannature Find it at hhv.de: 3LP Unser Mann Danny Wolfers macht es uns in diesem Monat nicht einfach, sich für einen seiner Tracks zu entscheiden. Ein Killer jagt da den nächsten und ein neuer Longplayer steht auch schon in den Startlöchern. In der engeren Auswahl zwischen »Blue Tearz« und »Lovecraftianature« zieht der Erstgenannte den Kürzeren, aber es war eine schwierige Wahl. »Lovecraftianature« ist mal wieder Legowelt-Techno, ist mal wieder Twin-Peaks-Techno par excellance. Von Beginn an strotzt der Track schon voller Power, aber die mächtigen Kicks wollen noch nicht ganz durchdringen durch den dichten Synthebel aus enigmatischen (im Sinne Michael Cretu) Esowolken. Zur Trackmitte dann schlägt der Blitz ein und die geballte Energieladung entlädt sich volle Breitseite. Wer hat das kommen sehen?! So stelle ich mir das Berghain vor, sonst will ich da gar nicht erst hin.

Legowelts »Lovecraftiannature« auf HHV.de anhören

God - Still Alive Es geht los wie immer in Chiraq: mit Drama. Eine hektische Babymomma, die sich telefonisch nicht besonders entspannt über den Verbleib von zwei Millionen Dollar erkundigt und ihren Unmut über ihre Lebensumstände durchaus nachdrücklich artikuliert. Irgendwas hat das auch mit unserem Protagonisten hier zu tun, der auf den wahnwitzigen Namen God hört und uns nach gut 35 Sekunden mit protestantischer Arbeitsethik vertraut macht, bevor uns ein im allerbesten Sinne zeitloser Piano-Beat gleichzeitig Jewelz und Ghetto Millionaire denken lässt. So geht das dann noch gute zwei Minuten, inklusive einer unglaublichen elegant-reduzierten Bridge, in der der gute alte Sozialdarwinismus in all seiner Kaputtheit reflektiert wird. Wir mögen sowas.

Gods »Still Alive auf Youtube anhören

Photomachine - Special Luv Dieser PhOtOmachine und der R&B, da stellt sich sofort die Alchemie ein. Erst der zuckersüße inofizielle Remix für Musiq Soulchild im letzten Jahr, jetzt dieser bummlige Edit des 1982er Boogie Klassikers von Sharon Brown. Wer hätte das gedacht, aber auch anno 2014 ist Edit, wenn er gut gemacht ist, immer noch King. Das ist so ähnlich wie mit Herrenfilmen. Aber zurück zum Thema. PhOtOmachine verlagert das Tempo deutlich unter die 100, konzentriert sich zu Beginn weniger auf den Groove als auf die Kernbotschaft »Special Luv« und deren kurze Hook und holt dann im genau richtigen Moment eben den Groove und mit ihm die Breaks raus. So viel zum Edit. Wenn wir aber ehrlich sind, sind wir aber ohnehin so große Fans des Originals, Fans von Sharon Brown, Fans von Tee Scott, Fans von PhOtOmachine und Fans der hier verkörperten Attitüde hinter dem Song, der uns jedes Mal verzücken lässt, ähnlich wie bei einem anderen alchemistischen Werk, das wir jedes Mal aufs Neue feiern werden.

Photomachines »Special Luv« auf Youtube anhören

Flatbush Zombies – LiT Was Kollege Aigner schon vor Monaten über Flatbush Zombies’ »Palm Trees« geschrieben hat, könnte ich an dieser Stelle auch eins zu eins für »Lit« gelten lassen und unwidersprochen rüberkopieren. Lasse ich aber. Mir bleibt unverständlich, wie die Jungs hier ihren, nüchtern ausgedrückt, überdurchschnittlichen Haschischkonsum mit ihrer Libido in Einklang kriegen, aber ich nehme ihnen dennoch einfach alles ab. Alleine weil sich dieses Drumkit so furztrocken wie langsam über das melancholische Sample scheppert. An dieser Stelle will ich den Kollegen doch wissenschaftlich unsauber zitieren: Mit viel Fantasie ist das 14 till infinity. Ja, mit allem nötigen Ernst.

