Music Porträt | verfasst 24.07.2014
Throwing Snow
Musik als akustische Erinnerungsform
Seit 2007 veröffentlicht der Musiker und Labelbetreiber Ross Tones unter dem Künstlernamen Throwing Snow komplexe elektronische Musik. Diese dient ihm dabei als eine individuelle Reflexion über Momente oder Erinnerungen aus seinem Leben.
Text Henning Koch
Throwing-snow

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Diesen musikalischen Kontrastbereich hat der Musiker und Labelbetreiber Throwing Snow seit 2007 auf einer Vielzahl von Veröffentlichungen erforscht. Mit seinem ersten Album »Mosaic« hat der als Ross Tones geborene Produzent und Multiinstrumentalist dieses Jahr ein komplexes Klangbild aus den akustischen Bausteinen zwischen harmonischer Melodik und düsteren Breakbeat-Elementen zusammengesetzt. »Ich mag melodische und verschachtelte Musik. Und ich mag ebenfalls düstere, grüblerische, fast schon grausame Musik. Ich glaube man kann Licht und Dunkelheit zu einer kontrastreichen Einheit zusammenführen«, beschreibt Throwing Snow im Interview seine Intention.

Musikalische Prägung
Es waren vor allem die aggressiven Elemente aus Punk und Metal, die ihn während seiner Jugend im provinziellen Norden von England beeinflussten. Zusammen mit seinem Bruder und einigen Freunden spielte er dort in verschiedenen Bands, bevor er sich zunehmend den elektronischen Musikrichtungen zuwandte. Als einen bedeutenden Einfluss nennt Throwing Snow den britischen Radio-DJ John Peel, der mit seiner BBC Radio1 Show sämtliche musikalische Grenzen sprengte. Hierdurch kam Ross sowohl mit der Minimal Music von Steve Reich oder Philip Glass, als auch mit dem dystopischen Drum’n’Bass von Roni Size oder Photek in Berührung. Sein musikalischer Wandel hatte jedoch ebenfalls einen praktischen Hintergrund: »Ich wollte alles von Grund auf selbst erschaffen. Das bedeutete natürlich, dass ich die Instrumente individuell aufnehmen und arrangieren musste. Auch wegen dieser Arbeitsschritte hat mich die digitale Musik gereizt.«

Akustische Erinnerungen
Der Einfluss von Philip Glass und Steve Reich zeigt sich dabei ebenso in einem intensiven Bezug zur Polyrhythmik und in den subtilen Kontrasten zwischen den lauten und leisen Bestandteilen. Die von Throwing Snow verwendete Ästhetik entspringt zwar auf der einen Seite der aktuellen Clubkultur, andererseits verwendet er sie jedoch nicht nur im Kontext der elektronischen Tanzmusik: »Meine Musik überträgt sich häufig nicht so passend in den Club-Zusammenhang, da einige Bestandteile dort etwas kompliziert anmuten. Wenn man sie sich auf einem solchen System hört, wirkt es vielmehr wie eine erdrückende Klangwand. Ich habe sie sozusagen eher für Kopfhörer gestaltet, wo jeder die kleinen Nuancen heraushören kann.« Seine Kompositionen dienen ihm dabei auch als individuelle Reflexionen über Momente oder Erinnerungen aus seinem Leben. Dies spiegelt sich vor allem in seiner Verwendung von Field Recordings und bestimmten Klangelementen wider: »Klänge können mich lebhafter in Situationen zurückversetzen als visuelle Eindrücke. »Klänge können mich lebhafter in Situationen zurückversetzen als visuelle Eindrücke. Wenn ich mir persönliche Fotos anschaue, habe ich immer einen bestimmten Klang zum Dargestellten im Ohr.« (Throwing Snow) Wenn ich mir persönliche Fotos anschaue, habe ich immer einen bestimmten Klang zum Dargestellten im Ohr. Die Aufnahmen, die ich in meiner Musik verwende, spiegeln für mich somit auch immer eigene akustische Erinnerungen wieder.«

Multiple Persönlichkeit
Obwohl Throwing Snow seine Musik in erster Linie für sich selbst schreibt, um seine persönlichen Gefühle und Zustände auszudrücken, hat es für Throwing Snow selbstverständlich ebenfalls eine hohe Priorität, damit eine breite Zielgruppe ansprechen zu können. Während seiner Arbeit verfolgt er immer wieder verschiedene Musikstile, welche er nicht in das musikalische Konzept von Throwing Snow integrieren kann. Aus diesem Grund agiert er nebenher unter einer Vielzahl unterschiedlicher Pseudonyme, um die unterschiedlichen Einflüsse zu kanalisieren. In der Formation Snow Ghosts dringt Ross Tones zusammen mit Hannah Cartwright in akustische Folk- und Metal-Richtungen vor. Alight deckt die Bereiche des Breakbeats um das Hardcore Continuum ab. Und als Vellico ist Throwing Snow zusammen mit seinem Bruder strikter auf die Tanzfläche hin ausgerichtet.

Weitere Projekte
Mit Snowfall betreibt Ross Tones ein kleines Plattenlabel, welches ihm komplette künstlerische Freiheit für eigene Veröffentlichungen im familiären Rahmen ermöglicht. Darüber hinaus ist er Mitgründer der Labels A Future Without und Left Blank . Auf diesen veröffentlichten mit Vessel, Kahn und El Kid unter anderem einige Mitglieder des Bristoler Kollektivs Young Echo ihre ersten Platten. »Meine Labels erfüllen gewissermaßen eine embryonale Funktion. Sie fördern noch unbekannte Künstler, damit diese in Folge bei größeren Labels umfangreichere Projekte realisieren können. Dadurch haben wir Wife und Vessel beispielsweise ermöglicht, ihre Alben auf Tri-Angle Records zu veröffentlichen.« Nach der Veröffentlichung von »Mosaic« bei Houndstooth wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis neues Material von Throwing Snow auftauchen wird. Ross konzentriert sich zur Zeit auf die Vorbereitungen für eine Tournee und den Abschluss des zweiten Albums von Snow Ghosts. Zudem sind weitere Platten für seine Projekte Vellico und Alight geplant. Somit muss sich weder Throwing Snow, noch sein Publikum ernsthaft Sorgen machen, dass im Verlauf des Jahres musikalische Langeweile aufkommen könnte.


Henning Koch schrieb zuletzt ein Porträt über die beiden Producer Synkro und Indigo aus Manchester.

Das Album »Mosaic« von Throwing Snow findest du bei hhv.de: 2LP
Die Musik von Snow Ghosts findest du ebenfalls bei hhv.de
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