Flatbush Zombies’ »Lit« auf Youtube anhören

Specter - ZodiakFind it at hhv.de: 12inch Irgendwie gehen die Sound Signature Nummern ohne Schirmherrschaft durch Herrn Parrish immer etwas unter. Specter ballerte zwischen den Jahren mit »Zodiak« eine derart vehemente Acid-Bombe heraus, dass selbst sein Vorgänger, das ebenfalls exzellente Pipe Bomb, dagegen fast schon zahm wirkte. Off Beat Percussion über einen morastigen Squelch-Tümpel, keinerlei Appeasement-Politik. Und trotzdem redeten alle wieder nur über Theos Platte für Trilogy Tapes

Specters »Zodiak« auf HHV.DE anhören
 

Future feat. Pharrell, Pusha T and Casino - Move That Dope Mike Will zitiert Salt ’N Pepa auf seiner Version von Clique, Future lässt die Red Carpet Schmuserei mit Ciara ruhen um im omnipräsenten Migos Flow im Maserati über chinesisches Weiß zu sinnieren, bevor Pusha thematisch ein Heimspiel feiert, inklusive Pharrell Throwback-Adlibs (»from ashy to classy»). Skateboard P bestätigt uns dann in der Annahme, dass man sich um seine Laune weiterhin keine Sorgen machen muss, solange er mit 20 Nackedeis Yoga macht und seinen Gandalf-Hut spazieren tragen darf. Austrudeln tut »Move That Dope« mit einem zu vernachlässigenden Casino 16er, aber das geht dank der vorangegangenen Wohlstandsbekundungen dann fast ein bißchen unter.

Futures »Move that dope« auf youtube anhören

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 27.06.2018
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2014
Zwölf Zehner
Mai 2014
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 11.03.2016
Flatbush Zombies
3001: A Laced Odyssey
Die Vorannahme bestätigt: Die Flatbush Zombies können mit ihrem Debüt »3001: A Laced Odyssey« die Qualität der YouTube-Hits nicht halten.
Music Essay | verfasst 26.03.2013
The Moving Still
Flatbush Zombies' »MRAZ«
Mit »The Moving Still« wollen wir Momenten Aufmerksamkeit schenken, die wir für besprechenswert halten. Nur ein Still aus einem Video oder einem Film dient dabei als Anstoß für einen Gedanken. Das Still als Bild, Geste, Metapher, Verweis.
Music Review | verfasst 11.11.2011
Pusha T
Fear Of God II: Let Us Pray
Bruder Malice fehlt deutlich auf Pusha T’s Solo-Versuch. Als Ausgleich gibt es durchwachsene Features, aber auch einen Pusha in Bestform.
Music Review | verfasst 15.10.2013
Pusha T
My Name Is My Name
Dieses Album hätte einen Offenbarung werden können. Drei Namen sorgen dafür, dass es leider keine geworden ist.
Music Essay | verfasst 14.10.2013
Pusha T
Es kommt auf den Tony an
Pusha Ts erstes Solo-Album erscheint elf Jahre nach »Lord Willin’«. Viel Zeit im schnelllebigen Musik-Geschäft und trotzdem ist Pusha T gefragter denn je. Doch was macht das Phänomen Pusha T so faszinierend?
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Interview | verfasst 22.02.2016
Pusha T
»Die Angst alles zu verlieren...«
Pusha T rappt seit über einem Jahrzehnt mit ungebrochener Bissigkeit. Dieses Jahr will er sich mit »King Push« selbst krönen. Wir haben mit ihm über das Prelude zum Album, »Darkest Before Dawn« gesprochen.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 17.04.2014
Legowelt
Crystal Cult 2080
Legowelts neues Werk »Crystal Cult 2080« bleibt eine wunderbare Konstante. Zehn Mal Techno, etwas Esoterik und dennoch diese Techno-Dynamik.
Music Review | verfasst 13.03.2015
Legowelt
Immensity Of Cosmic Space
Neue Woche, neues Legowelt-Release. Mit »Immensity Of Cosmic Space« bricht Danny Wolfers ins Unbekannte auf.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.